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HANDOUT --- Am Freitagmittag, 31. Juli 2015, ist es in Laax auf einer Alpweide zu einem tragischen Unfall mit Mutterkuehen gekommen. Eine Frau wurde so schwer verletzt, dass sie noch am Ort verstarb. Eine 77-jaehrige Frau wanderte vom Bergrestaurant Nagens ueber den Wanderweg in Richtung Bergstation Grauberg. In diesem Gebiet befand sich eine Herde Kuehe, bestehend aus Mutterkuehen und Kaelbern, eingezaeunt auf der Weide. Die Wanderin oeffnete den elektrischen Weidezaun und wollte durch einen Teil der Herdetiere durchlaufen, welche sich auf und um den Wanderweg aufhielten. Dabei wurde sie durch mehrere Mutterkuehe angegriffen und zu Boden geworfen. Die Wanderin zog sich durch die herumtrampelnden Tiere schwere Verletzungen zu. Ein nachfolgender Biker avisierte die Rega. Trotz Reanimationsversuchen des Notarztes verstarb die Frau noch auf der Unfallstelle. (Kantonspolizei Graubuenden) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Auf dieser Alp griffen die Kühe die Wanderin an. Bild: KANTONSPOLIZEI GRAUBUENDEN

Tödliche Kuh-Attacke auf Wanderin: Staatsanwaltschaft eröffnet Untersuchung

Nach dem Unfall in Laax, bei dem eine Touristin beim Wandern von Mutterkühen getötet wurde, liegt der Fall nun bei der Staatsanwaltschaft. Ob der Hüter haftet und allenfalls gegen ihn ermittelt wird, ist noch unklar.



Auf dem Weg zur Bergstation Grauberg, oberhalb von Laax, ist es zu einem Unfall gekommen, den viele nicht für möglich hielten: Mutterkühe griffen eine 77-jährige Touristin an; sie warfen sie zu Boden und trampelten sie zu Tode

Drei Tage nach der Attacke eröffnet die Staatsanwaltschaft Graubünden jetzt eine Untersuchung. «Dabei geht es darum herauszufinden, wie es zum Vorfall kommen konnte», sagt Maurus Eckert von der Staatsanwaltschaft Graubünden gegenüber watson. Vorläufig richte sich die Untersuchung nicht gegen eine bestimmte Person. 

Was sich genau abspielte auf der Alp am Freitag, ist nicht klar. Sicher ist, dass sich die Frau aus Berlin auf einem offiziellen Wanderweg befand, der durch eine umzäunte Weide mit Mutterkühen führte. Die Wanderin lief durch die Herde durch. Beim Eingang zur Weide stand eine Warntafel. 

Wie ist die rechtliche Situation?

Grundsätzlich haftet der Tierhalter, wenn eines seiner Tiere eine Person verletzt. Dies gilt auch, wenn Hinweis- und Warnschilder aufgestellt wurden. Der Tierhalter kann eine Haftung nur ausschliessen, wenn er nachweisen kann, dass er seine Sorgfaltspflicht erfüllt hat. Während des Aufenthalts auf einer Alp sind der Betreiber der Alp und sein Personal haftbar.  

Kälber nie berühren

Mutterkühe, die ihre Kälber verteidigen, sind ein bekanntes Problem. Deshalb hat der Kanton Graubünden diesen Frühling sämtlichen «Alpbewirtschaftern» eine Information verschickt. Darin heisst es, die Wege seien in gutem Zustand zu halten. Sie sollen möglichst durchgehend begehbar sein. Die Sicherheit der Wegbenutzer sei ohne Einschränkung zu gewährleisten.

Kuehe weiden am Stadtrand von Chur, am Donnerstag, 21. Juni 2012. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Bei Herden mit Mutterkühen müssen Wanderer besonders vorsichtig sein. Bild: KEYSTONE

Gefordert sind aber auch die Wanderer selber: Für sie gilt: 

Behörden handeln 

Mittlerweile hat die Gemeinde Laax gehandelt. Der Wanderweg wurde gesichert und so verlegt, dass die Mutterkuhherde nicht mehr mit Wanderern in Kontakt kommen kann.

Beim Verband Schweizer Wanderwege reagiert man ebenfalls auf den Unfall. Geschäftsführer Michael Roschi sagt, man werde mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) erneut zusammensitzen und zusätzliche präventive Massnahmen prüfen. Zudem will der Verband die Wanderer noch besser auf das Thema sensibilisieren.

In den vergangen Jahren gab es mehrere Zwischenfälle mit Kühen. Eine Statistik wird allerdings nicht geführt. Meistens blieb es bei Verletzungen. Nur in einem weiteren Fall, in dem ein Stier involviert war, starb ein Mensch. 

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