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Ju-52-Drama: Keine Hinweise auf technische Absturz-Ursache + sofortiges Flugverbot



Die Geschichte der «Tante Ju»

Bei der Untersuchung des Absturzes der Ju-52 im August bei Flims GR sind keine Hinweise auf technische Mängel gefunden worden, die den Unfall hätten verursachen können. Gleichwohl haben die beiden anderen Maschinen der Ju-Air ein vorläufiges Flugverbot erhalten.

Hier gehts zum ganzen Bericht

Die Motoren scheinen alle drei funktioniert zu haben. Beschädigungen an den drei Propellern weisen darauf hin, dass alle Motoren beim Aufprall mit hoher Drehzahl liefen. Das hält die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) in einem am Dienstag publizierten Zwischenbericht zum Unfall fest. Auch Treibstoff war in «beträchtlichen Mengen» vorhanden.

Gleichwohl wurden technische Mängel am völlig zerstörten Flugzeug gefunden. Diese hatten laut der Sust aber keinen Einfluss auf den Absturz beim Piz Segnas, bei dem alle 20 Insassen starben. Die Korrosionsschäden an Holmen, Scharnieren und Beschlägen der Tragflügel werden dennoch als sicherheitsrelevant eingestuft. Das gleiche gilt für Mängel an neu angefertigten Motorenteilen.

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Vorübergehendes Grounding

Aufgrund des selben Baujahrs der zwei noch intakten Ju-52 von Ju-Air muss laut der Sicherheitsuntersuchungstelle damit gerechnet werden, dass vergleichbare Mängel auch bei diesen Schwesternflugzeugen vorhanden sind. Dort könnten sie «eine Beeinträchtigung der Flugsicherheit darstellen».

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat deshalb per sofort ein Flugverbot für die zwei in Dübendorf ZH stationierten Ju-52 verfügt. Die historischen Flugzeuge dürfen laut Bazl so lange nicht mehr fliegen, bis sichergestellt ist, dass die Maschinen diese Schäden nicht aufweisen oder bis diese behoben sind.

Die gefunden Schäden hätten bei normalen Wartungsarbeiten und Inspektionen nicht festgestellt werden können, hält das Bazl fest. Erst die Untersuchung des Flugzeugwracks habe die «schwerwiegenden strukturellen Schäden» zutage gefördert.

Ju-Air kooperiert

Die Ju-Air ist mit diesem vorübergehenden Grounding einverstanden. Nach dem Abschluss des Sommerflugbetriebs befänden sich die beiden betroffenen Flugzeuge ohnehin bereits in Dübendorf ZH zur umfassenden Jahreswartung, schrieb die Nostalgie-Fluggesellschaft. Es sei vorgesehen, den Flugbetrieb wie geplant im Frühling 2019 wieder aufzunehmen.

Die Ju-Air hat nach eigenen Angaben bereits ein Projekt gestartet, um sicherzustellen, dass die beiden verbliebenen Flugzeuge keine Schäden aufweisen, wie sie bei der Unfallmaschine vorgefunden wurden. Das Unternehmen will dabei eng mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zusammenarbeiten.

Die Ju-Air will im kommenden Sommerhalbjahr wieder eine dritte Ju-52 in ihre Flotte aufnehmen. Die Vorbereitungsarbeiten an einer zurzeit im deutschen Mönchengladbach abgestellten Maschine seien so weit abgeschlossen, dass das Oldtimer-Flugzeug zu einer Strukturüberholung nach Dübendorf überflogen werden könne, schrieb sie. Die entsprechenden Bewilligungen würden derzeit beantragt. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rumbel the Sumbel 20.11.2018 16:43
    Highlight Highlight Bei der Untersuchung des Absturzes der Ju-52 im August bei Flims GR sind keine Hinweise auf technische Mängel gefunden worden, die den Unfall hätten verursachen können.....? Erst die Untersuchung des Flugzeugwracks habe die «schwerwiegenden strukturellen Schäden» zutage gefördert....? Da tauchen schon mehr Fragen als Antworten auf.
  • Herbert Anneler 20.11.2018 16:38
    Highlight Highlight So leid es einem tut, aber das sind fliegende Särge. Vielleicht hat diese Katastrophe eine andere - wegen Ermüdungsbrüchen - verhindert. Ju 52 sind höchstwahrscheinlich schwieriger zu unterhalten als DC 3: Davon gibt es etliche mehr, und in den USA gibt es noch spezialisierte Betriebe. Aber vielleicht schaut Classic Air bei ihrer DC 3 dennoch auch mal näher hin.
  • Don Quijote 20.11.2018 15:17
    Highlight Highlight Vielleicht noch wichtig anzumerken, dass die SUST noch dringend Material sucht:

    => Fotos und Filmaufnahmen des historischen Flugzeuges Junkers Ju 52/3m HB-HOT (bekannt
    als «Tante Ju», dunkelgraue Lackierung, Aufschrift «Hülse»), die am 4. August 2018 nach 16 Uhr gemacht wurden.

    => Fotos und Videos, die in den Jahren 2016 bis 2018 während eines Fluges mit einer «Tante Ju» der Ju-Air mit einem Smartphone (oder mit einer Kamera mit GPS-Sensor) aufgenommen wurden

    => GPS-Tracks, die in den Jahren 2016 bis 2018 während eines Fluges mit der «Tante Ju» der Ju-Air aufgezeichnet wurden

  • Grave 20.11.2018 14:46
    Highlight Highlight Sind "schwerwiegende steukturelle schäden, risse und korrision" keine technischen schäden ?
    • Don Quijote 20.11.2018 15:14
      Highlight Highlight Nur um anzumerken: Beim Absturz spielten sie jedoch KEINE Rolle. Sie waren schlichtweg beim Unglücksflieger aufgrund des Aufpralls erst sichtbar geworden.

      Nur logisch, dass man diese nun bei den baugleichen Typen behebt.
    • Cmo 20.11.2018 15:21
      Highlight Highlight Also für mich schon.
    • Amisabi 20.11.2018 15:27
      Highlight Highlight Doch. Aber kein technisches Problem das mit dem Absturz zusammenhängt, also nicht die Ursache.
      Die Risse und Korrosion sind die Ursache der schwerwiegenden strukturellen Schäden, da sie an tragenden Bauteilen aufgetreten sind.
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