bedeckt
DE | FR
14
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Graubünden

Tödliche Kuh-Attacke auf Wanderin: Staatsanwaltschaft eröffnet Untersuchung

Auf dieser Alp griffen die Kühe die Wanderin an.
Auf dieser Alp griffen die Kühe die Wanderin an.Bild: KANTONSPOLIZEI GRAUBUENDEN

Tödliche Kuh-Attacke auf Wanderin: Staatsanwaltschaft eröffnet Untersuchung

Nach dem Unfall in Laax, bei dem eine Touristin beim Wandern von Mutterkühen getötet wurde, liegt der Fall nun bei der Staatsanwaltschaft. Ob der Hüter haftet und allenfalls gegen ihn ermittelt wird, ist noch unklar.
03.08.2015, 15:5004.08.2015, 08:42
Felix Burch
Folge mir

Auf dem Weg zur Bergstation Grauberg, oberhalb von Laax, ist es zu einem Unfall gekommen, den viele nicht für möglich hielten: Mutterkühe griffen eine 77-jährige Touristin an; sie warfen sie zu Boden und trampelten sie zu Tode

Drei Tage nach der Attacke eröffnet die Staatsanwaltschaft Graubünden jetzt eine Untersuchung. «Dabei geht es darum herauszufinden, wie es zum Vorfall kommen konnte», sagt Maurus Eckert von der Staatsanwaltschaft Graubünden gegenüber watson. Vorläufig richte sich die Untersuchung nicht gegen eine bestimmte Person. 

Was sich genau abspielte auf der Alp am Freitag, ist nicht klar. Sicher ist, dass sich die Frau aus Berlin auf einem offiziellen Wanderweg befand, der durch eine umzäunte Weide mit Mutterkühen führte. Die Wanderin lief durch die Herde durch. Beim Eingang zur Weide stand eine Warntafel. 

Wie ist die rechtliche Situation?

Grundsätzlich haftet der Tierhalter, wenn eines seiner Tiere eine Person verletzt. Dies gilt auch, wenn Hinweis- und Warnschilder aufgestellt wurden. Der Tierhalter kann eine Haftung nur ausschliessen, wenn er nachweisen kann, dass er seine Sorgfaltspflicht erfüllt hat. Während des Aufenthalts auf einer Alp sind der Betreiber der Alp und sein Personal haftbar.  

Kälber nie berühren

Mutterkühe, die ihre Kälber verteidigen, sind ein bekanntes Problem. Deshalb hat der Kanton Graubünden diesen Frühling sämtlichen «Alpbewirtschaftern» eine Information verschickt. Darin heisst es, die Wege seien in gutem Zustand zu halten. Sie sollen möglichst durchgehend begehbar sein. Die Sicherheit der Wegbenutzer sei ohne Einschränkung zu gewährleisten.

Bei Herden mit Mutterkühen müssen Wanderer besonders vorsichtig sein.
Bei Herden mit Mutterkühen müssen Wanderer besonders vorsichtig sein.Bild: KEYSTONE

Gefordert sind aber auch die Wanderer selber: Für sie gilt: 

  • Immer Distanz zum Rindvieh halten, wenn möglich Herden umgehen
  • Kälber auf keinen Fall berühren 
  • Hunde an der Leine führen, im Notfall – wenn der Hund die Kühe angreift, oder umgekehrt – aber die Leine loslassen 

Behörden handeln 

Mittlerweile hat die Gemeinde Laax gehandelt. Der Wanderweg wurde gesichert und so verlegt, dass die Mutterkuhherde nicht mehr mit Wanderern in Kontakt kommen kann.

Beim Verband Schweizer Wanderwege reagiert man ebenfalls auf den Unfall. Geschäftsführer Michael Roschi sagt, man werde mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) erneut zusammensitzen und zusätzliche präventive Massnahmen prüfen. Zudem will der Verband die Wanderer noch besser auf das Thema sensibilisieren.

In den vergangen Jahren gab es mehrere Zwischenfälle mit Kühen. Eine Statistik wird allerdings nicht geführt. Meistens blieb es bei Verletzungen. Nur in einem weiteren Fall, in dem ein Stier involviert war, starb ein Mensch. 

No Components found for watson.appWerbebox.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
philipp meier
03.08.2015 17:09registriert Januar 2014
ich war in den letzten wochen öfters als wanderer in den schweizer (vor)alpen unterwegs. es sind einzig die weiden mit mutterkuhhaltung problematisch. diese sind inzwischen grösstenteils mit warntafeln ausgeschildert.

ich hoffe sehr, dass wegen ein paar (sehr bedauerlichen!) einzelfällen nicht ein papierkrieg oder dergleichen losgetreten wird. wenn wanderer wegen schlechter ausrüstung verunfallen, sind sie auch selber schuld. wer in der schweiz wandern geht, geht in die natur und nicht in ein disneyland (auch wenn es manchmal wie disneyland aussieht;)
296
Melden
Zum Kommentar
avatar
Angelo Hediger
03.08.2015 16:18registriert Januar 2015
Der Hüter hätte seine Kühe an der Leine haben müssen........ moment was?
254
Melden
Zum Kommentar
avatar
Triple
03.08.2015 17:15registriert Juli 2015
Unglaublich was da alles noch diskutiert werden muss!! Jeder der wandern geht soll sich schlau machen und Mutterkühe in einem großen Bogen umgehen. Tut mir trotzdem leid für die Frau, sowas ist unschön und unnötig.
224
Melden
Zum Kommentar
14
Tötungsdelikt in Muralto TI – verurteilter Deutscher muss 18,5 Jahre hinter Gitter

Das Berufungsgericht in Locarno hat am Dienstag im Prozess um das Tötungsdelikt im Hotel «La Palma au Lac» in Muralto TI das Strafmass erhöht. Der Täter muss für 18.5 Jahre hinter Gitter - sechs Monate länger als bei der ersten Verurteilung.

Zur Story