Schweiz
Häusliche Gewalt

Mehr Opferhilfeberatungen und Entschädigungszahlungen im Jahr 2025

[Topical image on domestic violence, posed picture 2010] Around one woman out of ten becomes a victim of physical or sexual violence within a relationship in the course of her adult life. In 2007 in 1 ...
Von 55'260 Beratungen wurden 72 Prozent von weiblichen Opfern oder Angehörigen in Anspruch genommen (gestellte Aufnahme.)Bild: KEYSTONE
Häusliche Gewalt

Mehr Opferhilfeberatungen und Entschädigungszahlungen im Jahr 2025

Die Opferhilfestellen in der Schweiz haben im Jahr 2025 sieben Prozent mehr Beratungen durchgeführt als im Vorjahr. Zugleich stiegen die ausbezahlten Entschädigungen und Genugtuungen laut dem Bundesamt für Statistik um zehn Prozent auf 7,3 Millionen Franken.
09.06.2026, 11:0509.06.2026, 11:05

Von den 55'260 Beratungen wurden 72 Prozent von weiblichen Opfern oder Angehörigen in Anspruch genommen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. 17 Prozent der Hilfesuchenden waren zum Zeitpunkt der Beratung minderjährig. Etwas mehr als 40 Prozent besassen laut BFS die Schweizer Staatsangehörigkeit.

Die Beratungen betrafen am häufigsten Körperverletzungen oder Tätlichkeiten. Diese seien bei knapp der Hälfte der Fälle der Grund. Ein Drittel der Gespräche drehte sich um Erpressung, Nötigung oder Drohung. Bei 28 Prozent der Beratungen ging es um Sexualstraftaten.

Bei der Täter-Opfer-Beziehung war in gut 27 Prozent die Tatperson unbekannt. An zweiter Stelle folgen mit rund einem Viertel der aktuelle Partner oder die aktuelle Partnerin.

Die Opferhilfe umfasste vor allem juristische, psychologische und soziale Unterstützung. Bei den finanziellen Leistungen entfiel der grösste Anteil auf Anwaltskosten und Notunterkünfte.

Meist Frauen

Im vergangenen Jahr stellten Betroffene 1220 Gesuche für Entschädigungs- oder Genugtuungsleistungen. Davon bewilligten die Kantone 68 Prozent. Insgesamt zahlten sie rund eine Million Franken an Entschädigungen und 6,3 Millionen Franken an Genugtuungen aus.

Über 62 Prozent der Entschädigungs- und Genugtuungsfälle betrafen Frauen und Mädchen sowie zu 48 Prozent Schweizerinnen oder Schweizer. Mit über der Hälfte (54 Prozent) bezogen sich diese am meisten auf Menschen im Alter von 30 bis 64 Jahren.

Einen Höchststand von Gesuchen gab es 2011 mit 1559. Laut BFS haben Opfer und ihre Angehörigen Anspruch auf eine Entschädigung für den erlittenen Schaden infolge Beeinträchtigung oder Tod des Opfers. Sie haben ebenfalls Anspruch auf eine Genugtuung, wenn die Schwere der Beeinträchtigung und die besonderen Umstände es rechtfertigen. Zuständig ist der Kanton, in welchem die Straftat begangen worden ist. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Erste nationale Kampagne gegen häusliche Gewalt
1 / 8
Erste nationale Kampagne gegen häusliche Gewalt

Der Bund lanciert im November 2025 erstmals eine nationale Kampagne gegen häusliche Gewalt.

quelle: edi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Polizei setzt an Demo Gewalt gegen Protestierende ein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Parlament streitet sich um 13. AHV: So teuer wird der Rentenzustupf
In den nächsten Tagen entscheidet sich, wer die 13. AHV-Rente finanziert. Zwei Varianten stehen sich gegenüber. Der Vergleich zeigt, was die jeweiligen Folgen für Erwerbstätige, Konsumenten und AHV-Fonds sind.
Nach monatelangem Ringen kommt das Parlament einer Lösung im Streit um die Finanzierung der 13. AHV-Rente in kleinen Schritten näher. Das Ziel ist aber nicht erreicht: Der Ständerat hat am Montagnachmittag entschieden, dass er im Wesentlichen bei seiner Variante bleibt – einer Erhöhung der Lohnbeiträge sowie der Mehrwertsteuer.
Zur Story