Schweiz
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Sonderbundskrieg: Die Bataillone 9 und 11 von Zürich erstürmen den Rooter-Berg bei Gisikon, 1847.

Die Bataillone 9 und 11 von Zürich erstürmen den Rooter-Berg bei Gisikon, 1847. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Das Debakel des Sonderbunds: So kam es zur letzten Schlacht in der Schweiz

Vor genau 170 Jahren kam es zum bislang letzten bewaffneten Konflikt auf Schweizer Staatsgebiet. Der Sonderbundskrieg mündete im modernen Bundesstaat von 1848. 

René Roca / Schweizerisches Nationalmuseum



Mit der Regeneration ab 1830 begann für die Schweiz eine wichtige Phase der Erneuerung. In elf Kantonen (damals der Hälfte aller Kantone!) fanden grundlegende Umwälzungen statt. Resultat war, dass diese Kantone eine liberal-repräsentative Verfassung erhielten und so auch bereit waren, auf die sich entwickelnde Industrialisierung eine Antwort zu geben. Die Kantone der Schweiz waren damals grundsätzlich in liberale und konservative geteilt. Beide wollten ihre Errungenschaften, resp. Traditionen schützen und schmiedeten deshalb Bündnisse. Das schürte das gegenseitige Misstrauen.

Hier bloggt das Schweizerische Nationalmuseum

Drei Museen – das Landesmuseum Zürich, das Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis sind unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums vereint.
Im Blog veröffentlichen Mitarbeiter des Nationalmuseums und renommierte Gastautoren Beiträge zu aktuellen Themen. watson übernimmt in loser Folge ausgesuchte Perlen daraus. Der Beitrag «Als in der Schweiz Bürgerkrieg herrschte» erschien am 23. November 2017.
Mehr historische Artikel auf: blog.nationalmuseum.ch

Als in Folge im Kanton Aargau im Zuge des Klosterstreits (1841-43) die Männerklöster aufgehoben wurden, platzte den Katholisch-Konservativen der Kragen und sie beschlossen Gegenmassnahmen. Im Kanton Luzern verpflichtete die neue konservative Regierung die Jesuiten an die höheren Schulen, was zu zwei erfolglosen liberal-radikalen Freischarenzügen gegen Luzern führte. Diese Entwicklungen stachelten den Konflikt weiter an. 

Mit der Gründung der «Schutzvereinigung» am 11. Dezember 1845 durch sieben katholisch-konservative Kantone, nämlich Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Luzern, Zug, Freiburg und das Wallis, erreichte die Krise der Regeneration ihren Höhepunkt. Die Anhänger dieses Bündnisses wollten vor allem die katholische Religion und die Kantonalsouveränität gegen Übergriffe «schützen». Die liberalen Gegner sprachen nur vom illegalen «Sonderbund». 

Der Sonderbund hatte zwar einen defensiven Charakter, verstiess aber mit den ausserordentlichen Vollmachten seines Kriegsrates gegen den damals geltenden Bundesvertrag von 1815. Zur «Wahrung der katholisch-konservativen Interessen» nahm der Sonderbund sogar Verhandlungen mit dem Ausland auf.

Karte: Der Sonderbundskrieg in der Schweiz 1847.

Der Sonderbundskrieg in der Schweiz 1847. Karte: Wikipedia / Marco Zanoli

Der Weg in den Bürgerkrieg

Nachdem im Juni 1846 die Existenz des Sonderbundes bekannt geworden war, strebten die Liberal-Radikalen noch intensiver eine Mehrheit in der Tagsatzung, einer Art «Parlament» in der damaligen Eidgenossenschaft, an. In Genf übernahmen im Oktober 1846 unter James Fazy gewaltsam die Liberal-Radikalen die Macht. Die Wahlen in St. Gallen im Mai 1847 waren nun entscheidend und wurden zu eigentlichen «Schicksalswahlen». Das Resultat fiel knapp zugunsten der Liberal-Radikalen aus, die nun die ersehnte Mehrheit an der Tagsatzung erlangten. Diese beschloss, die Ausweisung der Jesuiten und die Auflösung des Sonderbundes zur Bundessache zu machen. 

Die Sommer-Tagsatzung von 1847 in Bern brachte die Entscheidung. Die Aussicht auf eine Verständigung war von Anfang an gering. Die liberal-radikalen Gesandten vermochten sich schnell auf einen Antrag zur Auflösung des Sonderbundes zu einigen. Eine Mehrheit von zwölf Stimmen genügte in ihren Augen, um die Rechtswidrigkeit des Sonderbundes festzustellen. Dabei stützten sie sich auf verschiedene Artikel des Bundesvertrages, die sie in ihrem Sinne auslegten.

Letzte Tagsatzung, Oktober 1847.

Die letzte Tagsatzung im Oktober 1847.  Bild: Wikimedia

Die Tagsatzung beschloss schliesslich die Auflösung des Sonderbundes und das Verbot des Jesuitenordens in der Schweiz; wenn nötig, wollte man diese Entscheide mit Waffengewalt durchsetzen. In einer Protestnote verwahrten sich die katholisch-konservativen Kantone dagegen. Dann mobilisierte der Kriegsrat des Sonderbundes seine Milizen und auch die Tagsatzungsmehrheit rüstete nun zum Krieg. 

Im europäischen Kontext wurde die politische Lage in der Schweiz genau analysiert. Die europäischen Grossmächte fühlten sich als Garanten des schweizerischen Bundesvertrages von 1815 und wollten wie der Sonderbund eine Revision nur bei Einstimmigkeit der Kantone zulassen. Der Sonderbund betrieb seine Suche nach ausländischer Hilfe recht unverhohlen. Er schreckte aber vor der Forderung nach einer direkten militärischen Intervention durch ausländische Mächte zurück.

Den meisten sonderbündischen Führern war die Konsequenz einer ausländischen Besetzung mit unabsehbaren Folgen bewusst. Viele erinnerten sich dabei an die chaotische Zeit der Helvetik. Die europäischen Grossmächte wie Preussen, Österreich oder Frankreich waren darüber besorgt, dass ein Sieg der Liberal-Radikalen in der Schweiz auch in ihren Ländern Folgen haben könnte. Sie waren deshalb bereit, den Sonderbund mit Waffen und Geld zu versorgen.

Der Sonderbundskrieg

Sonderbundskrieg: General Johann Ulrich von Salis-Soglio, Oberkommandant des Sonderbundes, um 1847.

General Johann Ulrich von Salis-Soglio, Oberkommandant des Sonderbundes, um 1847.  Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Am 25. Oktober 1847 wurde der Genfer Protestant Guillaume Henri Dufour, der als gemässigter Konservativer galt, zum General der eidgenössischen Tagsatzungstruppen ernannt. Beide Parteien hatten nun mobilisiert. Obwohl einige Sonderbundsgesandte rieten, sofort loszuschlagen, zögerte der Oberkommandierende des Sonderbundes, Johann Ulrich von Salis-Soglio. Der Sonderbunds-General, ein konservativer Bündner Protestant, war entschieden gegen eine Offensive. 

Der siebenörtige Kriegsrat beschloss dann aber, gegen das Tessin vorzugehen, und eröffnete die Feindseligkeiten am 3. November. Ziel der Offensive war, die Radikalen im Tessin zu besiegen und die Nachschublinien für Verpflegung und Kriegsgerät aus dem österreichischen Oberitalien offenzuhalten. Der Vorstoss ins Tessin, der den Ruf des Sonderbundes als Verteidigungsbündnis diskreditierte, brachte zwar Anfangserfolge, brach aber schon bald wieder zusammen. 

Am 4. November beschloss die Tagsatzungsmehrheit die gewaltsame Auflösung des Sonderbundes. Dufour war bestrebt, Hassgefühle gegen den Sonderbund, wo immer sie auftraten, zu unterbinden. Sein oberstes Ziel war, den Zusammenhalt der Kantone zu wahren. Er verfolgte eine Strategie, die sich durch Raschheit des Vorgehens und Vermeiden von Opfern auszeichnete.

Die blosse Anwesenheit einer grossen Streitmacht sollte dazu dienen, den Gegner manövrierunfähig zu machen. So wollte Dufour zuerst einen Schlag gegen das isolierte Freiburg führen, zweitens die Entscheidung gegen Luzern erzwingen und, wenn nötig, drittens das Wallis zur Kapitulation bewegen. 

Sonderbundskrieg: General Guillaume-Henri Dufour, Oberkommandant der eidgenössischen Armee, um 1850.

General Guillaume-Henri Dufour, Oberkommandant der eidgenössischen Armee, um 1850.  Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Nachdem der Vorstoss ins Tessin nicht den erhofften Erfolg gebracht hatte, plante der Sonderbund einen Angriff gegen das aargauische Freiamt. Die Offensive misslang aber gründlich wegen mangelhafter Koordination. Die Strategie Dufours bewährte sich hingegen. Die erste Offensive gegen Freiburg war erfolgreich. Freiburg kapitulierte bereits am 14. November. Am 21. November unterzeichneten Gesandte des Kantons Zug eine Kapitulationsurkunde, ohne überhaupt eine Streitmacht erblickt zu haben. 

Mit einer  zweiten Offensive richteten die Tagsatzungstruppen nun ihr Augenmerk auf Luzern. Geplant war, die Stadt möglichst schnell einzuschliessen, um sie ähnlich wie Freiburg zur Kapitulation zu bewegen. Die Gefechte von Meierskappel und Gisikon brachten schliesslich die Entscheidung zugunsten der Tagsatzungstruppen. 

Das Gefecht bei Gisikon vom 23. November 1847. Druckgrafik.

Das Gefecht bei Gisikon vom 23. November 1847. Druckgrafik. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Die entscheidende Schlacht bei Gisikon

Der Brückenkopf in Gisikon war militärisch bedeutsam. Schon im Bauernkrieg 1653 und in den folgenden Villmerger Kriegen war die Gisiker Brücke Schauplatz wichtiger Gefechte der Schweizer Geschichte. Ein letztes Mal wurde sie das im Sonderbundskrieg. Die Sonderbundstruppen hatten die Brückenzugänge befestigt. Nördlich des Zollhauses (heute Hotel Tell) oberhalb der Landstrasse befanden sich zwei Artillerieschanzen, südlich davon eine. Dagegen marschierten insgesamt vier Divisionen der eidgenössischen Tagsatzungstruppen unter dem Befehl von General Dufour. 

Das Gefecht bei Gisikon vom 23. November 1847. Druckgrafik.

Gefecht bei Gisikon. Druckgrafik. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Am Morgen des 23. November erfolgte der Angriff der Division Ziegler. Eine Brigade rückte auf der linken Seite entlang der Reuss zum Frontalangriff auf Gisikon vor, die übrigen setzten auf der Pontonbrücke in Sins und einer zweiten, in der Nacht erstellten auf das rechte Ufer über. Der Raum Honau wurde fast kampflos eingenommen. Die Geschützmannschaften zogen sich nach kurzem Duell nach Gisikon zurück, nur die Scharfschützen aus Ob- und Nidwalden auf der Höhe des Rooterberges gaben erst auf, als Ziegler mit seinem Tambour an der Spitze seiner Einheit gegen sie marschierte.

Das Gefecht bei Gisikon vom 23. November 1847. Druckgrafik.

Gefecht bei Gisikon. Druckgrafik.  Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Die in Gisikon angreifenden Brigaden mussten wegen maximaler Schussweite von 1000 Metern die Kanonen sehr nahe an der Brücke aufstellen. Vorerst konnten die Luzerner die Angreifer zurückdrängen. Nach zweistündiger Kanonade, bei der der Sonderbundsgeneral Salis-Soglio von einem Granatsplitter an der Schläfe getroffen wurde, mussten sich die Luzerner nach Ebikon zurückziehen. Gisikon musste von den Sonderbundstruppen aufgegeben werden. Mit dem Fall des «Schlüsselgeländes» von Gisikon und dann auch Meierskappel war der Weg nach Luzern frei. Das Schicksal der Sonderbundsregierung in Luzern war damit besiegelt. 

Das Gefecht bei Gisikon vom 23. November 1847. Druckgrafik.

Gefecht bei Gisikon. Druckgrafik. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Bereits am frühen Morgen des 23. November, als der Feind schon sehr nahe vor Luzern stand, hatten sich der sonderbündische Kriegsrat und die Luzerner Regierung zum Rückzug in den Kanton Uri entschlossen. Im Tagesbefehl vom 23. November forderte Dufour Schonung der Besiegten, der Zivilbevölkerung und der Kirchen und verbot Plünderungen.

Oberst Eduard Ziegler, zum Platzkommandant in Luzern ernannt, gelang es, den Befehl Dufours durchzusetzen. Als Dank erhielt der Zürcher den in Kappel gestohlenen Helm und das Schwert von Ulrich Zwingli (beide Gegenstände befinden sich heute im Landesmuseum Zürich; die Echtheit ist aber nicht zweifelsfrei bewiesen). 

Die Folgen: Kompromiss statt Ausgrenzung

Der sonderbündische Kriegsrat löste sich am 26. November 1847 in Flüelen (UR) überstürzt und ohne jede formelle Abstimmung auf. Vom 25. bis 29. November erfolgten die kampflose Unterwerfung der Waldstätte und des Wallis und damit das Ende des Sonderbundes. 

Proklamation der eidgenössischen Tagsatzung an die Armee nach dem Sonderbundskrieg, 1848.

Proklamation der eidgenössischen Tagsatzung an die Armee nach dem Sonderbundskrieg, 1848.  Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Insgesamt mangelte es den Sonderbundstruppen weitgehend an Disziplin und einer seriösen Kriegsvorbereitung. Die Begeisterung im Volk galt der Verteidigung des Glaubens und ihrer Kantonalsouveränität und nicht einer offensiven Kriegsführung. Zudem war die Bewaffnung ungenügend, was durch die ausländische Unterstützung nicht wettgemacht werden konnte. 

Österreich, Frankreich, Preussen und Russland konnten sich am 18. Januar 1848 noch auf eine Note einigen, die mit einer Intervention drohte. Die europäischen Grossmächte forderten, die Tagsatzung müsse auf die Sonderbunds- und Jesuitenfrage zurückkommen. Die siegreiche Tagsatzungsmehrheit antwortete am 15. Februar 1848 sehr selbstbewusst und verwahrte sich gegen jeglichen Angriff auf ihre Souveränität. Die bald ausbrechende Februarrevolution in Frankreich und ihre Folgen besonders auch für Österreich verhinderten ein weiteres Vorgehen gegen die Schweiz. 

Der kurze Sonderbundskrieg hatte zum Glück nur wenige Opfer gekostet. Die neuesten Untersuchungen gehen bei einer Dauer des Krieges von 25 Tagen von 60 Toten und 386 Verwundeten bei den Tagsatzungstruppen gegenüber 33 Toten und 124 Verwundeten beim Sonderbund, also insgesamt von 93 gefallenen und 510 verwundeten Soldaten aus.

Auch wenn aufgrund des Krieges wenige Verluste zu verzeichnen waren, handelt es sich für das 19. und 20. Jahrhundert um den grössten Blutzoll, den ein politisch-militärisches Ereignis in der Schweiz zur Folge hatte. 

Guillaume Henri Dufour über den Einfluss Napoleons auf seine Art der Kriegsführung und den Bürgerkrieg in der Schweiz. Gespielt von Michel Voïta.  Video: SRF

Im Februar 1848 begann eine Revisionskommission der Tagsatzung das liberal-radikale Programm einer Bundesrevision umzusetzen. Eine Mehrheit der Kantone nahm in Volksabstimmungen (Juli/August) die neue Bundesverfassung an, was in den Augen der Tagsatzungsmehrheit genügte, um den Bundesvertrag von 1815 ausser Kraft zu setzen. Da der Bundesvertrag keine Revisionsklausel enthielt – eine Änderung also Einstimmigkeit erfordert hätte – muss dieser Schritt als revolutionär bezeichnet werden. 

Der neue Staat war allerdings eine Kompromisslösung. Die siegreiche Mehrheit nahm Rücksicht auf die Anliegen der Unterlegenen, insbesondere ihren Wunsch nach Souveränität der Kantone, der auch im gemässigten liberalen Lager verbreitet war. Das Jesuitenverbot darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der eidgenössische Bundesstaat mit der Festsetzung der kantonalen Schul- und Kirchenhoheit sowie der Einführung des Ständerates und des Ständemehrs klare föderalistische Akzente setzte. In den nächsten Jahrzehnten standen Ausgleich und Integration der Verlierer im Vordergrund und nicht mehr Siegerdiktat und Ausgrenzung. 

>>> Weitere historische Artikel auf: blog.nationalmuseum.ch

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    Alle Leser-Kommentare
  • Murky 29.11.2017 17:50
    Highlight Highlight Super Artikel, danke dufour. Äh dafür.

    Hatte ihn aber auf der Landesmuesum Seite schon gelesen.
  • satyros 29.11.2017 08:53
    Highlight Highlight Entscheidend dürfte u.a. gewesen sein, dass die Liberalen einen Konservativen zum General machten und die katholisch-konservativen einen Protestanten. Es war von Anfang an klar, dass man am Schluss wieder würde zusammen leben müssen. Vergleicht man das mit dem Gemetzel, das die Amerikaner 20 Jahre später in ihrem Bürgerkrieg veranstaltet haben, der noch heute nachhallt, muss man sagen, dass die Schweiz mit einem blauen Auge davon gekommen ist.
  • DonPedro 28.11.2017 22:58
    Highlight Highlight Der Sonderbundkrieg war kein eigentlicher Religionskrieg wie die Kappeler- oder Villmergerkriege, waren doch katholische Kantone wie Solothurn oder St Gallen nicht Mitglieder des Sonderbundes und Genf, als protestantischer Kanton war lange konservativ
    Natürlich spielte die Klosteraufhebung im Aargau und die Berufung der Jesuiten nach Luzern eine Rolle, aber die Unterschiede konservativ/liberal radikal waren nicht primär religiös bedingt!
    Der Bundesstaat von 1848 mit Stände- und Nationalrat ist ein Ausgleich der Interessen Sphären und kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
  • Buri Erich 28.11.2017 22:54
    Highlight Highlight Toller Artikel! Danke watson!
  • Joe Smith 28.11.2017 22:46
    Highlight Highlight Es ging damals übrigens nicht primär um die Religion, sondern um die Gesellschaftsordung: Eine moderne gleichberechtigte Gesellschaft versus Bewahrung alter Privilegien und Untertanenverhältnissen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 28.11.2017 21:34
    Highlight Highlight Der überlieferte Grundsatz von General Dufour lautete:

    „Wir müssen aus diesem Kampf nicht nur siegreich, sondern auch ohne Vorwurf hervorgehen.“
    • Snowy 28.11.2017 22:47
      Highlight Highlight Sollte sich jeder General, Präsident und CEO verinnerlichen (müssen).
    • rauchzeichen 29.11.2017 18:18
      Highlight Highlight jeder mensch sollte sich diese weisheit merken und danach handeln. es reicht nicht, nur den obrigkeiten solche moralisch hochgesteckten ziele vorzugeben, jeder muss versuchen, in jeder situation, niemandem einen (berechtigten) vorwurf zu ermöglichen. gleichzeitig muss dieses prinzip auch heissen, dass ich nur dann vorwürfe mache, wenn es wirklich berechtigt und relevant ist. ganz schön komplex, so ein leben das auf moral und nicht nur ego aufgebaut ist. perfekt wird das nie jemand können, aber man kann die perfektion anstreben, um ihr so nah wie möglich zu kommen.
  • Telomerase 28.11.2017 21:24
    Highlight Highlight Super Artikel, vielen Dank dafür!
  • Troxi 28.11.2017 21:06
    Highlight Highlight Die Verfilmung zum Thema, entstehung Sonderbund, Machtwechsel in Genf, der Sonderbundskrieg und zur Person Dufour von SRF, die Schweizer findet ihr hier:
    https://m.srf.ch/sendungen/myschool/die-schweizer-guillaume-henri-dufour-3-4

    Es gibt noch 1315 Schlacht bei Moorgarten, Alfred Escher und Niklaus von Flüe aus derselben Episode.

    Viel Spass beim Anschauen :D
  • Madison Pierce 28.11.2017 21:05
    Highlight Highlight Erschreckend, dass es noch Mitte des 19. Jahrhunderts in der Schweiz Religionskriege gab.

    Man glaubt häufig, die Schweiz habe eine Tradition als Rechtsstaat zurück bis 1291. Dabei wurden noch 1841 im Aargau Klöster aufgehoben, die Mönche mussten innert weniger Tage den Kanton verlassen, das Vermögen wurde konfisziert und die Schätze verkauft.

    Am 1. August sollten wir deshalb besser die Bundesverfassung von 1848 feiern als den Rütlischwur.
    • nickmiller 28.11.2017 21:50
      Highlight Highlight Gehe ich mit dir einig. Nur dass man dann halt am 12. September feiern müsste.
    • Juliet Bravo 28.11.2017 22:14
      Highlight Highlight Unser eigentlicher Nationalfeiertag ist der 12. September.
    • Majoras Maske 28.11.2017 22:37
      Highlight Highlight Um die Konservativen in den Staat zu integrieren, musste man eben ihnen die Gründung der Schweiz überlassen. Das ist schon Absicht, dass wir heute glauben, dass die Schweiz 1291 in den ehemaligen Sonderbundskatonen gegründet wurde. Allerdings schuf dieses Überlassen auch das bedenkliche Märchen, dass die Schweiz seit 1291 eine Demokratie war.

      Und um echte Religion ging es nur indirekt. Kirche und Staat waren in den meisten katholischen Kantonen nicht getrennt, also dasselbe. Nur widerspricht die Herrschaft der Kirche eben der Demokratie und die Kirche war nicht bereit Platz zu machen.
  • Troxi 28.11.2017 21:01
    Highlight Highlight Der Artikel ist sehr gelungen. Bei solchen Themen öffnet es mein Herz ganz fest, dadurch habe ich auch einge anhand meinen Informationen kleine „Fehler“ gefunden.Ich möchte dazu nicht zu stark in den Klugscheissermodus wechseln. 1.) Die Gemeinde Gisikon hiess damals noch Gislikon. 2.) Der Aargau liess auch die Frauenklöster gleichzeitig schliessen, liess aber nach Gegenwind einige Frauenklöster öffnen. 3.) Luzern war wichtig weil es die Hauptstadt des Sonderbundes war. 4.) Dufour verbot vernichtendes Kanonengeschütz einzusetzen, bei der Gislikon Schlacht. 5.) Ulrich Ochsenbein ging vergessen;)
    • Troxi 28.11.2017 21:41
      Highlight Highlight Bei Punkt 4 könnte es auch Schüpfheim gewesen sein.... Werde dem Nachgehen :)
    • Troxi 28.11.2017 22:21
      Highlight Highlight Eieiei, jetzt hab ich sogar noch Punkt 6 gefunden... Die Ermordung des Luzerners Josef Leu, Führender der Konservativen und Mitgründer der heutigen CVP durch die Ruswiler Erklärung, fehlt auch, ironischerweisegeschah dies durch einen Bauern, er selber war auch Bauer, mittels einem gezielten Schuss ins Herz in Leus Schlafzimmer.

      Zu Punkt 2 könnte man noch einiges erläutern. Dies war der eigentliche Punkt zur Gründung des Sonderbundes, womit sich die Sonderbündler von der Eidgenossenschaft loslösen wollten, da sie vom Gegenwind der Tagsatzung enttäuscht waren.
  • azoui 28.11.2017 20:56
    Highlight Highlight Das haben wir in der Schule mal behandelt. War mir zu trocken, mein Schulbank Nachbarin zu knackig.
    Danke für den Update, obwohl ich wegen einem grossen Glas Bowmore, wieder etwas unter einem Aufmerksamkeitsdefizit leide.
  • MeinSenf 28.11.2017 20:25
    Highlight Highlight "...Ausgleich und Integration der Verlierer im Vordergrund und nicht mehr Siegerdiktat und Ausgrenzung..."

    Ich wünschte mir, die Abstimmungssieger in heutiger Zeit würden ähnlich denken und handeln...
    • Troxi 28.11.2017 21:25
      Highlight Highlight Hierführ können wir in meinen Augen Dufour Danke sagen. Es gab 2 Entscheide von Dufour, welche dies begünstigte. Zum einen die Blutlose kapitulation von Fribourg und zum andern die nicht Einsetzung von Explussivgeschossen, als die gewöhnliche Artillerie bei Schüpfheim ausging. Dort leistete Ulrich Ochsenbein, Anführer eines Freischarrenzuges grosses. Schade ist nur, dass in allen Sonderbundskantonen trotzdem die Bundesverfassung, wenn auch knapp Abgelehnt wurde.
    • pamayer 29.11.2017 00:47
      Highlight Highlight Genau.

      Heute legen die Rechten mehr Wert auf Ausgrenzung und Verunglimpfung.
      Tolle Kultur. Echt jetzt.
    • moimoimoi 29.11.2017 16:09
      Highlight Highlight Nicht nur die Abstimmungssieger, sondern auch die Verlierer. Und die Politik insgesamt!
  • Hierundjetzt 28.11.2017 20:24
    Highlight Highlight Fun Fact: Der höchste Berg der Schweiz die (General-) Dufourspitze liegt im katholischen "Verlierer" Kanton Wallis.

    Der 100% Ausgleich mit den Katholiken wurde hingegen erst 1999 mit der Abschaffung des Bistumsartikels ermöglicht.

    Es war auch ein sehr langer Weg bis die Katholiken im Bundesrat wieder vertreten waren bzw. bis die katholischen Kantone wieder als gleichberechtigt angeschaut wurden.

    Ich frage mich ehrlich gesagt bis heute, was sich die Innerschweizer mit Ihrem Sonderbündchen gedacht haben. Gegen kampferprobte Berner oder Waadtländer kämpfen... come on
    • Troxi 28.11.2017 21:27
      Highlight Highlight Hierundjetzt, die Landschaftskarte von Dufour war für die Namensgebung sehr entscheidend, das andere war mehr oder weniger Zufall. Wir Innerschweizer, waren halt schon immer speziell ;)
  • Knety 28.11.2017 20:05
    Highlight Highlight Haha!
    In your face ihr katholisch Konservative.
    • Sir_Nik 28.11.2017 21:17
      Highlight Highlight Tja, wenn die Verantwortlichen damals auch eine derart eindimensionale Weltsicht wie Sie gehabt hätten, gäbe es heute die Schweiz in dieser Form nicht...
    • Telomerase 28.11.2017 21:24
      Highlight Highlight Deine Aussage ist nicht gerade im Geiste Dufours.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 28.11.2017 21:33
      Highlight Highlight Genau so dachten die Sieger von damals zum Glück nicht.
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