Schweiz
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Swiss Federal President Alain Berset, right, and Britain's Prime Minister Theresa May, left, shake hands during a bilateral meeting during the 48th Annual Meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Wednesday, January 24, 2018. The meeting brings together entrepreneurs, scientists, corporate and political leaders in Davos, January 23 to 26. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Theresa May und Bundespräsident Alain Berset am diesjährigen WEF in Davos. Bild: KEYSTONE

Die (un)heimlichen Parallelen zwischen UK und CH

Grossbritannien und die Schweiz versuchen, ihr Verhältnis zur Europäischen Union neu zu regeln. In beiden Ländern ist die Lage schwierig bis aussichtslos. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit.



Das Vereinigte Königreich gilt – ob zurecht oder nicht – als Musterbeispiel für Common Sense. Blickt man heute über den Ärmelkanal, drängt sich dagegen ein Wort auf: Nonsense.

Der Brexit hat die britische Politik in ein derartiges Chaos gestürzt, dass kaum noch jemand den Durchblick hat. Am Montag sagte Premierministerin Theresa May kurzerhand die für den folgenden Tag geplante Abstimmung im Unterhaus über den mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrag ab. Mit diesem handstreichartigen Manöver versuchte sie, eine sichere Niederlage abzuwenden.

Das sagen die Briten zum Brexit-Chaos

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Video: srf

Wie es weitergeht, ist völlig unklar. Die EU fürchtete einen ungeordneten Austritt, will den Briten aber nicht weiter entgegenkommen. Nun sind diverse Szenarien möglich: Neuwahlen, eine zweite Brexit-Abstimmung, ein Beitritt zum EWR plus Zollunion, ein Kompromiss in letzter Minute. Die Abstimmung soll spätestens am 21. Januar 2019 stattfinden, rund zwei Monate vor der Deadline.

Aus hiesiger Warte könnte man mit Häme auf den Londoner Polit-Hooliganismus blicken. Doch dazu besteht kein Grund. Die Schweiz hat sich bei der Neuregelung ihres Verhältnisses zur Europäischen Union selber in eine heikle Lage manövriert. Der Versuch, den bilateralen Weg mit einem institutionellen Abkommen (kurz InstA) zu festigen, scheint zum Scheitern verurteilt.

Scheidung vs. Partnerschaft

Auf den ersten Blick ist die Ausgangslage unterschiedlich: Das Königreich will raus aus der EU, die Schweizer wollen als Nichtmitglied am EU-Binnenmarkt teilnehmen. «Die Briten wollen die Scheidung, wohingegen wir mit der Schweiz eine eingetragene Partnerschaft anstreben», brachte es Mina Andreeva, Sprecherin und Vertraute von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, auf den Punkt.

Bei genauer Betrachtung aber gibt es Gemeinsamkeiten. Das beginnt mit der Tatsache, dass beide Länder sich die EU vom Leib halten, aber dennoch von ihren wirtschaftlichen Vorteilen profitieren wollen. Und dabei erkennen müssen, dass dies leichter gesagt ist als getan. Ein weiterer Punkt: Beide haben nach einer Volksabstimmung viel Zeit vergeudet.

Volksentscheide

Nach dem knappen Ja zum Austritt im Juni 2016 waren die Briten geschlagene zwei Jahre vorwiegend mit internen Streitigkeiten beschäftigt. Theresa May, die den glücklosen David Cameron als Premierministerin abgelöst hatte, verschärfte das Problem durch vorgezogene Neuwahlen im Juni 2017, bei denen ihre konservative Partei die Mehrheit im Unterhaus verlor.

In der Schweiz warf das noch knappere Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative am 9. Februar 2014 Sand ins Getriebe. In den folgenden drei Jahren versuchte der Bundesrat vergeblich, in Brüssel Zugeständnisse bei der Personenfreizügigkeit herauszuholen. Parallel dazu liefen die Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen auf Sparflamme.

Führungsschwäche

Das führte in Britannien und der Schweiz zu einem grossen Zeitdruck. Am 29. März 2019 wird der Brexit fällig. Bis dann muss ein «Scheidungsvertrag» stehen, damit die vereinbarte Übergangsfrist bis Ende 2020 in Kraft treten kann. Die Schweiz kennt keine solche Deadline, doch die EU hat klar zu verstehen gegeben, dass ihre Geduld zu Ende geht und sie endlich eine Entscheidung erwartet.

Die Bundesraete Didier Burkhalter, links, spricht an der Seite von Johann Schneider-Ammann, rechts, waehrend der ersten Bundesratssitzung im neuen Jahr, am Mittwoch, 11. Januar 2017 im Bundesratszimmer in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Didier Burkhalter und seine Bundesratskollegen vergeudeten viel Zeit. Bild: KEYSTONE

Verschärft wurde dieses Problem beiderseits durch Führungsschwäche. Theresa May hat nicht nur keine eigene Mehrheit mehr im Parlament, sie steckt im Sandwich zwischen Befürwortern und Gegnern des Brexit. Am Mittwoch überstand sei ein Misstrauensvotum ihrer eigenen Partei. In der Schweiz hat sich der frühere Aussenminister Didier Burkhalter zu lange auf die «fremden Richter» versteift, doch letztlich hat der Gesamtbundesrat versagt.

Der Zeitdruck führte immerhin dazu, dass in beiden Fällen ein Abkommen zustande kam. Gelöst ist damit nichts, denn es gibt eine weitere Parallele: In beiden Ländern gibt es eine Knacknuss, die einen erfolgreichen Abschluss zumindest in Frage stellt.

Knacknüsse

In Grossbritannien geht es um den Backstop, eine Auffanglösung, um eine Rückkehr zu Kontrollen an der einzigen Festlandgrenze des Königreichs zwischen Nordirland und der Republik Irland zu verhindern. Das geht eigentlich nur bei einem Verbleib in der Zollunion mit der EU, was wiederum den Abschluss von Freihandelsverträgen verhindert, von denen die Brexit-Hardliner träumen.

Ein Ausweg ist nicht in Sicht. Die Variante, bei der Nordirland allein in der Zollunion verbleibt, wird von der Unionistenpartei DUP vehement abgelehnt, obwohl auch sie keine Grenzkontrollen wünscht. Auf ihre Stimmen im Unterhaus ist May angewiesen. Und von einer einseitigen Kündigung des Backstop – eine Mindestforderung der Brexiteers – will die EU nichts wissen.

Die Schweizer «Hürde» sind die flankierenden Massnahmen gegen Lohndumping. Die Gewerkschaften haben sie zur «roten Linie» und damit für nicht verhandelbar erklärt. Die EU will sie im InstA nur in stark abgeschwächter Form akzeptieren. Der Bundesrat will dem Abkommen deshalb nicht zustimmen, sondern in den nächsten Monaten «Konsultationen» durchführen.

Die Situation erinnert in beiden Fällen dem sprichwörtlichen Gordischen Knoten. Die Briten haben immerhin die Option, das Austrittsgesuch einseitig zurückziehen und auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat dazu am Montag grünes Licht gegeben. Sie könnten den Ist-Zustand weiterführen, ohne Schaden für die Wirtschaft.

Die Schweiz hingegen muss bei einem Scheitern des InstA damit rechnen, dass die EU mit Gegenmassnahmen reagiert und der bilaterale Weg zunehmend erodiert. Ein Ausweg aus der verfahrenen Lage ist nicht in Sicht, die Fronten bei den flankierenden Massnahmen scheinen verhärtet. Aus der Bundesratssphäre sind defätistische Töne zu vernehmen.

Die Schweiz und die EU steuern auf ein Schwarzpeterspiel zu. Jede Seite will die Verantwortung für den Fehlschlag auf die andere abschieben. Die EU hat mit der voraussichtlichen Verlängerung der Börsenanerkennung um sechs Monate den Ball der Schweiz zugespielt. Gewinner kann es dabei keine geben. Common Sense ist derzeit auch in der Schweizer Politik ein rares Gut.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 14.12.2018 09:02
    Highlight Highlight Die eigentliche Macht liegt so, oder so bei den Geldgebern und bei den Rating-Agenturen.
    Das musste gerade Italien mit seiner Regierung aus Links- und Rechtspopulisten schmerzlich erfahren.
    Im Kleinen habe ich das mal beispielhaft an einer Genossenschaft-GV miterlebt:
    Da die Geldgeber mit dem demokratischen Entscheid der GV nicht einverstanden waren, bestimmten sie einfach, dass der Entscheid nicht umgesetzt würde!
    Stattdessen holten sie einen sehr teuren, professionellen Mediator, der sich nach zweiwöchiger Untersuchung kurzerhand selber zum Interim-Chef des Unternehmens beförderte...
  • bastardo 13.12.2018 20:42
    Highlight Highlight Immer wieder amüsant, aber auch verstörend, wie viele hiesige Journalisten alles nur mit der "unfehlbaren" EU-Brille betrachten. Bezeichnend dafür der letzte Satz: "Common Sense ist derzeit auch in der Schweizer Politik ein rares Gut." Als gäbe es in der EU DEN Common Sense. Die EU ist theoretisch etwas Gutes, ist und bleibt aber eine Fehlkonstruktion, und der Wille, ECHTE Reformen einzuleiten, ist schlichtweg nicht vorhanden. Es geht wie meistens um Machterhalt und die Wiederwahl. Weiter denken die wenigsten PolitikerInnen.
    • Fabio74 14.12.2018 07:21
      Highlight Highlight Und immer spannend wie plumpes EU-Bashing vom rechten Rand kommt. Mit den ewig gleich hohlrn Floskeln.
      Reformen braucht auch F und I die Schweiz. Auch hier sind diese faktisch unmöglich aus selbigen Gründen.
      Aber die Probleme der Briten sind hausgemacht in London
  • Spooky 13.12.2018 19:47
    Highlight Highlight Ich habe keine Angst um die Engländer:
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  • JP del Grano 13.12.2018 16:22
    Highlight Highlight Dann also doch bitte so:
    In CH und GB müsssen alle im Inland tätigen Firmen mindestens 90% eigene StaatsbürgerInnen anstellen.
    Und sie dürfen maximal 10% der benötigten Produkte und Dienstleistungen importieren. Und sie dürfen max. 10% ihrer Produkte und Dienstleistungen exportieren.
    Dann wären sie echt souverän. Und ihre Bürger sicher wahnsinnig glücklich - wenn sie keine Ahnung davon haben, wie es Leuten in anderen Ländern geht....
    • DemonCore 13.12.2018 20:53
      Highlight Highlight Warum? Wieso soll ich als AG nicht die besten auswählen dürfen? Wieso soll ich als AN nicht bei der Firma, in der Stadt arbeite wo ich will? Warum sollen Geldbeträge, Maschinen und Lizenzen mehr Freiheit haben, sich auf diesem Planeten zu bewegen als ein Mensch?
  • ostpol76 13.12.2018 13:49
    Highlight Highlight Einmal EU, gleich immer EU. Das kann es aber doch auch nicht sein.
    So wird es nie zu Reformen kommen in der EU.
    • Fabio74 13.12.2018 17:28
      Highlight Highlight Als Aussenstehendee Reformen fordern ist arrogant
      Nein es geht ohne EU. Jedes Land ist frei Abkommen zu kündigen
    • Juliet Bravo 13.12.2018 18:54
      Highlight Highlight GB hat doch die Wahl. Es gibt den Austrittsvertrag, der, soweit ich es überhaupt beurteilen kann, recht vernünftig klingt. Oder hart austreten. Da sind die Konsequenzen dann halt wie sie sind, weil sämtliche Abkommen ganz einfach weg fallen. Oder sie bleiben und versuchen in ihren Sinn Einfluss zu nehmen.
      Oder halt noch einmal das Stimmvolk fragen, was es will. Es gibt drei Optionen.
  • Zahlenheini 13.12.2018 13:27
    Highlight Highlight Die ganzen EU-Hassprediger der SVP hätten besser die realen Probleme (Gesundheitskosten, Altersvorsorge, USR) dieses Landes auf ihre Agenda gesetzt. Und die restlichen Parteien hätten den Hasspredigern weniger Raum geben sollen und sich ebenfalls um die wirklichen Probleme kümmern sollen.
    Man überlege sich nur, was alles mit der Zeit und Energie hätte erreicht werden können, die für das Kapitel EU, Souveränität, Selbstbestimmung draufgegangen ist. Dasselbe Bild in UK. Dort ist die Gesundheitsversorgung durch den NHS immer noch beängstigend marode.
    • hävi (the return) 13.12.2018 13:40
      Highlight Highlight Die anderen Parteien waren aber ihrerseits ausgelastet mit Hasspedigen.

      Seien wir froh. Sonst wären wir bereits EU Member und dies für die Ewigkeit.
      Und alle Hassprediger würden gemeinsam über den Verfall Ihrer Löhne Jammer.
  • Muselbert Qrate 13.12.2018 12:39
    Highlight Highlight Die Gemeinsamkeit der Schweiz und UK: Sie haben erkannt, dass der jämmerliche, antidemokratische EU-Schwerbenhaufen nicht Wert ist dabei zu sein.

    Alles andere ist besser!
    • Zahlenheini 13.12.2018 13:35
      Highlight Highlight @Muselbert Qrate:
      Das House of Lords ist ja wahnsinnig demokratisch, ja...
      ...aber sobald es um die EU geht, sind die Ansprüche an Demokratie plötzlich höher als beim eigenen Staat.
    • loquito 13.12.2018 13:43
      Highlight Highlight Hahaha. Sagen Sie mir doch EINE bessere Option, sagenwir Mal aus den letzten 1000Jahren europäische Geschichte... Der Scherbenhaufen schafft es nun immerhin fast 100 Jahre ohne Krieg. Das wird mit der Egonazionalistischen Politik der CH und UK gefährdet. Aber das die Rechtspopulisten aich tief im Herzen eigentlich 1933 wieser herbeisehnen, dass weiss man ja... eigentlich.
    • Zahlenheini 13.12.2018 13:55
      Highlight Highlight Im Ständerat hat der Kanton ZH (1.4 Mio Einwohner) genauso viel zu sagen wie der Kanton Uri (35 000 Einwohner). Sprich: Urner haben im Ständerat 40 Mal mehr Macht als Zürcher. Bei Abstimmungen ist das Ständemehr also alles andere als demokratisch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Walter Hehl 13.12.2018 12:11
    Highlight Highlight Die Schweiz kann sich mit einem zusätzlichen Beitrag - z.B. mit 20% mehr als wäre sie EU-Mitglied - leicht freikaufen. Das wäre finanziell kein Problem. Problem ist das Wort „freikaufen“: Eigentlich wollen wir z.Z. ja nicht in der EU mitbestimmen, wir wollen uns von der relativen Macht des aktiven Mitarbeiters freikaufen.
  • Ville_16 13.12.2018 11:58
    Highlight Highlight Das Gebahren der EU gegenüber GB und CH hat schon diktatorische, erpresserische Züge. Hat null und nichts mit verhandeln zutun. Ich erinnere mich noch wie aus dem Westen der Kommunismus bekämpft wurde, nur mittlerweile ist die EU selbst ein Kommunistischesgebilde.
    • Cerulean 13.12.2018 12:53
      Highlight Highlight Was du mit “diktatorischen Zügen” betitelst ist schlicht und einfach die bessere Verhandlungsposition. Entgegen dem, was die Blochers hüben und die Farages drüben den Wählern weismachen wollen, ist das Interesse der EU zu Beziehungen mit der Schweiz und Grossbritannien nicht gleich gross wie umgekehrt. Die Bittsteller können nun mal nicht die Konditionen diktieren. Warum sollte die EU zwei Nichtmitgliedern Rosinenpickerei erlauben, aber ihren Mitgliedern nicht?

      Ach, und inwiefern ist die EU bitte kommunistisch? 🤔
    • Fabio74 13.12.2018 12:53
      Highlight Highlight Langweilige Märchen und Lügen.
      1. Du hast keine Ahnung was Kommunismus ist
      2. Die EU verteidigt Interessen und stellt Forderungen.
      3. Briten wie Schweizer sind frei nein zu sagen
    • PVJ 13.12.2018 13:14
      Highlight Highlight Trotz Weihnachten: Die EU wird genausowenig Geschenke verteilen wie die Schweiz. Sie muss 28 Mitgliedstaaten zufriedenstellen, die es überhaupt nicht goutieren, wenn Aussenstehende besser fahren als Mitglieder. Alles auf das "diktatorische Brüssel" zu schieben zielt an der Realität vorbei.
      So ist das nun mal bei Verhandlungen, jeder versucht zu kriegen, was er kriegen kann, und am Ende einigt man sich, oder eben nicht.
      Das ewige Klagelied vom unfairen Verhandeln führt sicher nicht zu besseren Entscheidungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Herbert Anneler 13.12.2018 11:56
    Highlight Highlight Überall, wo Rechtsaussen und/oder Linksaussen drin ist, geht es bergab. Wie sollte man die Zukunft vernünftig gestalten, wenn man sich am Mittelalter oder am alten Marx orientiert, statt vorwärts zu schauen. Ich habe diese Blocher-Rechtsaussen- und neuerdings auch Pardini-Linksaussen-Sektierer und -Wichtigtuer und -Ideologen so was von satt! Sie verbauen uns eine vernünftige, lebenswerte Zukunft.
    • gecko25 13.12.2018 13:15
      Highlight Highlight der gute Herr Herbert Anneler wünscht sich eine vernünftige & lebenswerte Zukunft, mit einem Mindestlohn von 12 Euro die Stunde. Er meint damit wohl eine lebenswerte Zukunft für ein paar wenige Absahner
    • loquito 13.12.2018 13:50
      Highlight Highlight 1.Marx war kein Marxist sondern sehr Bürgerlich. Und schade wird Marx mit Links gleichgesetzt. Marx mal lesen würde unsren HSG-Eliten sehr weiterhelfen. Smith, Weber etc. sind nicht besser, nur angenehmer für die Moral der Ausbeuter...
      2. Rechtsaussen ist Faktenresistent, das ist das Problem. Mit Linken, sofar mit Black-Block-Leuten kann man reden... Ja diese ändern oft Ihre Ansichten in eine moderatere Richtung mit der Zeit und mit Erfahrung.... Rechte bleiben in der Pubertät für immer... Das ist schon ejn wesentlicher Unterschied
    • The Destiny // Team Telegram 13.12.2018 16:53
      Highlight Highlight @Iuquito
      Jaja, nur die eine Seite lässt mit sich reden, würde das von einer neutralen Person kommen könnte man es ja vielleicht noch glauben, aber von einem Linken ist das überhaupt nicht glaubhaft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • P. Silie 13.12.2018 11:27
    Highlight Highlight Die EU hat sich dramatisch verändert und mutierte von einer wirtschaftlichen Union in eine politische Union. Dabei zentralistisch aus Brüssel geführt, immer mehr die einzelnen Nationalstaaten untergrabend. u.A. die Visegrad-Staaten sehen sich einer ähnlichen Bevormundung gegenüber wie sie zwischen 1945 und 1990 aus Moskau herrschte; kein Wunder also die Ablehnung.. Bereits im Juni 2016 hätte die Schweizer Regierung mit den Briten den Kontakt suchen sollen. Es wird Zeit die verstaubten EFTA Verträge rauszuholen und zu modernisieren. Nur zusammen können wir einigermassen ein Gegengewicht stellen
    • Roman Loosli 13.12.2018 11:47
      Highlight Highlight Bis auf 50% der Briten lehn niemand die EU ab. Unzufriedene gibt es in jedem system.
    • dan2016 13.12.2018 11:57
      Highlight Highlight die Visegrad-Staaten haben die Regeln gekannt, jeder motzt und keiner möchte nicht dabeisein. Es fehlt in einigen Ländern an Einsicht und Kultur, dass Kompromisse notwendig sind. Und im Moment sind Grossmäuler, welche Kompromisse ablehnen, halt hoch im Kurs
    • JP del Grano 13.12.2018 12:30
      Highlight Highlight Diese Argumentation erinnert mich an jene der fundamentalistisch-föderalen katholischen Kantone zwischen 1803 und 1848. Mit dieser Argumentation könnte die heutige bundesstaatliche Schweiz auch wieder zu einem Staatenbund zurückkehren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WID 13.12.2018 11:21
    Highlight Highlight Der zenrale Punkt ist und bleibt die Personenfreizügigkeit. Das stinkt den SchweizerInnen und den BritInnen. Der Punkt erscheint symtomatischerweise nicht im Bericht.
    • JP del Grano 13.12.2018 13:01
      Highlight Highlight In BEIDEN Ländern nimmt die Attraktivität für EU-Bürger fortlaufend stark ab. Die Attraktivität für Nicht-EU-Bürger bleibt im Vergleich dazu hoch. Welches Problem würde dann die Abschaffung der EU-PFZ lösen???
    • WID 13.12.2018 13:30
      Highlight Highlight @
      JP del Grano: der grösste Teil des Wanderungssaldos auf dem Arbeitsmarkt kommt immer noch von den EU Ländern. Aus Drittstaaten kommen primär Asylsuchende. Das ist eine andere Baustelle.
    • Fabio74 13.12.2018 15:45
      Highlight Highlight @WID dir Drittstaaten Zuwanderung kann jeder selber kontrollieren. Die Briten liessen die Schleusen weit offen. Selber Schuld.
      Asyl und Migration sind 2 Schienen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lester McAllister 13.12.2018 11:05
    Highlight Highlight Die Schweiz hat paranoide Angst vor den Folgen der uneingeschränkten Migration.
    GB hat die Schnauze voll davon
    • Schlumpfinchen 13.12.2018 11:49
      Highlight Highlight Und doch ist bei beiden Staaten die Migration nicht Schuld an der Misere. Ich hoffe ja, dass wir bald einmal wieder über die wirklich wichtigen Themen sprechen können.
    • WID 13.12.2018 11:58
      Highlight Highlight @Lester McAllister: ich bin so einer. Ich habe aber keine ANGST davor. Ich habe nur keine LUST auf die Folgen einer Nettozuwanderung von 50'000 Personen pro Jahr (Verdichtung, Lohneffekte, Verkehr...).
    • Fabio74 13.12.2018 12:59
      Highlight Highlight @wid Die Zeiten von Ballenberg und Heidiland sind Vorbei.
      Der Verkehr und die Verdivhtung sind minim gegenüber Metropolen dieser Welt.
      Lohn ist laut rechter Mehrheit Sache des Verhandelns des Einzelnen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Astrogator 13.12.2018 11:00
    Highlight Highlight "Das beginnt mit der Tatsache, dass beide Länder sich die EU vom Leib halten, aber dennoch von ihren wirtschaftlichen Vorteilen profitieren wollen. "

    Das ist der Kernpunkt des Problems, sowohl die Schweiz und GB wollen bessergestellt sein als alle EU-Mitglieder. Und verantwortungslose Populisten lügen ihre Anhänger brandschwarz an und behaupten es sei möglich.
    Johnson, Farage, Blocher - alles derselbe Schlag von Witzfigur eines Politikers, gefährliche Brandstifter die sich im entscheidenden Moment aus der Verantwortung stehlen.
    • Redly 13.12.2018 12:12
      Highlight Highlight Wenn es offensichtlich Nachteile sind, warum müssen die dann sein? Zwingt ja niemand die EU, die Nachteile für sich aufrecht zu erhalten.
      (Ausser natürlich die EU-Bevölkerung, welche in diesem undemokratischen EU-Konstrukt nie gefragt wird.)
    • WID 13.12.2018 12:20
      Highlight Highlight @Astrogator: nein, Die EU profitiert sehr stark vom Handel mit der Schweiz und GB. GB hat mit der EU eine riesiges HandelsbilanzDEFIZIT. Das heisst, die EU profitiert hier mächtig. Bei der Schweiz ist es dasselbe, auch die Schweiz hat ein grosses DEFIZIT mit der EU. Also, keep calm!
    • Adi E. 13.12.2018 12:23
      Highlight Highlight Das ist Schwachsinn. Niemand sagt wir wollen besser gestellt sein als Eu-Mitgliedsstaaten. Faire Verhandlungen von denen beide Parteien profitieren können sollten es sein. Weder von oben herab noch umgekehrt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Redly 13.12.2018 10:59
    Highlight Highlight Die unheimliche Parallele: beiden Ländern geht es besser als fast allen anderen EU-Mitgliedern.
    Vielleicht haben sie mehr Common Sense als obiger Artikel? 😅
    • dan2016 13.12.2018 11:59
      Highlight Highlight wie gesagt, beide möchten auch weiterhin von den wirtschaftlichen Vorteilen profitieren. Und... in UK gehts einigen tatsächlich relativ gut....
    • Schlumpfinchen 13.12.2018 11:59
      Highlight Highlight Man sollte diesen Vergleich schon richtig ziehen. CH und GB sollten nicht einfach mal mit allen EU-Staaten verglichen werden. Vergleiche mit Deutschland, Österreich oder Schweden sind zulässig, alles andere nicht, da nur schon die wirtschaftlichen Voraussetzungen ganz anders sind in den anderen Staaten.
      GB geht es alles andere als gut. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch, soziale Netze werden kaputtgespart usw. und an allem sind am ehesten unfähige Regierungen schuld, aber sicher nicht die Migration.
    • mrmikech 13.12.2018 12:40
      Highlight Highlight UK ist EU-mitglied und "es geht so gut wie nie zuvor". Warum dann raus? Das ist kein common sense. Sie hätten viel aktiver sein können, die EU neugestalten. Idem dito Schweiz.
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