Schweiz
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This Wednesday, Aug. 29, 2018 photo shows an arrangement of Oxycodone pills in New York. A study in Tennessee released on Thursday, Aug 30, 2018, found learning disabilities and other special education needs are more common in young children who were born with symptoms from their mothers' prenatal opioid use. The results bolster evidence of long-term consequences for infants caught in the nation's opioid epidemic. (AP Photo/Mark Lennihan)

Medikamente sind ein teures Gut: Für den gleichen Wirkstoff zahlen Hepatitis-C-Patienten in der Schweiz fast das 30-fache. Bild: AP/AP

Warum ein Hepatitis-Medikament in Australien 30 Mal günstiger ist als in der Schweiz

Ein Hepatitis-Medikament kostet in der Schweiz fast 30 Mal mehr als in Australien. Auch für Krebsmedikamente zahlen Patienten teilweise ein Vielfaches mehr. Jetzt wächst der Widerstand gegen solche Preisunterschiede.



700 statt 20'000 Franken: So viel Geld sparte der Thurgauer Kantonsrat Daniel Frischknecht, weil er sein Medikament gegen Hepatitis C aus Australien bezog. Damit war seine Behandlung fast 30 Mal günstiger als in der Schweiz.

«Das ist doch Geschäftemacherei. Ich kann nicht verstehen, dass das Bundesamt für Gesundheit diese Praxis der Pharmaindustrie schützt», sagte Frischknecht zur Nachrichtenagentur SDA. Auch die watson-User können den riesigen Preisunterschied nicht verstehen.

Der Fall von Kantonsrat Frischknecht ist nur einer von vielen. In der Schweiz sind laut Schätzungen etwa 80'000 Personen mit dem Hepatitis-Virus infiziert. Doch warum bezahlen Patienten hierzulande so viel mehr als in Australien?

Mehr Behandlungen, tiefere Preise

Das liegt unter anderem daran, dass in Australien eine Hepatitis-Behandlung vom Staat mitgetragen wird. 2016 hat das Land versprochen, 740 Millionen Franken aufzuwenden, um Hepatitis C vollkommen auszurotten. Seither werden in Australien Patienten bereits in frühen Stadien behandelt.

Je mehr Patienten mit dem Medikament behandelt werden, desto stärker sinkt der Preis der einzelnen Tablette. Weil die absoluten Fallzahlen in der Schweiz sehr viel kleiner Ausfallen, ist das Medikament auch viel teurer. Aber auch hier übernehmen die Krankenkassen bei einigen Hepatitis-C-Medikamenten seit Oktober 2017 die Kosten.

«Die Pharmafirmen missbrauchen das Patentrecht, um ihre Profite zu maximieren.»

Oliver Classen, Mediensprecher von Public Eye

Dies bestätigte vor zwei Jahren auch André Lüscher, Geschäftsführer des Hepatitis-Medikamenten-Herstellers Gilead Schweiz, gegenüber der «Schweiz am Sonntag»: «Ist das BAG bereit, Hepatitis C in der Schweiz zu eliminieren und allen Patienten Zugang zu gewähren, bewegt sich auch der Preis.»

Der Einfluss der Pharmaunternehmen

Doch damit lässt sich der Preisunterschied nur im Fall des Hepatitis-C-Medikamentes erklären. Die Unterschiede bei anderen Produkten wie vielen Krebs-Medikamenten ist damit aber nicht erklärt.

Die Schweizer NGO Public Eye beschäftigt sich seit längerem mit dem Problem. «Die Pharmafirmen missbrauchen das Patentrecht, um ihre Profite zu maximieren. Dank der intransparenten Forschungskosten können die Unternehmen den Behörden quasi die Preise diktieren», sagt Oliver Classen, Mediensprecher von Public Eye, zu watson.

Zudem würden die Medikamentenpreise häufig aus den USA übernommen. «Durch ihr extrem starkes Lobbying in der US-Politik erreichen die Pharmaunternehmen überrissene Medikamentenpreise in anderen lukrativen Industrieländern.»

Deshalb will Public Eye, dass der Bundesrat das im Schweizer Patentgesetz verankerte Instrument der Zwangslizenz prüft und gegebenenfalls auch einsetzt. Damit könnte laut dem NGO der Schutz auf patentierte Wirkstoffe vorübergehend aufgehoben werden, um im öffentlichen Interesse günstigere Generika zu produzieren und so den Zugang der ganzen Bevölkerung zum bestmöglichen Heilmittel zu gewährleisten.

Wer bezahlt die Forschung?

Die Pharmaunternehmen hingegen verteidigen die hohen Preise mit der kostspieligen Forschung und Entwicklung von neuen Wirkstoffen. Auch die Schweizer Krankenkassen ziehen ähnliche Schlüsse.

«Wenn man den Patentschutz grundsätzlich infrage stellt, könnte das die Erforschung neuer Medikamente gefährden», sagte Andreas Schiesser, zuständig für Arzneimitteltarife beim Verband Curafutura, kürzlich in der «Schweiz am Wochenende».

Dieses Argument will Classen nicht gelten lassen: «Die Pharmakonzerne fahren jedes Jahr exorbitante Gewinne ein. Von solchen Margen können andere Branchen nur träumen.»

Tatsächlich wiesen die Pharmafirmen 2017 laut Interpharma im Medikamentenbereich weltweit einen Gewinn von 164 Milliarden Franken aus. Wobei hier die Reinvestition von rund 114 Milliarden Franken in Entwicklung und Forschung bereits abgezogen sind.

Zwangslizenzen haben bereits funktioniert

Deshalb findet Public Eye den gezielten Einsatz von Zwangslizenzen angemessen. «Zumal die Pharmaunternehmen am Erlös der fürs Volkswohl lizensierten Generika beteiligt würden», sagt Classen. 

Laut einem Public-Eye-Bericht ist dieses seit Mitte der 90er-Jahre verfügbare politische Instrument unter anderem in Thailand schon erfolgreich eingesetzt worden. Der Staat hat dort so über 350 Millionen Dollar Gesundheitskosten gespart und zusätzlich 85'000 Patienten die Nutzung lebensnotweniger Medikamente ermöglicht.

Bezahlbare Medis Public Eye

Public Eye reicht zusammen mit den Nationalräten Sibel Arslan (Basta) und Cédric Wermuth (SP)  die Petition ein. Bild: Public Eye

Die Schweizer Regierung reagiert bislang verhalten auf parlamentarische Vorstösse in diese Richtung. Darum hat die NGO jetzt eine Sammelbeschwerde mit über 33’000 Unterschriften eingereicht. Sie hat zum Ziel, «dass der Bundesrat mit der Zwangslizenz der nächsten Zugangsbeschränkung zuvorkommt, so die Gesundheitskosten senkt und einer Zweiklassenmedizin vorbeugt», erklärt Classen.

«Zuerst wollen wir aber, dass der Bundesrat die Zwangslizenzen überhaupt als rechtsgültige politische Massnahme anerkennt», sagt Classen. In einem zweiten Schritt soll der Bundesrat dieses «Heilmittel gegen kranke Medikamentenpreise» auch einsetzen.

Frust statt Lust – Nebenwirkungen der Antibabypille

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Video: srf

Und jetzt: Medikamente neu interpretiert von Zukkihund

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    Alle Leser-Kommentare
  • 7immi 14.09.2018 21:28
    Highlight Highlight was kostet denn jetzt das medikament wirklich in australien? die 700.- für ein subventioniertes medikament mit den 20‘000 unseres nicht subventionierten medikaments zu vergleichen ist schlicht falsch. vielleicht zahlt einfach der staat 19‘300? denn nur mit dem nicht subventionierten preisvergleich kann man hiesige hersteller kritisieren.
    • swisskiss 15.09.2018 02:34
      Highlight Highlight 7immi: Das seit rund 10 Jahren geltende Gesundheitsgesetz Australiens, sieht keine Subventionen von Medis vor, sondern die Preisgestaltung durch gemeinsame Kommisionen bis zur staatlich vorgeschriebene Preisbindung. Dadurch wird massiver Druck auf die Mediproduzenten ausgeübt, der sich in moderaten Preisen wiederspiegelt.

      Subventionen sind so ziemlich das untauglichste Mittel, um Kosten im Gesundheitswesen zu senken oder einzugrenzen.
  • mly 14.09.2018 15:53
    Highlight Highlight Ahnliches Beispiel: Ich benötige lebenslang ein medizinisches Einweg-Hilfsmittel welches von der KK bezahlt wird. Nur.... In der CH kostet eine VE Fr.220.--, im benachbarten Deutschland unter 78.--.
    Ich fragte KK an, ob ich in ihrem Interesse in D einkaufen dürfte, auf KK.
    Antwort: Nicht aus der Grundversicherung; ich müsste Zusatzversicherung abschliessen.
    Halloooo? Ich soll mehr KK-Prämie bezahlen, damit ich der KK helfen kann, Kosten für die KK zu sparen?
    Mal ehrlich, wenn es nicht so paradox traurig wäre, wär's gut für ne Clown-Nummer !
  • niklausb 14.09.2018 14:41
    Highlight Highlight Forschung wird meist an den Uni's FH's betrieben und wenn s was vielversprechendes ist dann wirds für ein apfel und ein ei von dort weggekaufft mehr oder minder pfannenfertig.
    • batschki 14.09.2018 18:43
      Highlight Highlight Quellen?
  • 96m_fur 14.09.2018 14:34
    Highlight Highlight Ich konnte keine richtige Begründung für den Preisunterschied sehen, hätte auch nichts anderes erwartet.

    Es muss jetzt endlich mal ein öffentliches Lobbyregister geben wo jeder Politiker angeben muss an wessen Spendentröpfchen er hängt. Sowie dann alle die von der Pharmaindustrie gefuttert werden aus Bundesbern rauswerfen, bei den nächsten Wahlen.

    Wird aber wohl leider ein Traum bleiben.
  • thewall 14.09.2018 14:05
    Highlight Highlight Die Frage zu Antworten ist ganz einfach. Wer regiert die Welt die Politiker und die gekaufte Parteien? oder die Konzerne? Es geht nur um das Geld und die "Staaten" wenn überhaupt noch welche vorhanden sind sind nur die Marionetten und wir .... Sklaven des Systems!
  • Hans Jürg 14.09.2018 12:45
    Highlight Highlight Die Pharmaindstrie argumentiert ja auch gerne mit den hohen Kosten für die Forschung.
    Komisch daran ist, dass die Werbung viel mehr kostet, als die Forschung:

    http://m.spiegel.de/wissenschaft/mensch/pharmakonzerne-mehr-geld-fuer-werbung-als-fuer-forschung-a-526363.html
  • paule 14.09.2018 12:42
    Highlight Highlight Ich arbeiten seit vielen Jahren als Kalkulator, der Schweizer Preis hat absolut nichts mit Kalkulation zu tun, nur mit dem durchwinken der Politiker, die "fast alle" mitkassieren.
    Wir müssten Verwaltungsräte in den Eidgenössischen Räten verbieten.
  • infomann 14.09.2018 11:53
    Highlight Highlight Ein Beispiel
    Mein Medikament und es ist ein sehr verbreitetes Medi.
    In der Schweiz knapp 30 Franken pro Monat
    In Spanien 2,15 Euro
    Die Farmalobby in SVP und FDP lässt grüssen.
  • Scrat 14.09.2018 11:12
    Highlight Highlight Moment mal... eine Pharmafirma entwickelt ein Medikament und produziert danach Pillen für den globalen Markt, also z.B. 100‘000‘000 Stück zu einem fixen Herstellungspreis von sagen wir mal 10 Rappen pro Pille. Trotzdem kostet eine dieser Pillen bei uns 30 mal mehr als anderswo. Was ist das anderes als Abzocke?

    Könnte die Watson-Redaktion bitte einmal ermitteln, wie teuer das Medikament in Australien wäre, wenn es nicht durch den Staat subventioniert würde? Dann wäre ein echter Vergleich der Preise möglich.
  • SchweizAbschaffen 14.09.2018 11:06
    Highlight Highlight Dazu muss man wissen, dass eine ganze Reihe von Volksvertretern im Milizparlament nebenher bei Pharmakonzernen angestellt sind und dort MEHR Lohn beziehen, als von der Eidgenossenschaft.
    (Wes Brot ich ess, des Lied ich sing)

    Nein, das ist keine Bestechung, sondern ganz legal in unserer besten und einzig wahren schweizer Demokratie.
    • Schlange12 14.09.2018 12:13
      Highlight Highlight Kannst du das Belgen? Würde ich gerne mal nachgehen.
    • Dogbone 14.09.2018 12:29
      Highlight Highlight Schlange12: das ist mit ein bisschen Recherche relativ problemlos herauszufinden
    • SchweizAbschaffen 14.09.2018 13:26
      Highlight Highlight Naja ...
      Habe gerade festegestellt, dass es schwer ist herauszufinden, wo unsere Milizparlamentarier hauptberuflich angestellt sind und Gehalt beziehen.
      Es gibt zwar eine offizielle Liste der Parlamentarier und ihrer Interessenverbindungen,
      aber bez. hauptberuflicher Anstellung und -Entlöhung steht nichts.
      https://www.parlament.ch/centers/documents/de/interessen-nr.pdf

      Bsp: Heinz Brand SVP
      Da steht nur "Berater".
      Auf Wikipedia nichts.
      Dass er seit 2015 hauptberuflich als Präsident von Santésuisse entlöhnt wird (SFr. 100.000.- /Jahr), entdeckt man nur auf seiner persönlichen Site.
    Weitere Antworten anzeigen
  • HallerK. 14.09.2018 10:30
    Highlight Highlight Interessant und hilfreich wäre zu erfahren, wie man zu Medis kommt aus Australien.
    Ich hatte schon riesige Probleme an der Grenze Deutschland/Schweiz, wegen ein paar Schmerztabletten.
  • zipper 14.09.2018 10:28
    Highlight Highlight So Herr Berset. Es ist an der Zeit, dass sie mal einen Finger rühren.

    Bisherige Kosten/Nutzen gehen bei ihm nicht auf... Null Leistung, Null Ergebnisse vorzuweisen und auch sonst fällt der Typ ausschliesslich durch Anwesenheit bei Cüppliparties und ähnlichem auf. Ernsthaft, was hat Berset bisher für UNS normalos gemacht?
    • surfi 14.09.2018 13:50
      Highlight Highlight Das liegt doch nicht an Herr Berset. Er wollte schon vieles verändern. Nur blockieren die Parlamentarier alle gewollten Anpassungen. Es gibt die Ärzte-, Pharma und Krankenkassenvertreter. Sobald eine dieser Akteure betroffen ist, werden die Firmenvertreter im Parlament aktiv und bekämpfen die Vorlage. Nur sind leider die Patienten und Krankenkassenzahler nicht vertreten.
    • Fulehung1950 14.09.2018 15:33
      Highlight Highlight Zipper: der Sozialminister ist da wohl der falsche Mann: ohne das Parlament kann der gar nichts. Und das Parlament ist abhängig von den Lobbyisten. In Bananrepubliken spricht man da von Korruption, bei uns heisst das Networking.
  • Altweibersommer 14.09.2018 10:06
    Highlight Highlight Kleine Korrektur: Sibel Arslan ist bei der BastA! und somit Teil der Grünen Fraktion in Bern.
  • Töfflifahrer 14.09.2018 09:38
    Highlight Highlight Die Erklärungen der Pharmaindustrie sind immer dieselben, mit dem Unterschied, dass wir den Mist nicht mehr glauben. Wir wissen mittlerweile, dass diese Industrie uns schamlos abzockt.
    Die Politiker müssen einfach mal überlegen, wieweit sie dies noch unterstützen wollen. Denn auch ihre persönliche Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.
    Für mich sind die meisten bürgerlichen aus FDP, CVP, SVP, GLP schlicht nicht mehr Vertreter des Volkes, sondern nur noch der Wirtschaft und der Reichen.
    • Dogbone 14.09.2018 12:35
      Highlight Highlight Das hast Du völlig Recht! Ihre Glaubwürdigkeit wird aber nicht leiden, weil wir Wähler uns alle immer ganz fest aufplustern und empört sind, wenn sowas klar wird. Aber bei den Wahlen haben wir das Meiste längst wieder vergessen. Nur so ist es erklärbar, dass wir bezahlte Schergen der Pharma und Tabakmultis im Parlament haben.
    • Töfflifahrer 14.09.2018 17:19
      Highlight Highlight Das mag sein, Ich habe letztes mal FDP gewählt. Diesmal sicher nix bürgerliches. Ich hoffe dass viele Wahlberechtigte über die Bücher gehen und mal analysieren was dieses Parlament für uns "Normales" gebracht hat.
  • Bastian Zuberbuehler 14.09.2018 08:59
    Highlight Highlight Tchuligom, aber die Argumentation "weil in Australien viel mehr Patienten behandelt werden, als in der Schweiz, ist das Medikament in Australien viel günstiger" hinkt SOWAS VON! Das würde ziehen, wenn das Medi noch entwickelt werden müsste und die Zahl der Patienten gering wäre; wenige Kunden müssen dann hohe Kosten tragen. Aber das Produkt ist da, die Produktion läuft und höchstens die Kosten für Vertrieb (Weg von der Fabrik zum Kunden) dürften Einfluss auf den Retailpreis haben. Pharmalobby-BlaBla! Hier werden Preise gesetzt, weil sie bezahlt werden!
  • sheimers 14.09.2018 08:54
    Highlight Highlight Es ist logisch, dass größere Stückzahlen die Preise senken. Das erklärt aber nicht Preisunterschiede zwischen den Ländern, produziert wird für alle zusammen. Andere Massenprodukte können wir auch in kleinen Stückzahlen günstig importieren. z.B. Elektronik aus China und Korea.
  • Gummibär 14.09.2018 08:38
    Highlight Highlight Jede Person, die bei einer Schweizer Krankenkasse versichert ist zahlt mit ! Ob man nun selbst Medikamente benötigt oder nicht. Alle werden von der Pharma-Industrie geschröpft. Man denke daran wenn man am Wochenende an den schönen , nagelneuen Gebäuden in Basel vorbeigeht oder mit dem Trämli vorbeifährt. Auch die Jahres-Boni in der Chef-Etage lassen sich sehen.
    Roche Chef : 13,24 Millionen Euro
    Novartis Chef 10,04 Millionen Euro
    Unter 2 Millionen läuft auch beim kleinsten Pillendreher nichts.
  • blaubar 14.09.2018 08:25
    Highlight Highlight Wo ist das Problem? In der Schweiz sind ja auch die KK-Prämien 30 Mal höher.
  • N. Y. P. D. 14.09.2018 08:16
    Highlight Highlight Superartikel, der die ganze Misere sehr gut auf den Punkt bringt.

    Zwei Punkte fallen mir ins Auge :

    Unsere Krankenkassen haben Verständnis ! ,dass die Pharmafirmen ihre Forschungskosten wieder reinholen müssen. Abstand tönt anders.

    Ich muss jetzt gleich in den Notfall wegen akuter Atemnot. Ausgelöst durch die Zahl 165 Milliarden. Gewinn pro Jahr aller Pharmaunternehmen NACH Abzug der Forschungskosten.

    Das kann es echt nicht sein.

    Mich würde wundernehmen, wieviele Parlamentarier der Pharma zudienen und das muntere Abzocken am Laufen halten..
    • Dominik Treier (1) 14.09.2018 10:47
      Highlight Highlight Diesen Prozentsatz willst du sicher nicht hören ausser du legst es auf einen Herzinfarkt an... Es sind ja nicht nur die Politiker, die direkt von der Pharmaindustrie "gesponsert" werden, sodern auch ihre Kollegen (vor allem in der bürgerlichen Ratshälfte), welche dieser Abzocke zustimmen, damit sie auch auf Abzocketolleranz bei ihren eigenen Sponsoren hoffen können... Also Status Quo beibehalten, so lange es geht, wenn dabei das eigene Portemonaie stimmt...
    • N. Y. P. D. 14.09.2018 10:52
      Highlight Highlight Stand by

      Bin noch im Notfall..
  • leu84 14.09.2018 08:10
    Highlight Highlight Australien hat nur etwa 2-3 mal mehr Einwohner. Eine Fläche von ganz Europa um mit Medis zu versorgen. Ok, der Grossteil lebt zwischen Adelaide, Sydney und Brisbane. Deshalb kann man die mehr als das zehnfache der Differenz kaum begründen. Sind den die Medis in Australien und der Schweiz vom demselben Hersteller?
    • Cytat 14.09.2018 11:34
      Highlight Highlight Bitte lesen mit Verdtehen. Australien subventioniert den Medikament sehr stark. Pharmaindustrie wie jede Firma will Dividenden ausschütten - braucht keine Erklärung oder. Dazu kommt Effekt von Hochpreis Schweiz und das alles ergibt 30fache Preis.
  • MartinArnold 14.09.2018 08:06
    Highlight Highlight Solange einnFirma wie Novartis Quartalszahlen wie:
    Umsatz: 27 Mia.
    Gewinn: 9 Mia.
    Präsentieren werde ich das Gefühl nicht los dass all diese Firmen auf Kosten von Kranken massivste Gewinne machen, und das darf nicht sein!
    • Gubbe 14.09.2018 09:44
      Highlight Highlight Ein sehr guter Gewinn ist nach Abzug aller Kosten Inkl. Löhne, usw. 16% des Umsatzes!
  • Bodicore 14.09.2018 07:53
    Highlight Highlight Die Politiker sind ja jeweils in den Verwaltungsräten oder haben Aktien... Logisch das von dieser Seite nichts kommt.
  • saukaibli 14.09.2018 07:47
    Highlight Highlight Das ewige Märchen von den hohen Forschungskosten geht mir langsam auf den Wecker. Der mit Abstand grösste Kostenpunkt bei den Pharmariesen ist Werbung, wozu vor allem Lobbyismus bei Politik und Ärzten gehört. Der zweitgrösste Kostenpunkt war bei einigen Pharmafirmen in den letzten Jahren der Rückkauf der eigenen Aktien mit billigen Krediten. Die richtig teure Grundlagenforschung wird meistens von staatlichen Einrichtungen wie Universitäten gemacht, die Pharmaindustrie muss dann noch ein Medikament daraus machen und ein paar Studien (die dazu häufig gefälscht werden) durchführen.
    • Pachyderm 14.09.2018 08:12
      Highlight Highlight Hast du eine Quelle für deine Aussage (Kostenpunkte bei der Pharma?).

      Ich bin alles andere als ein Fan von Novartis und Co, aber um ein Medikament zugelassen bekommen sind etliche Studien / Untersuchungen zu Wirksamkeit und Verträglichkeit nötig (und das ist auch gut so).
    • Sürrmel 14.09.2018 09:15
      Highlight Highlight Let me google that for you..

      https://www.bbc.com/news/business-28212223

      Gemäss diesem Bericht hat Novartis im Jahr 2013 9.9 Mia. für Forschung ausgegeben und 14.6 Mia für Sales und Marketing.
    • Fendant Rüpel 14.09.2018 09:16
      Highlight Highlight Ein Medikament mit neuem Wirkstoff auf den Markt zu bringen dauert im Durchschnitt 14 Jahre, dies verursacht Kosten von geschätzten 800mio - 2 Milliarden USD (Bioconjugate verursachen noch höhere Kosten) Ob jetzt dies ein ewiges Märchen ist oder nicht musst du selber beurteilen, evtl. hilft dir dieser ausführlicher Bericht:

      https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/so-funktioniert-pharmaforschung/so-entsteht-ein-medikament.html
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 14.09.2018 07:34
    Highlight Highlight Die australische Regierung subventioniert die Medis... sie kosten in Australien rund 14'000 Franken pro Packung, werden aber für 700 abgegeben. Die Differenz zahlt der Fiskus.
    • sheimers 14.09.2018 09:24
      Highlight Highlight Wenn es so wäre, würde das sicher nicht für den Export gelten. Ich zweifle daran.
    • Ökonometriker 14.09.2018 09:47
      Highlight Highlight @sheimers: tut es auch nicht. Der Herr Frischknecht hat es über einen in AUS wohnhaften Freund bezogen.
    • lumo 14.09.2018 09:55
      Highlight Highlight Subventionierte Medis da drüben sind nicht erlaubt für den Export. Wenn also Leute hier Medis von da erhalten sind es illegale Lieferungen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ironiker 14.09.2018 07:31
    Highlight Highlight Ach, wie oft habe ich es hier schon geschrieben? Lobbying muss ausgerottet werden!

    Die Preise in der CH müssen sich an unseren Nachbarländer orientieren. Um die Verhandlungsbasis zu verstärken kann man noch folgendes machen:

    1. Parallelimporte auf allen Medis zulassen
    2. Krankenkasse darf Medis welche im Ausland bezogen wurden vergüten.

    Wäre alles in Bundesbern entscheidbar. Aber die Politik ist ja nicht gewillt!
    • leu84 14.09.2018 08:04
      Highlight Highlight Aber solange Lobby-Politiker wiedergewählt werden geschieht kaum etwas. Man kann seine Partei weiterhin wählen (sollte auch für eine freie Liste oder wildes panachieren gelten), alte langgediente, kuriose und LobbyPolis emotionslos streichen. Egal ob eine Markwalder (Kasachstan) oder Oberholzer (für Zweitwohnungsinitiative aber trotzdem eine Zweitwohnung erworben)
    • Ironiker 14.09.2018 08:24
      Highlight Highlight Markwalder/Oberholzer. einmal FDP und einmal SP. Das Problem zieht sich durch alle Parteien...

      Ich habe mir bei den letzten Wahlen die Mühe gemacht und die Kandidaten etwas genauer angeschaut und so nach meinen Kriterien eine eigene Liste erstellt.

      Ich hatte viele von Jungparteien und von Ausserseiten-Parteien (wenn ich die so nennen darf...) auf der Liste. Die meisten haben die Wahl nicht geschafft.

      Ich finde es schade, dass die meisten Wähler sich einfach eine Partei aussuchen, und dann die erste Liste dieser Partei unverändert einwerfen.

      Ein bisschen sind wir also auch selber Schuld...
    • leu84 14.09.2018 08:40
      Highlight Highlight @Ironiker: Ich habe lediglich 2 Beispiele von verschiedenen Parteien genannt. Es gibt natürlich viele Beispiele von PolitikerInnen allen couleur. Mit der Liste mache ich es ähnlich. Mit einer eigenen Liste, nimmt man sich etwas Zeit, seine möglichen KandidatInnen etwas besser auseinanderzusetzen. Natürlich hat jeder seine bevorzugte Partei, aber auch da tut "frisches" Blut gut.
    Weitere Antworten anzeigen
  • chirschi 14.09.2018 07:27
    Highlight Highlight Das Problem bei den Zwangslizenzen: damit die Gewinnmarge trotzdem hoch bleibt, wird dann von den Herstellern an der Fairness und Qualität der Produktion gespart. Die Produktion wird zB nach China verlagert, in eine billige Lohnherstellungsfirma. So ähnlich wie beim Wirkstoff Valsartan, wo gerade weltweit Chargenrückrufe stattfinden wegen unreinen Medikamenten.
    • saukaibli 14.09.2018 07:37
      Highlight Highlight Das wird jetzt schon gemacht. Beispielsweise werden in Europa keine Antibiotika mehr hergestellt, das kommt praktisch alles aus Indien. In europa wird es dann höchstens noch in Tabletten gepresst und in einen schönen Markenkarton verpackt.
  • elk 14.09.2018 07:26
    Highlight Highlight Bei den Hepatitis C Medikamenten gilt seit 2017 keine Beschränkung mehr, sprich auch Patienten ohne fortgeschrittene Fibrose (also dieses ominöse Stadium 2) erhalten ihre Medikamente von der KK bezahlt.
    Bitte recherchiert eure (Medizinal-)Facts besser.
    • Leo Helfenberger 14.09.2018 08:11
      Highlight Highlight Richtig, seit Oktober übernehmen die Krankenkassen die Behandlungen, ist angepasst.
  • HansDampf_CH 14.09.2018 07:26
    Highlight Highlight der Preis ist da, weil wir Politiker wählen die an der Praxis mitverdienen und das schützen... schaut mal die Erfolgsrechnung von pharmafirmen an... das meiste ist Marketing nicht Forschung...
  • Dumdidum 14.09.2018 07:21
    Highlight Highlight Es wird Zeit dass die Pharma Lobby von ihrem hohen Ross runtersteigt.
    Es geht hier um Gesundheit... Jährlich steigen die Krankenkassenprämien und wenn man dann hört, das eine Hep C Behandlung 60'000.- statt 2100.- kostet, wird mir dermassen schlecht, dass dagegen kein Medikament Wirkung zeigen würde.

    Wurks! Schäm dich Schweiz!

    Selber habe ich auch schon an einer Medi Studie teilgenommen, die Kosten sind wirklich astronomisch, rechtfertigen aber trotzdem nicht diese Preise...
    • lumo 14.09.2018 09:57
      Highlight Highlight In Australien subventioniert der Staat die Medis, 700 ist also nicht der reale Preis....
  • David Rüegg 14.09.2018 07:14
    Highlight Highlight Erklärt den Preisunterschied beim Hepatitis Medikament... Hallo?? Alleine der schwache Markt soll das 30 fache des Preises rechtfertigen? Und, wie lange es wohl dauern würde, bis die Strategie zur Behandlung von Hep-C angepasst wird, wären die Medikamente bei uns auch so "günstig" erhältlich? Fragt sich nur ob ein Pharma Unternehmen wirklich an der Ausrottung von Krankheiten interessiert ist...
    • Katzenseekatze 14.09.2018 08:31
      Highlight Highlight Die Pharma ist nur interessiert an exhorbitantem Umsatz.
    • Cytat 14.09.2018 11:33
      Highlight Highlight Bitte lesen mit Verdtehen. Australien subventioniert den Medikament sehr stark. Pharmaindustrie wie jede Firma will Dividenden ausschütten - braucht keine Erklärung oder. Dazu kommt Effekt von Hochpreis Schweiz und das alles ergibt 30fache Preis.
    • Domino 14.09.2018 14:55
      Highlight Highlight Wobei momentan im Zuge der Flüchtlingskriese diese Medikamente um ein vielfaches mehr benötigt werden als vor 2015. Die Pharmaindustrie macht richtig Kasse.
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  • walsi 14.09.2018 07:08
    Highlight Highlight Dass der Markt in der Schweiz viel kleiner ist und deshalb der Preis viel höher ist ein Scheinargument das bei einer genaueren Betrachtung platzt wie eine Seifenblase. Der Preis ist so hoch weil der Markt abgeschottet ist. Offensichtlich wird auch beim Preis von CHF 700.-- Geld verdient, sonst würde man es nicht zu diesem Preis verkaufen.
    • lumo 14.09.2018 07:24
      Highlight Highlight Der Staat subventioniert das Medikament da drüben. Das heisst es kostet original auch mehr. Der Kantonsrat hat damit etwas illegal bestellt, da es in Australien verboten ist subventionnierte Medikamente auszuführen....
    • The Destiny // Team Telegram 14.09.2018 08:11
      Highlight Highlight @walsi, nein denn die Firma in Australien wird vom Staat subventioniert + größerer Absatzmarkt. Allerdings ist das keine Entschuldigung für den Preisunterschiede dieser Größenordnung. 2 oder 3 mal soviel sollte ja auch in der Schweiz genügen.
    • roger_dodger 14.09.2018 08:14
      Highlight Highlight Absolute Frechheit sowas. Die Tabletten für die Schweiz laufen vom genau gleichen Band wie die für Australien ergo sind die Produktionskosten identisch. Oder glaubt jemand, das für die Schweiz der Chef des Pharmaunternehmens in liebevoller Handmanufaktur a la Maier Chocolatier Suisse die Pillen macht und für Australien alles vom Band läuft? Medikamente sollten unabhängig von der Abnahmemenge immer gleich viel kosten.
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