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Catalan leader Carles Puigdemont, 2nd left, attends a panel titled

Der Seperatisten-Anführer Puigdemont bei seinem Auftritt in Genf.  Bild: KEYSTONE

Puigdemont trifft Calmy-Rey in Genf – und die Alt-Bundesrätin regt sich über die EU auf



Der separatistische Anführer Kataloniens Carlès Puigdemont ist am Sonntagabend in Genf aufgetreten. Er war Gast der 16. Ausgabe des internationalen Festivals und Forums für Menschenrechte (FIFDH) und nahm an einer Debatte über Selbstbestimmung teil.

Laut den Organisatoren der Veranstaltungen waren an diesem Abschlussabend des FIFDH rund 900 Personen anwesend. Und die Kontroverse um die Unabhängigkeit Kataloniens war auch in Genf weithin sichtbar. Am Eingang des Veranstaltungsortes fotografierten sich rund zehn eigens aus Katalonien angereiste Anhänger Puigdemont mit ihrem Anführer. Sie trugen ein gelbes Band an ihren Kleidern. An der Fassade eines benachbarten Gebäudes hing dagegen eine Flagge Spaniens.

epa06613444 Catalan leader Carles Puigdemont speaks to the media during a press conference after his speech at the FIFDH (International Film Festival and Forum on Human Rights), in Geneva, Switzerland, 18 March 2018.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Bild: EPA/KEYSTONE

Puigdemont wurde herzlich begrüsst, als er auf das Festivalgelände kam. Er betonte, dass er in Genf frei sprechen könnte, was für ihn etwa in Madrid nicht möglich sei. Es war der zweite Auftritt ausserhalb Belgiens, wo der Separatistenführer seit Ende Oktober im Exil lebt.

Während der Debatte über Selbstbestimmung sowie an der anschliessenden Pressekonferenz gab sich Puigdemont gemässigt. Er wiederholte sein Anliegen, die Anerkennung des Anspruchs seines Volkes nach Unabhängigkeit zu erreichen. Schliesslich hätten die Bürger Kataloniens am 1. Oktober für ihre Unabhängigkeit von Spanien gestimmt, so der Politiker.

Calmy-Rey bedauert das Zögern der EU

Zudem hob er die Schweizer Expertise bei der Mediation von Konflikten hervor und sagte, alle Möglichkeiten zu Beilegung des Konflikts seien willkommen.

Der katalanische Journalist Xavier Vidal-Folch forderte dagegen von Puigdemont den Respekt vor der Rechtsstaatlichkeit ein. «Wir können die Verfassung nicht brechen», sagte er an der Veranstaltung und wiederholte die Position Madrids, wonach die Abstimmung illegal gewesen sei.

Altbundesrätin Micheline Calmy-Rey bedauerte an der Podiumsdiskussion, dass die Europäische Union sich nicht in den Konflikt einschalte und keinen Dialog zwischen den Parteien einfordere. Ihrer Meinung nach wäre eine Lösung der Angelegenheit nicht in einer scharfen Abspaltung Kataloniens von Spanien möglich, sondern vielmehr mit der Gewährung einer sehr weitreichenden Autonomie zu erreichen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • elalbi 19.03.2018 11:43
    Highlight Highlight Tabarnia als Lösung u./od. als Spiegelbild des kat. Nationalismus?

    https://es.wikipedia.org/wiki/Tabarnia
    • dä dingsbums 19.03.2018 12:49
      Highlight Highlight Tabarnia ist eine grossartige Antwort auf den ganzen Nonsens in diesem Konflikt.
  • Mario Kesselring 19.03.2018 08:28
    Highlight Highlight In diezem Konflikt geht es um viel grundsatzlicheres nämlich um die Gewaltentrennung eines Rechtsstates. Wie es Perez Royo dieses Wochenende erneut nicht hätte deutlicher audrucken können. Die Judicative hat rein gar nichts verloren in der Entscheidungsfindung und den Beschlüssen von Executive und Legislative. Die Gerichte hätten sich gar nie dazu äussern dürfen zu den Beschlüssen dieser zwei Gewalten zum Autonomiestatut von 2006. Da hat der ganze Schlamassel erst richtig angefangen. Jetz erneut beschneidet es meine Rechte als Wähler in dem es Verhindert das Jordi Sanchez gewählt wird.
    • dä dingsbums 19.03.2018 12:48
      Highlight Highlight Es ist grundsätzlich falsch in diesem Konflikt Partei für eine Seite zu ergreifen und die Fehler nur bei den anderen zu suchen.

      Beide Seiten haben kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen und viele Fehler begangen, bis es so weit gekommen ist.

      Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass Rajoy vor allem vor dem 1. Oktober alles falsch gemacht hat und Puigdemont es seither tut.
  • Der Rückbauer 19.03.2018 08:14
    Highlight Highlight Die Katalanen wissen, dass die Unabhängigkeit von Spanien nicht eine gute Lösung ist, zumal die EU den Zentralstaat Spanien immer als Musterknaben lobt. - Die Autonomie von Katalonien wurde laufend beschnitten, bis hin zur Knechtschaft. Also blieb nur die Forderung nach Unabhängigkeit. Madrid ist so verstockt, alte korrupte Männer der PP und der König....
    Eine Schande, dass in Europa Politiker eingekerkert werden oder ins Exil flüchten müssen!
    PS: Wie reagiert die EU in Bezug auf Schottland?
    • ujay 19.03.2018 11:16
      Highlight Highlight @Rückbauer. Die spanische Regierung wurde, wie in einer Demokratie üblich, vom Volk gewählt...also nix mit korrupte alte Männer und solchem Blödsinn. Ausserdem sind die katalanischen Politiker in Haft wegen Verfassungsbruch; völlig legitim. Keiner muss Flüchten, es sei denn, er hat gegen gültiges Recht verstossen und hat nicht die Eier, sich den Tatsachen zu stellen, Puigdemont gehört zu dieser Sorte Politiker. Die Fälle Schottland und Katalonien zu vergleichen, zeugt nicht gerade von Sachverstand.
  • dä dingsbums 19.03.2018 07:53
    Highlight Highlight Die EU sollte sich unbedingt raushalten, sonst muss sie am Ende noch Gemeindepolitik betreiben.

    Es wäre schon viel getan, wenn die Spanier und Katalanen einfach fähigere Politiker wählen. Rajoy und Puigdemont gehören meiner Meinung nach nicht dazu.

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