Schweiz
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The Swiss Federal Councillor Ignazio Cassis, right, and the Russian State Duma Speaker Vyacheslav Volodin, left, shake hands during a official visit at the Swiss Parliament West, in Bern, Switzerland, this Monday, February 19, 2018. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Aussenminister Cassis traf sich im Februar mit Duma-Sprecher Wjatscheslaw Wolodin.  Bild: KEYSTONE

Bund untersagt Einreise für russische Diplomaten – so reagiert der Kreml



Jeder vierte russische Diplomat in der Schweiz soll ein Agent sein, berichtete die SonntagsZeitung letzte Woche. Bereits im März 2017 hatte die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen zwei mutmassliche russische Spione eingeleitet. Dabei ging es um eine Cyberattacke auf die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA mit ihrem Europa-Sitz in Lausanne. 

Die selben russischen Spione sollen im Frühjahr auf dem Weg zum Labor Spiez in den Niederlanden festgenommen und zurückgeschickt worden sein. Die vom Bund betriebene Einrichtung war an Analysen im Fall des vergifteten russischen Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter in England beteiligt.

Aussenminister Ignazio Cassis gab in einem Interview mit Schweizer Radio und Fernsehen bekannt, dass in jüngster Zeit einige russische Diplomaten nicht akkreditiert wurden. Verschwiegen hat der Bundesrat aber den Grund: Hinter jenen Personen werden Agenten vermutet, wie der TagesAnzeiger schreibt. Der Kreml hat nun reagiert und einigen Schweizer Diplomaten die Akkreditierung ebenfalls verweigert.

Cassis will Russland klare Grenzen aufzeigen. «Wir hatten bereits dieses Jahr mehrmals bilaterale Kontakte auf verschiedenen Stufen, um ihnen klar zu sagen, dass wir solche Aktivitäten in der Schweiz nicht dulden werden», sagte Cassis. Nächste Woche werde er den russischen Aussenminister sehen und er werde ihm das auch noch direkt sagen. Aber: «Wir müssen eine Balance finden zwischen Klartext reden, was wir nicht dulden, und trotzdem Beziehungen zu diesem Land pflegen», sagte Cassis.

Russland dementiert nach wie vor, dass russische Geheimdienstmitarbeiter verantwortlich seien für die Kampfstoff-Attacken in England. Zu den Spionage-Affären in der Schweiz hat sich der Kreml noch nicht geäussert. In einem Facebook-Kommentar bezeichnete die russische Botschaft in Bern die Vorwürfe als haltlos und unbewiesen.

Eine Aufklärung der Spionageaffäre fordert indes die Politik. Die Sicherheitspolitische Kommission des Na­tio­nalrats hat den Vorfall in die Traktandenliste aufgenommen. Ebenso wird sich die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) von National- und Ständerat damit auseinandersetzten, wie der TagesAnzeiger berichtet. (vom/sda)

Russland ist «höchstwahrscheinlich» verantwortlich:

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Don Alejandro 18.09.2018 15:41
    Highlight Highlight Der kalte Krieg, der für eine Partei nie enden will...
    • rodolofo 19.09.2018 07:31
      Highlight Highlight Was heisst das?
      Das Organisierte Verbrechen hat weltweit die Politik, die Justiz und die Medien voll im Griff!
      All dies geschieht mittels der stärksten Droge, die es auf diesem Planeten gibt: Geld!
      Geld, viel Geld und immer mehr Geld korrumpiert Alles und JedEn.
      Und diejenigen, die anfangs profitiert und mitgemacht haben, dann aber realisieren, auf was sie sich da eingelassen haben, wollen aussteigen, finden dann aber den Ausgang nicht.
      Denn aus dem Organisierten Verbrechen aussteigen ist, wie aus einer Sekte aussteigen...
      https://www.arte.tv/de/videos/080155-000-A/inside-lehman-brothers/
    • Don Alejandro 19.09.2018 12:49
      Highlight Highlight Russland ist nicht mehr die Sowjetunion, sondern ein Land mit einem BIP, wie Italien es hat. Die Ukraine ist ein eigenständiger Staat und nicht mehr ein Teil der UdSSR.
      Die Welt hat dies kapiert, aber nur ein Staat allen Anschein nach noch nicht.
  • Chrigi-B 18.09.2018 11:07
    Highlight Highlight Es ist ja nicht so, dass Genf und Zürich über Nacht zu Tummelplätzen von Spionen aller Länder wurden...
  • rodolofo 18.09.2018 07:42
    Highlight Highlight «Wir müssen eine Balance finden zwischen Klartext reden, was wir nicht dulden, und trotzdem Beziehungen zu diesem Land pflegen», sagte Cassis.
    ...
    Hahahaa!
    Das ist doch genau das, was die Putin-Mafia hören will!
    Cassis, der Anwalt der reichen Oligarchen, hüben, wie drüben.
    Ein FDP'ler, wie aus dem Lehrbuch...
  • redeye70 18.09.2018 06:28
    Highlight Highlight Die Putinfanboys sind heute aber auffällig ruhig! Man stelle sich vor ein EU-Staat würde seine Agenten in diesem Ausmass auf unsere Institutionen loslassen …
    • Dong 18.09.2018 07:37
      Highlight Highlight Sowas z.B.?

      https://www.nzz.ch/schweiz/deutscher-bnd-spionierte-schweizer-firmen-in-oesterreich-aus-ld.1401778

      Ist doch inzwischen Alltag, hüben wie drüben.
    • swisskiss 18.09.2018 08:50
      Highlight Highlight redeye70: Das Erkennen, dass man einer Illusion aufgessen ist, dass neben der "bösen" USA, nach dem simplen Schwarz Weiss Bild, der Konterpart damit gut sein muss, ist schon sehr erschreckend.

      Da gibts Einige, die ihr Weltbild zuerst wieder neu sortieren müssen, mit jeder Meldung die aufzeigt, wie die Russen wirklich agieren. Braucht seine Zeit sich einzugestehen, jahrelang durch gezielte Propaganda an der Nase herumgeführt worden zu sein.
    • Sunking_Randy_XIV. 18.09.2018 11:03
      Highlight Highlight Naja, laut den Dokumenten von Snowden hatte ja die NSA in ihrer US-Mission bei der UNO in Genf ein Spionagezentrum eingerichtet. Die Reaktion der Schweiz darauf war, soweit ich mich erinnern kann, nicht viel mehr als betretenes Schweigen ;) Ich finde die Massnahmen als Reaktion der Schweiz gegenüber Russland angemessen und richtig, sie sollten aber auf alle gleichermassen angewendet werden.

      (https://www.swissinfo.ch/eng/nsa-spying_-they-have-destroyed-the-system-/37227298)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Marex1950 18.09.2018 04:13
    Highlight Highlight Und einmal mehr kuscht die Schweiz vor den Russen. Cassis vermeidet eine Konfrontation, weil Russland halt ein guter Partner ist (und Schweizer damit viel Geld verdienen können). Es wäre ja zu schade, wenn sich Hr. Putin oder Lavrov verschnupfen würden. Und wir Schweizer sind ja so tolerant und flexibel, ha, ha!
    • Zauggovia 18.09.2018 06:40
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt bin ich eher positiv überrascht über die klare Reaktion der Schweiz, besonders wenn man sie mit den nichtexistenten Reaktionen von den Nachbarnländern vergleicht, wo die russischen Agenten sicher in ähnlichem Masse aktiv sind.
    • rodolofo 18.09.2018 07:47
      Highlight Highlight Neutral bis zur Selbstverleugnung.
      Oder neutral zur Selbstbereicherung?
    • Eine_win_ig 18.09.2018 07:57
      Highlight Highlight Inwiefern kuscht denn die Schweiz? Man setzt ein, für diplomatische Verhältnisse, starkes Zeichen, indem man die Akkreditierung gewisser Personen verweigert. Trotzdem ist es für die Schweiz wichtig, den Kontakt nocht abzubrechen. Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Schweiz als neutraler Staat immer aich beachtet, mit allen Ländern in Kontakt zu bleiben um eine Vermittlerrolle zu behalten. Totale Isolation von Akteuren ist nicht zielführend und verunmöglicht diplomatische Lösungen in der Zukunft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • B-Arche 18.09.2018 03:48
    Highlight Highlight Die Namen ändern sich, das System bleibt. Ein Netz aus Lügen, Desinformationen, Beschwichtigkeiten und auf alles ein Dementi. Damals via Pravda und Radio Moskau, heute über RT, Sputnik und diese ganze Alt Right Bubble mit grossem Vorbild Russland.
    • rodolofo 18.09.2018 07:46
      Highlight Highlight Und dann kannst Du gleich noch die Multinationalen Konzerne in diese Right Bubble mit aufnehmen.
      Die beherrschten den "Putin-Sprech" schon, als Putin noch ein verdeckt operierender Geheimdienstler war, den kaum EineR im Westen kannte!
  • MacB 18.09.2018 00:55
    Highlight Highlight "Jeder vierte russische Agent in der Schweiz soll ein Agent sein..." ???

    Da stimmt doch was nicht :)

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