Schweiz
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Der steirische FPOe-Vorsitzende Gerhard Kurzmann (l.) und der Schweizer Werbefachmann Alexander Segert sitzen am Freitag (14.10.11) im Landesgericht in Graz im Prozess wegen Verhetzung auf der Anklagebank. Im letzten steirischen Landtagswahlkampf hatte die FPOe das Internetspiel

Alexander Segert 2011 bei einem Gerichtstermin in Österreich. Bild: AP 

SVP-Werber Segert finanziert AfD-Kampagnen – jetzt ermittelt der Deutsche Bundestag

Er ist der Kopf hinter den Schäfchen- und Minarettplakaten der SVP: Werber Alexander Segert. Immer wieder taucht sein Name im Umfeld eines Vereins auf, welcher Wahlkampagnen für die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) finanziert. Nun fordert der Deutsche Bundestag Auskünfte über Segerts Rolle.



«Die Swiss Connection der AfD» – so betitelte der «Spiegel» im September 2016 einen Artikel (kostenpflichtig) über eine Abendveranstaltung mit politischen Reden auf dem Ausflugsdampfer «Spree-Comtess» im Herzen Berlins. Eingeladen hatte der «Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten».

Der Verein war im Frühjahr 2016 bei zwei Landtagswahlen aufgefallen – als Herausgeber eines millionenfach verschickten Extrablatts, in dem zur Wahl der AfD aufgerufen wurde.

Die Zeitung gleicht stark dem SVP-Extrablatt, das die Partei vor wichtigen Abstimmungen allen Schweizer Haushalten zusendet. Auf dem Schiff war dann auch der Gestalter des SVP-Extrablatts anzutreffen: Alexander Segert, Inhaber der Werbeagentur Goal AG und Hauswerber der Partei.

Seine Firma hatte den Ausflugsdampfer gemietet. Segert und seine Goal AG tauchen seither immer wieder im Zusammenhang mit Wahlkampfaktionen zur Unterstützung der AfD auf.

Die Tätigkeiten des Unterstützungsvereins beschäftigen jetzt auch den Deutschen Bundestag, wie Recherchen von watson zeigen. Sprecher Sven Göran Mey erklärt auf Anfrage, dass die AfD «aktuell zu drei Sachverhaltskomplexen um Stellungnahme gebeten ist». Auch für Segerts Rolle interessiert sich der Bundestag: «Alle drei Komplexe haben mit der Goal AG sowie ihrem Geschäftsführer Alexander Segert zu tun.»

Mey weist darauf hin, dass die Bundestagsverwaltung diesen Fragen zwar nachgehe, aber keine Ermittlungsbehörde sei. Sie besitze deshalb auch nicht die gleichen Befugnisse wie eine Staatsanwaltschaft. 

Bislang habe sich die Darstellung der AfD nicht widerlegen lassen, wonach es keine organisatorische oder inhaltliche Absprachen zwischen dem Verein und der Partei hinsichtlich der Wahlkampagne gebe, ergänzt Mey. Eine solche Koordination wäre gemäss deutschem Recht illegale Parteienfinanzierung.

Einer der erwähnten «Sachverhaltskomplexe», zu dem die Bundestagsverwaltung Antworten von der AfD will, bezieht sich auf die Finanzierung von Wahlwerbeplakaten im Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017.

Wie die Wochenzeitung berichtete, meldete sich eine Mitarbeiterin von Segerts Goal AG per Telefon beim AfD-Kandidaten Guido Reil. Die Dame erklärte gegenüber Reil, dass die Goal AG seinen Wahlkampf des AfD-Kandidaten unterstützen und Plakate drucken wolle.

Reil schickte der Agentur ein Foto mit seinem Konterfei. In der Folge startete die Agentur eine Werbekampagne für Reil, deren Kosten der AfD-Mann auf rund 50’000 Euro schätzte. Ihre Auftraggeber wollte die Goal AG nicht nennen.

Die Plakatkampagne für Guido Reil und die Abendveranstaltung auf der «Spree-Comtess» sind bei weitem nicht die einzigen Berührungspunkte zwischen SVP-Werber Segert, der AfD und ihrem Unterstützungsverein.

Im Februar 2017 unterstützte die Goal AG im Auftrag eines Kunden einen Kongress mit rund 28’000 Euro. Auf der Veranstaltung traten die AfD-Spitzenpolitiker Markus Pretzell und Frauke Petry zusammen mit Heinz-Christian Strache, dem Vorsitzenden österreichischen FPÖ auf.

Alexander Segert hat auf eine Anfrage von watson bisher nicht reagiert. Gegenüber der NZZ am Sonntag sagte Segert im Juli 2017, seine Agentur führe im Auftrag des «Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten» das Sekretariat. Wer hinter dem Verein steht und wer ihn finanziert, wollte er nicht verraten.

Bundestags-Sprecher Sven Göran Mey erklärte, dass die Aktivitäten des «Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten» zur Wahlkampfunterstützung für die AfD weiterhin beobachtet werden.

Eine Burka für alle Fälle

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45
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    Alle Leser-Kommentare
  • Tilman Fliegel 24.08.2017 08:48
    Highlight Highlight Interessant wäre dann die Frage, wo Segert wiederum das Geld her hat.
    • rodolofo 24.08.2017 11:41
      Highlight Highlight Da wüsste ich einen möglichen Geheim-Investor.
      Aber ich will seinen Namen nicht verraten.
      Nur so viel: Er war sehr emsig in seiner Chemie-Firma...
      Von einem aufsässige Journalisten über die Verbindungen der SVP zu anderen Rechtsextremen Parteien in Europa und in der Welt befragt, meinte damals Blocher mit der ihm eigenen Fähigkeit, sich geschickt zu tarnen:
      "Cha nu Schwizzertütsch!"
    • Tilman Fliegel 24.08.2017 13:56
      Highlight Highlight Aber weil man ja auch weiss/vermutet, dass Russland/Putin die Rechtspopulisten fördert, wäre dann die interessante Frage, ober auch einen Deal mit dem emsigen Ex-Chemiechef hat. Oder hat der genug Geld gecheffelt um alles aus dem eigenen Sack zu zahlen? Könnte er wohl, aber würde er einen guten Deal ausschlagen? Oder ist er auch so ein begnadeter Dealmaker wie Annoying Orange?
    • rodolofo 24.08.2017 16:16
      Highlight Highlight Ich glaube, in St. Moritz werden da schon die entsprechenden Kontakte mit den neureichen Pelzmützenträgern aus dem Osten geknüpft, alles natürlich mit Betonung auf die Schweizerische Neutralität, welche zu solchen Kontakten geradezu verpflichtet, sollen diese doch einen Ausgleich schaffen zu den Geschäftskontakten mit Übersee.
  • silverstar 24.08.2017 08:41
    Highlight Highlight Sich einerseits aufregen über einen Islamprediger der zum Hass aufruft und Millionen vom Soz erhält,
    ...sich auf der anderen Seite über eine Partei ergelstern, die im Nachbarland gegen den radikalen Islam vorgehen will... ?

    Ich jedenfalls bin froh, das es in D wenigstens eine Partei gibt, die den Mut hat, das unangenehme Thema, der ungebremsten Massenmigration anzusprechen.
    • Sapere Aude 24.08.2017 09:39
      Highlight Highlight Stimmt im entsprechenden Fall hat der Vorsteher für Soziales von Nideau geschlampt, ein SVPler...
    • Lord_Mort 24.08.2017 09:46
      Highlight Highlight Ein Problem zu bewirtschaften heisst noch lange nicht, dass auch das Interesse da ist, dieses Problem zu lösen bzw. zur Lösung beizutragen.
    • Daniel Caduff 24.08.2017 09:49
      Highlight Highlight Du hast irgendwie den Artikel nicht gelesen. Segert wird nicht verdächtigt, den radikalen Islam zu unterstützen. Ihm wird vorgeworfen, möglicherweise gegen das Gesetz zur Deutschen Parteienfinanzierung verstossen zu haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Queen C 24.08.2017 08:31
    Highlight Highlight SKANDAL!!!
    Ähm, wo? Wo?
  • Sillum 24.08.2017 08:28
    Highlight Highlight Ganz schlimm, Sauerei so etwas. Ein erfolgreicher Werber arbeitet für zahlende Klienten. Man stelle sich einmal vor, dass in Zürich ein linkes Anwaltskollektiv lediglich für linke Klientel arbeiten würde. Schweinerei so etwas. nein, halt, das ist etwas völlig anderes, weil die Anwaltshonorare der linken Anwälte fast ausschliesslich vom Steuerzahler beglichen werden. Hallo Watson, lest ihr tatsächlich Eure Artikel noch einmal kurz durch, bevor ihr sie aufschaltet?
    • Kii 24.08.2017 09:37
      Highlight Highlight Mimimi. Du laberst hier irgendwas. Deutsche Politik gelten andere Gesetze!
    • Sapere Aude 24.08.2017 09:41
      Highlight Highlight Geht weniger darum, dass er den AfD Wahlkampf mit finanziert, sondern wie er es genau macht. Auch Rechte müssen sich an die Gesetze bezüglich Parteispenden halte.
    • Kii 24.08.2017 12:29
      Highlight Highlight Hallo Sillum, die antworten gelesen und verstanden? Wohl nicht mehr so intressant, wenn man nicht den linken, grünen oder gutmenschen die schuld zuschieben kann. http://In
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 24.08.2017 07:42
    Highlight Highlight Da werden die Fäden eines ganz üblen, braunen Pilzgeflechts erkennbar, welches den Deutsch-Sprachigen Teil Europas durchzieht und immer dann, wenn die Bedingungen günstig sind, einen grossen, giftigen Stinkpilz aus dem Boden der Gesellschaft schiessen lässt, wie zum Beispiel eine "Ausländer Raus!"-Initiative, oder eine "Flüchtlinge draussen halten!"-Kampagne, oder eine "Wir sind die Allergrössten!"- Demo.
    AfD - SVP - FPÖ, die Rechtsnationale Dreifaltigkeit der Inzüchtlerischen Einfalt.
    Eigentlich genau gleich stupid und borniert, wie die bärtigen Islamisten-Hassprediger...
    • PenPen 24.08.2017 10:24
      Highlight Highlight mimimi
    • Alienus 24.08.2017 12:59
      Highlight Highlight PlemPlem

      hahaha
  • Domino 24.08.2017 07:03
    Highlight Highlight Als ob dadurch die Demokratie in Deutschland in Gefahr wäre... tststs

    Silberjunge bringt es auf den Punkt was momentan alles schief läuft in der deutschen Demokratie:

    Play Icon

    • Fabio74 24.08.2017 14:19
      Highlight Highlight Gesetz ist Gesetz. Die Nulltoleranzler gegen Ausländer sind selber Kriminelle...
  • Taggart 24.08.2017 06:49
    Highlight Highlight Ein Werber, der wirbt; ein AfD-Freund, der der AfD hilft. Also ich checke nicht, was jetzt krass sein soll daran.
    PS: Der Journalist hat das Wort "auf" zweimal zu viel verwendet.
    • Daniel Caduff 24.08.2017 08:27
      Highlight Highlight In Deutschland gibt es Gesetze zur Finanzierung von Parteien. Ist in den meisten Demokratien so. Rechte Parteien sind aber meistens dagegen, dass die Finanzierungen transparent gemacht werden. Also bedienen sie sich juristischer Vehikel um das zu umgehen (Frag Helmut und seine schwarzen Kassen, Frag Marine nach dem Geld von Vladi, frag den Chrigi nach den ominösen Bargeldkoffern oder frag die Koch-Bros.)

      Da gibts dann einen Graubereich, der nach dem Buchstaben des Gesetzes legal ist, aber natürlich seinem eigentlichen Sinn und Zweck entgegenläuft.

      Ob es aber legal war, ist die Frage.
    • Jein 24.08.2017 08:30
      Highlight Highlight Das deutsche Grundgesetz zwingt Parteien Herkunft und Verwendung ihrer Gelder offenzulegen. Die AfD hat sich schon öfter fragwürdig finanziert (Goldhandel), und auch in diesem Fall scheinen ein paar Fragen offen zu sein.
    • atomschlaf 24.08.2017 08:48
      Highlight Highlight @Taggart: Ich denke, das hat damit zu tun, dass die Parteienfinanzierung in Deutschland sehr stark reguliert ist.

      Aber für mich als Schweizer auch ein Non-Event... gähn...
  • Schneider Alex 24.08.2017 06:44
    Highlight Highlight Ja und? Was ist daran so wahnsinnig schrecklich?
    • Jein 24.08.2017 08:33
      Highlight Highlight Im Gegensatz zur Schweiz müssen in Deutschland Parteien ihre Finanzierung offenlegen. Der Artikel ist zu schwammig dazu, es geht eigentlich nur darum dass der Bundestag bei gewissen Aspekten der Finanzierung der AfD Fragen hat.
    • Thomas_54 24.08.2017 08:42
      Highlight Highlight Ganz einfach: in Deutschland gibt es ein Gesetz, welches besagt, dass die Parteien offen legen müssen, von wem sie finanziert werden. Kommt nun ein "Unterstützungsverein" und macht direkt Wahlkampf für einen Politiker, sagt aber nicht woher das Geld kommt, dann liegt der Verdacht nahe, dass dieses Gesetz umgangen werden soll.
    • Schluch 24.08.2017 08:45
      Highlight Highlight Steht auch nicht es sei schreklich. Gibt jedoch einen kleinen Einblick wie Parteien grenzüberschreitend zusammenarbeiten.
      Der Autor sollte seinen Artikel jedoch noch einmal durchlesen.
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