Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Daniel M. Ende 2014 im Frankfurter Hotel Intercontinental, fotografiert von Ex-BND-Leuten mit versteckter Kamera. Bei dieser Gelegenheit fand eine Geldübergabe statt für Bankdaten, die M. verkaufte.

«Den Maulwurf gab es gar nie»: Daniel M. – Spion und Hochstapler?

Der Partner des Schweizer Spions erklärt gegenüber der «Nordwestschweiz», dieser habe die Maulwurf-Story nur erfunden, um beim Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zu punkten.

Henry Habegger / Nordwestschweiz



Der Agentenkrimi um den Schweizer Spion Daniel M. wird immer abenteuerlicher. Gestern wurde bekannt: Im Haftbefehl des deutschen Bundesgerichtshofs steht, dass M. einen Maulwurf im Umfeld des nordrhein-westfälischen Finanzministers Norbert Walter-Borjans eingeschleust habe.

So wollte der Schweizer Nachrichtendienst (NDB) versuchen, «unmittelbare Informationen über das Vorgehen der deutschen Behörden beim Ankauf sogenannter Steuer-CDs zu erlangen».

Als Helfer von M. wird im Haftbefehl, der auch der «Nordwestschweiz» vorliegt, der Frankfurter Sicherheitsexperte Klaus-Dieter Matschke präsentiert. Matschke ist ein altgedienter und mit allen Wassern gewaschener «Spezialist für schwierige Ermittlungen», der sich vor Jahren unter anderem als «Jäger von Stasi-Agenten» in Deutschland einen Namen machte.

«Aktion Wasserschlag»

Dieser Matschke, kurz KDM, wäscht seine Hände in Unschuld. Im Gespräch mit der «Nordwestschweiz» nennt er die Aktion der deutschen Bundesanwaltschaft, die in einer Hausdurchsuchung in den Büros seiner Firma KDM Sicherheitsconsulting gipfelte, die «Aktion Wasserschlag».

Insgesamt 50'000 der total 90'000 Euro, die M. vom NDB erhalten hat, sollen an Matschke geflossen sein. 10'000 Euro soll er als Honorar erhalten haben. 40'000 Euro soll der Deutsche als «Motivationszahlungen» an «bislang unbekannte Personen weitergeleitet» haben, die an der Operation beteiligt gewesen sein sollen. So steht es, gestützt vorwiegend auf Angaben von M., im deutschen Haftbefehl.

Matschke sagt zur «Nordwestschweiz»: «Ich habe kein Geld gekriegt, keinen müden Euro.» Richtig sei allerdings: «M. war vor Jahren hier bei mir, und ich habe mich mit ihm über die Schweizer Steuer-CDs unterhalten. Er hat mich gefragt: Wie würdest Du da vorgehen? Dann haben wir philosophiert, was man machen könnte. Ende. Ansonsten habe ich mit der ganzen Geschichte nichts zu tun, aber auch nicht den Hauch», beteuert Matschke.

Und: «Ich kenne niemanden in Nordrhein-Westfalen im Finanzministerium oder in der Steuerfahndung, ich habe niemals mit irgendjemandem telefoniert. Ich habe überhaupt nichts getan in dieser Richtung.»

Geht es nach Matschke, dann gibt es gar keinen Maulwurf. Den hat Daniel M. erfunden. Die Sache mit den Steuerfahndern sei wohl die erste gewesen, die M. für den NDB erledigt habe. «Denn er wurde, wie ich gelesen habe, erst 2012 angeworben. Ich glaube, er musste einen Erfolg produzieren, um dort weiter angesehen zu sein. Das ist es, was ich vermute.» Also habe M. wohl den «Erfolg» mit der eingeschleusten Quelle bei Norbert Walter-Borjans produziert. Matschke vermutet: «Und M. sagte, um seine Ausgaben zu rechtfertigen, das Geld sei in einen Maulwurf investiert worden.»

Daniel M. kenne er vermutlich seit 2012, sagt Matschke. «Er ist mein Kooperationspartner für die Schweiz. Wenn wir in der Schweiz etwas haben, dann kriegt er das. Wenn er was in Deutschland hat, dann bearbeiten wir das für ihn. Immer nur im Auftrag für Kunden, nichts anderes.»

«Daniel M. wirkt total seriös, ein typischer Schweizer eben»

Klaus-Dieter Matschke

Dabei sei er ein guter Kooperationspartner gewesen. «Die Sachen, die wir bearbeitet haben, waren keine grossen Dinger. Ich denke, man kann ihn als zuverlässig bezeichnen.» Ist M. ein Hochstapler? Matschke zögert: «Mit Blick auf das, was ich jetzt weiss, kann ich das nicht mehr beurteilen.» Will heissen, früher hielt er M. nicht für einen Hochstapler, jetzt ist er aber nicht mehr sicher.

«Absolut gewinnender Typ»

Laut Matschke ist Daniel M. ein «sehr sympathischer, absolut gewinnender Typ. Er wirkt total seriös, ein typischer Schweizer eben.» Hatte er finanzielle Probleme: «Soviel ich weiss, waren seine Konten eingefroren bei dem Verfahren von Anfang 2015 in der Schweiz.»

Matschke will erst im Lauf des Jahres 2015 erfahren haben, dass Daniel M. für den NDB arbeitet. Und zwar, weil der Schweizer monatelang nicht erreichbar war, weil er bei der Schweizer Bundesanwaltschaft in Haft sass. Der Deutsche glaubt, dass M. ihn ganz gezielt ausgewählt hat als «Zeuge für die Einsetzung des Maulwurfs: «Er wollte jemanden haben, bei dem vom Schweizer Dienst niemand nachhakt. Das war bei mir so: Ich habe keine Kontakte zum Schweizer Nachrichtendienst.» (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SUPERDUKER 05.05.2017 09:47
    Highlight Highlight Und die ganze Schweizerische und Deutsche Detektivszene so:
    Benutzer Bildabspielen
  • Herbert Anneler 05.05.2017 08:59
    Highlight Highlight Oberster politischer Verantwortlicher dieser Schnüffelaffäre ist Bundesrat und ex-VBS-Vortseher Ueli M. In der obersten Leitung seiner Partei sitzt ein reicher Banker namens Thomas M. - ein fanatischer Kämpfer für das schweizerische Bankgeheimnis im Ausland und Inland. Der Rest erschliesst sich logisch. Uel M.: Gripen, Bodluv, USR3 und nun diese oberpeinliche Posse. Als blind ergebener Parteisoldat wird er politisch nie etwas Greifbares zustande bringen ausser Pleiten und Pannen.
    • Freddie 05.05.2017 10:17
      Highlight Highlight Krass 😒
    • Majoras Maske 05.05.2017 11:29
      Highlight Highlight Der Chef des NBD ist doch auch bei der SVP.
  • Scaros_2 05.05.2017 07:44
    Highlight Highlight Wird irgendwie immer lächerlicher das ganze Thema.
  • pamayer 05.05.2017 07:16
    Highlight Highlight Und jetzt?
    Wer wann was warum und warum nicht?

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Die umstrittene deutsche AfD-Politikerin lebt mit ihrer Partnerin in der Zentralschweiz – und hofft, dass es nicht wie in Biel endet.

Plötzlich schlug ihr in der Schweiz Feindseligkeit entgegen. Weil Alice Weidel, die Politikerin der Alternative für Deutschland (AfD), angeblich nicht in eine links geprägte Stadt wie Biel passe.

Weil Alice Weidel, die im Deutschen Bundestag sitzt, Sätze von sich gibt wie: «Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.» Gleichzeitig knüpfte sie aber in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel