Schweiz
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HANDOUT---Stewi / Waescheschirm

Die heutige Familienpolitik in der Schweiz begünstige die traditionelle Rollenteilung, sagt Michelle Beyeler.
Bild: STEWI AG WINTERTHUR

Interview

«Das Modell der Hausfrau hielt sich in der Schweiz viel hartnäckiger als anderswo»

Die Schweiz hinkt dem europäischen Ausland punkto Vaterschaftsurlaub und Elternzeit stark hinterher. Wie es dazu kam, und warum eine Auszeit nach der Geburt der Gleichstellung nicht in jedem Fall dient, sagt Politologin Michelle Beyeler im Interview.



Frau Beyeler, die Schweiz ist das einzige Land in Europa, das weder eine Elternzeit noch einen Vaterschaftsurlaub kennt. Wie kommt's?
Michelle Beyeler:
Das Schweizer System ist traditionell stark auf den Mann als Haupternährer ausgerichtet. Das Modell der Hausfrau hielt sich viel hartnäckiger als anderswo – auch, weil wir ein reiches Land sind und es sich viele Familien leisten konnten, dass nur ein Elternteil arbeitet. Zudem kann die Referendumsdemokratie hemmend wirken: Neuerungen werden nur zögerlich beschlossen. Schliesslich ging es auch fast 60 Jahre, bis eine Mutterschaftsversicherung eingeführt wurde.

Letzte Woche haben Familien- und Männerorganisationen eine Volksinitiative eingereicht, die einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub fordert. Welche Chancen geben Sie dem Anliegen?
Es wird schwierig, das Ständemehr zu erreichen. Sicher wird die Initiative aber die Debatte über Familienmodelle und die Rollenteilung bei Schweizer Paaren ankurbeln.

Bild

Michelle Beyeler ist Professorin für Familien-, Sozial- und Vergleichende Politik an der Berner Fachhochschule. bild: zvg.

Reichen denn vier Wochen Urlaub, um traditionelle Rollenmuster aufzubrechen?
Natürlich ist das nur ein Anfang. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen jedoch, dass ein solcher Daddy-Monat nachhaltig ist: Die Väter engagieren sich langfristig mehr in der Kindererziehung, weil sie von Anfang an in ihre Rolle finden. In der Schweiz bekommt ein Mann nach der Geburt des Kindes nicht länger frei als für einen Umzug – einen einzigen Tag. Der Gesetzgeber sendet so das Signal aus, dass die Kindererziehung Frauensache sei.

Elternurlaub in Europa

Elternurlaub

Bild: watson/ leo

Alle Länder um uns herum kennen eine Elternzeit, viele auch einen Vaterschaftsurlaub. Dann müssten die Paare in der EU also gleichberechtigter leben.
Nein, so einfach ist das nicht. Zum einen bestimmen kulturelle Faktoren, wie Männer und Frauen die Haus- und Erwerbsarbeit aufteilen. Und zum anderen ist Elternurlaub nicht gleich Elternurlaub: Ist er wie in Grossbritannien oder Spanien unbezahlt, besteht er nur darin, dass der Arbeitgeber die Stelle der Mutter oder des Vaters freihält. Viele Paare können es sich aber gar nicht leisten, länger ohne Lohn zu Hause zu bleiben. Dann existiert der Urlaub für viele Familien nur in der Theorie.

Bezahlung des Elternurlaubs

Elternurlaub

Bild: watson, leo

Es fällt auch auf, dass in manchen Ländern die Frau fast die gesamte Elternzeit allein bezieht – in Osteuropa etwa.
Bezieht die Mutter den grössten Teil des Urlaubs und bleibt dadurch im Extremfall mehrere Jahre zu Hause, wird ein Wiedereinstieg im Job erschwert. Eine solche Elternzeit zementiert die traditionelle Rollenteilung also eher, als dass sie die Gleichstellung fördern würde. Länder wie Norwegen, Schweden oder seit 2007 auch Deutschland versuchen dies zu verhindern: bei ihnen verfällt ein Teil des Elternurlaubs, falls nur ein Elternteil davon Gebrauch macht.

Aufteilung der Elternzeit zwischen Mann und Frau

Anteil Männer und Frauen am Elternurlaub

Bild: watson/ leo

Der Gedanke, dass der Staat Paaren eine gleichberechtigte Aufgabenteilung aufzwingen will, dürfte vielen Stimmbürgern nicht geheuer sein.
Wir müssen uns bewusst sein, dass der Staat immer Anreize schafft. Beim heutigen Modell wird die traditionelle Rollenteilung bevorzugt, da ausschliesslich die Mütter das Recht auf einen bezahlten Unterbruch der Erwerbsarbeit haben. Demgegenüber liesse ein Modell, bei dem Mutter und Vater gleich viel Urlaub zugute haben – beispielsweise je 14 Wochen –, den Eltern mehr Freiheiten bei der Wahl des Familienmodells.

Ein solches Modell wäre aber nicht gratis zu haben.
Es gilt zu überlegen, was die Investition langfristig bringt. Wenn sich die Paare die Erwerbs- und Familienarbeit stärker teilen, wird verhindert, dass gut ausgebildete Frauen ihren Job nach der Geburt des ersten Kindes an den Nagel hängen oder nur noch in einem kleinen Pensum arbeiten. Dies käme der Wirtschaft zugute. Aber auch die Allgemeinheit würde stark profitieren: Ziehen sich Frauen während der Beziehung ganz oder teilweise aus dem Erwerbsleben zurück, können sie im Falle einer Trennung oft keinen existenzsichernden Lohn mehr erwirtschaften. Damit steigt das Risiko, von Sozialleistungen abhängig zu werden.

Oft hört man, junge Paare seien heute perfekt gleichberechtigt – bis das erste Kind da sei. Das wird aber kaum nur am fehlenden Vaterschaftsurlaub liegen?
Nein, verantwortlich dafür sind ganz viele Rädchen im System: das Angebot an Krippenplätzen, die Schulzeiten der Kinder, die Arbeitszeiten der Eltern, das Steuersystem, die Subventionen für die Kinderbetreuung. Auch hier zeigt ein Blick über die Grenze, wie verschiedene Anreize zu unterschiedlichen Familienmodellen führen: In den Niederlanden ist es am verbreitetsten, dass beide Elternteile etwa 60 Prozent arbeiten. In Skandinavien, wo die externe Kinderbetreuung stärker ausgebaut ist, ist die Aufteilung 80/80 dagegen populärer.

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    Alle Leser-Kommentare
  • piedone lo sbirro 10.07.2017 14:43
    Highlight Highlight "frauen gehören an den kochherd"-politiker haben wir zuhauf in bundesbern.

    die SVP demonstriert es gerade wieder, indem sie gegen den vaterschaftsurlaub kämpft.
    statt unsere gut ausgebildeten frauen im arbeitsprozess zu halten, holen sie lieber hunderttausende zuwanderer.

    sexismus ist bei der weltwoche nichts außergewöhnliches. ob eine politikerin gut ist oder nicht, hängt für die wewo in erster linie mit ihrem geschlecht, ihrer sexualität und erotischen ausstrahlung zusammen.

    http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/67556/gute-politikerin-sexy-frau/#

    • stadtzuercher 10.07.2017 16:13
      Highlight Highlight finde es immer etwas befremdend, wenn für den vaterschaftsurlaub mit der gleichstellung der frau argumentiert wird.

      als wäre es nicht gut genug, dass etwas für väter getan wird...

    • Martiis 10.07.2017 16:33
      Highlight Highlight Wenn sich Frau und Mann um den Nachwuchs kümmern, hat das sehr wohl etwas mit Gleichstellung zu tun. Es kommt wahrscheinlich auch nicht von ungefähr, dass 70 % der Unterschriften für die Vaterschaftsurlaub-Initiative von Frauen stammen.
      http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/595c99c8ab5c373c69000001
    • stadtzuercher 10.07.2017 17:05
      Highlight Highlight martiiis, eben. gleichstellung muss nicht nur in eine richtung den frauen dienen, sondern auch den männern. und vaterschaftsurlaub ist nun mal etwas mehr gleichstellung für die männer. recht auf zeit mit den eigenen kindern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Vachereine 10.07.2017 13:35
    Highlight Highlight Die traditionelle Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau muss inhärent mehr Vorteile als Nachteile haben, kollektiv und individuell. Denn alle Völker haben eine solche geschlechtesbezogene Arbeitsteilung entwickelt. Trotz Jahrzehnte der Propaganda für eine geschlechterneutrale Arbeitsteilung, ist kein Trend dahin auszumachen.
    Es stellt sich also die Frage, wozu und weshalb von der traditionellen Arbeitsteilung abgekommen werden soll.
    Schade, dass der Artikel kein bisschen auf diese Fragen eingeht: Wozu das Ganze? Warum ist es nicht gut, wie es ist, bzw. wie es war?
    • who cares? 10.07.2017 14:30
      Highlight Highlight Stimmt hinten und vorne nicht. Bis in die 50er Jahre konnte es sich nur ein kleiner Bruchteil der Gesellschaft leisten, ein Elternteil zu Hause zu lassen. Vorher haben beide gearbeitet und die Kinder übrigens auch, wie es auch heute in den Entwicklungsländern noch der Fall ist. Ausserdem ist sehr wohl ein Trend auszumachen. Von der "traditionellen" Aufgabenteilung will insoweit abgekommen werden, dass Menschen ihren Lebensstil frei wählen können. Ich bin eine Frau und werde sicher nicht nach meiner Ausbildung zuhause sitzen. Dazu will ich Institutionen, die das ermöglichen.
    • phreko 10.07.2017 14:34
      Highlight Highlight Jetzt kannst du mir aber erstmal erklären was an der Benachteiligung der Frauen in den meisten Kulturen gut sein soll.
    • Mutzli 10.07.2017 14:37
      Highlight Highlight Kleiner Pro-Tip aus der Anthropo/Ethnologie: "Alle Völker haben..." gibts nicht. Gerade im Bezug auf Familien/Genderstruktur würde sich schon ein erster Blick in Grundlagen der Soziologie lohnen.
      Die "traditionelle" Arbeitsteilung als solche hat ohnehin, falls überhaupt, ab den 50ern existiert. Eine Bäuerin im Mittelalter konnte z.B. schlecht mal mehrere Wochen bei der Feldarbeit fehlen.
      Selbst falls ihre Hypothese gestimmt hätte, Sind die Meisten sind wohl z.B. ziemlich zufrieden nicht mehr an die Scholle gebunden zu sein oder moderne Medizin zu haben. Beides gar arg neu und untraditionell.
    Weitere Antworten anzeigen
  • na ja 10.07.2017 13:32
    Highlight Highlight Als ich, end 60er geborene, eine Lehrstelle als Goldschmiedin suchte, musste ich mir mehrmals anhören, dass sie Mädchen nicht ausbilden, weil eine 4 jährige Lehre rentiere eh nicht, weil sie dann heiraten.. hahaha!
    Vorallem, weil meine Eltern schon damals das heutige Familienleben führten. Abwechslungsweise arbeiten. Ich konnte so meinen Vater mehr "geniessen" als alle andern, meines Jahrgangs und möchte dies nicht missen.
    Aber frau wurde ja direkt in die Hausfrauenrolle hineingedrängt und man konnte wenig bis nix machen. Und heute hat das Wort "Hausfrau" ein richtig schlechtes Image.
  • stadtzuercher 10.07.2017 13:14
    Highlight Highlight "Schweiz einziges Land, das keinen Vaterschaftsurlaub oder Elternurlaub kennt"

    Irgendwie synonym für die Wertschätzung der Väterarbeit in der Schweiz. Väter gelten von links bis rechts einfach als Böhlimänner, die selber ausbaden sollen, was sie angerichtet haben...
    • who cares? 10.07.2017 14:33
      Highlight Highlight Huh? Schau mal in die Schweizer Legislative, in beiden Kammer besitzen die Männer die Mehrheit. Wenn sie wollten, könnten sie also recht viel ändern. Warum eigentlich nicht?
    • stadtzuercher 10.07.2017 15:19
      Highlight Highlight @whocares, deshalb schreibe ich ja 'von links bis rechts'. linke frauen wie rechte männer in politik und medien reden die rolle der väter klein und unwichtig.

      da liest man etwa im tagi-mamablog (darf man wohl als ultralinks bezeichnen) beiträge wie "Ja, die Ehe ist auch eine Versicherung (für die Frau)"
      https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/72779/ja-die-ehe-ist-auch-eine-versicherung/

      linke wie rechte politik im jahr 2017 in der schweiz ist väter-geringschätzend.
    • who cares? 10.07.2017 15:46
      Highlight Highlight Da habe ich wohl etwas vorschnell reagiert. Trotzdem würde ich gerne von dir (als Mann?) hören, was aus deiner Sicht die Gründe sein könnten. Ich als Frau kann es nicht nachvollziehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • meliert 10.07.2017 12:28
    Highlight Highlight war es wirklich so schlecht, als die Mutter Zuhause auf die Kinder und Haushalt schaute?
    Ich, geboren in den 1950er, hätte mir als Kind nichts anderes vorstellen können! Meine Mutter hat auf jeden Fall auch nie geklagt.
    • Yippie 10.07.2017 13:19
      Highlight Highlight Es geht ja auch nicht darum, dass "Model der Hausfrau" schlecht zu machen. Viel mehr ist es so, dass mit den aktuellen Gegebenheiten die Familien teilweise in dieses "Hausfrauenmodell" gedrängt werden.

      Es soll jede Familie selber entscheiden können, wie es seine Kinder aufziehen möchte und wer dabei wie viel arbeitet. Die Aufgabe des Staates ist es hier die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Ein erster Schritt wäre ein vernünftiger Vaterschaftsurlaub.
    • Walter Sahli 10.07.2017 13:29
      Highlight Highlight Wenn die Mutter damit glücklich bleibt, auf ihre Ausbildung pfeift, nie mehr einen anspruchsvollen Job anstrebt und der Vater nicht rumheult, wenn er für sie nach der Scheidung aufkommen muss, dann spricht nichts dagegen.
    • fabsli 10.07.2017 16:17
      Highlight Highlight Das in den 50ern die Frau zuhause blieb, war ein Phänomen dieser Zeit und kam mit der Industrialisierung auf. Der Mann verdiente genügend Geld, so dass die Frau zuhause bleiben konnte.
      Heute reicht das Geld eines durchschnittlich verdienenden Mannes wohl kaum aus, um eine Familie zu haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kEINKOmmEnTAR 10.07.2017 11:28
    Highlight Highlight Ich sehe es weiterhin nicht ein wieso wir Krippenplätze fördern sollten. Wer Kinder hat muss nicht 200% arbeiten sondern kann es sich aufteilen.
    • Pupsi 10.07.2017 13:25
      Highlight Highlight Kann es sich aufteilen, wenn man es sich leisten kann. Von können ist aber oft nicht die rede, da sonst der weg zum sozialamt der einzige ist, der bleibt. Und nein, jetzt nicht mit den Argument kommen "wer sich kinder nicht leisten kann, soll keine bekommen" diesen zustand haben wir schon, ergo tiefe geburtenraten usw.
    • kEINKOmmEnTAR 10.07.2017 15:03
      Highlight Highlight Doch, ich komme genau mit diesem Argument. Wer es sich nicht leisten kann soll es lassen. Niemand ist zu Kindern verpflichtet, sie sind ein schöner Luxus.
    • who cares? 10.07.2017 15:29
      Highlight Highlight Dieser Luxus zahlt deine AHV, deine Krankenversicherung, betreut dich im Altersheim...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Turi 10.07.2017 10:48
    Highlight Highlight Man hätte auch übertiteln können:
    «Das Modell des Zahlvaters hielt sich in der Schweiz viel hartnäckiger als anderswo»
    Dass man es nicht tut, ist wohl der ideologischen Einseitigkeit zu verdanken.
    • Greet 10.07.2017 11:44
      Highlight Highlight Interviewerin und Interviewte vertreten die Sicht der Frauen. Da ists verständlich, dass für sie die Rolle des Mannes eher sekundär ist.
    • Vachereine 10.07.2017 13:40
      Highlight Highlight @greet: Die Rolle des Mannes ist generell sekundär, nämlich die als nützliche Idioten.
    • Enttabuisierte Zone 10.07.2017 14:09
      Highlight Highlight «Das Modell des Zahlvaters hielt sich in der Schweiz viel hartnäckiger als anderswo»

      «Das Modell der Hausfrau hielt sich in der Schweiz viel hartnäckiger als anderswo»

      Zwei Seiten der gleichen Medaille.

    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 10.07.2017 10:25
    Highlight Highlight Viel wichtiger als staatlich finanzierter Elternurlaub wäre eine grössere Akzeptanz von Teilzeitstellen.
    Vor allem darf es nicht mehr sein, dass Teilzeitarbeit zum Karrierekiller wird!
    • TruchaConCebolla 10.07.2017 11:58
      Highlight Highlight Viel wichtiger ist es nicht, da beides sehr wichtig ist, um uns vom dunklen Mittelalter, indem wir diesbezüglich noch stecken, lösen zu können.
    • Karl33 10.07.2017 12:24
      Highlight Highlight Selbst wenn Teilzeitarbeit breit akzeptiert ist: der Wettbewerb um gute Stellen, Führungspositionen etc ist hart. Da bleibt selbst die Mehrheit der 100% Arbeitenden auf der Strecke. Es können scheinbar nicht alle Gewinner sein und Chefs werden. Es gibt viele Gründe, weshalb eine Karriere nicht mehr aufwärts geht. Teilzeitarbeit ist bloss einer von vielen.
    • Vachereine 10.07.2017 13:48
      Highlight Highlight @Karl33: Teilzeit ist ein Killkriterium in Karrierefragen.
      Wer nicht weit mehr als 100 % leisten kann und nicht 7 x 24 h abrufbar ist von der Firma, wer nicht von heute auf morgen irgendwo im Ausland eingesetzt werden kann für Tage, Wochen, oder auch Jahre, der scheidet für eine Karriere aus. Die meisten Väter wollen dies ihren Familien nicht zumuten und verzichten dankend auf eine Karriere.
      Mit Teilzeit gibt es keine Karriere.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Phrosch 10.07.2017 10:18
    Highlight Highlight In meiner Umgebung war "das Modell der Hausfrau" mehr Illusion als Realität. Meine beiden Grossmütter haben immer gearbeitet, um mit zu verdienen, beide jedoch zuhause, da auch der Arbeitsort ihrer Männer im eigenen Haus war. St.Galler Stickerei war eine "cortage industry". Auch meine Mutter war nur wenige Jahre "nur" Hausfrau und musste bald dazuverdienen, dies zu einer Zeit ohne Krippe, Mittagstisch oder Blockzeiten. Dass mein Vater zuhause nicht viel half, hatte mehr mit Arbeitszeiten zu tun als mit Unwille.
  • atomschlaf 10.07.2017 10:13
    Highlight Highlight Da es immer schwieriger wird, Altersrenten und steigende Sozialkosten zu finanzieren wäre ein Modell wie in Grossbritannien oder Spanien sinnvoll.

    Wer will, kann unbezahlten Elternurlaub nehmen und bekommt danach seine frühere Arbeitsstelle wieder.

    PS an jene, die jetzt wieder losjammern, das würden sich aber nicht alle leisten können: Die meisten Leute können sich nicht alles leisten, was sie gerne hätten!
    Die Allgemeinheit soll im Notfall den Grundbedarf sichern, aber keine Nice-to-Have-Goodies wie einen Elternurlaub finanzieren.
    • fabsli 10.07.2017 12:35
      Highlight Highlight Wäre vielleicht mal Zeit aus dem Atomschlaf aufzuwachen. Aber ja, belassen wir den Vaterschaftsurlaub bei einem einzigen gesetzlich vorgeschriebenen Tag. Der Umzug hat ja auch nur ein Tag. Tolle Idee!
    • atomschlaf 10.07.2017 13:16
      Highlight Highlight @fabsli: Ich finde ja einen Eltern- oder Vaterschaftsurlaub eine gute Sache, aber warum sollte die Allgemeinheit diesen finanzieren?
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 10.07.2017 13:23
      Highlight Highlight Wenn man einsieht, dass Vater und Mutter wichtig fürs Kind sind, warum bekommt die Mutter Zeit, der Vater aber nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lukas Brunner 10.07.2017 10:11
    Highlight Highlight Ich finde einen Vaterschaftsurlaub, der genau so lange geht wie der Mutterschaftsurlaub, zwingend nötig. Ohne einen solchen kann der Vater in den ersten Wochen nicht die nötige emotionale Bindung zum Kind aufbauen. Wahrscheinlich wiederhole ich auch nur zig-tausend Leute, aber es stimmt.
    • Red4 *Miss Vanjie* 10.07.2017 11:19
      Highlight Highlight Besser hätt ich es nicht formulieren können 👍
  • Donald 10.07.2017 10:05
    Highlight Highlight Liegt vermutlich auch daran, weil bei uns Dienstleistungen so teuer sind. Und das liegt wiederum daran, dass die Lohnschere relativ klein ist bzw. die tiefen Löhne verhältnismässig hoch.
    • TruchaConCebolla 10.07.2017 12:00
      Highlight Highlight "Die Lohnschere relativ klein" Das kann nur von jemandem kommen, der sich "Donald" nennt..
    • FancyFish - Stoppt Zensur! 10.07.2017 12:10
      Highlight Highlight Real gesehen vielleicht schon, aber die Lebenshaltungskostem sind ebenfalls sehr hoch, weshalb viele im Ausland einkaufen
    • Alnothur 10.07.2017 13:05
      Highlight Highlight Tubel500 macht seinem Namen alle Ehre.
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Neue Zahlen zeigen: So steht es um die Gleichstellung in der Schweiz

Das Bundesamt für Statistik (bfs) hat am Montag Zahlen zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweiz veröffentlicht. In manchen Bereichen wie in der Bildung und in der Erwerbstätigkeit gibt es Erfolge zu vermelden, noch sind aber nicht alle Ungleichheiten beseitigt. Hier ein Überblick.

In Sachen Bildung haben die Frauen die Männer überholt. 1999 absolvierten nur 9,8 Prozent der 25- bis 34-jährigen Frauen eine Ausbildung auf Hochschulniveau, bei den gleichaltrigen Männern waren es 14,4 Prozent.

Im Jahr 2018 hingegen verfügen 42,3 Prozent der jungen Frauen über einen Abschluss auf Tertiärstufe. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 34,7 Prozent. Ebenfalls erfreulich: Immer mehr Frauen wagen sich in bisher von Männern dominierte Fächer vor.

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