Schweiz
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epaselect epa06238383 A protestor wears a niqab during a demonstration against a full-face veil ban in Vienna, Austria, 01 October 2017. The new law bans full-face veils in public places from 01 October 2017 on and says faces must be visible from the hairline to the chin. It bans burkas, niqabs, medical face masks or clown makeup.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

«Wichtig ist auch, dass die Schüler sensibilisiert werden», sagt Silvia Steiner, Bildungsdirektorin des Kantons Zürich.   Bild: EPA/EPA

So gehen Schulen in Zukunft gegen Radikalisierung und Extremismus vor

Die Schweiz sagt dem Terrorismus den Kampf an. Heute präsentierten Bund, Kantone und Gemeinden einen gemeinsamen Aktionsplan. Ein Aspekt will das Thema Radikalisierung und Extremismus auch in den Schulen vermehrt diskutieren. Silvia Steiner, Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, erklärt wie das im Detail aussieht.  

04.12.17, 19:16 04.12.17, 22:11


Bund, Kantone und Gemeinden wollen gemeinsam gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus vorgehen. Am Montag haben Vertreterinnen und Vertreter der drei Staatsebenen einen nationalen Aktionsplan mit 26 Massnahmen präsentiert.

Punkt 9 auf dem Aktionsplan bringt die Thematik auch in die Schulen. Es soll Lehrmittel und pädagogisches Material sowie Projekte zum Thema Radikalisierung geben. Silvia Steiner, Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, sprach mit watson über die konkrete Umsetzung in den Schulen und erklärte, warum es wichtig ist, dass Lehrer und Schüler für das Thema sensibilisiert werden. 

Dr. Silvia Steiner, Zuercher Regierungsraetin und Vorsteherin der Bildungsdirektion spricht anlaesslich einer Medienkonferenz unter dem Titel

Die Zürcher Regierungsrätin und Vorsteherin der Bildungsdirektion Dr. Silvia Steiner. Bild: KEYSTONE

watson: Frau Steiner, wird es in Zukunft an Zürcher Schulen ein Schulfach zum Thema Radikalisierung eben?
Silvia Steiner: Nein, das wird es nicht geben. Radikalisierung und Extremismus ist eine von zahlreichen Formen von Gewalt. Wichtig ist vor allem, dass in der Schule klar gesagt wird, dass keinerlei Formen von Gewalt akzeptiert werden. Die Schule ist darauf ausgerichtet ein tolerantes und gewaltfreies Zusammenleben zu vermitteln.

Der Aktionsplan sieht auch vor, dass Lehrmittel zum Thema Radikalisierung und Extremismus geschaffen werden…
Es gibt bereits zahlreiche Lehrmittel die diese Thematik im Ansatz behandeln. Auch der aktuelle Lehrplan sieht bereits wichtige Präventionselemente vor. So zum Beispiel in den Fächern Religion und Kultur oder in der Erziehung zur Staatsbürgerschaft. Es gibt beispielsweise ein sehr schönes Demokratie Lehrmittel mit dem Titel «Mein Demokratiejournal», das ist sicher ein guter Ansatz.

Der nationale Aktionsplan (NAP) sieht auch Projekttage zum Thema Radikalisierung vor. Wie muss man sich das konkret vorstellen?
Das ist eine sehr operative Frage. Die Bedürfnisse in der Stadt Zürich sind sicher anders gelagert als beispielsweise in Bauma oder Bäretswil. Das heisst, die konkrete Umsetzung sieht anders aus. Der Kanton gibt nicht konkret vor, welche Methoden gewählt werden um die Schüler für das Thema zu sensibilisieren. Die Schulen sollen frei entscheiden. Wir wollen den Lehrpersonen keine spezifischen Vorgaben geben.

Das heisst, die Lehrer müssen individuell reagieren.
Genau. Das ist aber bei jeglicher Form von Gewalt so. Wenn eine Lehrperson das Gefühl hat, dass ein Kind geschlagen wird, muss sie genauso reagieren, wie wenn sie Anzeichen für eine Radikalisierung sieht. Wichtig ist aber auch, dass die Schüler sensibilisiert sind und sich an die Lehrperson wenden können, wenn sie das Gefühl haben, jemand verhalte sich ungewöhnlich.

Was muss eine Lehrperson im konkreten Fall tun?
Wenn eine Lehrperson sieht, dass es gewisse Anzeichen für ein gewalttätiges Verhalten bei einem Schüler gibt, muss sie darauf reagieren. In den Schulen gibt es dafür ein Merkblatt mit Informationen und Adressen zuständiger Fachstellen. An diese Ansprechpersonen können sich die Lehrpersonen wenden. Das ist sehr wichtig. Die Verantwortung soll nicht allein auf der Lehrperson liegen.

ZUR OEFFENTLICHEN BERATUNG AM BUNDESGERICHT IN LAUSANNE, BEZUEGLICH DEN BESCHWERDEN VON DREI PERSONEN, DIE AN DEN FEIERLICHKEITEN AM 1. MAI 2011 IN ZUERICH VON DER POLIZEI EINGEKESSELT WURDEN, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 20. APRIL 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - A masked man runs in front of riot police after a labour day demonstration in Zurich, Switzerland, Sunday, on May 1, 2011. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Gewalt äussert sich in ganz verschiedenen Formen: Demonstrant am 1. Mai.  Bild: KEYSTONE

Bringt der beschlossene NAP viele Veränderungen für die Schulen?
Wir sind bereits gut aufgestellt und haben das, was der NAP vorgibt, umgesetzt. Ich finde den Aktionsplan aber eine sehr gute Sache. Er hat eine klare Botschaft, und zwar, dass wir Gewalt in jeglicher Form missbilligen. Das Wichtigste ist, dass die Lehrpersonen die richtigen Instrumente haben, um darauf zu reagieren. Sie vermitteln Regeln des friedlichen Zusammenlebens. Die Erziehung zum Frieden beginnt mit Höflichkeit.

Diese Lehrer-Typen kennst du bestimmt ...

Video: watson

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dding (@ sahra) 04.12.2017 23:32
    Highlight Solange sie es nicht einmal schaffen, die Mädchen ins Klassenlager od. Schwimmunterricht zu holen, wie wollen sie da etwas gegen Radikalisierung erreichen?
    12 4 Melden
  • seventhinkingsteps 04.12.2017 23:10
    Highlight Beziehen sich diese neue Bemühungen im Aktionsplan eigentlich ausschliesslich auf religiöse Radikalisierung oder auch auf politischen Extremismus?

    Ich kenne einige im Teenager Alter und viele sind in Whatsapp-Gruppen unterwegs, in denen sehr geschmacklose Bilder und Witze unter dem Deckmantel des schwarzen Humors geteilt werden.

    Nicht, dass ich unbedingt was gegen schwarzen Humor habe, aber ich habe Angst davor, dass Rechtsextreme über diese Art der Kommunikation eine Generation erreichen kann, die zunehmend politisches Desinteresse zeigt.
    6 4 Melden
    • Radesch 05.12.2017 09:07
      Highlight Hallo, gerade Schwarzer Humor führt, meiner Meinung nach, zu einer vertieften Reflexion von brisanten Themen.

      Jeder Holocaust- oder Irankrieg-Witz hat eben irgendwo doch einen wahren Kern und manchmal sogar geschichtliche Evidenz.

      Abgesehen davon sind Witze eben Witze. Egal wie geschmacklos sie einem erscheinen mögen. Politischen Einfluss haben diese fast gar nicht. Und es sind übrigens nicht nur wir "jungen" die darauf stehen.

      Es gibt durchaus auch ältere die gerade mit Humor schreckliche Erlebnisse verarbeiten können.
      5 0 Melden
    • Roterriese 05.12.2017 15:47
      Highlight Ich habe mehr Angst vor der stattfindenden Indoktrinierung der heutigen Jugend durch linksextreme Einrichtungen wie z.B. die Reithalle unter dem Deckmantel der "Kultur".
      3 3 Melden
    • seventhinkingsteps 05.12.2017 23:41
      Highlight @roterriese

      "Extremismus" ist in diesem Fall immer eine Fremdzuschreibung und das macht den Begriff nicht einfacher.

      Zu behaupten, in der Reithalle würden linksextreme Ansichten verbreitet, ohne uns zu erklären was du persönlich unter Linksextremismus verstehst ist kein Argument.

      Nur so im Vorhinein: Kapitalismuskritik und die Forderung nach einem demokratischen Sozialismus sind nicht linksextrem, so lange die Prinzipen von Demokratie, Gewaltenteilung, Menschenrechte, Meinungsplurarismus etc. nicht angefriffen werden.
      1 1 Melden
  • Oxymora 04.12.2017 20:33
    Highlight Wenn Religion ein Präventivelement gegen Radikalisierung und Extremismus ist; dann ist Sauerstoff und Benzin ein ideales Gemisch zum auffüllen von Feuerlöschern.
    57 14 Melden
  • Rumbel the Sumbel 04.12.2017 20:32
    Highlight Die Terror Zelle von Schaffhausen wurde verurteilt aber nicht ausgeschafft. Warum? Weil sie in ihrem Herkunftsland als verfolgt und gefährdet gelten. Wenn Terroristen, Unterstützer oder Kriminelle mehr gelten als die Schweizerbevölkerung, wird sich nie was ändern.
    43 16 Melden
    • Radesch 04.12.2017 21:04
      Highlight Pardon, solche Kommentare lese ich immer öfters in letzter Zeit.

      Eine Ausschaffung hat meist folgende Punkte an denen sie Scheitert:

      - Herkunftsland will nicht
      - Herkunftsland unsicher
      - Behörden können nicht (Urteil des Richters)

      Also in 2 von 3 möglichen Problematiken können wir Schweizer relativ wenig machen. Wenn das Land gerade unsicher ist, will es ja selbst keine Verbrecher. Auch die dritte Möglichkeit ist schwierig handzuhaben, da die Menschenrechte eben auch für Terroristen gelten.

      Das ist immer so im Leben. Die gleichen Rechte die einen Terroristen schützen, schützen auch dich.
      19 29 Melden
    • Troxi 04.12.2017 21:45
      Highlight Es gibt noch einen anderen Punkt an dem es oftmals scheitert ein Rückschaffungsvertrag fehlt, was bei Radesch‘s ersten Punkt hineingeht.
      17 0 Melden
    • Rumbel the Sumbel 05.12.2017 05:36
      Highlight Terrorist und Menschenrecht!!!!
      3 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • seventhinkingsteps 04.12.2017 20:10
    Highlight > Gewalt in jeglicher Form missbilligen

    Ich verstehe schon was sie meint, aber das stimmt nur wenn man Gewalt auf Formen beschränkt, die uns als abnormal vorkommen. Als normal geltende Gewalt wird aif jeden Fall gebilligt.
    22 6 Melden
  • VVS 04.12.2017 19:38
    Highlight Also, schön und gut, aber wenn die Typen frei umherlaufen, hat es die Politik immer noch nicht geschnallt, aber naja, das kommt davon wenn man dann alle sozialisiert und denkt alle spielen nach den Regeln.
    30 10 Melden

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