Schweiz
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ARCHIVBILD ZUR PRESSEKONFERENZ DES SCHWEIZERISCHEN BAUERNVERBANDES ZUM THEMA PFLANZENSCHUTZ, AM MITTWOCH, 21. JUNI 2017 - Ein Gemuesebau-Experte der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Waedenswil ACW testet am 15. Juli 2009 in Waedenswil im Kanton Zuerich neue Pflanzenschutzmittel fuer Gemuesekulturen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Pestizide können der Artenvielfalt schaden. Bild: KEYSTONE

Interview

Pestizide bedrohen die Artenvielfalt – jetzt verteidigen sich die Bauern

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bedrohen die Artenvielfalt in kleinen Bächen. Die Bauern wollen den Einsatz von Pestiziden deshalb weiter reduzieren und verbessern.

Philipp Lenherr / ch media



In den vergangenen Wochen wurden gleich zwei Studien publiziert, die den schädlichen Einfluss von landwirtschaftlichen Pflanzenschutzmittel zum Thema haben. Vor allem in kleinen Gewässern sind die nachgewiesenen Konzentrationen teilweise so hoch, dass sie der Artenvielfalt schaden. Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands, erklärt, was die Bauern dagegen unternehmen wollen.

Die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen zur Pestizidbelastung in Schweizer Gewässern tönt alarmierend. Setzen die Bauern zu viele Pflanzenschutzmittel ein?
Ferdi Hodel: Die Studien sind uns teilweise bereits seit längerer Zeit bekannt, wir haben uns auch schon oft mit der Thematik beschäftigt. Wir nehmen die Resultate ernst. Die Sensibilität für das Thema hat bei den Bauern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Jeder Landwirt ist bemüht, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu optimieren.

Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands: «Jeder Landwirt ist bemüht, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu optimieren.»

Bild: © LAB

zur Person

Ferdi Hodel ist Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands.

Trotzdem ist das Ergebnis doch erschreckend: In fünf von fünf untersuchten kleinen Bächen in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten wurden teilweise bedenklich hohe Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln festgestellt.
Diese fünf Bäche wurden aber nicht zufällig ausgewählt, sondern wurden lediglich ausgewählt, weil sie aufgrund früherer Untersuchungen als problematisch gelten. Bei dem grössten Teil der Gewässer ist die Situation sogar sehr erfreulich. Aus den Ergebnissen der Studie kann also keinesfalls geschlossen werden, dass es ein generelles Problem mit Pflanzenschutzmitteln in allen möglichen Gewässern gibt. Tendenziell eher betroffen sind aber beispielsweise sehr kleine Gewässer in Gebieten mit vielen Spezialkulturen, weil dort der Verdünnungseffekt nicht stark genug ist.

Was tut die Landwirtschaft, um die Situation bei speziell betroffenen Gewässern zu verbessern?
Wir haben 2017 in Absprache mit den Behörden den Aktionsplan Pflanzenschutz eingeführt. Darin enthalten sind 50 Massnahmen, die gerade für kleine Gewässer Verbesserungen bringen werden. Für uns ist es natürlich etwas frustrierend, jetzt mit Ergebnissen aus Messungen konfrontiert zu werden, die vorgenommen wurden, bevor die getroffenen Massnahmen umgesetzt sind. Für uns ist relevant, was der Aktionsplan bringt. Bis dazu Erkenntnisse vorliegen, dürfte es noch ein oder zwei Jahre dauern.

Aber das Problem ist ja nicht neu. Was wurde denn in den vergangenen Jahren gemacht?
Es gibt immer wieder Veränderungen bei den eingesetzten Mitteln. Einzelne Pflanzenschutzmittel verschwinden, neue kommen hinzu. Selbstverständlich sind wir dabei bemüht, möglichst solche Mittel zu verwenden, welche für Kleinwasserlebewesen unproblematisch sind. Wir setzen generell nur Pflanzenschutzmittel ein, die einen langen und sehr detaillierten Bewilligungsprozess durch die Bundesverwaltung bestanden haben und als bedenkenlos eingestuft wurden.

Auch die Konsumenten verlangen von der Landwirtschaft natürliche, unbelastete Produkte. Wäre eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln nicht auch ein wirtschaftlicher Vorteil?
Als problematisch gelten ja vor allem Herbizide sowie Glyphosat. Da haben wir in den vergangenen Jahren den Einsatz bereits um rund 50 Prozent reduzieren können. Wir haben aber auch regelmässig Zielkonflikte. Wenn die Ernte durch eine Krankheit bedroht wird, müssen wir eingreifen. Sonst gibt es unter Umständen einen Totalausfall. Und der Konsument will eben nicht nur gesunde Produkte, sondern auch möglichst gut aussehende. Flecken oder andere Unregelmässigkeiten kommen nicht gut an.

Im Zweifelsfall also doch lieber einmal mehr spritzen?
Nein, auf keinen Fall. Spritzen ist für die Bauern mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden. Kein Bauer setzt unnötig oder leichtfertig Pflanzenschutzmittel ein. Erst wenn eine gewisse Schwelle überschritten ist, werden gezielt Mittel eingesetzt.

Was können die Konsumenten tun? Vermehrt biologisch hergestellte Produkte kaufen?
Wichtig ist das Vertrauen in unsere heimischen Nahrungsmittel. Bezüglich Bio soll man wissen: Rund 40 Prozent der eingesetzten Pflanzenschutzmittelmenge stammt von Mitteln, die ebenfalls in der biologischen Landwirtschaft verwendet werden. Dabei handelt es sich um Mittel natürlichen Ursprungs, beispielsweise Tonmineralien, Kalk oder Schwefel. Denn auch Biobauern geraten in Situationen, in denen sie Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen. Und auch solche Mittel können zu Problemen führen, beispielsweise zu Schwefelrückständen in den Böden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Mueller (1) 07.04.2019 19:55
    Highlight Highlight Ich würde gerne Früchte und Gemüse mit Flecken kaufen, aber das kann man nicht. Man könnte es billiger anbieten oder verarbeiten. Aber weder Bauern noch vorallem der Detailhandel wollen auf diese Marge verzichten...
  • redneon 07.04.2019 14:41
    Highlight Highlight Wenn ich das Titelbild anschaue. Kommen mir sehr sehr sehr fiele Zweifel wie unbedenklich die Konventionelle Landwirtschaft ist in der gelobten Schweiz
  • Tata Sarita 07.04.2019 14:39
    Highlight Highlight Sehr schwierig, ein Thema umfassend zu dokumentieren, m.M. kann nicht alles aus einer Untersuchung an 5 Bächen abgeleitet werden. Deswegen geh ich raus und spreche mit den Leuten. Hab letztes Mal mit einem Gärtner gesprochen, der sich exklusiv nur um Golffelder kümmert. Er hat mir sein „Arsenal“ von Dünger und Pestiziden gezeigt 😱 Hab das bei einem Bauer noch nie gesehen!
    Übrigens hat ein Bio-Bauer-Freund von mir letztes Jahr Bio-Mais-Körner zum Anpflanzen genommen. Er wollte es wissen. 10% Ertrag, die Körner wurden schon in der Erden von Rotwürmern aufgefressen.
    Tja, wo fangen wir an?

  • redneon 07.04.2019 14:20
    Highlight Highlight Schaut euch diesen Film an.

    https://www.arte.tv/de/videos/079393-000-A/wie-schaffen-wir-die-agrarwende/

    Da wir sehr gut aufgezeigt wo die Problematik ist! Und in welche Richtung sich die Agrarpolitik hin bewegen muss.

    Was der Herr da Sagt ist typisches Schweizer kleingeistiges herzuschieben von den Problemen....
  • Flexon 07.04.2019 13:42
    Highlight Highlight "Wichtig ist das Vertrauen in unsere heimischen Nahrungsmittel."

    🤣🤣🤣 😇😇😇
  • Firefly 07.04.2019 10:55
    Highlight Highlight Ich dachte immer, wenigstens schauen, die subeventionierten Bauern zur Umwelt... aber diese Ansicht muss wohl revdiert werden. Es gibt für mich nun keinen Grund mehr, wieso die Landwirtschaft in der Schweiz speziell geschützt werden sollte.
    • Mutzli 07.04.2019 12:35
      Highlight Highlight @Firefly

      Jein. Gibt natürlich auch Leute und Bereiche in der Landwirtschaft in der aktiv etwas für die Umwelt getan wird, bzw. Bau von Kleinstrukturen für Reptilien, Magerwiesen für Insekten etc.

      Die pauschal verbreitete Meinung Bauernhof=Natur bzw. Bauer=gut für die Umwelt stimmt allerdings wirklich gar nicht. DIe meisten intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen sind aus Sicht der Biodiversität Wüsten & um vieles schlechter als viele Stadtparks z.B.

      DIe Pestizidbelastung & Überdüngung der Gewässer ist momentan noch einiges Schlimmer für die Biodiv. als der Temperaturanstieg
  • DonDude 07.04.2019 10:08
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man endlich mal das Begüllen der Grünflächen verbieten.
    Oder scheisst ihr auch auf euren Salat bevor ihr ihn verspeisen tut? Möchte nicht wissen inwiefern sich dies auf die Gesundheit der Kühe und deren Milch auswirkt.
    • cgk 07.04.2019 15:21
      Highlight Highlight Blödsinn, DonDude: Gülle ist ein natürlicher Dünger, er wird weder auf Salat, noch auf Gras, welches gefressen wird gesprüht. Ohne Düngung hätten wir auch hier akuten Mangel an Nahrungsmitteln. Solche Aussagen wie deine bestätigen mir, wie viele null Ahnung vom Thema Landwirtschaft haben und trotzdem das Gefühl haben, ihren Senf dazu geben zu müssen.
    • Drbueb 07.04.2019 15:41
      Highlight Highlight Naja, die Nährstoffe müssen irgendwie auf die Wiesen kommen. Und die Kühe grasen nicht auf der frisch begüllten Wiese, sondern suf ausgewachsenen Wiesen wo von der Güllr nur noch der Dünger übrig ist.
    • Maese 07.04.2019 17:50
      Highlight Highlight Nun, bei dir besteht Aufklärungsbedarf.
      Kein einziger Landwirt dert Welt trägt Dünger auf eine erntereife Pflanze aus. Wenn geerntet wird, seis Demeter, Bio, konventionell, werden Nährstoffe aus den Feldern abgeführt. Diese essen wir um leben zu können. Ohne eine Rückfuhr würden die Böden verarmen. Das kann durch organische Dünger geschehen oder Mineraldünger.

      Wenn ein Landwirt eine Kultur anbauen will, muss eine genügende Versorgung mit Nährstoffen sichergestellt werden und zwar vor der Saat oder während dem Wachstum.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 07.04.2019 10:08
    Highlight Highlight Auf der anderen Seite stehen die KonsumentInnen, die einen "lampigen" Salat im Regal liegen lassen und die immer anspruchsvoller werden, was das Aussehen und die Preise von Lebensmitteln angeht.
    Während die Kleiderschränke so voll sind, das bereits begehbare Kleider-Zimmer angeboten und ausgestattet werden, während die Autos auf den Strassen immer mehr Präsidenten-Karossen gleichen und die Leute um die Welt jetten, als ob das dem Klima völlig egal wäre (es ist dem Klima auch egal, aber es ändert sich) treibt der Volkssport des Pfennigfuchser-Mäkelns über Lebensmittelpreise immer neue Blüten...
  • Markus97 07.04.2019 10:03
    Highlight Highlight Wisst ihr was überhaupt keine Pestizide benötigen würde? Genetisch veränderte Pflanzen. Aber die gelten ja aus unerklärlichen Gründen als total nicht Grün.
    • Leider Geil 07.04.2019 10:24
      Highlight Highlight Soso, die Praxis zeigt aber eine ganz andere Realität.
    • Ribosom 07.04.2019 11:15
      Highlight Highlight GVO benötigt nur theoretisch keine Pflanzenschutzmittel. Saatgut von Monsanto und Syngenta hingegen brauchen Pestizide von Monsanto und Syngenta. Die Firmen machen sonst ja kein Gewinn.

      Wie wäre es mit alten Pflanzenarten, die zwar weniger Ertrag geben dafür resistent sind gegen Schädlinge?

      Wie wäre es, wenn auch fleckiges und krummes Gemüse ver- und gekauft wird?
    • Markus97 07.04.2019 14:13
      Highlight Highlight @stuja Das Problem mit klassischen Pflanzensorten ist ihre enorme ineffizienz. Man kann sich die Frage stellen: Was ist besser für die Umwelt 4 Hektar Biogemüse (Welches übrigens auch mit umweltschädlichen Mitteln gedüngt und gespritzt wird) oder 3 Hektar Wald und 1 Hektar genetisch modifizierte Pflanzen welche technisch gesehen weder gedüngt noch gespritzt werden müssen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • fluh 07.04.2019 09:29
    Highlight Highlight Gift auf esssen spritzen. Wie kann man drauf kommen, dass dies eine gute idee ist?
    Ich kauf nur bio.
    • Markus97 07.04.2019 18:35
      Highlight Highlight Bio wird einfach mit natürlichen Giften gespritzt. Die sind aber trotzdem giftig....
  • G. Doobie 07.04.2019 08:17
    Highlight Highlight Passend zum Thema:
    Wie schaffen wir die Agrarwende?
    Die Doku zeigt sehr gut auf, wie verseucht unsere Böden bereits sind und wie die Giftmengen reduziert werden könne
    Play Icon
  • Nick Name 07.04.2019 07:38
    Highlight Highlight Vielleicht sollten wir mal bei den Begriffen ansetzen?
    «Konventionell» ersetzen durch «mit Gift behandelt».
    «Biologisch» ersetzen durch «konventionell».

    Der heutige Usus ist pure Augenwischerei bis Lüge.
    • Pafeld 07.04.2019 09:18
      Highlight Highlight Die Behauptung, dass Bio ohne "Chemie" auskäme, ist nichts anderes als ein lächerlicher PR-Gag. Der Einsatz ist einfach ein bisschen strenger reglementiert und mehr nach "glauben" als nach "wissen" eingestuft. Aber Bio verwendet genauso Gifte. Weil es eben nicht anders geht ohne massive Einbussen in Menge und Qualität.
    • Nick Name 07.04.2019 23:23
      Highlight Highlight @Pafeld: Zumindest ich habe nirgendwo «behauptet», «Bio» käme ohne Chemie aus.
      Aber alles ab dem Komma sagen Sie bitte mal ein paar wirklichen Bio-LandwirtInnen ins Gesicht.
  • *sharky* 07.04.2019 06:58
    Highlight Highlight Ich glaube ihm (fast) kein Wort!

    "Schweizer Landwirtschaft schadet der Umwelt
    «Der OECD-Bericht bestätigt, dass die Schweizer Landwirtschaft grosse Umweltprobleme verursacht. Der überdurchschnittlich hohe Pestizideinsatz und die Stickstoffüberschüsse durch Futtermittelimporte sind nur die offensichtlichsten Mängel..." (Nov. 2017)

    http://naturschutz.ch/news/hoechste-zeit-zu-handeln/120382

    "Im Vergleich zu den umliegenden Staaten spritzen die Schweizer Bauern überdurchschnittlich viel.

    https://www.infosperber.ch/Umwelt/Pestizide-theoretisch-letzte-Wahl-real-uberall
  • DerDude 07.04.2019 06:50
    Highlight Highlight Es gibt nur eine Lösung: komplettes Verbot von synthetischen Pestiziden! Wie doof sind wir dass wir unser eigenes Essen vergiften und obendrein unsere Lebensgrundlage zerstören?!
    • Pafeld 07.04.2019 09:23
      Highlight Highlight Wie doof sind wir, dass wir völlig hysterisch von "synthetischen Pestiziden" schwafeln, ohne auch nur ansatzweise zu berücksichtigen, wie giftig denn ein Pestizid wirklich ist? Zum Glück sind wir von diesem veralteten Weg abgekommen. Und desshalb konnte man auch den Grenzwert von Glyphosat hochsetzen. Weil es eben viel weniger giftig ist, als vergleichbare Herbizide.
    • rodolofo 07.04.2019 10:15
      Highlight Highlight Medikamente und Kunststoffe könntest Du dann auch gleich noch mit verbieten.
      Und teilweise wäre das wohl auch nicht mal so schlecht und würde neue Kräfte aktivieren, die wir noch nicht kennen!
      ALLES hat zwei Seiten.
      Kunststoffe sind wunderbar, WENN sie recycelt und fachgerecht entsorgt werden.
      Ansonsten werden sie zur Plage.
      Mikro- und Makro-Plastik ist vermutlich noch giftiger und schädlicher, als die Pestizide und Pestizid-Rückstände.
      Und wie ist es mit dem Feinstaub aus Pneu-Abrieb in unserer Luft? Der lagert sich dann auch auf Bio-Feldern ab, zusammen mit dem Mikro-Plastik...
    • vivikola 07.04.2019 10:24
      Highlight Highlight Ja aber dan müssen wir synthetische Pestizide für alle verbieten. Das bedeutet man darf es nicht mehr in farbe mischen=hauswand muss alle 5 jahre gestrichen werden weil sie grün wird. 50% der Kosmetikprodukte, sei es schminke oder Shampoo fallen dadurch auch weg. Aber das interesiert niemand
  • daenu 07.04.2019 04:57
    Highlight Highlight bauernverband geschwätz. die schweizer bauern setzen mit abstand am meisten pflanzenschutzmitel ein pro quadratmeter landwirtschaftsfläche. die schweizer landwirtschaft ist gesamthaft gesehen vermutlich die intensivste weltweit. der bauernverband ist eine sehr erfolgreiche marketing- und lobbying-maschine welche uns heile welt vorgaukelt und via subventionen doppelt und dreifach zahlen lässt.
    • Maese 07.04.2019 07:46
      Highlight Highlight Wie begründest du deine Vermutung? Landwirte in der Schweiz dürfen Pflanzenschutzmittel nur nach dem Schadschwellenprinzip einsetzen. Das ist eine von verschiedenen Voraussetzungen um den ÖLN (Ökologischer Leistungsausweis) zu erfüllen. Dieser wederum ist Vorgabe für Direktzahlungen.
      Was den Einsatz betrifft muss man sich die Frage stellen: Sind GVO (Gehnveränderteorganismen) besser als Pflanzenschutzmittel? Weiter ist die direkte Anwendung auf ein Produkt verboten oder mit Absetzfristen verbunden.

      Und zum Schluss: Landwirte in der Schweiz erhalten grösstenteils keine Subventionen.
    • Maese 07.04.2019 07:48
      Highlight Highlight Fortsetzung: Direktzahlungen ist das passende Wort. Diese sind imGegensatz zu Subventionen an direkte Leistungen gebunden.
    • vivikola 07.04.2019 10:28
      Highlight Highlight Daenu wi kommst du auf so etwas?
      Wen du alleine in deutschland schaust siehst du das deine aussage falsch ist. In deutschland fahren sogar die bio Bauern mit Pestiziden durchs Feld. Weil es einfach kein kontrollorgan gibt. Zudem spritzen sie glyphosat in den reifen Weizen. So etwas is bei uns unvorstellbar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domino 07.04.2019 04:27
    Highlight Highlight Meine Erkentniss (als Politisch eher rechter Mensch): Früher gabs in meinem Umkreis 10-20 grosse Waldameisenhaufen; heute 0 (Null). Die Autobahn durchschneidet den Dorfbach: heute hat er viel weniger Wasser, nach einer längeren Trockenzeit ist er schwarz vom Reifenabrieb & nach dem Winter salzig wie das Tote Meer.

    Meine 2 Katzen hatten letztes Jahr 2-5 Zecken pro Tag. Dieses Jahr sind es 8-16 Zecken (ü. 200 Zecken im ‘19); entweder es fehlen die natürlichen Feinde (andere Insekten), es hat zuviele Wirte oder die Bauern haben mit ihrer Chemiekeule die Natur aus dem Gleichgewicht gebracht.
    • Borki 07.04.2019 07:18
      Highlight Highlight Die Zunahme der Zecken könnte tatsächlich (neben anderen Faktoren) etwas mit der Abnahme der Waldameisen im Mittelland zu tun haben.
      Die Waldameisen gehen wiederum u.a. zurück, weil in vielen Wäldern die Nadelhölzer reduziert werden. Was aber aus Sicht Natur auch besser ist.
      Schlussendlich ziemlich komplexe Zusammenhänge, die wir noch lange nicht ganz verstehen.
      *Klugscheisser off
    • Hans007 07.04.2019 09:37
      Highlight Highlight Noch vor wenigen Jahren gab es in unserem Dorf in jedem Stall einige Schwalbennester, heute Null. Igel Null, Feldhasen Null, Amseln und Meisen fast Null. Da soll doch einer behaupten, unsere Umwelt sei in Ordnung. Das ist alles üble Propaganda des Bauernverbandes.
    • Borki 07.04.2019 15:33
      Highlight Highlight @Hans007: Die Abnahme der Biodiversität innerhalb der Dörfer kann man jedenfalls nicht oder nur am Rand den Bauern in die Schuhe schieben. Aber wenn man den durchschnittlichen Garten in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus-Quartier anschaut, findet man schnell die Schuldigen:
      Rasenmäherroboter "pflegen" grüne Wüste, Neophyten überall, Steingärten, die mit Roundup in ihrem toten Zustand gehalten werden, aufgeräumt bis in die letzte Ecke...
      Wer sich jetzt angesprochen fühlt, soll zuerst einmal vor der eigenen Haustür Unordnung machen, bevor er mit dem Finger auf die Bauern zeigt!!!
    Weitere Antworten anzeigen
  • forest hill 07.04.2019 04:15
    Highlight Highlight Dann akzeptiert und kauft halt mal auch krummes Gemüse oder Früchte mit Flecken, und schon ist sehr viel getan!
    • Nick Name 07.04.2019 07:33
      Highlight Highlight Mach ich. Du?
    • Wanni 07.04.2019 08:53
      Highlight Highlight Es ist aber schon ein Unterschied ob die Zuccetti nur krumm ist (was durch den Pflanzenschutz eh fast nicht beeinflusst werden kann), oder ob sie von Insekten zerfressen, und von Pilzen fleckig und angefault ist.
    • arpa 07.04.2019 09:01
      Highlight Highlight Die stehen meist gar nicht zur Auswahl.. beim coop megastore in chur gibt es unique rüebli.. mehr habe ich nicht entdeckt..
  • Spiessvogel 07.04.2019 01:14
    Highlight Highlight Es gibt Momente im Leben, wo man erkennen muss, dass man auf einem Irrweg ist. Toxische Eingriffe in die Mitwelt kann man nicht optimieren. Gift Im Wasser bleibt Gift, auch wenn es in größeren Fliessgewässern verdünnter daherkommt. Der natürliche Filter schützt auch das Grundwasser, die Quelle unseres Trinkwassers, nicht vor der toxischen Belastung der in der Landwirtschaft eingesetzten Fungizide und Pestizide. Was das CO2 fürs Klima in der Luft anrichtet, bewerkstelligt die Agrochemie auf ihre Art im Humus, dem Boden für unsere Nahrung.
    • DonDude 07.04.2019 10:04
      Highlight Highlight Bin ich total damit einverstanden bis zu dem Teil wo du mit dem CO2 beginnst 🙈
    • Gubbe 07.04.2019 10:24
      Highlight Highlight @Spiessvogel : Was CO2 an Pflanzen anrichtet? Sie gedeihen!
      https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffdioxid-Düngung
    • salamandre 07.04.2019 11:26
      Highlight Highlight Ich würde recht gerne eine fundierte Antwort eines Blitzers hier lesen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pitefli 07.04.2019 00:54
    Highlight Highlight Bei der Schlagzeile geht der Teenie in mir durch 🙈
  • Clife 07.04.2019 00:49
    Highlight Highlight Beim Titel dachte ich direkt an ein Skandal bei Bauer ledig sucht
  • StealthPanda 07.04.2019 00:16
    Highlight Highlight Ich kennne keinen Mann der leichtfertig spritzt :P
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  • Fumia Canero 06.04.2019 23:50
    Highlight Highlight Hättet Ihr nicht schreiben können "düngt leichtfertig"? So ist der Titel irgendwie suggestiv und ich dachte zuerst: "Natürlich nicht - er muss ja zuerst eine Frau finden" (was doch ein empörend heterosexistischer Gedankengang ist).
    • Einer Wie Alle 07.04.2019 06:41
      Highlight Highlight Es geht nicht ums düngen, sondern um schädliche Pflanzen und Pilze und Tierchen von der angebauten Kultur fernzuhalten.
    • Merida 07.04.2019 07:08
      Highlight Highlight Düngen ist nicht das Selbe wie Pestizide versprühen.
    • Pafeld 07.04.2019 09:28
      Highlight Highlight Beim Pestizide-ausbreiten generell von "spritzen" zu reden, ist etwa gleich kompetent, wie bei Chemtrails von "sprühen" zu reden. Es ist in beiden Fällen meist gleichviel naturwissenschaftliche Kenntnisse vorhanden.
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Ein Paar in Brasilien pflanzte 20 Jahre lang Bäume – und lebt jetzt in einem Wald

Es ist eines der grössten Aufforstungsprojekte der Welt: Das Ehepaar Salgado pflanzte in 20 Jahren einen 68 Millionen Quadratmeter grossen Wald. Sie haben bewiesen, dass der Klimawandel nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden kann.

Anfang der 90er-Jahre wurde der brasilianische Fotografjournalist Sebastiao Ribeiro Salgado nach Ruanda geschickt, um über den schrecklichen Völkermord zu berichten. Das vor Ort Erlebte traumatisierte ihn schwer. 1994 kehrte Salgado in seine Heimat zurück. Er hoffte zu Hause in Minas Gerais, wo er von einem üppigen Wald umgeben aufgewachsen war, Ruhe und Erholung zu finden.

Statt des Waldes aber fand er kilometerweit staubiges und karges Land vor. In wenigen Jahren fand in seiner Heimatstadt …

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