Schweiz
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ARCHIV - ZUM ENTSCHEID DES BUNDESRATES UEBER DIE ZULASSUNG ZUM ZIVILDIENST, AM MITTWOCH, 15. NOVEMBER 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE THEMENBILDER ----- An alternative civilian service healthcare employee works in physiotherapy and talks to a person in a wheelchair at the Schloessli Biel, a center for long-term care, pictured in Biel, Canton of Berne, Switzerland, on December 9, 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

«Der Zivildienst soll gleich lange dauern wie der Militärdienst»

Der Bundesrat will die Zulassung zum Zivildienst erschweren. Dagegen wehrt sich der Schweizerische Zivildienstverband und fordert genau das Gegenteil – die Gleichstellung. Geschäftsführer Nicola Goepfert über Weicheier, Dienst ohne Waffen und Abschaffungsgelüste.

09.07.18, 18:49


Der Bundesrat will, dass wieder mehr junge Schweizer Militärdienst leisten. In die geplante Revision des Zivildienstgesetzes hat das Gremium gleich 7 Massnahmen integriert, die den Zivildienst unattraktiver machen sollen.

Der Schweizerische Zivildienstverband Civiva hält von diesen Plänen rein gar nichts und droht mit dem Referendum. watson hat mit dem Geschäftsführer gesprochen.

Herr Goepfert, sind Zivildienstleistende «Weicheier»?
Nicola Goepfert:
Auf gar keinen Fall. SVP-Nationalrat Adrian Amstutz liegt mit seiner Aussage falsch. Zivildienstleistende haben einfach ein anderes Verständnis, wie man der Gesellschaft etwas zurückgeben kann. Die Arbeiten im Zivildienst sind vielfach körperlich nicht weniger anstrengend als jene in der Armee.

In der heutigen Medienmitteilung des Zivildienstverbands ist die Rede davon, dass der Bundesrat dieses «Weicheier»-Image fördert, indem er den Zivildienst bewusst abwertet.
Die geplante Revision des Zivildienstgesetzes ist ein gezielter Angriff auf eine Insititution, die sich bewährt hat. Dass der Bundesrat diese Bemühungen unterstützt, sendet ein fatales Signal: Der Bundesrat würdigt die Arbeit nicht, die Zivildienstleistende tagtäglich für die Gesellschaft leisten.

Der Schweizerische Zivildienstverband lehnt alle 7 Massnahmen (siehe Box) in der geplanten Revision ab. Warum?
Die Revision hat in erster Linie das Ziel, mit der Armee eine Institution zu schützen, die Probleme hat. Dabei ist das Zivildienstgesetz aus unserer Sicht dazu da, den Zivildienst weiter zu entwickeln und nicht, um die Bestände der Armee zu sichern. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass derzeit kein einziger Bericht bestätigt, dass diese tatsächlich gefährdet sind. Solange sich dies nicht ändert, sehen wir kein Grund, um das Gesetz zu ändern.

Diese 7 Punkte ändern sich, wenn die geplante Reform umgesetzt wird

1) 12-monatige Wartefrist: Armeeangehörige, die sich entscheiden in den Zivildienst zu wechseln, müssen sich neu ein Jahr gedulden. In dieser Zeit sind sie weiterhin verpflichtet Militärdienst zu leisten.
2) Längere Dienstzeit: Alle Zivildienstleistenden müssen künftig mindestens 150 Diensttage absolvieren. 
3) Dienstzeit des Kader: Unteroffiziere und Offiziere hatten es bislang einfacher: Ihre noch zu leistenden Dienstage stiegen bei einem Wechsel in den Zivildienst nur um den Faktor 1,1. Künftig würde auch für sie der Faktor 1,5 gelten.
4) Gesuche während der RS: Wer zum Zeitpunkt des Gesuchs die Rekrutenschule noch nicht abgeschlossen hat, muss den langen Zivildiensteinsatz von 180 Tagen innerhalb eines Jahres machen. Derzeit hat man dazu 3 Jahre Zeit.
5) Schiesspflicht: Wer alle Ausbildungstage absolviert hat, kann nicht mehr in den Zivildienst wechseln. Das Ziel dieser Änderung: Armeeangehörige sollen sich nicht ihrer Schiesspflicht entziehen können.
6) Einsatzpflicht: Der erste Einsatz im Zivildienst muss bereits im Jahr der Zulassung erfolgen.
7) Mediziner: Ärzte können nicht mehr als Mediziner Zivildienst leisten. (fvo)

Welche Massnahme der geplanten Revision kritisieren sie besonders?
Die Wartefrist von einem Jahr. Dadurch müsste ein Rekrut, der ein Gewissenskonflikt hat, ein ganzes Jahr warten, bis er in den Zivildienst wechseln könnte. In dieser Wartezeit wird er weiter dazu gezwungen, Militärdienst zu leisten. Das ist nicht zumutbar. Ebenso wie die zukünftige Mindestzahl von 150 Diensttagen im Zivildienst. Damit werden jene besonders stark sanktioniert, bei denen der Gewissenskonflikt erst zu einem späteren Zeitpunkt eintritt. Damit käme es zu einer Ungleichbehandlung.

Wie SRF heute berichtet, will die Armee den Zugang zum waffenlosen Dienst erleichtern. Wäre dies im Fall des Rekruten nicht eine gute Lösung?
Da muss man gut aufpassen. Ein waffenloser Dienst darf man nicht mit dem Zivildienst vergleichen. Wer Zivildienst leistet, hat einen Gewissenskonflikt mit der Armee als Ganzes und nicht nur mit der Waffe. Und da muss eine alternativer, ziviler Ersatzdienst vorhanden sein, der für jeden zugänglich ist. 

Nicola Goepfert

Nicola Goepfert, Geschäftsführer Schweizerischer Zivildienstverband Civiva

Heute müssen Zivildienstleistende 1,5 mal länger Dienst leisten als jene im Militär.
Hier braucht es eine Anpassung. Ein 1,5 Mal längerer Dienst ist zu hoch. In dieser Frage schliesst sich der Schweizerische Zivildienstverband der Empfehlung der UNO-Menschenrechtskommission an: Der Zivildienst soll gleich lange dauern wie der Militärdienst.

Wie sehe die Schweiz ohne Zivis aus?
Da der Zivildienst die Wirtschaft nicht konkurrenzieren darf, müsste es auch ohne gehen. Es würden aber viele für die Gesellschaft relvante Tätigkeiten wegfallen, für die in der Wirtschaft kein Geld vorhanden ist. Doch fest steht: Solange es den obligatorischen Militärdienst gibt, braucht es die Möglichkeit darauf zu verzichten. Und solange braucht es die Alternative für den Fall eines Gewissenskonflikt – den Zivildienst.

Aber genau das forderte der Generalsekretär der Regierungskonferenz für Militär, Zivilschutz und Feuerwehr letzte Woche öffentlich. Alexander Krethlow möchte den Zivilschutz und den Zivildienst zu einem Katastrophenschutz zusammenschliessen und damit den Zivildienst faktisch abschaffen.
Diese Forderung ist per se absurd. Der Zivilschutz, so wie er heute organisiert ist, ist nicht handlungsfähig. Es gibt Kantone, die einen massiven Überschutz an Zivilschutzleistenden haben. Der Studienbericht Dienstpflichtsystem im Auftrag des Bundesrates zeigt, dass im Jahr 2014 überhaupt nur 40 Prozent der Zivilschutzleistenden tatsächlich Dienst leisten. Der bisher gut bewährte Zivildienst jetzt noch zusätzlich in diesen Dienst eingliedern, wäre somit organisatorisch nicht sinnvoll.

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49
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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 10.07.2018 10:43
    Highlight Ja, verkürzt nur die Dauer des Zivi - aber dann verlängert auch die Arbeitstage auf 17 Stunden und verlangt, dass die Zivis am Arbeitsplatz schlafen...
    0 3 Melden
  • Schneider Alex 10.07.2018 05:59
    Highlight Zivildienst soll unattraktiver werden.

    Ja will man denn noch mehr unwillige und unmotivierte Soldaten in der Armee?
    23 9 Melden
  • Ökonometriker 10.07.2018 02:58
    Highlight Wehrpflicht für Frauen einführen. Es gibt viele fähige Frauen in diesem Land. Dann steht genug Personal für das Militär zur Verfügung und der Zivildienst kann auf 12 Monate reduziert werden - oder gar ganz abgeschafft und durch eine Steuer ersetzt werden.
    15 7 Melden
  • TrueClock 10.07.2018 00:46
    Highlight Dienstzeit nicht in Tagen sondern Stunden rechnen. Und schon ist der Zivildienst obwohl eigentlich mehr Tage doppelt so attraktiv
    16 1 Melden
    • Yakari9 10.07.2018 07:58
      Highlight und wenn nur die produktiven Stunden gerechnet werden? Dann dreht sich der Spiess ganz schnell wieder... :-)
      10 3 Melden
  • Luke1879 09.07.2018 23:52
    Highlight Als Zivildienstleistender bin ich der Meinung, dass diese Änderungen nicht allzu dramatisch sind. Das Referendum müsste aufgespart werden auf drastische Änderungen, die eine teilweise oder gänzliche Abschaffung des Zivildienstes zur Folge hätten. Ich befürchte, dass dies noch früh genug der Fall sein wird.
    2 0 Melden
  • Kimbolone 09.07.2018 23:05
    Highlight Und als kleines Schmankerl: Die nötigen Impfungen und gesundheitlichen Vorkehrungen für einen Auslandeinsatz als Zivi werden von der Militärversicherung getragen.

    Ja, es dürfte für den Zivi, der in Madagaskar Physik unterrichten darf, eine unglaubliche Erfahrung und Bereicherung für sein Leben sein, ohne Diskussion. Doch gerade darum sollte es meiner Meinung nach nicht gehen! Der primäre Fokus eines Zivildienstes sollte auf dem gesellschaftlichen Nutzen liegen und nicht auf persönlicher Selbstverwirklichung. Darum geht es doch , wenn man als Bürger etwas zum Gemeinwohl tun muss/darf.
    12 15 Melden
    • Yakari9 10.07.2018 08:00
      Highlight Und der Werdegang zum Offizier wird ja beim Militär auch als "Dienst an der Gesellschaft" verkauft und nicht als "Hervorragende Erfahrung, Führungserfahrung, Erfahrung fürs Leben..."?

      11 3 Melden
    • Luke1879 10.07.2018 09:44
      Highlight Es gibt pro Jahr nur eine geringe Anzahl an Auslandeinsätzen. Der überwiegende Teil der Zivis (auch ich) leisten ihre Einsätze im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Landwirtschaft oder in Schulen.
      8 0 Melden
    • Kimbolone 10.07.2018 12:01
      Highlight Und dagegen habe ich auch gar nichts, Luke. Es sind rund 100 Einsätze pro Jahre im Ausland.

      Natürlich hast du Recht, Yakari, genau so wird diese Ausbildung angepriesen. Da hat sich die Armee jedoch nicht zu rechtfertigen, da der Militärdienstleistende per se seinen verfassungsmässig vorgeschriebenen Dienst an der Gesellschaft leistet. Er produziert ein nicht messbares Gut: Sicherheit.

      Der Physiklehrer in Madagaskar leistet den ihm möglichen ERSATZ für die Wehrpflicht und produziert der Gesellschaft rein gar nichts.
      1 2 Melden
  • Kimbolone 09.07.2018 22:58
    Highlight Als Militärdienstleistender kann ich auch gut damit leben, dass es eine Alternative zur Armee gibt, in welcher man seine Dienstpflicht erfüllen kann.

    Mühe habe ich dann, wenn der Zivildienst als “körperlich ähnlich anstrengend“ bezeichnet wird. Wenn ausser Acht gelassen wird, dass der Soldat in der RS ungefähr 40 von 168 Stunden pro Woche zuhause verbringt und er von Sonntag bis Samstag in der Kaserne lebt.

    Und am meisten Mühe habe ich damit, dass Zivildiensteinsätze im Ausland (z.B Südafrika) geleistet werden können, die der Schweiz überhaupt keinen Nutzen generieren.

    Da hörts bei mir.
    19 19 Melden
    • Yakari9 10.07.2018 08:01
      Highlight Und der Militärdienstleistende erfüllt welchen Nutzen?

      Aber du sagst es genau richtig: Mühsam, dass die Wochenenden beim Militärdienst so kurz sind... Aber was hat das mit dem Zivildienst zutun?
      8 5 Melden
    • Luke1879 10.07.2018 09:49
      Highlight Genau aus diesem Grund müssen Zivis 1,5 mal mehr Diensttage leisten. Eigentlich ist der Faktor oft noch höher, da nur ein Bruchteil der Militärdienstleistenden ihre gesamte Dienstzeit absolvieren, während es beim Zivildienst keinen „blauen Weg“ gibt.
      10 2 Melden
  • Karl33 09.07.2018 21:19
    Highlight "Der Bundesrat will, dass wieder mehr junge Schweizer Militärdienst leisten."

    Geschlechtergleichstellung durchsetzen und für Frauen und Männer obligatorisch machen. Oder für beide abschaffen. Alles andere ist einfach nur lächerlich im Jahr 2018.
    49 5 Melden
  • tb.7783 09.07.2018 20:50
    Highlight Eines der wichtigsten Argumente für Armee/Zivilschutz sind Notfälle. Im Falle der Schweiz sind das mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit Naturkatastrophen. Man würde doch besser ein 2-3 wöchigen Kurs für ALLE machen. Etwas Theorie/Praxis zu Katastophenschutz, mal Schiessen gehen und den jungen Leuten zeigen was es heisst z.B.: in der Pfege zu arbeiten. Dann kann man sich für etwas entscheiden -> 150 Tage Dienst und dann fünf Jahre WK je 2 Wochen
    27 11 Melden
  • mrmikech 09.07.2018 20:34
    Highlight Die Niederlande schaffen es seit 1996 mit Berufsarmee + Militärpolizei, warum die Schweiz nicht?

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Niederländische_Streitkräfte
    37 9 Melden
    • T13 10.07.2018 00:03
      Highlight Weil das schweizer militär ein unatraktiver pumpenverein ist. Welcher von deppen geleitet wird, die immer noch im kalten krieg stecken.
      23 8 Melden
  • will.e.wonka 09.07.2018 20:32
    Highlight Ich für meinen Teil bereue sogar, als Soldat in den Zivildienst gewechselt zu haben und nicht weitergemacht und als Wachtmeister gewechselt zu haben. Semesterferienjob auf sicher, mit Spesen auch anständig bezahlt, zudem keine stumpfsinnige Fliessbandarbeit wie in anderen Studijobs.
    6 39 Melden
  • mAJORtOM95 09.07.2018 20:27
    Highlight Die beiden grossen Zivildiensteinsätze die ich machen durfte waren aus meiner Sicht eine wichtige Erfahrung in zwei total verschiedenen Berufgebieten (Gastronomie und Asylwesen).
    Ich betrachte beide Einsätze als sowohl für den Staat als auch für mich sehr wertvoll.
    Ich bekam damit die Chance mich in neuen Berufsgebieten zu betätigen.
    Ich bin dem Zivildienst sehr dankbar dafür und stehe sicher nicht alleine mit dieser Meinung.
    Die Schweiz braucht Zivis, was wir weniger brauchen sind Soldaten.
    53 12 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 09.07.2018 20:10
    Highlight Interssieren würde mich noch wie Goepfert eine Gewissenslinie zieht zwischen Grundsätzlicher Ablehnung der Armee und dem Dienst an der Waffe.
    In meinen Augen kann man den Dienst an der Waffe ablehnen und trotzdem zb sich als Spitalsoldat um Verletzte kümmern. Dem Argument, man trage zum funktionieren der Armee bei, stelle ich gegenüber, dass man sich um einen verletzten Menschen kümmert, dessen Leiden ein Faktum ist und ihm zu helfen ist moralisch geboten, unabhängig von den Hintergründen seiner Verletzung.
    13 25 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 09.07.2018 20:10
    Highlight Dementsprechend ist in meinen Augen ein gewisses Mass an Zwang angebracht oder Massnahmen, die den Zivildienst unattraktiv machen.
    Ob das genau diese Massnahmen sind, kann ich nicht beurteilen. Alle Ausführungen gelten natürlich unabhängig vom Geschlecht.
    8 28 Melden
  • Supermonkey 09.07.2018 20:08
    Highlight Gilt das für zivildienst und zivilschutz? Dies Ist nicht das gleiche oder im betrag aber dasselbe paar schuhe. Auf jeden fall hatte ich als zivilschützler schon einige einsätze bei katastrophen oder als support an anlässen, also quasi scharfe einsätze bei welchen nicht einfach um 17h feierabend gemacht wird... Zivilschutzpflichtig ist man bis 40 jahre und man hat als kader im schnitt 2-4 wochen pro jahr und man bezahlt Bis zum 30. Lebensjahr militärersatzpflichsteuer. Ich denke dass der zivilschutz eher und öfter zum einsatz kommt als das militär. Also eher benötigt, aber benachteiligt...
    36 4 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 09.07.2018 20:02
    Highlight 2) Mit einem Ja zur Milizarmee geht einher, dass man Massnahmen ergreifen muss, diese Armee funktionsfähig zu halten, dies betrifft auch die Zahl der Angehörigen der Armee. Klar zurückweisen muss man das Argument, die Armee sei dem Zivilschutz gegenüber zu unattraktiv, die Armee müsse attraktiver werden. Die Armee kann und muss attraktiver werden, sie wird für den einzelnen jedoch nie so attraktiv sein wie die Armee, das ergibt sich schon aus dem Aufgabenprofil und den Rahmenbedingungen.
    11 19 Melden
    • tb.7783 09.07.2018 20:43
      Highlight 1. Geht es um den Zivildienst
      2. Wäre auch eine kleinere Armee völlig in Ordnung und auch handlungsfähig. Es gibt sehr viele (auch grössere) Länder die eine kleinere Armee als die Schweiz haben
      15 8 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 09.07.2018 19:58
    Highlight Bezüglich des Militärdienstes kommen meine liberalen Überzeugungen in Zwickmühlen. Grundsätzlich lehne ich es ab, dass das Individium der Gesellschaft einen Dienst "schulden" soll. Allerdings verstehe ich meinen Liberalismus Staatstragen, dadurch wird das autonome Individum zum eingebundenen Bürger, weswegen ich einen beschränkten Dienst an der Gesellschaft, die einem insbesonders in der CH vieles auch praktisch gratis ermöglicht, beführworte.
    Den Verein Militär sollte man in meinen Augen abschaffen, dies ist jedoch politisch nicht gewollt. Wenn Armee, dann bitte Miliz.
    14 8 Melden
  • Zorulu 09.07.2018 19:54
    Highlight Wir, die "Zivildienstempfänger" sind unheimlich dankbar, wenn es einen gibt. Es ist nicht nur für uns eine Entlastung, sondern auch für die Bewohner und Patienten!


    Wenn wir keine Zeit haben für allerlei Dinge und kein Zivi anwesend ist, leiden die Bewohner darunter. Es ist etwas, was uns alle angeht, denn wir alle sind/werden eines Tages auf genau diese Unterstützung und Unterhaltungen angewiesen sein, die jetzt von Zivis gemacht werden.


    Nehmt und oder besser nimm dir selbst nicht etwas so Positives wie ein Zivildienstler weg!
    42 6 Melden
  • derlange 09.07.2018 19:29
    Highlight Öööm, wenn ein Produkt „uninteressant“ ist, muss Sich die Konkurrenz ändern? Echt jetzt? Verstehe den Bund hier nicht. Macht den Militärdienst interessant, spannend, sucht den USP...
    Verstehen unsere Bundesräte nicht wie der Markt funktioniert?
    Ich will jetzt keine links/rechts Diskussion provozieren! Es sind alle gleichermassen involviert.
    145 23 Melden
    • Platon 09.07.2018 20:23
      Highlight @derlange
      Ja klar, wer braucht schon Diskussionen! Missachten wir einfach die simpelsten parteipolitischen Machtstrukturen und wählen dann einfach irgendetwas. Vollkommen irrelevant, dass es 2 Bundesräte gibt, die hinter einem Programm stehen, das für die Angleichung von Militär und Zivildienst ist. Oder gehen wir am besten gar nicht wählen, alle Politiker sind ja gleich schlimm und gleichermassen involviert!

      *kann Sarkasmus enthalten
      3 14 Melden
    • derlange 10.07.2018 08:48
      Highlight Der Bundesrat (Konkordanz) haben das Kollegialitätsprinzips.
      5 0 Melden
  • Husar 09.07.2018 19:27
    Highlight Die hier verlangte Gleichstellung ist keine.
    Im Militärdienst ist der Wehrmann an mindestens 5 Tagen in der Woche mindestens 12 Stunden am Tag im Einsatz. Er kann abends nicht nach Hause gehen.
    Der Militärdienst findet viel intensiver statt, statt als ein 8-Stunden-Schoggi-Job als Lehrerhelfer an einer Schule.
    Der Zivildienst sollte doppelt solange dauern, wie der Militärdienst und nicht bloss das Anderthalbfache.
    41 99 Melden
    • Datsyuk 09.07.2018 20:13
      Highlight Hahahaha! Ich war Panzergrenadier und Zivildienstleistender. Ich kann dir einfach sagen, dass ich als Zivildienstleistender mehr geleistet habe. Der Militärdienst war dagegen sinnlos.
      57 16 Melden
    • Husar 09.07.2018 22:19
      Highlight @Datsyuk
      Das war und ist eine Frage Deiner Einstellung.
      14 27 Melden
    • Datsyuk 09.07.2018 22:52
      Highlight Was genau bitte? Als Beispiel: Ich kann auch einen Tag lang eine Kiste von A nach B und wieder zurück schleppen. Sinnvolle Leistung ist das wohl nicht.
      13 5 Melden
    • Elmas Lento 09.07.2018 23:39
      Highlight Es kommt schon sehr darauf an was man macht, ein Kollege hat auf einer Alphütte geholfen, die nächste Gondelbahn war 2h Fussmarsch entfernt, mit dem privaten Fahrzeug kommst du gar nicht hoch. Sein Einsatz war jeweils 2 Wochen am Stück, dann ein Wochenende frei. Da ist sicher nicht alles 8-Stunden Schoggi-Job.
      6 4 Melden
  • meine senf 09.07.2018 19:17
    Highlight Ich wäre für eine dynamische Regelung:

    Grundsätzlich hätten alle eine Dienstpflicht. Man und frau könnte aber grundsätzlich nach Belieben und ohne Gewissensprüfung frei wählen, ob Militär mit Waffe, im Militär ohne Waffen, Durchdiener oder WKs, im Zivilschutz, Zivildienst, Feuerwehr oder ähnlichem. Je nach aktuellem Bedarf und Nachfrage würde das eine oder andere mehr oder weniger attraktiv gemacht, etwa mittels Dienstdauer oder Ersatzabgabe.

    So könnten alle mit mehr oder wenigen Vorteilen eine zum Gewissen passende Variante wählen, gleichzeitig kann die Verteilung dynamisch angepasst werden
    123 11 Melden
    • Genital Motors 09.07.2018 21:52
      Highlight Wunschkonzert :-)
      7 0 Melden
    • sämf 10.07.2018 15:57
      Highlight Ich stimme meine Senf zu. Ich wäre für eine allgemeine (Zivil-)Dienstpflicht. Die Armee klagt darüber, dass sie zu wenig Leute haben, eine Dienstpflicht für Frauen ziehen sie aber nicht in Betracht, weil man dann wieder zu viele Leute hätte. Dienstpflicht mit Wunschkonzert wäre gar nicht mal so schlecht, und die Ersatzabgabe von jenen, die man weder in der Armee noch in einem zivilen Ersatzdienst unterbringen kann, die wird dann in einen ordentlichen Vaterschaftsurlaub investeriert :-).
      0 0 Melden
  • MrJS 09.07.2018 19:16
    Highlight Als Militärdienstleistender habe ich absoluten Respekt vor Zivildienstleistenden. Viele Arbeiten, die sie machen (im Pflegeheim arbeiten, auf einer Alp aushelfen etc) sind mindestens genau so fordernd (und oftmals sinnvoller) wie das Militär. Allerdings sollten Zivildienst und Militär auf keinen Fall gleich lang dauern. Im Unterschied zum Militär können Zivildienstleistende am Abend nach Hause und haben das ganze Wochenende frei (zu mindest lässt sich das so einrichten). Deshalb ist es absolut fair, dass Zivis etwas länger Dienst leisten.
    114 40 Melden
    • Unclemitch 09.07.2018 20:19
      Highlight Ja, finde ich als ehemaliger Zivi auch. 1.5 mal so lange ist absolut fair.
      17 3 Melden
    • tb.7783 09.07.2018 20:55
      Highlight Sehe ich als Zivildienstleistender gleich
      15 3 Melden
    • Olaf44512 09.07.2018 22:07
      Highlight Find ich auch total in Ordnung. Die Ungleichbehandlung von Mann und Frau stört mich mehr
      11 2 Melden
    • Rellik 09.07.2018 23:58
      Highlight Als (ehemaliger) Zivi kann ich dir nur zustimmen. Der Faktor 1.5 ist zwar wohl komplett willkürlich, erscheint mir aber etwa fair. Praktisch für mich wäre es bei genau einem Jahr gewesen
      2 0 Melden
    • Luke1879 10.07.2018 00:00
      Highlight Da bin ich mit dir absolut einverstanden. Als Zivildienstleistender finde ich den Faktor 1,5 genau aus den von dir erwähnten Gründen gerechtfertigt.
      Zudem habe ich auch vor jedem Respekt der die RS absolviert. Sowohl das Militär als auch der Zivildienst sind für die Schweiz sehr wichtig, auch wenn dies die politische Linke und Rechte oft nicht wahrhaben will.
      4 2 Melden
  • Mehmet Mikaeel Özdemir 09.07.2018 19:15
    Highlight Ja beides soll gleich lange dauern, aber in Arbeitsstunden statt in Tagen! Während die Rekruten (und bei uns auch im WK!) jeden Tag 17-18h auf den Beinen sind geht der Zivi gewohnt jeden Abend nach ca. 8h Hause.
    26 24 Melden
    • tb.7783 09.07.2018 20:57
      Highlight Man müsste jedoch fair sein und nur die einigermassen produktiven/sinnvollen Stunden des Militärdienst zählen. Das wäre auch im Sinn der Soldaten. Unnötiges frühes Aufstehen/rumsitzen würde minimiert
      27 10 Melden
  • Scaros_2 09.07.2018 19:02
    Highlight Ich habe mich damals entschieden nicht ins Militär zu gehen und danach wollte man mich auch nicht im Zivildienst oder Schutz wegen einer Knieverletzung. Jedoch muss ich auch sagen, das ich bis heute nicht begriffen habe was mir das Militär hätte bringen können. Als Jungschütze war mir der Umgang mit der Waffe schon länger klar und auch sonst? Die Zeit zu arbeiten im erlernten Job sind mehr Wert als das bisschen im Dreck sulen. Vor allem weil heutige globale Konzerne Untaugliche bevorzugen da sie 3 Wochen mehr arbeiten. Das Militär täte gut daran sich zu reformieren.
    39 16 Melden
    • phreko 10.07.2018 12:45
      Highlight Dein Statement geht nicht auf. Im Zivildienst kommst du wegen körperlichen Beschwerden nicht weg.
      0 0 Melden
    • Scaros_2 10.07.2018 17:56
      Highlight Und trotzdem zahl ich jährlich mehrere Tausend Franken. So what?
      0 0 Melden

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