Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Coup: Andres Eberhard, Joel Bedetti, Pascal Sigg (v.l.)

Drei junge Journalisten, die sich nicht auf dem Sofa ausruhen wollen: Andres Eberhard, Joel Bedetti, Pascal Sigg (v. l.). 
bild: fabian gruber/kasuma.ch

Interview

«Je mehr mitlesen, desto tiefer wird der Preis»: Drei junge Journalisten lancieren das erste Schweizer Online-Reportage-Magazin

Sie wollen Journalismus mit Tiefgang. Sie wollen die grossen Geschichten aus der Schweiz erzählen. Und sie wollen, dass wir im Netz für ihre Stories bezahlen: Drei junge Journalisten lancieren das Reportagen-Portal Coup. Mitgründer Pascal Sigg erzählt, wie es dazu kam.



Unterstütze Coup auf Wemakeit

Pascal, ihr lanciert Coup, das Online-Reportagen-Magazin für die Schweiz. Ein abenteuerliches Projekt ...
Pascal Sigg:
Ja, es klingt vielleicht abenteuerlich. Aber wir haben uns schon überlegt, wie wir das genau machen wollen ... (lacht).

Wo haben eure Überlegungen angefangen?
Wir sind drei junge Journalisten, die sich auf Reportagen, also auf lange Texte und grosse Geschichten, spezialisiert haben. Wir haben diese Geschichten geschrieben, publiziert, verkauft. Aber wir haben auch gemerkt: Die Bereitschaft der Massenmedien, solche Texte zu publizieren, ist nicht mehr sehr gross. Es fehlt am Geld. Publizieren würden sie ja, aber bezahlen dann doch nicht unbedingt.

Was ist Coup?

Coup ist das neue Online-Magazin für Junge und Neugierige. Wir wollen einmal im Monat eine grosse Geschichte aus der Schweiz publizieren – ausschliesslich online. Drei Geschichten haben wir bereits gemacht. Für mehr seriösen, jungen Journalismus ist Coup auf deine Unterstützung angewiesen: Hier kannst du unser Projekt unterstützen.

Und ausgerechnet in diesem schwierigen Umfeld wollt ihr euch im Internet direkt an die Leser wenden?
Wir sind überzeugt, dass das Interesse an langen Texten, die aus Leidenschaft entstanden sind, und gleichzeitig an Themen, die wir unmittelbar vor der Haustüre antreffen, bei vielen Leuten grösser ist denn je. Insbesondere auch beim jungen Publikum, das um die 20, 30 Jahre alt ist, gut gebildet ist.

Die Bereitschaft der Massenmedien, solche Texte zu publizieren, ist nicht mehr sehr gross. Es fehlt am Geld. Publizieren würden sie ja, aber bezahlen dann doch nicht unbedingt.

Pascal Sigg

Aber heute gibt's doch im Internet guten Content gratis. Wer hat da auf euch gewartet?
Es gibt viele Leute, die hohe Ansprüche an die Information haben, die sie im Internet finden. In einer Studie der Universität Zürich zur Qualität der Medien ist von einem Nachwuchsproblem des Informationsjournalismus die Rede. Die Zahl der Jungen, die sich ausschliesslich digital informieren, steigt rasant. Wir glauben aber, dass sich Digital Natives hier nicht weniger Qualität wünschen als die ältere Print-Leserschaft. Qualität braucht halt Zeit und kostet Geld.

Die Macher von Coup

Die Coup-Initianten Andres Eberhard (32), Joel Bedetti (31) und Pascal Sigg (32) kennen sich aus Studienzeiten und teilen sich ein spartanisches Journalistenbüro in Zürich. Während des Studiums sammelten sie ihre ersten journalistischen Erfahrungen bei Lokalzeitungen und Magazinen in der Schweiz und in Deutschland.
Bedetti war Reporter bei «20 Minuten Online» und arbeitet als freier Journalist für die «NZZ am Sonntag», «Das Magazin» und «NZZ Folio».
Eberhard ist verantwortlich für die Hintergrund-Seite beim «Zürcher Oberländer» und schreibt als freier Reporter u.a. für «Annabelle», «Stern», «Reportagen» und «Readers Digest».
Sigg hat als freischaffender Journalist für «NZZ am Sonntag», «Zeit», die «Tages Woche» und «Reportagen» gearbeitet.

Bei der Realisierung der Geschichten arbeitet Coup mit anderen jungen Medienschaffenden zusammen. Für die ersten Geschichten waren das Journalistin Anna Miller, Fotograf Nicolas Zonvi, Illustratorin Claudine Etter und Illustrator Philip Schaufelberger. Martin Beglinger («NZZ Geschichte») unterstützt das Projekt als Mentor. (egg)

Sollten wir erfolgreich sein, möchten wir den Abopreis mittelfristig senken. Je mehr Abonnenten mitmachen, desto tiefer der Preis.

Pascal Sigg

Auch Leute, die sogenannten Gratis-Content herstellen, leisten qualitativ gute Arbeit ...
Sicher. Aber wir stecken sehr viel Arbeit in eine einzige Geschichte, das lässt sich nicht nur mit Clicks und Werbung zahlen. Zudem möchten wir unabhängig bleiben, und uns über unsere Leserschaft – und nicht über Werbung – finanzieren.

Ihr startet mit einer Crowdfunding-Kampagne ...
Ja, wir lancieren unser Projekt über Wemakeit. Wer uns unterstützen und unserem Projekt eine Chance geben will, kann das tun. Wir sind sehr froh um Unterstützung. Dafür bekommen die Leser hier drei Reportagen gratis.

Und dann?
Bei erfolgreicher Kampagne werden wir unseren Abonnenten 12 Geschichten in einem Jahr erzählen. Bei einem Abopreis von jährlich 50 Franken macht das knapp 5 Franken pro Geschichte. Doch sollten wir erfolgreich sein, möchten wir den Abopreis mittelfristig senken. Je mehr Abonnenten mitmachen, desto tiefer der Preis.

Wir möchten uns mit unseren Geschichten bewusst für die Freiheit und Offenheit unserer Gesellschaft einsetzen, vielleicht auch mal eine Gesetzesänderung beeinflussen.

Pascal Sigg

Warum nur eine Geschichte pro Monat?
Unsere Unterhaltungs- und Informationsmöglichkeiten sind derart vielfältig, dass wir unseren Leserinnen und Lesern nicht mehr zumuten möchten. Daher beschränken wir uns auf weniger Geschichten, recherchieren und erzählen diese dafür umso intensiver.

Umfrage

Wirst du Coup lesen?

  • Abstimmen

279

  • Ja, bin schon sehr neugierig.62%
  • Nein, ich bin schon genug beschäftigt im Internet.20%
  • Nächste Frage.18%

Ihr habt als erstes das Portrait eines Kunst-App-Entwicklers zu bieten. Welche Themen werdet ihr sonst verfolgen?
Wie gesagt: Das wichtigste Merkmal für unsere Geschichten ist, dass sie aus der Schweiz kommen und mit uns hier zu tun haben. Reportagen aus dem Ausland gibt es bereits genug. Wir möchten uns zudem bewusst für die Freiheit und Offenheit unserer Gesellschaft einsetzen, vielleicht mit einer besonders relevanten Recherche auch mal eine Gesetzesänderung beeinflussen.

Ihr habt hohe Ziele, aber ihr werdet das schaffen! Wir wünschen euch viel Erfolg bei euerem grossartigen Projekt!

Coup Logos

Coup macht Crowdfunding

Willst du mehr grosse Geschichten aus der Schweiz? Junge Journalisten wollen sie für dich schreiben. Unterstütze die Crowdfunding-Kampagne des digitalen Magazins Coup auf Wemakeit.

Das solltest du nicht verpassen:

Falsche Nummer! 9 lustige Dinge, die du machen kannst, wenn dir eine fremde Person aus Versehen eine SMS schickt

Link zum Artikel

Diese Diebe sind so doof, dass es schon fast weh tut – plus einer, der sofort alle Sympathien auf seiner Seite hat 

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Nicht nachmachen: Das passiert, wenn du geschmolzenes Kupfer auf Eis giesst

Link zum Artikel

Du warst vielleicht schon im Wembley und in Dortmund – aber was dieses Stadion bietet, hast du noch nicht erlebt

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

40
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
40Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ghombrich 02.03.2016 22:31
    Highlight Highlight dabei!
    • Coup 03.03.2016 15:13
      Highlight Highlight Danke, Ghombrich!
  • Toerpe Zwerg 02.03.2016 15:41
    Highlight Highlight Meine Unterstuetzung habt ihr. Enttaeuscht mich nicht. :-)
    • Coup 02.03.2016 16:14
      Highlight Highlight Danke! Wir geben alles!
  • kamedron 02.03.2016 14:19
    Highlight Highlight Yeeeeeah, go Jungs!
    • Coup 02.03.2016 16:15
      Highlight Highlight Merci! Wir goen!
  • Crecas 02.03.2016 12:58
    Highlight Highlight Gibt es auch die Möglichkeit nur einzelne Stories zu kaufen?
    • Coup 02.03.2016 13:16
      Highlight Highlight Ciao Crecas. Aktuell ist das ja noch nicht nötig. Darüber werden wir aber zumindest nachdenken, falls die Kampagne erfolgreich sein sollte.
  • Wolfsblut 02.03.2016 11:12
    Highlight Highlight Toll, dass jetzt kleine Medienangebote aus dem Boden spriessen wie damals die lokalen Bierbrauereien nach der Monopolisierung. Das einzige, was mich an diesem Projekt stört: Drei Männer, keine Frau. (Ja, ja, das trägt mir hier wieder eine Flut von Blitzen ein 😂)
    P.S. Ich würde auch die Watsons sofort unterstützen, bräuchten sie Geld.
    • Coup 02.03.2016 11:40
      Highlight Highlight Hallo Wolfsblut, ja da hast du recht. Wir wollen aber in Zukunft ein Forum für talentierte junge Journalisten und eben unbedingt auch Journalistinnen werden! Die freie Autorin Anna Miller hat bereits eine tolle Geschichte für uns geschrieben.
    • Coup 02.03.2016 12:16
      Highlight Highlight P.S. fast vergessen hätte ich, dass auch die Illustratorin Claudine Etter bereits für unsere ersten Geschichten mit an Bord ist. viele Grüsse Andres von Coup
  • sleepalot 02.03.2016 10:55
    Highlight Highlight reportagen.ch ist frei :-) oder zum verkauf? jedenfalls nicht genutzt :-).
    • Coup 02.03.2016 11:36
      Highlight Highlight Haha danke für den Hinweis...Wahrscheinlich eher zum Verkauf. Sollten wir mal Geld haben, bezahlen wir damit lieber unsere Autoren. ;)
  • Fumo 02.03.2016 10:39
    Highlight Highlight "Wir haben diese Geschichten geschrieben, publiziert, verkauft. Aber wir haben auch gemerkt: Die Bereitschaft der Massenmedien, solche Texte zu publizieren, ist nicht mehr sehr gross. Es fehlt am Geld. Publizieren würden sie ja, aber bezahlen dann doch nicht unbedingt."

    Also ihnen fehlt "der Lohn" für ihre Arbeit.

    "Wir sind überzeugt, dass das Interesse an langen Texten, die aus Leidenschaft entstanden sind"

    Aus Leidenschaft? Sie machen es doch für das Geld, steht ja oben ;)
    • Sabina Sturzenegger 02.03.2016 11:02
      Highlight Highlight Das Beste ist doch immer noch, wenn sich die Leidenschaft mit dem Broterwerb deckt, oder?
    • Coup 02.03.2016 11:09
      Highlight Highlight Hi Fumo, mit Coup machen wir kein Geld! Wir sind ein Non-Profit-Verein. Aber unsere Autoren und Autorinnen möchten wir gerne für ihre Arbeit bezahlen können. Viele Grüsse, Andres von Coup
    • Fumo 02.03.2016 11:34
      Highlight Highlight Crowdfounding UND Abogebühren als Non-Profit-Verein zu tarnen ist doch etwas frech finde ich, dann noch eine Story pro Monat mit knapp 5.- als günstig deklarieren. Dafür bekommt man ein ganzes Magazin.
      Was geschieht denn mit "überschüssigen" Einnahmen? Spenden oder Benz-Leasing? Wie sieht es mit Steuern aus? ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • maxi 02.03.2016 10:07
    Highlight Highlight wird das sowas ändliches wie krautreporter?
    • Coup 02.03.2016 11:10
      Highlight Highlight Hi maxi, ja vom Prinzip her tatsächlich ähnlich wie Krautreporter, einfach eine Nummer kleiner. Typisch Schweiz halt ;) Bei uns soll es einmal im Monat eine grosse Geschichte geben, die dann aber aufwändig und sorgfältig erzählt ist. Viele Grüsse, Andres von Coup
    • maxi 02.03.2016 11:44
      Highlight Highlight danke für die antwort werde mich zu eurem virhaben mal genauer informieren:)

Eine Demo ist wie Social Media mit viel mehr Kraft – Frauen, geht heut auf die Strasse!

Ein Plädoyer für die Kulturtechnik der Demonstration. Die überraschend oft überraschend viel zu bewegen vermag.

Meine erste Demo erlebte ich mit fünf Jahren. Ich marschierte nicht mit, aber ich stand begeistert am Strassenrand und schaute zu, weil mein Vater gesagt hatte: «Das sind die Guten.» Eine von den Guten drückte mir eine leere Colaflasche in die Hand und sagte: «Sorry, aber kannst du das für mich entsorgen?» Nie vorher oder nachher hat mich ein Stück Abfall so glücklich gemacht.

Die Guten demonstrierten damals gegen den Bau des Atomkraftwerks Kaiseraugst. Und siehe da: Es wurde nicht gebaut! Der …

Artikel lesen
Link zum Artikel