Schweiz
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Pascal Strupler, Directeur de l'Office federal de la Sante publique, s'exprime lors d'une conference de presse sur le theme La sante: bien public ou affaire privee ?, ce jeudi 25 janvier 2018 au Club Suisse de la Presse a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Der Walliser Pascal Strupler ist seit 2010 Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Bild: KEYSTONE

BAG-Direktor: «Die Gefahr besteht, dass wir das Gesundheitssystem an die Wand fahren»

Im Streit um die steigenden Gesundheitskosten werden radikale Forderungen laut – etwa jene der CSS-Chefin nach einer 10'000-Franken-Franchise. Im Interview nimmt Pascal Strupler, der Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Stellung.

18.04.18, 06:56 18.04.18, 18:15


Angenommen, jeder Bürger müsste Arztrechnungen bis zu einer Limite von 10’000 Franken pro Jahr selber bezahlen: Was würde das mit unserem Gesundheitssystem machen?
Pascal Strupler:
Diese Idee rüttelt an den Grundfesten unseres Versicherungssystems. Es wären nur noch grosse Risiken, wie etwa Krebserkrankungen, versichert. Das Nachsehen hätten Personen, die in wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen leben, genauso wie chronisch Kranke.

Genau über eine solche Mindestfranchise von 10’000 Franken hat die Chefin der Krankenkasse CSS jedoch laut nachgedacht. Die tiefste Franchise wäre damit 33 mal so hoch wie heute. Eine billige Provokation?
Billig ist in dem Zusammenhang sicher das falsche Wort (lacht). Der Vorschlag ist radikal und höhlt das Solidaritätsprinzip aus. Überdies ist er nicht mehrheitsfähig und daher nicht geeignet, um die Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen.

Hinter der Forderung steckt der Grundgedanke, dass die Versicherten eigenverantwortlicher handeln sollen. Nach dem Motto: Im Zweifelsfall lieber ein Aspirin schlucken statt gleich zum Arzt rennen. Ist dieser Ansatz so falsch?
Es ist wichtig, dass jeder Patient selber Verantwortung übernimmt. Wir brauchen in diesem Bereich eine Sensibilisierung – aber nicht mit dem Vorschlaghammer. Es gibt bereits verschiedene Modelle, die darauf abzielen, dass die Versicherten nicht immer gleich zum Arzt gehen. Beispielsweise telemedizinische Voruntersuchungen.

«Es stimmt: Wenn wir jetzt nichts Entscheidendes unternehmen, besteht die Gefahr, dass wir unser Gesundheitssystem an die Wand fahren.»

Die Prämien haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Bürger wie auch Politiker beklagen die Entwicklung – und trotzdem passiert nichts. Woran liegt’s?
Es ist klar, dass dringend etwas passieren muss. Der Bundesrat hat 2016 eine international zusammengesetzte Expertengruppe damit beauftragt, Massnahmen auszuarbeiten, mit denen wir das Kostenwachstum dämpfen können. Ein erstes Massnahmenpaket kommt noch dieses Jahr in die Vernehmlassung. Darin befindet sich etwa ein Experimentierartikel, der innovative Projekte zur Kostendämpfung fördern soll. Mit der Senkung der Medikamentenpreise hat das BAG in den vergangenen Jahren zudem bereits Einsparungen von 800 Millionen Franken erzielt – das ist nicht nichts.

Für Kritiker sind das bloss Pflästerchen. Sie glauben, dass vielmehr eine Operation am offenen Herzen nötig ist, wenn wir unser Gesundheitssystem noch retten wollen.
Es stimmt: Wenn wir jetzt nichts Entscheidendes unternehmen, besteht die Gefahr, dass wir unser Gesundheitssystem an die Wand fahren. Doch ein einziges Wundermittel, das alle Probleme auf einen Schlag löst, gibt es nicht. Wir müssen an allen Ecken des Gesundheitssystems ansetzen und alle Akteure in die Pflicht nehmen: Spitäler, Ärzte, Kantone, den Bund, die Versicherer und letztendlich auch die Patienten.

Wer braucht am dringendsten einen Weckruf?
Die Ärzteschaft und die Patienten. Wir müssen alles daran setzen, medizinisch unnötige Interventionen zu vermeiden. «Less is more», lautet das Motto. Wir brauchen eine Medizin, die sich aufs Nötige beschränkt, ohne zu rationieren. Dafür braucht es eine Sensibilisierung in der Ärzteausbildung, aber auch die Entwicklung eines Gesundheits- und Kostenbewusstseins in der Erziehung und in den Schulen.

Die CVP will per Volksinitiative eine Kostenbremse im Gesundheitswesen verankern. Was taugt der Plan aus Ihrer Sicht?
Die Initiative wird eine Debatte über das Kostenbewusstsein im Gesundheitswesen anheizen und das ist gut so. Aber es ist nicht an mir, die Pläne zu kommentieren. Für das BAG steht das Massnahmenpaket des Bundesrats im Vordergrund.

«Die Massnahmen sollen Luft schaffen und dafür sorgen, dass die Kostenkurve weniger steil ansteigt. Dass die Prämien sinken, ist nicht realistisch.»

Könnten die Prämien irgendwann wieder sinken, falls die Massnahmen wie erhofft anschlagen?
Wir müssen realistisch sein: Die Bevölkerung wird älter, das ist ein Kostentreiber. Auch die Innovationen in der Medizin und in der Pharma sorgen dafür, dass die Kosten weiter steigen. Die Massnahmen sollen Luft schaffen und dafür sorgen, dass die Kostenkurve weniger steil ansteigt. Dass die Prämien sinken, ist nicht realistisch.

Die Grundversicherung zahlt heute für homöopathische Globuli, viele Zusatzversicherungen auch für Fitness-Abos und Kontaktlinsen. Verstehen Sie den Vorwurf, die Krankenkasse sei zur Lifestyle-Versicherung geworden?
Die obligatorische Krankenversicherung stellt heute eine grosszügige Grundversorgung sicher, von Lifestyle-Behandlungen kann aber keine Rede sein. Zusatzversicherungen werden auf freiwilliger Basis abgeschlossen, von jenen, die eine zusätzliche Leistung wollen. Tendenziell haben Zusatzversicherungen das Potenzial, indirekt die Kosten auch in der Grundversicherung zu erhöhen. Dies werden wir uns genauer anschauen müssen.

Die Leistungen in der Grundversicherung zusammenzustreichen, ist für Sie keine Option?
Ziel muss es sein, unnötige medizinische Eingriffe zu verhindern. Zu diesem Zweck lässt der Bund derzeit im Rahmen von sogenannten Health Technology Assessments verschiedene Eingriffe auf ihre Wirksamkeit untersuchen.

Die Prämien sollen nicht mehr als acht Prozent des Haushaltseinkommens wegfressen – so wurde es bei der Einführung der obligatorischen Krankenkasse 1996 versprochen. Heute gehen bei einer jungen erwerbstätigen Person im Schnitt zwölf Prozent des Lohns für die Prämien drauf.
Das ist richtig, die Belastung der Haushalte steigt seit Jahren an. Darum müssen griffige Massnahmen so schnell als möglich umgesetzt werden.

«Radikale Ideen stossen immer dann auf Anklang, wenn die Leute keinen anderen Ausweg mehr sehen.»

Während die Prämien munter steigen, sparen viele Kantone bei den Prämienverbilligungen. Ist das aus Ihrer Sicht vertretbar?
Es ist tatsächlich problematisch, wenn gewisse Kantone hier ihre Beteiligung reduzieren. Eine Diskussion darüber ist bereits im Gang.

Je prekärer die Situation wird, desto lauter werden die Rufe nach radikalen Lösungen. Einzelne rechte Politiker liebäugeln damit, die Krankenkasse wieder freiwillig zu machen. Und auf der linken Seite ist die Idee einer Einheitskasse ein Dauerbrenner. Was glauben Sie: Wie lange tragen die Versicherten das aktuelle System noch mit?
Radikale Ideen stossen immer dann auf Anklang, wenn die Leute keinen anderen Ausweg mehr sehen. Wie gesagt: Wenn sich nichts ändert, droht unser System tatsächlich an Rückhalt zu verlieren. Bisher sehen wir aber in Umfragen, dass immer noch eine grosse Mehrheit grundsätzlich zufrieden ist. Darum waren Vorschläge wie eine Einheitskasse bisher an der Urne chancenlos.

Als BAG-Direktor sind Sie mitverantwortlich, wenn der Rettungsversuch scheitert. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?
Es liegen viele gute Vorschläge auf dem Tisch. Ich bin zuversichtlich, dass wir Resultate sehen werden, wenn die Einsicht sich durchsetzt, dass es höchste Zeit ist.

Du musst 2018 noch mal mehr für deine Krankenkasse bezahlen

Video: srf/SDA SRF

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102
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102Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ueli der Knecht 20.04.2018 02:23
    Highlight "Heute gehen bei einer jungen erwerbstätigen Person im Schnitt zwölf Prozent des Lohns für die Prämien drauf."

    Mich kratzt der Umstand, dass ebenso die Krankenkassenprämien wie auch die Billag-Zwangsgebühren eigentlich Steuern sind. Die medizinische Grundversorgung und auch das öffentlich-rechtliche Farbfernsehen sind nämlich hoheitliche Aufgaben.

    Artikel 127 der Bundesverfassung verlangt ein progressives Steuerregime, d.h. reiche Leute sollen mehr einzahlen. So wär's gerecht. Deshalb müsste das meines Erachtens auch für KK-Prämien und Staatsfernsehgebühren gelten. Sonst ist's ungerecht.
    1 0 Melden
  • db13 19.04.2018 14:52
    Highlight Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Gesundheitssystem an die Wand gefahren sein wird...

    Das Problem: Zur Zeit wird Geld verdient, wenn es möglichst viele Kranke bzw. Behandlungen gibt. Es müsste aber genau umgekehrt sein! Je schneller und langfrisitiger die Patienten gesund sind und bleiben, desto mehr verdienen die Mediziner!
    2 0 Melden
  • Schneider Alex 19.04.2018 07:02
    Highlight Mit einer Erhöhung der Mindestfranchise oder des Selbstbehalts wäre schon viel gewonnen.
    1 5 Melden
  • G. Schmidt 18.04.2018 23:46
    Highlight Mindestfranchise von 300.- ist ein Witz! Dieser muss unbedingt angehebt werden, ebenso der Selbstbehalt.
    Es nutzten leider zu viele Leute den Notfall für kleinste Probleme...

    Bei Eingriffen in der Medizin kommt es (leider) fast immer zu einer Qualitätsverminderung
    1 10 Melden
  • tagomago 18.04.2018 16:51
    Highlight Warum nicht gleich zum Arzt rennen wenn man ihn ja sowieso selber bezahlt?
    3 0 Melden
  • Bynaus @final-frontier.ch 18.04.2018 13:03
    Highlight Die Pro-Kopf-Kosten des Schweizer Gesundheitswesens sind - nach den USA - die höchsten weltweit, auch nach Korrektur der Kaufkraft. Das deutet darauf hin, dass die vielen konkurrierenden Kassen bei der Grundversicherung - der entscheidende Unterschied zu anderen Ländern - nicht wirklich die oft versprochene Kostenersparnis bringen. Eine Einheitskasse in der Grundversicherung (also sowas wie eine "Kranken-SUVA") erscheint mir früher oder später unausweichlich.
    37 5 Melden
    • JoeyOnewood 18.04.2018 16:12
      Highlight dass wussten wir aber schon 2007 (71% nein) und 2014 (61.5% nein). Geht es so weiter, ist unser Gesunheitssystem bereits am Arsch, wenn es mehr als die Hälfte verstanden hat.

      Der Schweizer ist häufig etwas staatsscheu, vergisst dabei eben, dass die SUVA genau gleich funktioniert. Zudem haben viele Angst vor einer Zweiklassen-Medizin. Dass wie in Deutschland gewisse Ärzte keine Einheitskassen-Patienten nehmen, oder sie auf lange Wartelisten setzen. Vorallem diesem zweiten Punkt müsste man beim nächsten mal wohl konkret begegnen...

      Vlt. klingt Einheitskasse auch einfach zu kommunistisch.
      21 4 Melden
    • Zap Brannigan 18.04.2018 20:08
      Highlight Die Verwaltungskosten der Kassen betragen 5 Prozent der Prämien. Das Entspricht dem Kostenanstieg bei den Leistungen von max 3 Jahren. Man sollte aufhören, sich da was vorzumachen.
      Die Verwaltungskosten der Suva betragen übrigens fast 20 Prozent. Von daher kein gutes Beispiel.
      Auch wenn es niemand hören will: 95 Prozent der Prämien gehen an medizinische Leistungen. Will man substantiell sparen, muss man substantiell Leistungen kürzen. Da gits kei Bire.
      5 5 Melden
    • Butschina 19.04.2018 08:48
      Highlight Die Suva ist nicht die einzige Unfallversicherung. Staatlich ist sie glaube ich auch nicht mehr.
      0 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dame vom Land 18.04.2018 11:53
    Highlight Jeder Arbeitgeber, welcher ab dem ersten - dritten Tag Krankheitstag ein Arztzeugnis vom Arbeitnehmer verlangt, sollte die Hälfte der Arztkosten übernehmen. Bei „Bagatellerkrankungen“ wie Grippe, Arztzeugnis erst nach 5 Tagen verlangen.
    31 4 Melden
  • Amenokal 18.04.2018 11:51
    Highlight wie wäre es wenn wir Mitgliedern der Krankheitsindustrie, welche uns per Gesetz zu ihren Kunden gemacht haben, den Zugang zur Gesetzgebung verweigern? Z.B mit der Initiative "Für ein von den Krankenkassen Unabhängiges Parlament" welche auf Admin.ch (https://www.bk.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis480t.html) unterschrieben werden kann? Wieso werden andere Initiativen und Ideen bezüglich Krankenkasse (Einheitskasse, Abschaffung des Obligatoriums) diskutiert, diese Initiative aber nicht?
    10 3 Melden
    • Masche 18.04.2018 17:06
      Highlight Weil eine solche Initiative verfassungswidrig ist.
      3 2 Melden
    • Amenokal 18.04.2018 21:02
      Highlight gegen welchen Artikel der Verfassung würde den der neue Verfassungstext verstossen?
      1 3 Melden
    • Masche 18.04.2018 23:19
      Highlight Artikel 136 und 143.
      3 1 Melden
  • Dewar 18.04.2018 11:31
    Highlight Der Hauptkostentreiber: Wir werden immer älter und wollen auch noch bis hundertjährig gesund ind glücklich sein. Das ist legitim. Aber es kostet Geld. Selbst wenn an allen Ecken und Enden gspart wird, werden die Kosten irgendwann weiter steigen, wenn sich diese Mentalität nicht ändert. Hüftoperationen bei 80+ Patienten, lebensverlängernde Therapien für 100'000+ Fr... Wir können Krankheit und Tod immer weniger akzeptieren (mich eingeschlossen). Vielleicht hat die Lösung deswegen weniger mit Kostendeckeln und viel mehr mit einem gesellschaftlichen Paradigmenwechsel zu tun.
    25 4 Melden
    • B-Arche 18.04.2018 14:43
      Highlight Ihre angedeutete "Lösung" führt zum USA - Modell. Religion und Glaube werden das Vakuum füllen um sich nicht Scheisse zu fühlen wenn man eine Routineoperation oder -Behandlung nicht mehr bezahlt bekommt weil man zu arm zu alt ist oder man das Haus bereits für die letzte Behandlung verpfändet hat.

      Dann wird gebetet und "Gott holt einen jetzt eben zu sich". So schafft man es dass der christliche Fundamentalismus zuverlässig Menschen daran hindert dagegen aufzubegehren.

      Ich denke nicht dass die Schweiz so ein Gesundheitssystem will.
      9 6 Melden
    • Dewar 18.04.2018 16:00
      Highlight Ich spreche eben gerade nicht von solchen Behandlungen.Sondern davon, dass bei vielen terminal kranken, oder sehr betagten Personen, um jeden Preis Therapien angewendet werden (teilweise gegen ihren Willen), um das Leben bei zweifelhafter Qualität ein paar Monate zu verlängern. Die Erkenntnis, dass der Tod zum Leben gehört, hat für mich (atheistischer Agnostiker) überhaupt nichts mit Religion zu tun. Eben gerade damit das Gesundheitssystem weiterhin für alle finanziell tragbar bleiben, müssen einen sinnvollen Weg finden - und sich vielleicht irgendwann mit der Endlichkeit des Lebens versöhnen.
      14 2 Melden
  • axantas 18.04.2018 11:17
    Highlight Es besteht nicht die Gefahr, dass das passiert, es passiert grad aktiv - bisschen Geduld noch und es implodiert.

    Man muss auch nicht wirklich etwas unternehmen. Das hat die Politik jüngstens wieder bewiesen, idem sie der betreffenden Lobby aufgesessen ist und bei den Medikamentenpreisen wieder mal nichts unternehmen will. Ganz Europa kann es, aber die Schweiz selbstverständlich nicht...
    11 4 Melden
  • Matti_St 18.04.2018 11:17
    Highlight Solange sich der Bundesrat und das Parlament die Pharma-. und Medizinindustrie deckt, so lange wird sich nichts ändern.
    Stattdessen wird immer das Schlagwort "Eigenverantwortung" der Patienten aus der Rummpelkiste hervorgekramt.
    Gerade in den letzen Tagen hat der Bundesrat verhindert, dass Parallelimporte zugelassen werden.
    https://m.tagesanzeiger.ch/articles/5ad10755ab5c374863000001
    14 3 Melden
  • Dan Ka 18.04.2018 10:47
    Highlight Vielleich könnte China ein Beispiel liefern... Meines Wissens erhält der Arzt/die Ärztin dann Lohn, wenn der Patient gesund ist. Die Einschätzung ob gesund oder nicht liegt beim Patient. So wäre der Interessenkonflikt gelöst, nicht Kranke bringen Geld, sondern Gesunde.
    20 22 Melden
    • Tilman Fliegel 18.04.2018 11:19
      Highlight Ich habe gehört, die alten Römer (die sich einen Arzt leisten konnten) hätten das so gemacht. Im Prinzip ein sehr interessanter Ansatz.
      7 0 Melden
    • Dewar 18.04.2018 11:20
      Highlight Das würde wiederum falsche Anreize für unnötige Therapien schaffen. Ausserdem würden die wirklich Kranken von Arzt zu Arzt geschoben. Und wer würde dann noch Onkologe werden wollen? Ich kenne das System nicht und gehe davon aus, dass es etwas ausgeklügelter funktioniert - dennoch wäre ich sehr skeptisch.
      5 2 Melden
  • Snowy 18.04.2018 10:30
    Highlight Mein Grossvater konnte in seinem 90-jährigen Leben die Arztbesuche an einer Hand abzählen - es waren 4 Arztbesuche - einen Finger hat er sich abgesägt...:-)

    4 Arztbesuche in einem 90 jährigen Leben - wovon ein Arztbesuch auf den abgesägten Finger zurückgeht. Das war zu der Zeit völlig normal.
    4 Arztbesuche kommen bei mir alleine in den letzten 2-3 Jahren zusammen... und ich bin kerngesund, habe keine Krankheiten etc (1x schwere Grippe, 1x beeeeeep und 2x Sportunfall).
    Leider ist auch dies heutzutage völlig normal... Das Problem dabei: Das System funktioniert noch immer wie 1960.
    28 11 Melden
  • Diavolino666 18.04.2018 10:05
    Highlight «Die Gefahr besteht, dass wir das Gesundheitssystem an die Wand fahren» - das System WIRD gegen die Wand fahren. Die falschen Leute haben da zu lange nichts getan und jetzt sind plötzlich alle überrascht, dass dieses System mit jährlich steigenden Prämien bei stagnierenden Löhnen nicht bis in alle Ewigkeit funktionieren kann...
    36 0 Melden
  • droelfmalbumst 18.04.2018 09:54
    Highlight Es beginnt ja schon in der Schule. Heute hat jede Schule einen "Schulpsychologen". Jedes zweie Kind bekommt die Diagnose "ADHS" oder ähnliches. Muss therapiert werden oder Medikamente werden verschrieben. Gibt kaum mehr ein Mensch der nicht irgend eine Diagnose hat, oft ist diese einfach erfunden um wieder Tests und Medikamente zu verschreiben... Ärzte, Spitäler oder Krankenversicherungen hin oder her. Schuld am Ganzen ist das Volk. Etwas mehr Eigenverantwortung würde die Kosten schon bedeutsam reduzieren...
    26 18 Melden
    • Einstürzende_Altbauten * 19.04.2018 09:10
      Highlight ein Kind (bis 12 Jahren) mit einer AD(H)S Diagnose wird normalerweise bei der IV angemeldet und diese übernimmt auch die Behandlungskosten.
      Wir haben mehrere Töpfe, aus den bezahlt werden kann.

      Und einfach dem Vouch die Schuld in die Schuhe zu schieben ist billig. Eigenverantwortung ist das eine, das Lobbying der Pharma, IV-Zulieferer etc. das andere.

      Das Thema hat viele Facetten und mit Schuldzuweisungen kommt man zu keiner Lösung. my2c
      0 0 Melden
    • droelfmalbumst 19.04.2018 09:43
      Highlight Bei der IV angemeldet? Glaube mir, das passiert extrem selten!! Und wenn, dann wird es von der IV zurückgewiesen! Habe selber schon tonnen an Anträge an die IV weitergeleitet....
      0 2 Melden
    • Brummbaer76 19.04.2018 14:17
      Highlight Bei Kindern mit ADHS zahlt die IV und das ohne grossen Antrag. Grund: bei einem in der Kindheit nicht Therapierten ADHS, kann es im Erwachsenenalter zu Problemen kommen. Zusätzliche Psychische Störungen die teils Chronisch werden und zu dauernder IV führt.
      Kurz in der Kindheit zahlen ist billiger.
      1 0 Melden
  • droelfmalbumst 18.04.2018 09:51
    Highlight Ich bezweifle dass die CSS Chefin eine mindest Franchise von 10'000.- verlangt? Wohl eher einfach die Möglichkeit auf eine höhere Franchise?
    Hatte schon viele Kunden die offen sind auch eine 5'000.- oder gar 10'000 Franchise zu nehmen. Haben mich sogar direkt danach gefragt wieso es das nicht gibt. Ganz verkehrt ist es also nicht. Nur wird das nichts daran ändern dass Medikamente in der CH das doppelte kosten und die Ärzte sowie Spitäler abnormal abkassieren...
    14 25 Melden
  • meine senf 18.04.2018 09:49
    Highlight Ein Beispiel bezüglich Medikamentenkosten:

    Johanniskraut. Grundsätzlich harmlos, aber bekannt für grössere Wechselwirkungen mit eventuellen anderen gleichzeitig benutzten Medikamenten.

    In der Schweiz zwar rezeptfrei, aber "apothekenpflichtig". Kosten ca Fr. 50.-- pro Packung.

    In Deutschland: selbe Packungsgrösse mit doppelter Wirkstoffmenge: 4 Euro im Drogeriemarkt.

    Ging zwar ohnehin nicht auf die Krankenkasse, aber es gibt sicher noch ähnliche Beispiele. Sicherheit und die dafür notwendige Bürokratie ist sicher notwendig, man kann es aber auch übertreiben.
    36 5 Melden
    • stephiii 18.04.2018 15:18
      Highlight stimmt so nicht ganz. hab selbst schon Johanniskraut in der Drogerie gekauft hat ca. 10.- gekostet.
      Jedoch fände ich es besser, wenn es nur in der Apotheke mit kompetenter Beratung zu kaufen wäre, da die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sicher nicht harmlos sind! ZB wirkt die Pille nicht mehr richtig, was zu einer ungewollten Schwangerschaft führen könnte.
      7 2 Melden
  • Walter Sahli 18.04.2018 09:23
    Highlight Das, was die Bevölkerung als Erstes einmal tun kann, um unnötige Operationen zu vermeiden, ist der Wechsel von privat- oder halbprivat- zu allgemeinversichert. Allgemeinversicherte sind finanziell viel weniger interessant für die Ärzte und die Spitäler.
    17 5 Melden
  • Jasmin Nyff 18.04.2018 09:20
    Highlight Wäre es nicht mal an der Zeit ein System wie in der Autoversicherung einzuführen, wer weniger zum Arzt geht wegen jedem kleinen Leiden der bekommt ein Guthaben fürs nächste Jahr. Aber auch Fitnessstudio und dergleichen sollte nicht über Krankenversicherung bezahlt sein. Wenn ich bei uns sehe wie da tagtäglich x-Leute zum Hautarzt eilen rein raus in höchstens 10 Minuten, stellt sich doch die Frage sind die Alle krank?
    21 30 Melden
    • FrancoL 18.04.2018 09:38
      Highlight Wenn es höchstens 10 Minuten sind dann können sie dies bei einer Franchise von mehreren hundert Franken auch einige male tun! Kann also nicht das grosse Problem sein.
      14 3 Melden
    • Walter Sahli 18.04.2018 09:43
      Highlight Die Kostentreiber sind nicht die Besuche beim Haut- oder Hausarzt, sondern Ihr Entscheid, dass der blutende Darmtumor Ihrer 90jährigen Mutter operiert werden soll, weil sie ja dann vielleicht noch ein zwei Jahre mehr hat...Ein verständlicher Entscheid - wer will schon über die Lebenszeit der eigenen Eltern bestimmen? - aber ein teurer.
      31 6 Melden
    • Amboss 18.04.2018 10:20
      Highlight @Jasmin: Dieser Anreiz funktioniert im Gesundheitswesen schlichtweg nicht. Im Gegenteil, sowas ist schlicht und einfach gefährlich und irrsinnig.
      Weil es besser ist, ein, zwei, dreimal zu viel zum Arzt zu gehen und dafür eine Krankheit frühzeitig zu erkennen.
      Erkennt man eine Krankeit zu spät, dann hat dies oftmals Folgekosten, die exponentiell höher sind.
      21 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • aglio e olio 18.04.2018 09:19
    Highlight Eine einkommensabhängige Prämie ist sicher auch ein Mittel um einkommensschwache Versicherte zu entlasten.
    Dies wäre aber nur ein Teil eines Gesamtpaketes.
    Grundversicherung - eine Krankenkasse,
    unnötige Behandlungen reduzieren,
    "Hypochonder" in die Pflicht nehmen,
    Pharmakosten reduzieren,
    Spitalprivatisierungen stoppen,
    überrissene Personalkosten deckeln,
    Bildung (trägt zu gesünderem Lebensstil bei),
    Turbo-Arbeitswelt etwas bremsen,
    wären einige weitere Vorschläge.
    45 5 Melden
  • Scaros_2 18.04.2018 09:07
    Highlight Wir alle wissen es muss was gemacht werden jedoch warten wir mit dem Handeln viel zu lange weil wir in einer Risikoarmen Gesellschaft leben. Niemand will die Kompetenz wahrhaben das Risiko mit der Entscheidung zu tragen. Lieber das Morgige Ich oder wer anders wirds machen - bloss ich nicht.
    9 0 Melden
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser 18.04.2018 08:42
    Highlight Solange Chefärtzte unverschämt abzocken, wird sich nichts ändern. 1.5 Millionen pro Jahr ist doch eine ganze Menge.

    Ein anderer Teil der die Kosten in die Höhe treibt, ist die Pharmaindustrie, die sich mit den Krankenkassen eine goldene Nase verdient. (Wieso sind dieselben Medikamente im Ausland eigentlich halb so teuer?)

    Und dann noch die Verwaltungsräte, die sich einen grossen Teil unserer Prämien genehmigen.

    Bevor wir die Kranken mit exorbitanten Franchisen quälen, sollten wir an den wirklichen Kosten schrauben.
    69 10 Melden
    • Dubio 18.04.2018 11:06
      Highlight Interessant ist allerdings, dass sie hier Punkte nenne, welche den wohl kleinsten Teil des Kostenkuchens ausmachen...
      11 3 Melden
    • Dewar 18.04.2018 11:14
      Highlight Was sehr viele Leute - darunter offenbar auch Sie - nicht wissen, ist, dass die Preise von kassenpflichtigen Medikamenten vom BAG festgelegt werden, und nicht von den Pharmafirmen. Das BAG berechnet den Preis in der Schweiz u.a. auf Basis der Preise in umliegenden Ländern. Zudem machen Medikamente nur
      ca. 13% der Gesundheitskosten aus. Klar gibt es auch da Sparpotential, aber leider funktioniert die Pharma nach marktwirtschaftlichen Prinzipien und ist ein Risikobusiness. Wäre es so einfach, die Kosten wirksam zu senken, wäre es schon längst gemacht worden.
      12 0 Melden
    • Bynaus @final-frontier.ch 18.04.2018 13:07
      Highlight Die Löhne bei den Ärzten in staatlichen Spitälern müssen konkurrenzfähig sein (wobei 1.5 Mio schon exorbitant klingt - woher kommt denn die Zahl?), sonst wandern sie einfach zu den privaten Kliniken ab - und dann haben wir auch wieder eine Zweiklassen-Medizin. Die Alternative wäre natürlich, private Kliniken auch gleich zu verbieten, aber dann wandern die besten Ärzte einfach ins Ausland ab. Qualität hat nun mal ihren Preis. Aber was Medikamentenpreise angeht, stimme ich zu!
      4 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 18.04.2018 08:42
    Highlight Alle beschreiben immer die Auswirkungen des Problems, auch der BAG-Chef. Passieren tut nichts! Alle starren wie das Mäuschen auf die hungrige Schlange, das darauf wartet gefressen zu werden. Weil niemand das wahre Problem bearbeitet. Dass nämlich diverse mächtige Lobbies Alles, aber auch Alles blockieren, was zu einer Lösung beitragen könnte, zum Teil sogar mit Hilfe des Volkes. Stellt doch mal die Blockierer von Lösungen in den Mittelbpunkt der Diskussion, nicht die Probleme! Prangt an, nennt Namen und hört nicht auf damit!
    44 0 Melden
  • mogad 18.04.2018 08:34
    Highlight Die Hausärzte sollten auch verpflichtet werden, Kompetenzen abzugeben an spezialisierte Praxisassistentinnen. Warum muss ich bei einer Erkältung den Arzt sehen für ein Zeugnis? Weil ich vielleicht schon eine Lungenentzündung haben könnte? Obwohl das Risiko dafür ev. im 0,5 Promille Bereich liegt? Warum muss ausger. bei einer Erkältung das minimalste Risiko geprüft werden, obwohl es ausserhalb der Erkältung für jeden Menschen noch tausende von andern, viel grösseren Risiken gibt, vor denen ihn niemand schützen kann!
    22 8 Melden
    • Zap Brannigan 18.04.2018 20:17
      Highlight Ein Zeugnis braucht man, weil der Arbeitgeber eines will. Meist ab dem dritten Tag. So landet jeder mit einer Grippe beim Arzt, obwohl ein paar Tage mit Tee im Bett reichen würden. Es wäre schon lange fällig, dass vom Arbeitgeber verlangte Zeugnisse auch von diesem bezahlt werden müssen.
      5 0 Melden
  • Karoon 18.04.2018 08:33
    Highlight Das Grundproblem ist, dass sehr viele Akteure vom aktuellen Gesundheitssystem profitieren: Ärzte, Krankenkassen, Kantone, Apotheken, Pharma, Gesundheitspolitiker, Verwaltung. Es ist naiv zu glauben, dass diese die momentane Situation ernsthaft ändern wollen. Auch das BAG mit seinen 600 Mitarbeitenden und dem Chef (200k+ Jahreslohn, Lebensstelle) sind daran interessiert, dass das Thema Gesundheit im Gespräch bleibt.
    Es braucht keine internationale Expertengruppe. Gute Lösungen liegen bereits auf dem Tisch, es fehlt nur der Wille und der Mut zu deren Umsetzung.
    34 3 Melden
  • mogad 18.04.2018 08:25
    Highlight Je höher die Prämien, umso teurere Dienstleistungen werden konsumiert. Wer innerhalb von 3J. 17'000 Fr. Prämie bezahlt hat, ohne je beim Arzt gewesen zu sein, fragt sich ev., für wen verzichte ich eigentlich auf meine Ferien, um die Prämien zahlen zu können? Jetzt mach ich halt mal eine teure Vorsorgeuntersuchung obwohl mir nichts weh tut, oder schaue mal, ob ich über die Zusatzversicherung etwas herausholen kann. So funktioniert doch der Mensch und man kann es ihm nicht verübeln.
    31 6 Melden
    • Cubbie 18.04.2018 11:51
      Highlight Meine Eltern hatten beide Krebs und ich versichere dir, dass ich zu 100% alle nötigen Voruntersuchungen machen werde, damit bei mir früh genug erkannt wird, wenn es los geht und ich nicht dahinvegetiere.

      Und erkläre mir jetzt, warum mir das nicht zustehen sollte.
      15 0 Melden
    • mogad 18.04.2018 13:56
      Highlight @Cubbie. Das ist ja völlig in Ordnung, sogar nötig! Da Sie möglicherweise genetisch vorbelastet sind. Das ist ja gar nicht mein Thema. Ich hoffe, Sie machen mich da nicht falsch verstanden!
      2 0 Melden
  • mogad 18.04.2018 08:18
    Highlight Wie wär's, wenn man z.B. vermehrt mit Studienergebnissen argumentiert. Beispiel: Frauen, die nie eine Mammographie gemacht haben sterben nicht häufiger an Brustkrebs als Frauen, die regelmässig zur Mammographie gingen! Und dass dieser Fakt dafür sorgt dass diese Vorsorgeuntersuchung nicht mehr flächendeckend allen offen steht!
    17 8 Melden
    • elk 18.04.2018 16:23
      Highlight Bitte Link zur zitierten Studie hinzufügen.
      2 0 Melden
  • bokl 18.04.2018 08:18
    Highlight Moderate Erbschaftssteuer einführen zur Dämpfung der altersbedingten Zusatzkosten in der KK. Umverteilung von jung zu alt wird gemildert und niemand wird zu Lebzeit zur Kasse gebeten.
    21 10 Melden
  • Jompers 18.04.2018 08:03
    Highlight Gutes Interview, wenn auch etwas ausweichende Antworten.
    Aber ja genau: eine Einheitskrankenkasse ist genau so radikal, wie die Auflösung derselben🤷🏻‍♂️
    23 15 Melden
    • meine senf 18.04.2018 08:53
      Highlight Ist die SUVA auch radikal?
      26 2 Melden
    • Zap Brannigan 18.04.2018 20:23
      Highlight Erstens ist die Suva nicht vorgeschrieben, sondern für den AG am einfachsten. Ich habe zB meine Unfallversicherung des AG bei der Winterthur. Zweitens ist der Verwaltungskostenanteil bei der Suva fast 20 Prozent, bei den KK sind es 5 Prozent. Wer denkt, mit einer Einheitskasse liesse sich relevant Sparen, belügt sich selbst.
      1 0 Melden
  • henkherrmann 18.04.2018 08:02
    Highlight Also wenn ich hier so deutlich von dem Kostentreiber "Innovation bei Medizin und Pharma" lese - kann man bitte nochmal laut über das Innovationsverständnis der Gesellschaft allgemein nachdenken, dass alles immer teurer macht?! Das kann doch nicht wie bei Smartphones laufen. Es braucht hier Gatekeeper mit Blacklists für echte Kosten-Nutzenkontrolle ...
    31 7 Melden
  • dan2016 18.04.2018 08:00
    Highlight nun, neben einzelnen Problemen wie Fehlanreize, durch Lobbyismus überhöhte Preise etc... gibt es das Globalthema Demografie. Und dieses wird - auch hier - nur am Rand oder gar nicht thematisiert. Fakt ist, die Alterssicherung, das Gesundheitswesen, die Finanzierung der Staatsaufgaben ganz generell funktioniert mit der aktuellen demografischen Struktur, wird aber definitive in der Zukunft nicht funktionieren.
    14 3 Melden
    • bebby 18.04.2018 08:49
      Highlight Wieso denn? Die Babyboomergeneration, die letzte die noch deutlich grösser war als die vorigen, wird in 20 bis max. 30 Jahren nicht mehr am leben sein. Danach ist die Demographie recht stabil. Ebenso wird das Rentenalter irgendwann an die Lebenserwartung angepasst werden. Und wenn die Inflation sich normalisiert, dann ist auch die Altersversicherung wieder besser finanziert.
      Insofern bin ich langfristig optimistisch.

      Mich stört nur die Einstellung, dass eine Senkung der Gesundheitskosten unrealistisch ist. In UK und Japan war es auch möglich, den Pro-Kopf-Konsum zu senken. Wieso nicht hier?
      15 3 Melden
    • dan2016 18.04.2018 10:05
      Highlight @bebby. Nun, ich möchte zwar eher noch 30 Jahre leben... aber sonst. Die Demografie ist nach 2045 aus heutiger Sicht nur mit Zuwanderung normal.
      Und mit deinem Planungshorizont >2045 gibts vermutlich noch andere Fragestellungen als grad die Finanzierung des Gesunheitswesens, die offen ist.
      Und ob wir wirklich den pro Kopf Konsum senken wollen? Natürlich ist es mögliich, aber ob wir das auch wollen?
      4 1 Melden
    • mogad 18.04.2018 14:04
      Highlight @dan2016. Vereinfacht gesagt: die Aerzte sollten besser kommunizieren, z.B. alten Menschen mit erträgliche Arthrosebeschwerden begreiflich machen, dass es a)keinen Sinn macht, deshalb dauernd zum Arzt zu gehen und dass b)die von der Physiotherapie gezeigten Uebungen lebenslang gemacht werden sollten. Auch sollte der Mehrgenerationenhaushalt neu propagiert werden. Es würde schon helfen, wenn mehrere Generationen vermehrt nah beieinander wohnen. Resultat: die Senioren müssen später ins Alters- oder Pflegeheim.
      4 0 Melden
  • Lattenknaller 18.04.2018 07:50
    Highlight Also ich zahle im Jahr ca. 6000 Prämien dann kommen Ernstfall 2500 Franchise hinzu mit den 10% Selbstgehalt wäre ich dann schnell auch über 10‘000 die aus dem eigenen Sack zahlen müsste.
    Wenn ich länger Krank bin kriege ich aber nur noch 80% Taggeldvon von meinem Lohn. Somit wäre ich nicht mehr in der Lage die KK Prämien zu zahlen und ich nicht mehr versichert. So gesehen ist es bereits jetzt Realität ich zahle viel Geld für nix.
    94 14 Melden
    • Butschina 18.04.2018 08:26
      Highlight Dann schlage ich in einem ersten Schritt einen KK Wechsel vor. CHF 500.- monatlich bei einer Franchise von CHF 2500.- ist sehr viel.
      28 2 Melden
    • Djego 18.04.2018 08:47
      Highlight 6000.- pro Jahr mit 2500er Franchise? Ich würde ihnen dringend einen Kassenwechsel anraten! Zudem ist der Selbstbehalt bei CHF 700.- gedeckelt und auch bei einer Franchise von 10'000 kämen ja noch Prämien hinzu. Ihr Rechenbeispiel geht also vorne und hinten nicht auf.
      21 2 Melden
    • Amboss 18.04.2018 08:52
      Highlight Wenn du 6000 Franken Prämien bei 2500 Franchise zahlst dann kann ich dein Gejammere sowas von nicht Ernst nehmen.
      Dann musst du als allerersten Schritt die KK wechseln. Und dir ganz ganz wenige Gedanken machen, ob du echt korrekt versichert bist (zB unnötige Zusatzversicherungen.

      Aber dafür müsste man halt etwas machen. jammern ist halt sooo schön einfach.
      16 3 Melden
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  • Petitsuisse 18.04.2018 07:38
    Highlight Naja, wenn einen der Arzt wegen jedem Zwicken gleich ins MRI schickt, hinter jedem Furunkel einen Tumor vermutet, wie es mir geschah, dann wundert es mich nicht, dass die Kosten derart explodieren. Andererseits geht man ja auch gleich wegen jedem Wehwehchen in die Notfallstation. Denkt daran, die zähe Generation ist alt geworden, nicht die Weicheier.
    21 31 Melden
  • Gubbe 18.04.2018 07:37
    Highlight Dieser abgelutschte Satz, wenn einem nichts gescheites mehr einfallt: "die Bevölkerung wird älter, das ist ein Kostentreiber". Wer von den 40-jährigen möchte den früher sterben? Eigentlich wissen alle, sogar der BR, dass die Medikamentenpreise viel zu hoch sind, aber man will den Herstellern nicht ans Bein pissen. Diese werden nicht wegziehen wenn die Preise gesenkt würden, der Medi-Preis bliebe der selbe. Ich würde den Herstellern Steuererleichterungen anbieten, die CH würde deswegen nicht darben. Politiker, denkt und handelt!
    21 11 Melden
  • IchSageNichts 18.04.2018 07:37
    Highlight Die Franchise auf 5000 Fr zu setzen wäre sicher ein guter Ansatz auf Patientenseite. Die Franchise müsst dann aber pro Diagnose gelten so das chronisch Kranke dies nur einmalig berappen müssten. Wenn man die 100 Fr Prämienersparnis pro Monat auf die Seite legt kann man nach 4.16 Jahren die 5000 Franken sogar selbst bezahlen. Ansonsten kann der dann überflüssige Teil der Prämienverbilligung für Notkredite verwendet werden in Fällen wo Leute die 5000 nicht bezahlen können, eingesetzt wird.
    Natürlich muss man bei den anderen Bereichen z.B. unnötig/schädlichen Behandlungen auch ansetzen.
    7 38 Melden
    • Gubbe 18.04.2018 10:47
      Highlight Ergo darf ich alle 5 Jahre für meine Gesundheit 5000 Franken "verprassen". Es ist nicht der Patient der einen Bückling machen sollte, es ist das gesamte Gesundheitswesen von den Pillendrehern bis zum denkenden Patient.
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    • IchSageNichts 18.04.2018 11:27
      Highlight Ich sag ja auf der Patientenseite wäre das whrsch die beste Lösung. Natürlich braucht es auch Massnahmen auf der Angebotsseite (Pharma, KK, Spitäler, Kantone, Ärzte).

      0 4 Melden
  • JoeyOnewood 18.04.2018 07:24
    Highlight Jaja, die Einheitskasse, grösster Fehler des Volchs, die anzulehnen. Da drückte der liberale Schweizer wieder durch.
    96 33 Melden
    • Walter Sahli 18.04.2018 09:40
      Highlight 5% der Kosten? Also 5% von rund 80 Milliarden Schweizerfranken? Das gibt 4 Milliarden Schweizerfranken!
      Ich bezweifle, dass eine Einheitskasse so viel kosten würde.
      12 2 Melden
    • FrancoL 18.04.2018 09:44
      Highlight @R.Peter;
      Pro Jahr ändert 1 Mio Versicherte ihre Kasse,

      die Abwerbetelefonate, solltest Du auch kennen,

      Man könnte einen sauberen Deckungskatalog erstellen ohne dass KK ausscheren.

      Kassen müssen ständig die Prämien neu bewirtschaften weil die Struktur durch die vielen Wechsel ändert.

      Eine grosse Kasse würde auch ein variabler Gegenpart zur Medizin-Lobby darstellen.

      Das sind so einige Vorteile der EinheitsKK.
      15 2 Melden
    • JoeyOnewood 18.04.2018 10:29
      Highlight Der Fokus liegt hier nicht umbedingt auf der Verwaltung (obwohl Werbe- und Wechselkosten durchaus beträchtlich sind), sondern eher in den Anreizen und der Marktmacht. Die Einheitskasse weiss, dass sie ihre Patienten ein Leben lang hat. Der Fokus auf junge, gesunde Menschen ist im gesamtkonzext nicht effizient, fur die einzelne Versicherung allerdings schon. Zudem bezahlen die Kantone einen Teil an die stationären Massnahmen, nicht jedoch an die ambulanten. Daher gibt es auch da für Versicherungen falsche Anreize. Durch ihre Marktmacht kann die EK zudem bspw. Kosten für Medikamente reduzieren.
      9 2 Melden
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  • Rainbow Pony 18.04.2018 07:17
    Highlight Mein Vater erlitt in Italien einen Herzinfarkt. Die Untersuchung ergab 3x Arterienverschlüsse, die eine Operation notwendig machten. Erst mit Stents versucht, zu verschlossen. Also aufgesägt, Arterienstücke irgendwo entnommen und oben als Bypasse wieder eingelegt und alles zugenäht. Das Prozedere hat uns nichts (!) gekostet und die Versorgung war von durchaus guter Qualität, wenn auch nicht Einzelzimmerluxus verfügbar und Essen Sch****e war. Dennoch: ich bin immer noch beeindruckt. Schweiz, eine solidarische medizinische Grundversorgung steht auch in deiner Verfassung, halten wir uns daran!
    31 4 Melden
  • plaga versus 18.04.2018 07:16
    Highlight Warum nicht mal die Löhne deckeln? Ich meine nicht die der Pflegeberufen, sondern die der Fachärzte in Spitälern. Und dann sollte mal darüber gesprochen werden, warum es für Spitäler so interessant ist, möglichst viele Eingriffe und Therapien zu verschreiben. Wozu der Umsatz? Darüber würde ich gerne mal etwas erfahren!!!
    131 21 Melden
    • Tsunami90 18.04.2018 09:12
      Highlight Solange Chirurgen ohne Rot zu werden im Fernsehen sagen können 500000 jahreslohn Brutto sei nicht genug, solange kann das System gar nicht funktionieren, weill der Bezug zur Realität fehlt.
      21 2 Melden
    • phreko 18.04.2018 09:16
      Highlight Wozu der Umsatz? Weil extrem hohe Fixkosten bestehen! Und das Volk dazu jedes Mal wieder ihre Regionalspitäler behalten will.
      13 5 Melden
    • Karoon 18.04.2018 09:16
      Highlight Warum wollen Spitäler wohl viele Eingriffe und Therapien? Zähle 1 und 1 zusammen: Es geht ums liebe Geld, wie überall im Gesundheitswesen. Ein Narr, der daran zweifelt.
      13 1 Melden
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