Schweiz
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Ein Vordenker der urbanen Entwicklung: Hans Widmer, auch bekannt unter dem Pseudonym «P.M.»

Die Stadt der Zukunft? «Wohnen 500 Hipster nebeneinander, bringen sich 300 gegenseitig um»

Die Zukunft gehört der Stadt. Aber wie soll die Stadt der Zukunft aussehen? Hans Widmer, bekannt unter dem Pseudonym «P.M.», ist ein Vordenker der urbanen Entwicklung. Er erklärt, weshalb wir eine Fussgängerstadt brauchen und wie die Schweiz ein «Disneyland der Zukunft» werden könnte.

02.05.16, 06:57 03.05.16, 03:46


Herr Widmer, Sie wollen einen Neustart der Schweiz. Warum?
Der letzte Neustart der Schweiz geschah zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und zwar nicht freiwillig, sondern auf Druck von Napoleon. Inzwischen ist alles ein bisschen verkrustet.

Wie macht sich diese Verkrustung bemerkbar?
Wir haben 26 Kantone, jeder mit seiner eigenen Verwaltung. Zu Zeiten der Postkutsche war das ja okay. Aber heute? Schweden beispielsweise – ein mit der Schweiz vergleichbares Land – hat eine einzige Polizei, und ist trotzdem ein Rechtsstaat.

Zur Person:

Hans Widmer lebt und arbeitet in Zürich. Er hat Linguistik und Literatur studiert. Bekannt geworden ist er unter dem Pseudonym P.M. Unter diesem Namen hat er Romane wie «Weltgeist Superstar» oder Sachbücher wie «bolo'blolo» veröffentlicht. Widmer ist Mitbegründer von Wohngenossenschaften (Karthago, Kraftwerk1, NeNa1) und Vorstandsmitglied des Vereins Neustart Schweiz.

Weg mit dem viel besagten Kantönligeist also?
Das ist nur ein Aspekt. Wir haben auch eine Raumplanung – aber die hat noch nie funktioniert. Das hängt zusammen mit der Gemeindeautonomie – die ebenfalls nicht funktioniert.

Seit ein paar Jahren geistert die Vision eines «Stadtstaates Schweiz» herum. Denken Sie an etwas Ähnliches?
Überhaupt nicht, dann wäre Los Angeles das Vorbild. Diese Stadt hat etwa gleich viele Einwohner wie die Schweiz und jede Menge Einfamilienhäuser. Doch viele Einfamilienhäuser sind noch keine Stadt.

Hans Widmer findet, Basel könne ruhig noch etwas wachsen.
bild: shutterstock

Was genau macht eine Stadt zu einer Stadt?
Eine Stadt ist ein Ort, an dem Fussgänger Spass haben und alle fünf Sekunden etwas Aufregendes passiert. Das kann man ja vom Schweizer Mittelland nicht unbedingt sagen. Wir haben drei grosse Städte – Zürich, Genf und Basel –, die für meinen Geschmack ruhig noch wachsen dürfen.

Sie lieben also möglichst grosse Städte?
Ich bin ein reiner Stadtmensch. Dörfer braucht es nur für die Landwirtschaft. In Bern hat es noch die Bundesverwaltung, aber die könnten wir ja auch nach Zürich verlegen.

Was ist für Sie eine Idealstadt?
Paris. Diese Stadt ist dynamisch und dicht.

Hach. Paris.
bild: shutterstock

Paris hat, zumindest im historischen Teil, keine Hochhäuser. Es gibt ein Gesetz, dass die Höhe der Häuser auf rund 30 Meter begrenzt.
Paris ist auch ohne Hochhäuser dichter als die meisten anderen Städte. Wer höher als im achten Stock wohnt, der lebt nicht mehr in einer Stadt, sondern in einem Wolken-Kuckucks-Heim. In meiner Idealstadt muss die Kommunikation unter den Menschen sehr intensiv sein, ebenso die Kooperation – und alles muss nah sein, spannend und vielfältig.

«Zürich, Genf und Basel könnten für meinen Geschmack ruhig noch etwas wachsen.»

Sie sind einer der geistigen Väter hinter Siedlungen wie Kraftwerk oder der Kalkbreite. Sind das die Wohnformen der Zukunft?
Von solchen Siedlungen muss es in Zürich noch etwa 500 mehr geben. Sie konnten auf Brachen gebaut werden. Jetzt aber gilt es, die bestehenden Häuser zu verdichten. Oder um es zeitgemäss auszudrücken: Es geht darum, normale Quartiere in Nachbarschaften upzugraden. Das ist mehr als nur ein Ort, wo man wohnt.

Baustelle Kalkbreite: Zeitraffervideo vom 04.01. 2012 bis zum 31.05. 2015

YouTube/kalkbreite

Was fehlt einer Siedlung wie der Kalkbreite zur Nachbarschaft?
Die Grösse. Für eine funktionierende Nachbarschaft braucht es zwischen 500 und 800 Menschen, die auf weniger als einer Hektare wohnen. Dann kann man auch eine gemeinsame Infrastruktur betreiben, die sich rechnet. Die Kalkbreite ist nur halb so gross.

«Das ist mehr als nur ein Ort, wo man wohnt.»

Was heisst Infrastruktur selber betreiben? Werde ich dann zum Putzen und Kochen eingeteilt und muss jede Woche an einer Vollversammlung teilnehmen?
Nein, das machen Profis, wie früher in einem funktionierenden Quartier. Als ich als junger Mann nach Zürich in den Kreis 5 kam, gab es in dem, was ich als Nachbarschaft bezeichne, einen Metzger, zwei Bäcker und drei Gemüseläden, alles innerhalb einer Gehdistanz von einer Minute. Diese Qualität kann die Migros mit den modernsten Supermärkten nicht ersetzen.

Wie soll das betriebswirtschaftlich aufgehen?
Jede Nachbarschaft ist ein Supermarkt in sich. Sie ist auch ein Restaurant, eine Wäscherei, ein Billardsalon, usw. Es ist ein Modul für Vielfalt.

Im Projekt der Bau- & Wohngenossenschaft NeNa1 verfügt jede Nachbarschaft über ein Mikrozentrum, das die Bewohner mit Dingen des täglichen Bedarfs versorgt. bild: nena1

Das kann nur bei Gleichgesinnten funktionieren. Wir haben dann eine Nachbarschaft mit 500 Hipstern, eine mit 500 Veganern, 500 Scientologen, etc.
Sollten 500 Hipster das tatsächlich probieren, gäbe es nach fünf Jahren bloss noch 200, die andern hätten sich gegenseitig umgebracht. Aber ernsthaft: Die Nachbarschaft funktioniert nur, wenn es einen kulturellen und demografischen Mix gibt. Es hat Alte und Junge, Blöde und Gescheite, Unausstehliche und Liebe. Das einzig Verbindende ist die Logistik.

Heizenholz ist die zweite Siedlung der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1. Ein Mehrgenerationenhaus am Stadtrand in Höngg mit einer siebenstöckigen Gemeinschaftsterrasse und zwei Cluster-Wohnungen. bild: Katrin Simonett 

Was unterscheidet Ihre Nachbarschaft von einer Genossenschaft im traditionellen Sinn?
Als Rechtsform finde ich die Genossenschaft prima, und ich bin ja auch irgendwie ein Linker. Was mich hingegen an der traditionellen Linken stört: Sie betrachtet die Stadt als einen Ort, wo Menschen untergebracht werden, um zu arbeiten. Dann braucht es noch einen Coop in der Umgebung, und das linke Glück ist perfekt. Doch die Menschen wollen mehr. Den Linken müsste man jeden Tag sagen: Hey, die Menschen wollen dreimal linker sein als ihr Linken!

«Die Nachbarschaft funktioniert nur, wenn es einen kulturellen und demografischen Mix gibt. Es hat Alte und Junge, Blöde und Gescheite, Unausstehliche und Liebe.»

Ist das der Grund, weshalb die Linke derzeit kriselt?
Die Linke braucht wieder ein Projekt. Das alle alles haben, reicht nicht. Es müssen auch alle Einfluss auf alles haben. Mit anderen Worten: Wir brauchen Nachbarschaften mit autonomen Verwaltungen.

Ist dieses Projekt marktwirtschaftlich? Neuerdings will ja selbst Sarah Wagenknecht den Kapitalismus retten.
Kapitalismus verträgt sich schlecht mit diesen Nachbarschaften. Sie machen ja keinen Gewinn. Und mit dem Wachstum ist es ebenfalls vorbei. Das Konzept sieht vor, dass man – bildlich gesprochen – vom hohen Ross auf einen kleinen Esel heruntersteigt. Wir können nicht mehr wie bisher weiterfahren, sonst ruinieren wir den Planeten.

Wie soll das Leben noch Spass machen, wenn wir uns immer mehr einschränken müssen?
Wir müssen uns nicht in erster Linie einschränken, sondern mehr Dinge miteinander teilen.

Sharing Economy also?
Man kann nicht alles teilen. Wein beispielsweise geht schlecht, dann hat jeder weniger. Aber Räume kann man sehr gut teilen. Das sieht man in den neuen Siedlungen der Genossenschaften. Pro Person rechnet man mit 35 Quadratmetern, der städtische Durchschnitt beträgt 50 Quadratmeter.  

Weniger Platz tönt wenig attraktiv.
Dafür gibt es viel mehr Platz in den Gemeinschaftsräumen. Es ist doch Blödsinn zu versuchen, jede Privatwohnung in ein Fun & Fitnesscenter zu verwandeln. Nähe generiert Luxus. Das ist ja auch das Konzept der Luxushotels, die alles inhouse anbieten. Deshalb sind die reichen Bürger der Belle Epoque gerne dort abgestiegen.  

Nähe kann auch zum Problem werden. Denken wir bloss an die legendären Waschküche-Streitereien.
In unseren Nachbarschaften kann man sich eine professionelle Wäscherei leisten.

«Wir können nicht mehr wie bisher weiterfahren, sonst ruinieren wir den Planeten.»

Aber Konflikte wird es trotzdem geben. Wie werden die in Ihrer Nachbarschaft gelöst?
Ich habe ein Jahr in New York gelebt, einer Stadt, die jetzt schon viel dichter ist als unsere Nachbarschaften je sein werden. Die New Yorker leben in sehr kleinen Wohnungen. Dort schützen sie ihre Privatsphäre rigoros. Dafür sind die Umgangsformen der Menschen untereinander sehr freundlich. Wäre das nicht so, dann würden sie sich gegenseitig umbringen.  

New York.
bild: shutterstock

Freundlich sein und die Privatsphäre schützen, ist das also das Rezept?
Dazu kommen interne Schlichtungsstellen, wie sie die Genossenschaften heute schon kennen.

Wenn nicht schon der Urgrossvater Genossenschafter war, hätte man keine Chance beizutreten, heisst es. Stimmt das?
Wir müssen einfach die Anzahl der Genossenschaften verdreifachen. Dann hat es für alle Platz. Die Genossenschaften wollen ja nicht exklusiv bleiben. Sie können nicht mehr bauen, weil es kein Bauland mehr gibt oder sie überboten wurden. Der Kapitalismus hat die Genossenschaften klein gehalten – und jetzt wirft man ihnen das vor. Jede Genossenschaft, die ich kenne, würde liebend gerne bauen.

Angenommen, Sie hätten Land. Wer würde Ihre Nachbarschaften finanzieren?
Die Banken. Es handelt sich ja um ein vernünftiges Projekt.  

Bekommen Banker nicht Hautausschläge, wenn sie das Wort Genossenschaft hören?
Überhaupt nicht. Solange ich meine Zinsen bezahle, sind sie happy. Genossenschaften sind zudem grundsolide. Mit ist keine einzige Genossenschaftspleite bekannt.

Dafür gelten sie als ein bisschen bieder.
Quatsch. Mir ist der soziale Druck einer Genossenschaft sympathischer als der Druck eines kommerziellen Vermieters. Mit dem Genossenschaftsverwalter kann ich Differenzen per Du bereinigen, mit dem Verwalter der Livit und der Wincasa eher nicht.

«Wir müssen einfach die Anzahl der Genossenschaften verdreifachen. Dann hat es für alle Platz.»

Trotzdem gelten die Genossenschaften als Hochburgen der alten, etwas muffig gewordenen Linken.
Seit den 90er Jahren ist viel passiert. Besuchen Sie doch einmal die neue Siedlung «Mehr als wohnen» in Schwamendingen. Dort leben immerhin 1300 Menschen – und die Stadt ist heute stolz, dass sie das Land für dieses Projekt zur Verfügung gestellt hat.  

Das Hunziker Areal in Leutschenbach. bild: mehr als wohnen

Zu Ihrem Nachbarschaftskonzept gehört auch eine enge Zusammenarbeit mit Bauern. Wie funktioniert das?
Sehr einfach. Jede Nachbarschaft benötigt rund 60 Hektaren Land, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen, also Gemüse, Fleisch und Milchprodukte. Richtig verteilt sind diese Flächen nicht mehr als 50 Kilometer entfernt. Die aufwändige Logistik, die wir heute haben, fällt weg.

Die Schweiz hat aber heute einen Selbstversorgungsgrad von etwa 50 Prozent.
Wenn die Menschen in die urbanen Nachbarschaften ziehen, dann gewinnen wir neues Kulturland. Wir werden die Infrastruktur für eine Einfamilienhäuschen-Gesellschaft irgendwann schlicht nicht mehr tragen können.

Wie sieht das in Sachen Mobilität aus?
Es gibt nur drei vernünftige Verkehrsmittel: Bus, Lift und zu Fuss. Alle anderen sind schwierig, auch das Velo. Es ist zwar ökologisch super, aber eignet sich schlecht für Städte. Deshalb drängen selbst die Holländer das Velo weg von den Fussgängerzonen.

Wie wird Ihre Stadt mit den Nachbarschaften schliesslich aussehen?
Es ist eine Fussgängerstadt, die nicht mehr von Autostrassen zerschnitten wird. In den alten Teilen einer Stadt wie Zürich muss man baulich gar nicht viel verändern, nur die Autos wegsperren. Man muss auch nicht mehr weiter verdichten, höchstens da und dort sanft optimieren.

Was würden Sie mit dem Paradeplatz und der Bahnhofstrasse machen?
Die Bahnhofstrasse muss wieder luxuriöser und eleganter werden, und mehr Cabaret. Wir müssen uns auf den bürgerlichen Luxus zurückbesinnen und die Billigläden wie H&M zum Teufel jagen.

Die Zürcher Bahnhofstrasse 1885. Weit und breit kein H&M. bild: kajia.ch

«Es gibt nur drei vernünftige Verkehrsmittel: Bus, Lift und zu Fuss.»

Passt das zu einer Wirtschaft ohne Wachstum?
Luxus ist ökologisch. Tödlich ist der Durchschnitts-Komfort, das Blätzli mit der Beilage, die etwas zu grosse Wohnung, die doch nichts Rechtes hergibt, und die etwas zu billigen Kleider, die man dauernd ersetzen muss.

Wie sieht ihr ökologischer Luxus aus?
Die meiste Zeit isst man bescheiden, fast vergan. Aber ein paar Mal im Jahr darf man richtig zuschlagen. Dieses Prinzip gilt auch für die Architektur. Der Primetower ist kein Problem, es gibt ja nur den einen. Hätten wir 20 davon, wäre das etwas anderes.

Ein Primetower muss reichen.
bild: zuerich

Der politische Trend spricht derzeit nicht für ihre urbanen Nachbarschaften. Die Autolobby ist mächtig im Vormarsch. Sind Ihre Pläne nicht utopisch?
Wenn ich mit Bauern spreche, sind die begeistert, vor allem die jungen, selbst wenn sie SVP wählen. Auch Projekte wie die Kalkbreite und «Mehr als wohnen» kommen sehr gut an. Die Menschen merken, dass Kooperieren mehr Spass macht als sich gegenseitig zu Tode zu konkurrenzieren.  

Müssen wir nicht zuerst gegen eine Wand fahren, bevor wir Menschen umdenken?
Angela Merkel ist derzeit vielleicht die europäische Politikerin, die am weitesten links steht. Wer hätte das je gedacht? Sie hat eines Tages erklärt: Jetzt machen wir Willkommens-Kultur. Vielleicht gibt es ja einmal einen SVP-Bundesrat, der etwas Ähnliches macht wie Merkel und sagt: Jetzt machen wir eine Nachbarschafts-Kultur.

Ein SVP-Bundesrat?
Ein Neustart Schweiz muss unter einer Rechtsregierung erfolgen. Ein paar Exoten wie ich können das allein nicht stemmen.

«Die Menschen merken, dass Kooperieren mehr Spass macht als sich gegenseitig zu Tode zu konkurrenzieren.»

Und kann die Schweiz das in einer globalisierten Welt autonom tun?
In der Geschichte hat die Schweiz immer wieder mal Narrenfreiheit gehabt. Im 19. Jahrhundert waren wir rund 50 Jahre lang die einzige Demokratie und Fluchtort für alle Revolutionäre. Marx hat im Kommunistischen Manifest die Schweiz ausdrücklich erwähnt. Auch heute könnte die Schweiz eine Art «Disneyland der Zukunft» werden.

Heidi-Nachbarschaften mit Alphörnern?
Warum nicht? Es ist keine Geschmacksfrage und darf auch völlig geschmacklos sein. Die Welt könnte ja dann sagen: Die Schweizer sind eh ein bisschen komisch, die können wir machen lassen.

(Gestaltung: Anna Rothenfluh)

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51
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    Alle Leser-Kommentare
  • Papa Swappa 08.05.2016 00:56
    Highlight ich wohne & arbeite auf dem hunzikerareal. unterdessen merken auch meine kunden & meine freunde, wie geil es sich hier lebt - einige sind schon hier hin gezogen!
    erst wenn man so lebt, merkt man, wie viel näher diese form an den eigentlichen bedürfnissen ist - lustigerweise merken das nicht nur "meine linken kumpels" - mit solidarischer landwirtschaft holst du selbst die svp-er ins boot. gemeinsame werkstatt, tauschbörsen, indoorspielplatz, aber auch hotel und restaurant - ich stehe jeden tag auf und denke "ich bin in den ferien".
    p.m. hat mit allem recht - nur das velo unterschätzt er :-)
    17 0 Melden
  • Olivia Brunner 03.05.2016 09:04
    Highlight Hans Widmer trauert immer noch dem Modell des sozialistischen Blockwarts nach, der seine Mitbewohner 24/7 kontrolliert. Genossen werden Staatsjobs und günstige Wohnungen zugehalten. Dafür sind diese dann beim gemeinsamen Sonntags-Morgen-Brunch, im integrierten Lädeli, beim Film-Abend immer unter Kontrolle. George Orwell würde die Kalkbreite niederbrennen...
    16 18 Melden
    • Fabio74 03.05.2016 22:48
      Highlight Du kennst die Kalkbreite kaum oder? Anstatt sachlich zu kritisieren, kommen billige Angriffe auf die Person
      12 4 Melden
    • Papa Swappa 08.05.2016 01:03
      Highlight als bewohner des hunzikerareals muss ich dir sagen, dass du komplett daneben liegst.
      wohne mal einen monat so und du wirst ein ganz anders bild haben - aber vermutlich willst du das ja gar nicht ändern ;-)
      12 0 Melden
  • Grecko 02.05.2016 15:25
    Highlight Gewisse Aspekte seiner Utopie finde ich nicht allzu schlecht. Dass in den Städten weniger Autos fahren sollen und auch für Fussgänger attraktiver gestaltet werden sollen, auch sollen die Städte mehr grünräume bieten. Jedoch soll das Dorf nicht nur von Bauern besiedelt werden dürfen, das macht aus meiner sicht keinen Sinn.
    19 5 Melden
    • FrancoL 02.05.2016 15:45
      Highlight Gehe einig was weniger Autos und mehr Fussgänger-Attraktiviät und mehr Grünräume betrifft. Wieso er gerade für seine Utopie die Kalkbreite als Beispiel anfügt kann ich nun gerade nicht verstehen.
      2 4 Melden
  • Firefly 02.05.2016 14:23
    Highlight Was Paris, das grosse Vorbild, wohl wirklich sehr falsch gemacht hat, ist der Punkt mit der Durchmischung. Daran blutet sie heute, im wahrsten Sinn des Wortes. Das könnte man besser machen.
    28 3 Melden
  • zeromg 02.05.2016 13:06
    Highlight Er ist Stadt Zürcher mit allen Nebenwirkungen. Bin gespannt wenn die "Dörfer" ihm Mal kein Futter liefern. Mein Beileid.
    21 18 Melden
  • Driver7 02.05.2016 13:05
    Highlight Soll er das doch machen.. ich habe mein Haus mit Umschwung.. ich liebe es meinen Garten zu gestalten wie ich es will.. ich liebe es zu sehen wie sich meine Kinder entfalten können, ich liebe es Musik und Filme auch mit aufgedrehten Subwoofer anzuhören, und und und.. eine Reduktion der CH auf Zürch, Genf und Basel ist ziemlich idiotisch
    28 18 Melden
  • Tilia 02.05.2016 12:37
    Highlight Oh ich liebe seine Vision!!!
    23 18 Melden
  • kEINKOmmEnTAR 02.05.2016 11:39
    Highlight Ach also Gemeinde und Kantone auflösen und Zürich zur neuen Hauptstadt machen nur weil es "besser" wäre?

    Da hat wohl jemand die jahrhundertlangen Konflikte unter uns verdrängt die einen wesentlichen Teil unserer Identifikation ausmacht.
    23 14 Melden
    • poga 02.05.2016 12:10
      Highlight Darum hat der gute Herr gesagt dass die Anwohner sich möglichst durchmischen sollen. Und deswegen verfolgen vor allem linke Politiker die Idee des "Multikulti".
      9 12 Melden
    • kEINKOmmEnTAR 02.05.2016 15:40
      Highlight Natürlich sind es nicht nur schlechte Ideen, auch ich spinne mir teilweise solche Utopien zusammen. Das Auflösen unserer Stände wäre aber fehl am Platz.
      5 6 Melden
    • Fabio74 03.05.2016 22:52
      Highlight Warum soll man nicht über Reduzierung der Kantone reden? Brauchen wir solche kleinräumigen Kantone? Raumplanung, Strassen- und Bahnbau müsste dringend besser gemacht werden. Die Polizei als Bundespolizei wäre auch zu diskutieren.
      9 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • seventhinkingsteps 02.05.2016 11:04
    Highlight Ah ja. Das berühmte "Ich rede nur in Absolutismen, dann töne ich super gscheit."
    30 3 Melden
    • User01 02.05.2016 17:08
      Highlight Noch besser wär's in Englisch. Z.b. when the beamer breaks down, he
      7 0 Melden
  • Theor 02.05.2016 10:48
    Highlight Weil er Städte so hip findet, ist es automatisch auch das beste Zukunftsszenario? So wie sich dieses Interview für mich liest, gehört dieser Mann zum Typ «Ich weiss eh alles besser. Also nehme ich meine ganz eigenen Vorlieben und dränge sie der ganzen Welt als Optimum auf.»
    56 14 Melden
    • FrancoL 02.05.2016 11:03
      Highlight Ja er hat Vieles angedacht und Weniges durchdacht, die Beispiele zB Kalkbreite bieten mehr Probleme als Lösungen.
      14 16 Melden
  • Kibar Feyzo 02.05.2016 09:36
    Highlight Vergan essen? ist das ein neuer Trend..? 😉
    17 5 Melden
    • Illyria & Helvetia 02.05.2016 10:25
      Highlight Bitte, bitte nicht noch mehr Trends...
      20 1 Melden
  • bebby 02.05.2016 08:52
    Highlight Eine Stadt ohne Fahrrad? Das effizienteste Verkehrsmittel einer Stadt? Selbst London setzt neuerdings auf das Fahrrad. Herr Widmer ist hier behind the curve :-) Oder ein Fahrradmuffel ;-)
    61 3 Melden
    • Illyria & Helvetia 02.05.2016 10:30
      Highlight Wenn ich mir so überlege, wie unvorsichtig die Hälfte aller Veloisten fährt, dann bin ich auch für velofreie Strassen. Ein Velo zu fahren, heisst nicht, dass man tun und lassen kann, was man will! Vor allem nicht in einer Stadt, wo es überall Fussgänger, Busse und Trams hat. Fährt ein Velo vor einem Bus, so muss der Bus warten, bis die Gegenfahrbahn frei wird, um überholen zu können. Das ist doch recht unlogisch, wenn man es sich überlegt. Und man kann sicher nicht verlangen, neben jeder Strasse einen Veloweg zu bauen. Das ist schlicht Veloismus-Utopie...
      22 16 Melden
    • Illyria & Helvetia 02.05.2016 10:54
      Highlight Ich habe «meine» Autos gar nicht erwähnt. Wieso wechselst du das Thema? 😎 (Ausserdem bin ich vom Staat unterstützter, sonst relativ armer Student ohne Auto, um das klarzustellen.)
      14 2 Melden
    • poga 02.05.2016 12:16
      Highlight @bebby wer so utopisch von der Zukunft redet, kann schon zum Schluss kommen dass ein Fahrrad irgendwann überholt sein wird 😏.
      7 1 Melden
  • Harius 02.05.2016 08:34
    Highlight Naja, von der Landwirtschaft hat der grosse Stadtfan halt doch keine grosse Ahnung. Zum einen wird mit dem Umzug in die Stadt kein Quadratmeter Kulturland frei, die Zerstörung ist nicht umkehrbar. Ein funktionierender Boden kann nicht wiederhergestellt werden. Zum anderen glaubt er mit 60 ha Land eine ganze Nachbarschaft mit den nötigsten Produkten zu versorgen. Möglich, aber nur mit Kraftfuttereinsatz und dieses wächst dann aber nicht auf diesen 60 ha ...
    Hübsche Ideen hat der Mann, wirklich, aber halt doch utopisch.
    60 12 Melden
    • Harius 02.05.2016 17:09
      Highlight Als Agronomiestudent habe ich wohl Ahnung in Agronomie. Nirgendwo wiederspreche ich Ihren Aussagen. Wie kommen Sie bloss zu diesem Schluss ...
      6 0 Melden
  • Gregorian 02.05.2016 08:32
    Highlight Grossartiger Artikel! Solche Zukuftspläne finde ich top.
    PS: Kontrolliert eure Artikel vor dem Publizieren besser. Habe mind. 3 Fehler gefunden ;)
    33 47 Melden
  • Alig8or 02.05.2016 08:28
    Highlight Die Bundesverwaltung nach Zürich verlegen kann nur einem Deutschschweizer in den Sinn kommen der denkt, dass die Schweiz nach Bern aufhört. Der Bund hat seinen Sitz gerade in Bern damit es auch für die Menschen im französisch sprechenden Teil der Schweiz in zumutbarer Reichweite liegt.
    81 7 Melden
    • Scaros_2 02.05.2016 08:57
      Highlight Der sitz wurde damals in Bern gewählt weil es in Zürich zu viel "Ablenkung" gab und bern an sich nichts zu bieten hatte.
      14 23 Melden
    • Tsunami90 02.05.2016 09:56
      Highlight Bern wurde Bundesstadt, weil die Stadt das Bundeshaus aus eigener Tasche bezahlt hat. Das ist aber auch schon alles.
      11 6 Melden
    • Illyria & Helvetia 02.05.2016 10:33
      Highlight Zürich ist schon die grösste Stadt der Schweiz, das ist genug Arroganz...wäre sie noch Bundesstadt, ohje, ohje, die armen Zürcher könnte dann niemand aushalten...
      32 2 Melden
  • Schneider Alex 02.05.2016 08:11
    Highlight Nicht alle Menschen leben gerne verdichtet!

    Es gibt verschieden Gründe für die "Dichtefreundlichkeit" der Städter:
    1. Wohnen in den Städten viele Junge. Denen gefällt es, wenn etwas läuft, nahe ist zum Ausbildungsplatz oder zum Freizeitvergnügen.
    2. Neu Eingebürgerte und eher Arme gibt es viele in den Städten. Auch sie fühlen sich in der Anonymität der Städte wohler.
    3. Viele Leute, die lieber im Grünen wohnen oder die sich keine teure und grosse Stadtwohnung leisten können, sind schon längst aus den Städten ausgezogen.

    30 10 Melden
    • Thomas_v_Meier 02.05.2016 09:30
      Highlight 1. Blödsinn: Habe mir schnell die Statistik von Basel angeschaut. Im den Alterskategorien von 20-54 (20-24, 25-29, 30-34,35-39,40-44,45-49,50-54) leben ähnlich viele Menschen immer rund 14'000.

      2. Auch hier Basel. Erwerbstätige 94'249, Erwerblose: 5'673 und Nichterwerbspersonen 61'304.
      Durchschnittseinkommen in Basel 6'451 CHF

      3. Das wage ich zu bezweifeln. Aber ich wäre froh um eine Definition von grossen teure Stadtwohnung. 100m2, 150m2? 2000.--, 3000.--, 4000.--?
      14 4 Melden
    • E7#9 02.05.2016 10:58
      Highlight @Thomas: Um aus diesen Statistiken etwas herleiten zu können müssten nun diese Zahlen mit denen eines repräsentativen Dorfes verglichen werden. Verglichen mit den eher überalterten Dörfern sind gleich viele junge wie alte Menschen u.U. ein Zeichen für viel Jugend.
      7 1 Melden
  • MacB 02.05.2016 08:05
    Highlight Visionäres Denken ist wichtig und soll Platz haben. Nur so entstehen neue Ideen. Aber Sätze wie "Dörfer braucht es nur für die Landwirtschaft." zeugen von ziemlicher Ignoranz, womit dann jegliche Akzeptanz verloren geht.

    btw: Schweden mag ein positives Beispiel sein, Frankreich dafür ein Negatives.
    85 8 Melden
  • koni 02.05.2016 08:04
    Highlight was? Dörfer nur für Bauern?!
    Als Ex-WG-Bewohner fühle ich mich heute in meinem Haus auf dem Lande sehr wohl.
    46 9 Melden
  • HappyMe 02.05.2016 08:02
    Highlight Uhm... da bleib' ich lieber auf dem Land und geniesse meinen Freiraum.
    42 7 Melden
  • FrancoL 02.05.2016 07:56
    Highlight Mir fehlt die wichtigste Komponente für eine Stadt; das gewachsen sein. Habe noch nie eine Struktur gesehen die funktioniert (langfristig) wenn sie nicht gewachsen ist. Das Wachsen betrifft für mich alle Bereich, von den Bewohnern (Mixed) zu den Aktivitäten. Zudem scheint es mir viel zu früh um diese Experimente zu beurteilen, die Veränderung durch das Zusammenwachsen gilt es über einige Jahre zu beurteilen, dann kann man Schlüsse ziehen. Am Anfang ist viel Elan in der Uebung, dann allerdings erlahmt vieles, übersteht man nicht diese Täler der Motivation geht es in Richtung Ghetto.
    24 4 Melden
    • FrancoL 02.05.2016 09:37
      Highlight @Rhabarber; Ich kenne ihn nicht, das spielt aber auch keine Rolle, bereits vor mehr als 30 Jahren haben wir im Studium solche Strukturen angedacht und schon damals erkannt es geht nur mit einem stetigen ineinaderwachsen und nicht mit Burgen al la Kalkbreite. Das Auslegen eines vielfältigen Mosaiks kann den Rahmen bilden nicht vorgefertigte kaum veränderbare Gefässe, die an der Peripherie zudem kaum Erweiterungsmöglichkeiten oder durchlässige Membranen zum nächsten Gefäss aufweisen.
      12 2 Melden
  • dracului 02.05.2016 07:50
    Highlight Der Reset durch Napoleon war nicht freiwillig. Die Gemeindezusammenlegung im Glarus passierte nur durch grossen finanziellen Druck. Die Zusammenlegung von BS un BL scheiterte kläglich. Zuerst müssen wir jetzt offenbar die Ausländer in das Schweizer Lebensmodell "integrieren". Auf dem Land im Reiheneinfamilienhaus wohnen, die Frau macht den Garten und der Mann fährt mit dem übermotorisierten Auto nach Zürich zur Arbeit. Wäre doch eigentlich alles so perfekt, wenn die freien Bürger nur noch endlich richtig blochern könnten? Ohne äusseren Druck passiert in der Schweiz nie etwas!
    21 6 Melden
  • Wilhelm Dingo 02.05.2016 07:44
    Highlight Hans Widmers Ideen sind für mich eines: Menschenfreundlich! Den meisten aktuellen Bauprojekten in der Stadt fehlt genau das. Es werden einfach möglichst dichte Chüngeliställe gebaut.
    49 13 Melden
  • steSch 02.05.2016 07:40
    Highlight Großartiger Artikel zum Frühstück.
    Vielen Dank!
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  • Dä Brändon 02.05.2016 07:39
    Highlight Hä? Dörfer braucht es nur für die Landwirtschaft? Dafuq? Ich lebe sehr gerne ausserhalb der Stadt. Ich brauche Platz, Raum und die Ruhe. Meine Kinder sind jeden Tag draussen und erleben in den naheliegenden Wälder ihre Abenteuer.
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    • Domino 02.05.2016 08:09
      Highlight Da habe ich mir auch ein Fragezeichen gemacht. Gerade das Mittelland mit vielen kleinen innovativen Firmen ist der Wirtschaftsmotor, vor allem da die Wege kurz sind und die Kommunikation funktioniert. In der Stadt wird kaum etwas produziert. Ich sehe die Schweiz als eine Art Silicon-Valley.
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    • Statler 02.05.2016 08:12
      Highlight Klar ist das schön - aber wenn das alle wollen, gibt's dafür einfach zu wenig Platz!
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    • Dä Brändon 02.05.2016 10:19
      Highlight Raumknappheit entsteht durch stetiges Wachstum. Wieso muss unsere Wirtschaft den immer wachsen? Die Wirtschaft braucht auch mal eine Pause um sich mit den gegebenen Ressourcen neu zu finden. Mir kommt es manchmal vor wie der Turmbau zu Babel.
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  • Bridel 02.05.2016 07:20
    Highlight Danke! Ermutigendes Interview. Ich glaube, dass sich viele nach so einem Zukunftsmodell sehnen....
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    • christian_denzler 02.05.2016 07:39
      Highlight Und doch wählen sie Menschen,die genau so eine Zukunft verhindern wollen. Traurig traurig.
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