Schweiz
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Kleider und Turnbeutel haengen im Gang im Schulhaus Am Wasser, am Freitag, 25. September 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Verhaltensauffällige Kinder sind eine grosse Herausforderung für ihr Umfeld. Bild: KEYSTONE

«Pro Klasse haben zwei bis drei Kinder Verhaltensauffälligkeiten»

Kinder- und Jugendpsychiaterin Barbara Wendel analysiert ein gesellschaftliches Phänomen.

06.03.17, 09:11

Elisabeth Seifert / az Solothurner Zeitung



Sie stellen für ihr Umfeld eine Herausforderung dar, Kinder und Jugendliche, die sich nur schlecht in ein soziales Gefüge einbinden lassen. Ganz besonders die Schulen können ein Lied davon singen. Der Umgang mit Schülerinnen und Schülern, die durch ihr Verhalten den Unterricht stören, stellt für die integrative Schule einen Knackpunkt dar.

In etlichen Fällen genügen nämlich die Zusatzlektionen innerhalb der speziellen Förderung nicht. Welches sind die Hintergründe für das Phänomen? Was versteht man überhaupt unter Verhaltensauffälligkeiten? Und: Wie können Schulen und Lehrpersonen darauf reagieren? Wir haben dazu Barbara Wendel befragt, die Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Solothurner Spitäler AG (soH).

Gibt es immer mehr verhaltensauffällige Kinder?
Barbara Wendel: Wir gehen davon aus, dass 10 bis 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen Verhaltensauffälligkeiten aufweisen, die behandelt werden sollten. Das sind pro Klasse zwei bis drei Kinder. Sie brauchen den Beizug von Fachleuten aus dem sozio-psycho-pädagogischen Bereich. Dabei kann es sich um Heilpädagogen im Rahmen der speziellen Förderung handeln, Schulsozialarbeiter oder auch Schulpsychologen. Und: Bei schweren Fällen, wenn die Verhaltensauffälligkeit durch eine psychische Störung verursacht wird, braucht es eine Therapie im Rahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

«Wenn man nichts macht, könnten sich bei etlichen Kindern psychische Störungen entwickeln.»

Zwei bis drei Kinder pro Klasse – beobachten Sie eine steigende Tendenz?
Es kommt sehr darauf an, wie die Politik und die Gesellschaft Verhaltensauffälligkeiten definiert. Ich behaupte, dass sich der Prozentsatz in den letzten 10 Jahren nicht verändert hat. Wir haben heute einfach nur viel differenziertere Möglichkeiten, auf die Betroffenen einzugehen. Gerade in der Schweiz sind wir in diesem Bereich sehr sensibel und stellen auch für Fachstellen viele Ressourcen zur Verfügung.

Barbara Wendel, Chefärztin Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Machen wir zu viel?
Nein, ich denke nicht. Wir haben die Möglichkeiten und das Glück, in einem Staat zu wohnen, wo man solchen Problemen begegnen kann. Wir sollten in unsere Zukunft investieren und den betroffenen Kindern mit einer geeigneten Förderung gerecht werden. Die Kinder müssen dabei so gefördert werden, dass sie auch gefordert werden. Wenn man nichts macht, könnten sich über die Zeit bei etlichen verhaltensauffälligen Kindern psychische Störungen entwickeln. Zudem dürfte bei vielen der Übergang in die Berufswelt schwierig werden.

Innerhalb der Schule werden vor allem jene Schüler als Problem wahrgenommen, die mit ihrem Verhalten den Unterricht stören ...
Dabei handelt es sich um die externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten. Es sind dabei oft Buben, die stören, die aggressiv sind und die man nicht einbinden kann. Sie sind mit ihrem Verhalten eine grosse Herausforderung für ihr Umfeld. Daneben gibt es aber auch noch die internalisierenden Verhaltensauffälligkeiten, die oft bei Mädchen auftreten. Diese Kinder und Jugendlichen machen sich klein und unsichtbar. Sie wirken manchmal sogar besonders pflegeleicht.

«Dass es bereits depressive Kinder gibt, ist immer noch ein Tabu.»

Von diesen internalisierenden Verhaltensauffälligkeiten spricht man viel weniger ...
In diesem Bereich haben wir Handlungsbedarf. Wenn solche Verhaltensauffälligkeiten nicht behandelt werden, können sich Depressionen und Angststörungen entwickeln. Wir stellen fest, dass dieses Phänomen zunimmt. Dass es bereits depressive Kinder gibt, ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu.

Wo sehen Sie Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten?
Es geht immer um einen ganzen Strauss von Faktoren, die sich in Verhaltensauffälligkeiten äussern können. Da gehören biologische Faktoren genauso dazu wie psychosoziale Faktoren. Aber auch das Umfeld, also die familiäre Situation oder die Schule, spielt eine zentrale Rolle. Oft liegt im Umfeld der Auslöser für ein auffälliges Verhalten: Bei einem Kind mit einer bestimmten Disposition kann zum Beispiel die Überforderung in der Schule zu Leistungsversagen führen und dann auch zu Verhaltensauffälligkeiten. Bei einer Behandlung muss man immer alle Faktoren anschauen.

Längst nicht alle Kinder aber werden unter erschwerten Verhältnissen verhaltensauffällig?
Zentral ist die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit. Das heisst, wie ein Kind imprägniert ist gegen schwierige Situationen. Kinder und Jugendliche sind nicht einfach Opfer. Eine gewisse Resilienz ist dabei angeboren, man kann sie aber auch fördern. Innerhalb einer Behandlung, aber auch in der Schule. Je kleiner und jünger ein Kind ist, desto mehr ist es darauf angewiesen, dass sein Bezugsumfeld seine Möglichkeiten richtig erkennt und seine Bedürfnisse erfüllt. Je grösser ein Kind ist, desto mehr wird es mitbeteiligt am Erfüllen seiner Grundbedürfnisse.

Wo ordnen Sie das Phänomen ADHS ein?
Dabei handelt es sich nicht um eine sogenannte normale Verhaltensauffälligkeit, sondern um eine psychische Entwicklungsstörung. Die angeborene Disposition spielt hier eine besonders grosse Rolle. Wenn jemand in der Familie bereits ADHS hat, sind die Nachkommen häufig auch davon betroffen.

«Alles wird für die Kinder gemacht, alles aus dem Weg geräumt.»

Sie haben zuvor als einen der Faktoren das Umfeld angesprochen. Können Sie das konkretisieren?
Migrantenkinder zum Beispiel, die traumatisiert sind und mit schwierigen Erlebnissen zu kämpfen haben, reagieren öfter mit einem auffälligen Verhalten. Zudem: Viele Kinder stehen heute aufgrund der Erwartungen und Anforderungen ihres Umfeldes unter einen hohen Leistungsdruck. Wenn sie dadurch kognitiv überfordert sind, können sie verhaltensauffällig werden. Und das andere ist: Wir haben immer mehr Kinder, die emotional nicht ihrem Alter entsprechend entwickelt sind. Sie haben nicht die entsprechende Reife, Selbstständigkeit und Belastbarkeit.

Wo sehen Sie den Grund für die fehlende Reife?
Einer der Gründe ist zunehmend, weil die Kinder bis weit ins Schulalter hinein überbehütet sind, weil sie nicht die Möglichkeit hatten, eine gewisse Selbstständigkeit zu entwickeln, der Schulweg zum Beispiel ist so ein Thema. Alles wird für die Kinder gemacht, alles aus dem Weg geräumt, damit sie möglichst die Leistungen erbringen können. Sie werden früh kognitiv gefördert, aber sie bleiben emotional Kleinkinder. Und dann sind sie überfordert, wenn sie in der Schule plötzlich allein dastehen.

Damit nehmen Sie konkret die Eltern in die Pflicht?
Es scheint mir ganz zentral, dass Kinder zu selbstständigen Persönlichkeiten erzogen werden. Den wesentlichen Entwicklungsbedürfnissen unserer Kinder in einer Gesellschaft gerecht zu werden, wo alles möglich erscheint, ist sehr anspruchsvoll. Als Eltern dabei den roten Faden des «genügend gute Eltern zu sein» zu verfolgen, ist schwierig.

Welches Zeugnis stellen Sie den Schulen aus?
Die Schule hat sich schweizweit in den letzten Jahren entwickelt. Und zwar auf allen Ebenen. Bereits die Lehrpersonen sind für den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern gut ausgebildet, erst recht die schulischen Heilpädagogen, die Schulsozialarbeiter und die Schulpsychologen. Eine wichtige Funktion haben auch die geleiteten Schulen. Dadurch kann niederschwellig und sehr bedarfsgerecht reagiert werden.

Solothurn führt derzeit ein besonders differenziertes System ein. Von der Speziellen Förderung über die Regionalen Kleinklassen bis zu sonderpädagogischen Massnahmen ...
Besonders die Regionalen Kleinklassen sind ein neues Modell. Ich sehe darin eine Chance. Die Kinder werden dort speziell und individualisiert gefördert und kehren nach einer bestimmten Zeit wieder in ihre Klassen zurück. Gerade wenn die Reintegration gelingt, ist das eine gute Sache. Es ist beeindruckend, welche Ideen entstehen, um diesen Kindern zu helfen. Gerade die Schulen im Kanton Solothurn bieten ein breit gefächertes Repertoire an. Auf diese Weise wird viel unternommen, um zu verhindern, dass aus kleineren Problemen grosse Probleme werden. Es lässt sich so zudem auch der Tendenz entgegenwirken, dass es zu immer mehr IV-Renten bei jungen Erwachsenen kommt.

Fünf Regionale Kleinklassen und eine Schulinsel

Bis zum Frühsommer dieses Jahres wird das Volksschulamt eine umfassende Evaluation zur Umsetzung der speziellen Förderung an den Solothurner Volksschulen vorlegen. Dies im Hinblick auf eine definitive und flächendeckende Umsetzung der schulischen Integration. Der aktuelle vierjährige Schulversuch, an dem sich die meisten Schulen im Kanton beteiligen, dauert noch bis 2018.

Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten bedeuten für die integrative Schule dabei eine besondere Herausforderung. In etlichen Fällen kommt nämlich die Unterstützung innerhalb der Regelklassen über die Förderpool-Lektionen an ihre Grenzen. Für besonders schwere Fälle sind in den letzten Jahren an fünf Standorten im Kanton (Dornach, Olten, Balsthal, Solothurn und Grenchen) Regionale Kleinklassen (RKK) eingerichtet worden. Hier werden die Schülerinnen und Schüler während drei bis neun Monaten individuell gefördert. Im Anschluss daran kehren sie, im Idealfall, wieder zurück in ihre angestammten Klassen.

Die Auslastung der RKK liegt im Vergleich zum Beginn etwas höher, bleibt aber mit 50 Prozent immer noch hinter den Erwartungen zurück. Zurzeit besuchen 25 Kinder und Jugendliche eine der fünf Klassen, die insgesamt 50 Kinder aufnehmen könnten. Für Pascal Estermann, der innerhalb des Volksschulamtes für die Regionalen Kleinklassen zuständig ist, übernehmen die RKK dennoch eine wichtige Funktion. Um die erwünschte Auslastung von 80 Prozent zu erreichen, werde, so Estermann, das Konzept zurzeit überarbeitet. «Die eher tiefen Schülerzahlen deuten aber auch darauf hin, dass die Förderung innerhalb der Regelklassen gut funktioniert.» Nicht ganz so hoch wie ursprünglich erwartet ist auch die Quote jener Schüler, die nach der RKK wieder in die Regelklassen zurückkehren. Von den insgesamt 32 Kindern, die bisher eine RKK abgeschlossen haben, wurden 16 Kinder und Jugendliche erfolgreich reintegriert. 10 Schüler setzen ihre Schulkarriere in einer sonderpädagogischen Einrichtung fort. Estermann: «Eine Integrationsquote von rund 50 Prozent ist realistisch.»

Für viele Lehrpersonen stellt vor allen ein mittleres Segment von verhaltensauffälligen Schülern ein Problem dar. Die Schulen der Stadt Olten haben für diese Klientel bereits vor fünf Jahren eine «Schulinsel» eingerichtet. In einem separaten Trakt der Primarschule Säli werden hier für die Dauer von einer bis mehreren Wochen die betreffenden Schüler (zurzeit sind es acht) von einer Förderlehrperson begleitet. In einem unkomplizierten Verfahren melden die Lehrpersonen die Kinder an. Finanziert wird die Schulinsel ausschliesslich aus dem Pool der Förderlektionen. Obwohl sich das Konzept in Olten bewährt, ist es bis heute nicht von anderen Solothurner Schulen kopiert worden. «Ein Grund dafür ist die Bindung finanzieller Ressourcen», vermutet Stefan Thöni, Schulleiter der Primarschule Säli. «Wenn sich mehrere Schulen, auch im Rahmen einer gemeinde-übergreifenden Zusammenarbeit, an der Schulinsel beteiligen, ist die Finanzierung realistisch.» (esf)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zialo 06.03.2017 19:46
    Highlight In Finnland werden mehr als 50% aller Schüler mal in einem Sondersetting gepusht. Die Lehrer schauen genaustens hin und nach kurzer Zeit geht die Schulkarriere normal weiter. In einem der weltweit besten Bildungssystemen ist Verhaltensaufälligkeit das normalste Problem der Welt.
    8 2 Melden
  • Tom Garret 06.03.2017 14:20
    Highlight Und passt du nicht ins System, wirst du passend gemacht. Wenn nötig mit Medikamenten...
    Ich bin sehr skeptisch bei diesem Thema. Kinder sind und bleiben Kinder. Das grösste Problem ist doch, das bei unsererm Schulsystem (verstädnlicherweise) nicht individuell auf jedes Kind eingegangen werden kann. So wird halt ein Schnitt genommen und wer nicht reinpasst ist dann abnormal. Ist etwas überspitzt formuliert, aber ich denke man darf auch das Schul- und Leistungssystem ansich kritisch betrachten wenn über 10% nicht in dieses passen...
    62 11 Melden
    • Gähn on the rocks 07.03.2017 07:48
      Highlight und jetzt? ist damit irgenwem geholfen?
      3 0 Melden
  • Sageits 06.03.2017 13:52
    Highlight Ich bin für mehr körperl. Bewegung. Weil ich damit gute Erfahrungen machte: meine ersten zwei Schuljahre ging unsere Lehrerin, wenn es das Wetter erlaubte, jeden Montag mit uns zu Fuss auf den Gurten. Zudem unter der Woche mehrmals kurz in die Milchküche Brönnball spielen. Nur eine viertel Stunde lang, mit den Kleidern und barfuss. Sie sagte, so können wir danach besser aufpassen. Wir waren 30 Schüler, in den 70ern war das.
    Ich habe so einen gelungenen Start in meine Schulzeit erhalten - trotz Zappligkeit und einer mässigen Legasthenie und Dyskalkulie.

    38 1 Melden
  • fabsli 06.03.2017 13:24
    Highlight Ob diese Massnahmen wirklich jedes mal nötig sind, stelle ich echt in Frage. Wenns was Ernstes ist, okay. Aber viele Schulen haben solche "Schulpsychologen" und die wollen eben auch Arbeit haben. So kommt es, dass pro Klasse einfach 1-2 Kinder gemeldet werden, um sie zu "fördern".
    37 22 Melden
    • MisterM 06.03.2017 13:34
      Highlight Sie sprechen aus Erfahrung? Oder woher diese These?
      25 18 Melden
    • fabsli 06.03.2017 16:23
      Highlight Ich bin in dem Umfeld tätig.
      12 2 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 06.03.2017 17:58
      Highlight Parkinson's Law: "Officials make work for each other."

      http://www.economist.com/node/14116121

      Leider gelingt es nur wenigen, die notwendige professionelle Distanz einzunehmen, die eigenen Interessenskonflikte (zB. Angst um den Job) zu erkennen, und dann auch entsprechend verantwortungsvoll zu handeln (was oft bedeuten würde, den Job zu kündigen).
      8 4 Melden
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  • energywolf 06.03.2017 12:30
    Highlight Und was machen solche Fachleute: Sie verabreichen verhaltensauffälligen Kindern in der Regel Psychopharmaka's, dann ist Ruhe. Habe schon gelesen, dass zwischenzeitlich bald jedes 4 Kind davon betroffen ist. Auch wird das gesellschaftliche Raster immer enger. Zu meiner Zeit in den 70/80 Jahren gab es von einzelnen Schülern regelmässig Wutausbrüche! Dies konnte man dazumal gut händeln, ohne Psychopharmaka und einem Heer von Therapeuten. Es gibt einfach Bewegungskinder die Mühe haben, etliche Stunden am Tag ruhig zu sitzen. Macht unsere Kinder nicht kaputt! Lasst sie wieder Kinder sein!🖖
    50 21 Melden
    • phreko 06.03.2017 14:39
      Highlight Und nach dem Wutausbruch hats dann einfach geknallt?

      Dummerweise ist ruhig sitzen eine Kernanforderung für Bildung. Wer nicht rechnen kann, kann heute nicht einmal mehr Maurer werden, sondern verdient dann seine Brötchen als Handlanger, mit der gewissen Zukunft sich kaputt Krüppeln zu müssen.
      23 2 Melden
    • Kramer 06.03.2017 23:26
      Highlight Wenn man Zuckerkrank ist, nimmt man auch Insulin, was soll dann daran schlecht sein, wenn man bei ADHS Ritalin nimmt?
      7 2 Melden
  • Corahund 06.03.2017 11:48
    Highlight Es ist ein gesellschaftliches und erzieherisches Problem.
    Den heutigen Kindern und deren Eltern gehts materiell sehr gut. Die Eltern verwöhnen die Kinder zu sehr. Jeder Wunsch wird erfüllt. Auch die Erwartungen an die Kinder sind sehr hoch. Sie können keine Kinder mehr sein. Vor allem die Buben haben oft Auffällikeiten. Hat das etwa auch damit zu tun, dass 90% der Lehrpersonen in der Unterstufe Frauen sind? Das Angebot an sonderpädagogischer Betreuung hat markant zugenommen. Diese Spezialisten müssen beschäftigt sein; notabene zu horrenden Ansätzen. Das Angebot steigert die Nachfrage.
    30 17 Melden
    • phreko 06.03.2017 14:41
      Highlight Das Problem ist auch, wenn sich die Mutter zu Hause wie eine Bedienstete verhält, führt das zu grossem Unverständnis, wenn die Frau in der Schule plötzlich Forderungen stellt. Und schon haben wir den Salat.
      22 4 Melden
  • stef2014 06.03.2017 11:13
    Highlight Zuerst muss man vom Bild des "Idealschüler/in" wegkommen und akzeptieren, dass Kinder halt - wie alle Menschen - unterschiedlich und nicht "abnormal" sind. Wie schnell heute "verhaltensauffällig" diagnostiziert wird ist schockierend. Jedes etwas "andere" Kind (mit Ausnahmen) in Sonderklassen zu separieren ist und bleibt falsch. Stattdessen sollte gelehrt werden, dass Diversität normal ist. Und der Unterricht muss so ausgelegt werden. Problem: Der statische Lernstoff und Ressourcenknappheit für intensivere Betreuungen in (!) den Klassen infolge Sparwahn bei der Bildung.
    71 18 Melden
    • SemperFi 06.03.2017 12:23
      Highlight @stef:2014: Wann waren Sie denn das letzte Mal in einer Schule? Kinder werden heute integriert und nicht separiert. Diversität, wie Sie sagen, ist die Regel. Das bietet aber nicht nur Vorteile.
      35 2 Melden
    • Littlepage 06.03.2017 12:30
      Highlight Ein Kind vergleicht sich und seine Leistung mit derjenigen seiner Mitschüler. Es will nicht divers sein. Ein Kind mit ADS und normalen kognitiven Fähigkeiten wird in einer Regelklasse im besten Fall mitgetragen, und fühlt sich als Versager. Im schlimmsten Fall wird ihm direkt vermittelt, dass er ein Versager ist (Mitschüler). Die Lehrer und Eltern können das Kind davor nicht schützen.
      Erfolgserlebnisse sind das einzige, was das Selbstbewustsein stärken können. In einer kleinen Klasse mit heilpädagogisch geschulten Lehrkräften kann das klappen.
      27 2 Melden
    • Kookaburra 06.03.2017 12:42
      Highlight Nein. Das glaube ich nicht mehr. Das geht auf Kosten der anderen Schüler. Wenn 3 Kinder nur schon fünf Minuten mehr Betreuung pro Stunde brauchen, sind nur noch 30 min. für die "normalen" übrig. Kommen dann noch 3 Kinder mit Sprachdefiziten, die auch je 5 min. mehr beanspruchen, bekommen die regulären Schüler nur noch ein Drittel der Leistung und die Lehrer sind gestresst und überfordert.
      Das ist nicht effizient. Und unfair den Lehrern und anderen Schülern gegenüber. Lehrer sollen in erster Linie Lehrer sein - den Rest sollen "Fachleuten aus dem sozio-psycho-pädagogischen Bereich" übernehmen.
      21 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Caturix 06.03.2017 11:07
    Highlight Das Problem sind nicht die Kinder sondern die Erwachsenen. Wer nicht der Norm entspricht ist Verhaltensauffälig und muss in die Norm gedrückt werden.
    52 9 Melden
    • Wehrli 06.03.2017 14:05
      Highlight Ich war auch ein ADS Kind, und mein Sohn ist auch ein bisschen sehr überaktiv, mit ADS diagnostiziert.
      Pharmaka brauchts keine, war weder bei mir noch bei meinem Sohn so, zum Glück hab ich mich mit dem Thema beschäftigt, bzw. an der ETH studiert.
      Wenn die Kinder merken, dass es mit der Verhaltensauffälligkeit auch eine Gabe einherghet, hilft es ihnen das zu akzeptieren
      14 3 Melden
    • stef2014 06.03.2017 14:56
      Highlight Wehrli, sehr schöner letzter Satz! Aber nicht nur die Kinder selbst sollten das merken, sondern auch Eltern, Schule, Psychologen.
      9 2 Melden
  • Scaros_2 06.03.2017 11:02
    Highlight Ich selbst bin ein solches ADHS Kind und ja ich war wirklcih anstrengend. Ich musste auch alles über mich ergehen lassen. Messung von Hirnströmen etc. weil man wissen wollte was ich den habe, das mich der Unterricht nicht stört ich denoch aber inteligent bin etc. Ich bekamm auch von der 4. Klasse - 3 Sek. Ritalin und es half wirklich wenn ich meine eigene Kindheit zurückblicke.

    Aber auf der andern seite ist es extrem was Kinder heute machen müssen, leisten etc. und das irgendwo doch einfach ein Ventil fehlt um Kind zu sein.
    45 2 Melden
    • stef2014 06.03.2017 11:31
      Highlight Interessante Geschichte. Darf ich dich was fragen? Wobei hat es nach deiner Einschätzung konkret geholfen? Damit du den Unterricht weniger störst? Oder hat es - unabhängig vom Unterricht (!) - positiv auf dich eingewirkt? Nicht missverstehen, aber ich verstehe dieses Ritalin immer so, dass man damit unpassendes passend macht. Anstatt die Rahmenbedingungen dahingehend anzupassen, dass auch auffällige Kinder ihren Platz finden. Ohne Medis, ohne Sonderklassen etc.
      8 7 Melden
    • Scaros_2 06.03.2017 13:01
      Highlight Es half insofern das ich ruhig wurde und mich dahin besser konzentrieren konnte. Ohne Medikament war ich einfach ein Kind das extrem viel Energie hatte die es jedoch nicht unter Kontrolle hatte wenn es darum ging - z.B. einfach nur einen Text lesen. Ohne Medikament ist dass dann so gewesen.

      2 Sätze lesen - Mit dem Nachbarn reden,. 2 Sätze lesen, die Lehrerin fragen,.. 1 sätzen, aufs Klo gehen,. 2 sätze lesen, rumstänkern usw.

      Keine Fokusierung, keine kontrolle über sich selbst wenn man so möchte.

      Mit medikament war es dann möglich überhaupt die Mittel die ich besitze so zu nutzen das es
      28 0 Melden
    • Scaros_2 06.03.2017 13:03
      Highlight einem hilft in der Welt zurecht zu kommen. Als Kind ist das durchaus schwierig sich auf das zu konzentrieren was wichtig ist. Sei das Schule, lernen, sport machen. Ich war einfach nicht unter Kontrolle was das medikament dann einem half.

      Man muss aber auch sagen - ich war wöchentlich 1x bei der Psychologin welche die Wirkungen des Medikament verfolgte. Was ich auch gut finde.
      16 0 Melden
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  • Wilhelm Dingo 06.03.2017 10:47
    Highlight Ich finde es krass was die Kinder heute leisten sollen. Heute werden Themen in der 6. Klasse durchgenommen welche ich erst in der Oberstufe hatte.
    28 4 Melden
  • gio melo 06.03.2017 10:35
    Highlight Mich würde die Geschlechterverteilung dieser Verhaltensauffälligen Kindern interessieren (oder habe ich es übersehen?)
    5 10 Melden
    • Wehrli 06.03.2017 14:08
      Highlight 80 % buben. Unser Schulsystem ist auf Mädchen ausgelegt.
      9 9 Melden
    • gio melo 06.03.2017 22:24
      Highlight denke ich auch.
      Also muss doch am definitiv am Schulsystem was falsch sein.
      Habe selber einen Knaben und Mädchen und es sind einfach riesige Unterschiede.
      Arme Knaben...
      2 3 Melden
  • leu84 06.03.2017 10:06
    Highlight Das gab es auch zu meiner Zeit vor 25 Jahren
    14 2 Melden
    • stef2014 06.03.2017 13:42
      Highlight Das gab es auch schon vor 250 und vor 2500 Jahren. Nur hat man dem heute einen Namen gegeben, eine Diagnose erschaffen und Medikamente erfunden. Nachgewiesen ist soweit ich weiss bis heute nichts. Sogar Eisenberg selbst soll zugegeben haben, dass ADHS eine fabrizierte "Krankheit" sei. ADHS sei nur ein Synonym für unerwünschtes Verhalten und kein Krankheitsbild.
      5 8 Melden
    • Wehrli 06.03.2017 14:08
      Highlight Damals hies es Zappelphilip
      3 1 Melden
    • Mephista87 07.03.2017 01:22
      Highlight Als ADHS-Betroffene empfinde ich es als Beleidigung, meine Erkrankung, unter der ich leide (da schon so einiges daran unangenehm ist) als erfunden abzutun.
      Man sagt auch niemandem mit zu hohem Blutdruck "ach hör auf, deine Kopfschmerzen bildest du dir ein, das ist eine Erfindung der Pharmaindustrie, dir gehts gut."
      6 0 Melden
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  • Restless Lex 06.03.2017 10:02
    Highlight Gebt doch unseren Kindern noch mehr Hausaufgaben, noch grössere Klassen, noch mehr Fächer im selben Zeitraum! "Verhaltensauffällige Kinder" gab es schon immer, dass ist nichts Neues. Neu ist aber, dass Kinder heute überall funktionieren müssen. Sei es Zuhause, in der Schule, im Laden, in einem Restaurant und sogar auf Spielplätzen oder in Parks. Nirgends dürfen die Kinder mehr einfach Kinder sein, sich Prügeln, Raufen, Schreien, Sachen bauen, ihre Kleider dreckig oder kaputt machen. Wie wäre es einfach mal, wenn weniger verlangt würde und die Kinder ihren angeborenen Antrieb nutzen dürften?
    80 5 Melden
    • SemperFi 06.03.2017 12:29
      Highlight @Restless Lex: Hausaufgaben gibt es bald nicht mehr, die Klassen sind so klein wie noch nie. Das kann nicht das Problem sein. Aber mit dem "Kind-Sein" haben Sie schon Recht. Unsere Ein-Kind-Familien-Prinzessinnen und -Prinzen bekommen von ihren Eltern fast keine Gelegenheit mehr dazu.
      9 1 Melden
    • Restless Lex 06.03.2017 15:28
      Highlight @SemperFi: Woher hast du die Info (ich dutze dich mal einfach - im kollegialen Stil), dass es bald keine Hausaufgaben mehr gibt? In meinem gesamten Bekanntenkreis und Familie ist genau das Gegenteil der Fall. Primarschüler erhalten bereits Projektaufgaben und Vortragsvorbereitungen, welche sie dann auswendig aufsagen müssen (1. und 2. Klasse). Bezüglich der Klassengrösse ist es sicherlich Gemeinde- bzw. Jahrgangsabhängig, wie gross diese sind. Aber über 20 Schüler sind einfach in der Regel zu viel (heute bei dem Stoff!).
      4 0 Melden
    • Gähn on the rocks 07.03.2017 08:12
      Highlight @restless lex:
      lehrplan 21, die vorgeschriebene zeitaufwendung für hausaufgaben wird massiv reduziert oder ganz aufgehoben.
      das wird bestimmt aber auch wieder nicht allen eltern passen. und der lp 21 wird sowieso von kreisen massivst in frage gestellt.
      2 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • He nu.. 06.03.2017 09:59
    Highlight Nun, in den 50ern ging es in den Schulen brutal zu und her. Heute ist es umgekehert, Eltern werden u. U. verklopft wenn das Handy nicht geladen wird und die Lehrkräfte werden von allen Seiten her verheizt. Die SchulleiterInnen, Lehrkräfte und Eltern sind überfordert. Ein Fiasko und eine falsche Entwicklung der 68er Bewegung. antiautoritär wurde "falsch" verstanden. Er-ziehen bedeutet auch: Führung, Pflicht, Empathie, etc. dem Kind weiter zu geben. Ich bin nur schon froh, wenn ich auf meinen letzten Metern noch Menschen antreffen werde und nicht "überstudierten", kalten Wesen.
    35 7 Melden
  • Great Maju Garzett 06.03.2017 09:55
    Highlight Ich bin jetzt mal derjenige, der behauptet, dass das aktuelle Schulsystem einen grossen Einfluss darauf hat. Alle bekommen 9 Jahre lang den selben Einheitscheiss vorgesetzt, bei dem der Grossteil sowieso wieder vergessen wird, wenn es einen nicht interessiert. Und wenn man sich durch gut erklärte YT Videos selbst "weiterbildet" und dann feststellt, dass man mehr gelernt hat als in so und soviel Jahren Schule, erkennt man, was für eine Belastung das doch alles gewesen war.
    29 82 Melden
    • SemperFi 06.03.2017 10:05
      Highlight Genau, am Besten streichen wir die 9 Jahre Einheitsscheisse und züchten uns eine Generation von YouTube-Idioten heran. Das gesparte Geld investieren wir dann in Sozialisierungsprogramme.
      89 8 Melden
    • who cares? 06.03.2017 15:36
      Highlight Es geht ja auch nicht darum, dass man sich 20 Jahre später an irgendwelche Jahreszahlen erinnert, sondern, dass man Zugang zu Wissen erhält, lernt wie man es sich aneignet, ein Gespür für Zusammenhänge und Logik erhält und durch korrektes Anwenden der Sprache mit seinen Mitmenschen kommunizieren kann. Ein Belastung ist es vielleicht, ber sobald etwas im Körper nicht gefördert wird, verkümmert es, in diesem Falle das Hirn. YouTube Videos sind übrigens eine ziemlich passive Form der Wissensaneignung. Was man nicht selbst mal macht, kann man auch nicht.
      9 0 Melden
    • AllFab 06.03.2017 17:36
      Highlight Es geht weniger um das streichen der "Einheitsscheisse" als vielmehr um ein Umdenken im Vermitteln von Stoff. Ich meine bei ca. 10'000 h (geschätzt) Schule, wie viel Zeit davon hat ein jeder von uns aus dem Fenster geschaut, mit dem Nachbar gequatscht oder sonst was gekritzelt? Wenn ein Schüler sich diese Zeit selbst einteilt und dann aber auch konzentriert arbeitet, könnte er in dieser Zeit ein vielfaches des Stoffes lernen und das dann Nachhaltig und nicht nur bis zur nächsten Prüfung.
      1 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mirjam Wyser 06.03.2017 09:36
    Highlight Kein Wunder, wenn man bedenkt wieviel an Impfstoff auf so einen kleinen Körper einprallt. Es wäre interessant, wenn eine Studie über geimpfte und nicht, oder wenig geimpfte Kinder, gemacht würde. Der liebe Gott hat vermutlich die Kinderkrankheiten nicht gemacht um die Kinder zu quälen, sondern um sich einen optimalen Körper formen. Kein Wunder werden die Kinder zappelig und aggressiv. Kaum kommt der Frühling kommen die Allergien. Auch sonst hat es noch nie soviele Allegien gegeben. Wenn schon impfen, dann bitte nie bei Vollmond.
    10 208 Melden
    • leu84 06.03.2017 10:02
      Highlight Der Liebe Bot hat uns ein Gehirn eingebaut um gegen Krankheiten und andere Sachen, Lösungen zu finden. Z.B. Tollwutimpfung
      61 2 Melden
    • 4berratio1ctus 06.03.2017 10:15
      Highlight Bitte ist dieser Kommentar nicht ernst gemeint! Ich vermisse einen Hinweis auf Ironie. Ich hab den Kommentar nun drei Mal gelesen - finde keinen Hinweis. Jesses!
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    • PeterLustig 06.03.2017 10:21
      Highlight Also ich hab lieber ADHS als Tuberkulose. Wie siehts bei dir aus?
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  • Ylene 06.03.2017 09:29
    Highlight Als Mutter eines Aspergerkindes muss ich halt sagen, dass die Schule sich für Kinder wie ihn in eine schwierige Richtung entwickelt hat. Als ich in die Schule ging, gabs Frontalunterricht und bis ca. 4 Klasse hat die Lehrperson einfach vorgegeben, wann was gemacht werden soll (Struktur). In der Pause habe ich mich regelmässig in der Pause geprügelt und ein Telefon nach Hause gabs nie. Heute gibt's schon in der ersten Klasse praktisch nur Team- und Gruppenarbeit und einen 2-Wochen-Arbeitsplan zum Selbständig organisieren. Knallt er jemand den Rucksack an den Ellbogen, kriege ich ein Telefon.
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    • Macke 06.03.2017 10:33
      Highlight Ja, die veränderten Strukturen sind für einen Teil der Kinder schwierig. Aber für andere ist es genau das Richtige. Was mich an ihrem Beitrag stört, ist der letzte Satz. Es ist nicht ok, wenn ein Kind einem anderen den Rucksack an den Ellbogen knallt. Ob das Kind Asperger hat oder nicht, ist irrelevant. Das andere Kind muss sich, nur weil ihr Kind Asperger hat, nicht schlagen lassen. Das ist jetzt überspitzt formuliert und mir ist bewusst, dass es für Aspergerkinder schwierig ist, Emotionen zu Kontrollieren. Aber das darf nicht zum Problem für andere Kinder werden.
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    • Ylene 06.03.2017 10:54
      Highlight Macke, ich habe nirgends gesagt, dass es ok ist, wenn er jemandem den Schulsack an den Ellbogen schletzt. Aber warum staucht die Lehrperson ihn dann nicht einfach selber zusammen, sondern ruft mich an und erwartet von mir, dass ich das zu Hause übernehme? Das stört mich. Laut anderen Eltern sind also sehr viele 1-3. Klässler mit Selbstorganisation und relativ lauten Lärmpegel im Klassenzimmer ziemlich überfordert, da muss man nicht mal Asperger oder ADHD haben. Häufige Gruppenarbeiten sorgen für erhöhte Unruhe, der Lerneffekt ist da m. E. sehr fraglich.
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    • humpfli 06.03.2017 11:14
      Highlight @Macke klar sollte das nicht so sein. Aber es sind Kinder. Und Kinder streiten nun mal ab und zu. Solche Probleme können auch gelöst werden, ohne gleich die Eltern zu informieren. Denn das bewegt sich alles noch im normalen Rahmen. Die Eltern müssen erst beigezogen werden, wenn es nötig ist, also wenn ein Kind andauernd so ist.
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  • Candy Queen 06.03.2017 09:28
    Highlight Ich finde es tragisch, wie an diesen Kindern herumgedoktert und -therapiert wird, obwohl der eigentliche Grund für ihre Probleme bei den Eltern/fehlende Erziehung zu finden ist.
    Jede Therapie ist so bloss ein Tropfen auf den heissen Stein (und das haufenweise investierte Geld kommt vorwiegend den Therapeuten zugute).
    Warum werden die Eltern nicht verstärkt in die Pflicht genommen?
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    • Nitzgi 06.03.2017 09:46
      Highlight Wie soll das in der heute überliberalisierten Gesellschaft funktionieren?
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    • Euklid 06.03.2017 09:55
      Highlight Weil das manchmal einfach nicht geht. Ich besuche regelmässig eine eritreische Mutter mit vier Kindern. Kein Vater anwesend. Die Kinder gehen zur Schule und sprechen schon ein einigermassen gutes Deutsch. Der älteste Sohn (9) zeigt aber zu Hause ein aggressives Verhalten. Ich gehe dann mit ihm (und den Geschwistern) nach draussen und unternehme Aktivitäten an der frischen Luft. Die Mutter ist aber verständlicherweise überfordert mit vier Kindern. Zudem ist sie selber traumatisiert. Vielleicht wäre ein Heimplatz die bessere Lösung. Solche Fälle sind sehr komplex und nicht einfach zu lösen.
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  • barbablabla 06.03.2017 09:25
    Highlight Super Artikel. Vieles auf den Punkt gebracht. Jedoch Kleinklassen sind kein neues Modell. Wurden leider zu Gunsten der integrativen Förderung abgeschafft. Und wie es beim kochen so schön heisst viele Köche verderben den Brei, so ist es auch bei den Schülern. Schulsozualarbeiter , Psychologen, IF Lehrer können genau bei den schwierigen Kinder noch mehr Stress verursachen.
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    • Genital Motors 06.03.2017 10:17
      Highlight Separation und nicht Integration! Da gebe ich dir recht. ES gibt nun einfach mal Leistungsunterschiede.
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    • Herr Je 06.03.2017 11:02
      Highlight Das Problem in der Schweiz scheint mir, dass jede Gemeinde mit der Schule machen kann, was sie will. Dieses "Recht" will ausgekostet sein: so erfindet man halt das Rad neu, macht dieselben Fehler wie alle anderen vorher, glaubt dieselben Theoriemärchen und begreift erst nach dem unvermeidlichen Kollateralschaden an einer oder mehreren Schüler- und Lehrergenerationen, dass es ja eigentlich um das Verhältnis der Schule zu den Kindern geht, und nicht um das Verhältnis der Eltern zur Schulpflege... Aber leider gilt oft auch dort: wer am lautesten schreit, bekommt am meisten Recht...
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