Schweiz
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Magdalena Mortullo-Blocher (SVP-GR), links, waehrend einer Unterhaltung mit Andreas Glarner (SVP-AG), rechts, waehrend dem Empfangstag fuer die neugewaehlten Ratsmitglieder im Nationalratssaal der Eidgenoessischen Raete in Bern am Freitag, 20. November 2015. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Den Einzug ins Bundeshaus hat Andreas Glarner (hier mit Magdalena Martullo-Blocher) zwar geschafft – doch die Unterstützung in seiner Gemeinde Oberwil-Lieli fehlt.
Bild: KEYSTONE

SVP-Glarner: «Die Bevölkerung will, dass Asylbewerber bei uns untergebracht werden. Dann machen wir das»

SVP-Nationalrat und Gemeindeammann Andreas Glarner plant nach seiner Niederlage an der Generalversammlung in Oberwil-Lieli Container für Asylbewerber. Glarner warnt die Bevölkerung aber auch vor Terroristen, die sich unter Flüchtlinge mischen könnten.

Rolf Cavalli / Aargauer Zeitung



Überraschend hat die Bevölkerung im aargauischen Oberwil-Lieli Glarners Plan zurückgewiesen, sich von der Aufnahme von Flüchtlingen freizukaufen. An der Generalversammlung vom Freitagabend stimmten 176 Stimmberechtigte gegen die budgetierten 290'000 Franken für entsprechende Ersatzzahlungen an den Kanton. Glarner bekam für seinen Vorschlag nur 149 Stimmen. 

Herr Glarner, was ist schief gelaufen am Freitagabend?
Andreas Glarner:
Nichts ist schief gelaufen. Das war eine demokratische Ausmarchung. Und die Gemeindeversammlung hat entschieden.

Die Gegner ihres Asylplans haben offenbar besser mobilisiert als Sie?
Wenn Sie so wollen. Aber als Gemeindeammann mobilisiere ich nicht. Ich leite die Versammlung und nochmals: Wenn die Mehrheit etwas beschliesst, dann ist das so zu akzeptieren. Wir sind in einer Demokratie.

Ihre Gegner sagen, sie hätten den Antrag eventuell zurückgezogen, wenn der Gemeinderat seinen Alternativplan konkretisiert hätte, Asylbewerber in Nachbardörfer unterzubringen, aber dafür die Betreuung zu übernehmen.
Das sind jetzt Sprüche dieser Leute. Richtig ist: Wir haben eine Auslegeordnung gemacht. Erstens, Asylbewerber nicht aufnehmen und dafür bezahlen; zweitens, Asylbewerber ausserhalb des Dorfes betreuen oder drittens, sie direkt in Oberwil-Lieli aufnehmen. Die Bevölkerung will jetzt offensichtlich, dass die Asylbewerber direkt bei uns untergebracht werden. Dann machen wir das jetzt auch.

Wie geht es konkret weiter?
Wir werden jetzt möglichst schnell Unterkünfte suchen. Das ist schwierig. Mir schwebt eine Containerlösung vor.

Zählen Sie jetzt auf die Unterstützung der «IG für ein solidarisches Oberwil-Lieli», welche sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzte?
Wenn es dann eventuell Betreuungsaufgaben gibt, sehen wir ja, ob sie auch solidarisch sind, wenn es ums konkrete Arbeiten geht. Zunächst steht aber die Unterbringung der Asylbewerber durch die Gemeinde im Zentrum.

Sie haben am Montag ihren ersten Tag als Nationalrat in Bern. Kommt ihnen der Fokuswechsel gerade recht nach der Niederlage in ihrer Gemeinde Oberwil-Lieli?
Nein, als Gemeindeammann bleibt mir Oberwil-Lieli am Herzen. Und die Asylpolitik bleibt auf allen Ebenen – national, kantonal und kommunal – ein Riesenproblem. Wir laufen Gefahr, dass über die Flüchtlingsströme auch Terroristen eingeschleust werden. Wenn das die Bevölkerung in Kauf nehmen will, ist das halt so.

Der Auslöser: Glarner in der ARD

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    Alle Leser-Kommentare
  • Baba 01.12.2015 11:02
    Highlight Highlight Ja, diese Terroristen...die wissen jetzt, dass in Oberwil-Lieli ganz viel Geld vorhanden ist (mindestens Fr. 290'000 zum "freikaufen". Das ist für so einen kleinen Terri doch ein rechter Batzen). Die planen jetzt ganz bestimmt einen Überfall und Besetzung aufs/im Gemeindehaus von Oberwil-Lieli und werden den Herrn Glarner als Geisel nehmen. Dann werden sie von der Gemeinde die 290'000 Franken als Lösegeld fordern und dem armen Herrn sind dann der Fünfer unds Weggli abhanden gekommen. DAS kann passieren, wenn man Terroristen ins Land schleust!

    Oder kommen vielleicht doch nur Menschen in Not?!?
    4 1 Melden
  • legis 30.11.2015 10:12
    Highlight Highlight Ich fänd es auch schwierig Unterkünfte zu finden, wenn ich vorher alles abreissen lassen hätte, was Potential zur Asylunterkunft gehabt hätte. Tja, da hat der gute Herr die Rechnung ohne den Volkswillen gemacht hmm?
    10 6 Melden
  • Daylen 30.11.2015 07:52
    Highlight Highlight Erstaunlich vernünftige worte...
    ...doch dann kommt die letzte antwort. Hauptsache noch einmal das Argument bringen, dass wir dann Terroristen einschleusen könnten.
    33 15 Melden
    • Xeno 30.11.2015 08:46
      Highlight Highlight @albm: Die Pariser Terroristen waren grösstmehrheitlich bis ausschliesslich fehlintegrierte Secondos. Nix Flüchtlinge. Aber tönt wohl am Stammtisch besser.
      18 15 Melden
    • Thomas_54 30.11.2015 09:22
      Highlight Highlight @AL:BM Ähm, die bisher identifizierten Attentäter sind doch alle in Frankreich und Belgien aufgewachsen...? Der Rest ist doch alles Spekulation, basierend auf einem gefälschten Pass: http://www.watson.ch/International/Terrorismus/244153590-Die-grosse-Übersicht--Was-wir-zur-Terrornacht-von-Paris-wissen-–-und-was-nicht
      Daher ist für mich die letzte Antwort auch eher die eines "trötzelenden" Kindes als die eines Nationalrats...
      11 9 Melden
    • IchHabeAuchNeMeinung 30.11.2015 11:12
      Highlight Highlight AL:BM Terroristen kommen auch ohne Flüchtlingsstrom in die Schweiz wenn sie das wollen.
      9 9 Melden
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