Schweiz
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Winterthurer An'Nur-Moschee – Staatsanwältin zieht Urteil weiter



ARCHIV – ZU DEN VERHAFTUNGEN VON ZEHN PERSONEN AUS DEM UMFELD DER AN’NUR MOSCHEE IN WINTERTHUR DURCH DIE KANTONSPOLIZEI ZUERICH AM DIENSTAG, DEM 21. FEBRUAR 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Die An'Nur-Moschee (Haus in der Mitte, orange Eingangstuere rechts) in Winterthur, aufgenommen am Dienstag, 24. November 2015. Laut dem Syrien-Kenner Kurt Pelda, der intensive Recherchen getaetigt hat, soll es im Umfeld der An'Nur-Moschee eine Zelle des IS geben. Den Recherchen zufolge soll vor Kurzem eine weitere Person von Winterthur nach Syrien gereist sein. Die Maenner, die nach Syrien gereist seien, sollen Jihadisten sein, die in der Moschee in Winterthur rekrutiert worden seien. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Hier befindet sich die An'Nur-Moschee. Bild: KEYSTONE

Der Fall der neun verurteilten Männer aus dem Umfeld der An'Nur-Moschee wird neu aufgerollt. Die zuständige Zürcher Staatsanwältin zieht die Urteile des Winterthurer Bezirksgerichts vom vergangenen Oktober ans Obergericht weiter.

Die Staatsanwältin habe gegen alle neun Urteile Berufung eingereicht, bestätigte Erich Wenzinger, Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine Meldung des Regionaljournals Zürich/Schaffhausen von Radio SRF vom Montagabend. Der Fall muss also neu beurteilt werden.

Beim Prozess vor dem Winterthurer Bezirksgericht im vergangenen Oktober ging es um Drohungen und Schläge gegen andere Besucher der Moschee. Die neun Angeklagten wurden zu bedingten Freiheits- und Geldstrafen zwischen 6 und 18 Monaten verurteilt. Die Urteilssprüche waren deutlich milder als die Anträge der Staatsanwaltschaft.

Diese hatte teilbedingte Freiheitsstrafen von zweieinhalb bis drei Jahren gefordert. Das Gericht gelangte jedoch unter anderem wegen des jugendlichen Alters der Beschuldigten zu tieferen Strafen. Ebenfalls strafreduzierend wirkte sich aus, dass sie - bis auf einen - Ersttäter sind.

«Verräter» bedroht

Was sich im November 2016 in der mittlerweile geschlossenen Moschee im Winterthurer Quartier Hegi abspielte, liess sich dank Befragungen, Chatprotokollen und Anrufaufzeichnungen genau nachzeichnen. Demnach war eine Gruppe junger Männer in der An'Nur-Moschee auf zwei Besucher losgegangen.

Diese hatten in der umstrittenen Moschee «spioniert» - sie hatten unter anderem Fotos geschossen und sollen Journalisten einen Mitschnitt einer Predigt übergeben haben. Später kamen auch ein Imam und der damalige An'Nur-Präsident dazu. In einem Raum rangen sie den beiden «Verrätern» gemäss Anklage ein Geständnis ab. (sda)

Razzia in Winterthurer Moschee

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