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In St. Gallen wurde ein Betreuer einer Kita verhaftet. Er soll mehrere Kinder sexuell missbrauch haben. (Symbolbild) Bild: shutterstock

Pädo-Skandal: Warum die Schwarze Liste der Lehrpersonen beim Kita-Personal versagt



Diese Woche gab die St. Galler Staatsanwaltschaft bekannt, dass ein Kita-Mitarbeiter bei der Arbeit mehrere Kleinkinder sexuell missbraucht haben soll. Der 33-jährige Schweizer wurde im Juli 2018 nach einer Hausdurchsuchung verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er steht auch unter dem Verdacht, Kinderpornographie im «Darknet» verbreitet zu haben. 

Bei einer Verurteilung drohen dem Mann nicht nur strafrechtliche Sanktionen, sondern auch ein Berufs- oder Kontaktverbot zum Schutz von Kindern. Solche Sanktionen werden im Sonderprivatauszug vermerkt. Schulen, aber auch Vereine können das Papier von Bewerbern einfordern.

Laut der «SonntagsZeitung» geschieht dies sehr häufig. 52'093 Sonderprivatauszüge wurden letztes Jahr gemäss Bundesamt für Justiz (BJ) bestellt. Das sind so viele wie noch nie und dreimal mehr als 2015. Das BJ kann jedoch keine Angaben machen, wie oft Kitas diese Auszüge anfordern. 

Für Sicherheit im pädagogischen Bereich soll aber auch die Schwarze Liste der Lehrpersonen sorgen. Auf ihr landen Lehrer, denen die Unterrichtsberechtigung entzogen wurde, etwa wegen Sexualdelikten, Drogenproblemen oder psychischen Krankheiten. Fast 100 Namen sind aktuell vermerkt – aber keine Kita-Mitarbeiter.

«Die Liste umfasst, entsprechend dem Wortlaut der massgebenden Rechtsgrundlage, ausschliesslich Lehrpersonen, denen die Unterrichtsberechtigung entzogen wurde», teilt die kantonale Konferenz der Erziehungsdirektoren mit. Der ausserschulische Bereich, zu welchem die Kindertagesstätten gehören, könne nicht abgedeckt werden. Laut dem Verband Kibesuisse gibt es aber Überlegungen, eine eigene Schwarze Liste für Kitas einzuführen. (vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • iisebahnerin 10.02.2019 11:11
    Highlight Highlight Kibusuisse hat bis heute ganz offensichtlich die "Hausaufgaben" nicht gemacht! ....AM ÜBERLEGEN, OB EINE SCHWARZE LISTE EINGEFÜHRT WERDEN SOLL...?! Wtf??

    Das Verlangen des Sonderauszuges bei Bewerbungen MUSS m.E. ein zwingendes Aufnahmekriterium für die Mitgliedschaft im Kibusuisse werden und zwar PRONTO!
  • Freethinker 10.02.2019 10:09
    Highlight Highlight Ich fand es verwunderlich, dass es so lange gedauert hat, bis man im Lehrberuf einen solchen Auszug vorlegen musste. ...und ich bin selber Betroffener.
  • My Senf 10.02.2019 09:48
    Highlight Highlight Wenn so ne Liste nicht schnellstens kommt, also am besten in den nächsten Wochen, dann könnte es obsolet werden.

    Wieso?
    Facebook Pranger wird übernehmen...
    Weil Schnell & illegal aber bei diesem Thema für viele egal 😐
  • Darkglow 10.02.2019 09:14
    Highlight Highlight Für den Zivildienst in einer Kita musste ich den sonderprivatauszug bestellen. Auch zwei Betreuerinnen welche eine Schwangerschaftsvertretung machten mussten dies tun. Ich finde es auch nur korrekt und notwendig.
    • Armend Shala 10.02.2019 15:14
      Highlight Highlight Beim Zivildienst wirst du automatisch für jeden entsprechenden Einsatz, auf den du dich bewirbst, vom Regionalzentrum überprüft, ob irgendetwas vorliegt, was den Einsatz verhindern könnte.
  • Morillaz 10.02.2019 08:55
    Highlight Highlight Der Mitarbeiter hat nach anderen Quellen nicht mehrere Kinder bei der Arebeit belästigt, sondern "nur" eins und ein weiteres im privatem Umfeld.
  • Adumdum 10.02.2019 05:28
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken die Überprüfung anhand dieser schwarzen Liste und Sonderprivatauszug verpflichtend als Einstellungskriterium für Kitas, Schulen etc. zu machen...
    • Darkglow 10.02.2019 09:12
      Highlight Highlight Genau... eine eigene list würde die Personen nicht beinhalten welche mittels Sonderprivatauszug ermittelt würden und somit das Problem grundsätzlich noch schlimmer machen, da man sich in falscher sicherheit wiegt...
    • abishot 10.02.2019 09:23
      Highlight Highlight Ich mache die Ausbildung zum Sozialpädagogen und habe schon in diversen Institutionen gearbeitet. Dort war es Standard, den Sonderprivatauszug vorzulegen. Wie es bei den Kitas aussieht, kann ich nicht sagen. Dort sollte der Dachverband dringend handeln. Vorallem bei kleinen Kinder, muss die Integrität gewährleistet sein. Sexueller Missbrauch ist dort besonders gravierend, da sie sich 1. nicht wehren können, 2. die Tat nicht verstehen und 3. die Täter sich immer die schwächsten aussuchen, da sie diese zum schweigen bringen können. Solche Kinder haben dann ein Leben lang damit zu kämpfen.
    • Nutshell 10.02.2019 12:38
      Highlight Highlight abishot: Einverstanden. Aber ich meine man sollte sich hüten vor Abstufungen. Ich habe Mühe mit Formulierungen wie "sexueller Missbrauch ist dort besonders gravierend" und "vorallem bei kleinen Kindern muss die Integrität gewährleistet sein." Zu Ende gedacht führt das zu Relativierungen, auch wenn das bestimmt nicht deine Intention war.

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