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Vierfachmord von Rupperswil: Staatsanwaltschaft fordert erneut lebenslange Verwahrung



Vierfachmord von Rupperswil AG

Die Staatsanwaltschaft hat im Verfahren um den Vierfachmord von Rupperswil innert der gesetzlichen Frist Anschlussberufung erklärt. Die Verhandlung vor Obergericht findet am 13. Dezember statt, wie aus einer Mitteilung der Gerichte Aargau hervorgeht. Ob Thomas N. teilnehmen wird, ist noch offen.

Nach Thomas N. hat nun auch die Aargauer Staatsanwaltschaft fristgerecht Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg eingelegt.

Sie fordert erneut eine lebenslängliche Verwahrung für Thomas N. Zudem sei die vom Bezirksgericht Lenzburg angeordnete vollzugsbegleitende ambulante Massnahme aufzuheben. Weiter fordert die Staatsanwaltschaft, dass Thomas N. lebenslang verboten wird, beruflich oder ausserberuflich mit Minderjährigen in Kontakt zu kommen.

Damit wird das Obergericht über

entscheiden.

Im Prozess hatte Staatsanwältin Barbara Loppacher bereits eine lebenslange Verwahrung des Täters gefordert. Eine Voraussetzung dafür ist, dass zwei Gutachter dem Täter eine Untherapierbarkeit attestieren. Doch die aufgebotenen Psychiater gaben beide an, er sei sehr wohl therapierbar. In ihrem Plädoyer versuchte Loppacher, die Gutachter zu umgehen, indem sie deren Widersprüche aufzeigte und eine eigene Diagnose formulierte.

Das schriftliche Urteil zeigt nun, dass die Staatsanwältin mehr Erfolg hatte als bisher bekannt war. Sie schaffte es immerhin, eine Minderheit des fünfköpfigen Gerichts «vollumfänglich» zu überzeugen. Die unterlegenen Bezirksrichter verweisen im Kapitel, in dem sie ihre Minderheitsmeinung darlegen, auf die Botschaft des Bundesrats von 2005 zur Umsetzung der Verwahrungsinitiative und schreiben: «Der erklärte Wille des Gesetzgebers war es, dass auch psychisch gesunde bzw. nicht gestörte Täter verwahrt werden können, wenn die übrigen Voraussetzungen gegeben sind.»

Sie sagte, der Täter habe keine psychische Störung, folglich sei er nicht therapierbar und könne lebenslänglich verwahrt werden. Für diesen juristischen Kniff wurde sie von Rechtsexpertinnen kritisiert und sie unterlag damit vor Gericht. Es ordnete lediglich eine ordentliche Verwahrung an.

(aeg/az)

Staatsanwältin Loppacher zum Urteil von Rupperswil

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rumbel the Sumbel 22.10.2018 16:36
    Highlight Highlight Weiter fordert die Staatsanwaltschaft, dass Thomas N. lebenslang verboten wird, beruflich oder ausserberuflich mit Minderjährigen in Kontakt zu kommen..... Für was muss sowas noch Fordern, wenn er lebenslånglich verwahrt wird! Oder ist man doch nicht so sicher! Gnade Gott dass dem nicht so sein wird.
  • EhrenBratan. Hääää! 22.10.2018 14:08
    Highlight Highlight Dieses Individuum hat, meiner Ansicht nach, jegliches Recht auf Freiheit verloren! Therapierbar oder nicht!
  • rodolofo 22.10.2018 14:06
    Highlight Highlight Nach einer solchen unvorstellbar grausamen und abscheulichen Tat käme der Täter mit einer lebenslangen Verwahrung noch sehr gut weg!
    Alles Andere wäre eine Verhöhnung der Angehörigen dieser auf bestialische Weise umgebrachten Familie.
    Ich halte die Strafefür genau angemessen!
    Der Täter kann nicht flüchten in den Tod und muss sich endlos erscheinende Jahre immer und immer wieder mit dem befassen, was er da getan hat und wohl auch erinnert.
    Seine gerechte Strafe besteht in den Erinnerungen, die er in sich trägt und in der einsamen Ödnis eines Gefängnisses, das ihn bis zum Tod umgeben soll.
    • Imnon 22.10.2018 17:20
      Highlight Highlight Andere Täter in den USA und sonstwo, die wegen ähnlicher Taten sitzen, erzählen, dass die Erinnerungen an ihre Taten das Grösste für sie seien. Dass sie sie Tag für Tag geniessen und sich daran ergötzen. Sie bis ins kleinste Detail immer wieder in Gedanken wiederholen und auskosten.
      Solche Erinnerungen sind für diese gestörten Menschen keine Strafe sondern ein geiler Hochgenuss.
    • Imnon 22.10.2018 17:57
      Highlight Highlight Das zeigt jetzt, wie blöd das Herz-Blitz-System hier ist. Ich bin ziemlich sicher, dass die Leute meinen Kommentar blitzen, weil sie die Tatsache Mist finden. Mit dem Blitz-System wird sozusagen der Botschafter bestraft anstatt der Inhalt der Botschaft sanktioniert.
      Echt blöd.
    • rodolofo 22.10.2018 18:14
      Highlight Highlight @ Imnon
      Das könnte sein.
      Aber da die zwei Psychiater eine Therapierbarkeit diagnostizierten, dürfte er auch über normale menschliche Anteile verfügen, die aber von etwas Monströsem überlagert und zerquetscht werden.
      Wenn das Monströse mit unterdrückten Gefühlen zu tun hat, dann erlebt er innerlich Höllenqualen und würde gerne eine Abkürzung in den Tod nehmen.
      Das kann ich Dir versichern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Judge Dredd 22.10.2018 13:59
    Highlight Highlight Das lag eigentlich auf der Hand. Geht die Staatsanwaltschaft nicht ebenfalls in Berufung, kann die nächste Instanz das Strafmass nur nach unten korrigieren. Das heisst, der Beschuldigte könnte vor dem Obergericht nur "gewinnen". In der Folge würde er, wenn das Urteil bestätigt werden würde, natürlich bis vor die letzte Instanz gehen eigentlich ohne Risiko einer höheren Bestrafung. Er wäre dann ja quasi dumm, wenn er das nicht tun würde. So besteht zumindest noch eine minime Gefahr für ihn, dass er härter bestraft wird.
    • satyros 22.10.2018 15:54
      Highlight Highlight Er kann gar nicht härter bestraft werden als durch die erste Instanz. Er erhielt mit der lebenslänglichen Freiheitsstrafe die Höchststrafe gemäss StGB. Diese ist sogar in Rechtskraft erwachsen, da die Verteidigung ihre Berufung auf den Massnahmenpunkt beschränkte.
    • Judge Dredd 22.10.2018 16:41
      Highlight Highlight Ja, satyros, natürlich ist die Massnahme keine Strafe, da hast du absolut recht. Das sollte man natürlich nicht vermischen.

      Ich habe versucht zu erklären, wieso ich mir vorstellen kann, dass durch die Staatsanwaltschaft an der lebenslangen Verwahrung festgehalten wird. Auch wenn wir hier von einer Massnahme und nicht von der eigentlichen Strafe sprechen, schlussendlich ist es ein Freiheitsentzug.
  • p4trick 22.10.2018 13:53
    Highlight Highlight Ein Psychiater der sagt jemand ist nicht therapierbar gibt quasi sein Job auf. Darum sind ja diese Gutachten eigentlich ein Witz und darum wird auch nie jemand verwart. Toll
    • H. L. 22.10.2018 15:40
      Highlight Highlight Nicht die Gutachten, sondern die sogenannte lebenslange Verwahrung respektive ihre Bedingungen sind ein Witz.
    • Garp 22.10.2018 16:33
      Highlight Highlight Es gibt ganz viele die verwahrt werden, wenn auch nicht mit dem Urteilsspruch lebenslang. Die meisten Verwahrten kommen aber so oder so nie mehr raus. Viele verstehen das nicht, die wollen sofort ihre Gefühle der Genugtuung befriedigt haben.
    • Garp 22.10.2018 16:44
      Highlight Highlight Nein, es hat damit zu tun, dass Psychiater keine Propheten sind, zu denen mancher sie machen will. Und es hat mit unseren Gesetzen zu tun, dass sollte jemand resozialisierbar sein, wenn auch in ferner Zukunft, er diese Chance erhalten soll. Wir haben keine Rachejustiz. Ich denke nicht, dass er nochmal frei kommt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 22.10.2018 13:44
    Highlight Highlight Wenn die Staatsanwaltschaft ernsthaft auf eine lebenslange Verwahrung hätte hinwirken wollen, hätte sie versuchen müssen, die Gutachten anzugreifen und durch neue zu ersetzen.

    Dieser aussichtslose Antrag jetzt richtet sich doch nur an Stammtisch und Boulevardzeitungen.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 22.10.2018 14:21
      Highlight Highlight Kann mir vorstellen, dass es eben genau nicht so einfach ist zwei anerkannte Gutachter die unabhängig voneinander zum gleichen Resultat kommen, anzugreifen und unglaubwürdig zu machen. Ich halte die gewählte Strategie deshalb für erfolgsversprechender... "my two cents"
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 22.10.2018 15:52
      Highlight Highlight @FIGUGEGL

      Die Rolle des Staatsanwaltes ist grundsätzlich eine neutrale, dem Recht dienende. Mit der Beobachtung, dass die Staatsanwaltschaft hier nichts unversucht lässt, bin ich aber einverstanden. Was sagt das aus?
    • H. L. 22.10.2018 15:56
      Highlight Highlight @ FIGUGEGL: Dass die lebenslängliche Verwahrung spätestens vom Bundesgericht aufgehoben würde, ist sonnenklar. Es geht der Staatsanwaltschaft also vor allem um das Tätigkeitsverbot; die Forderung nach der lebenslänglichen Verwahrung ist reiner Populismus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerSimu 22.10.2018 13:38
    Highlight Highlight "Zudem solle ihm verboten werden, beruflich oder ausserberuflich mit Minderjährigen zu tun zu haben."

    Moment.. das wurde ihm bisher noch nicht offiziell verboten?! WTF?! 🤨
    • CDBS 22.10.2018 17:10
      Highlight Highlight Ist dich irgendwie auch völlig egal, gibt im Vollzug ja kaum einen Kinderhort, in dem er abeiten wird.

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