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Ostschweizer Pyro-Werfer kann mit tieferer Strafe rechnen



ARCHIVBILD ZUR URTEILSEROEFFNUNG GEGEN OSTSCHWEIZER PYRO-WERFER --- Fans von St .Gallen zuenden Pyros am Super League Fussballspiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Basel am Sonntag, 4. Mai 2014, in der AFG Arena in St. Gallen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Fans des FC St. Gallen teilweise gutgeheissen, der während eines Spiels im Luzerner Fussballstadion Pyros auf das Spielfeld warf. Das Bundesstrafgericht muss die Höhe der Strafe neu beurteilen.

Das Bundesgericht führt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil aus, die Vorinstanz habe das zumindest teilweise vorhandene Unrechtsbewusstsein des heute 26-Jährigen ausser Acht gelassen. Zudem habe das Bundesstrafgericht das subjektive Verschulden des Verurteilten in einem Punkt falsch gewichtet.

Beides hat Einfluss auf die Strafzumessung, weshalb der Fussball-Fan mit einer tieferen Strafe rechnen kann. Das Bundesstrafgericht verurteilte ihn im August 2017 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten - die Hälfte davon sollte er absitzen. Zudem sprach das Gericht eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 50 Franken und eine Busse von 700 Franken aus.

Das Bundesgericht befand den jungen Mann schuldig der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, der schweren Körperverletzung zum Nachteil eines Zuschauers, der mehrfachen Sachbeschädigung und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz.

Der Verurteilte hatte im Februar 2016 zwei sogenannte Rauchtöpfe auf das Spielfeld geworfen, die einen beissenden, schwarzen Rauch entwickeln. Danach warf er einen sogenannten Kreiselblitz auf das Feld, der nicht detonierte. Der zweite Kreiselblitz zündete hingegen, was bei einem Zuschauer zu einem irreversiblen Hörschaden führte.

Keine Bewilligung nötig

Bei diesem zweiten Pyro-Wurf erachtete das Bundesstrafgericht das subjektive Verschulden höher als beim ersten Wurf. Das ist gemäss Bundesgericht jedoch nicht nachvollziehbar, weil die Ausgangslage bei beiden Würfen die gleiche war.

Beim Fussball-Fan zu Hause fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung zudem rund 100 Kilogramm pyrotechnischer Gegenstände. Die diesbezügliche Verurteilung wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz hat das Bundesgericht aufgehoben, weil der Besitz nicht bewilligungspflichtig ist. Etwas anderes hatte die Bundesanwaltschaft dem Mann in der Anklage nicht vorgeworfen. (Urteile 6B_1248/20117 und 6B_1278/2017 vom 21.02.2019) (aeg/sda)

Vier Jahre Knast für Ostschweizer Pyro-Werfer gefordert

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 13.03.2019 21:30
    Highlight Highlight Ein solch rücksichtsloser 🤦‍♂️ gehört für viele Jahre hinter Gitter. Aber nein, unsere Richter reduzieren das zu tiefe Strafmass. 🤦‍♀️🤦‍♂️
    Das Opfer darf die Folgen lebenslang tragen!!!
    Und dann wundert es nicht, dass irgendwann Mindeststrafen ohne richterliche Beurteilung der Verhältnismässigkeit in Gesetzen stehen werden. Anders geht es nicht.
  • Astrogator 13.03.2019 13:38
    Highlight Highlight Auch eine mildere Strafe ändert nichts daran, dass er einen Eintrag im Strafregister hat. Viel Spass beim Versuch mal nach Australien oder in die USA zu reisen...
    Finde ich gut und angemessen.
  • Elpampa 13.03.2019 12:42
    Highlight Highlight Ein gutachten der suva hat klar gesagt, dass der hörschaden nicht vom böller kommt bzw schon vorher vorhanden war. So sehr ich diese Tat verabscheue, müsste meiner Meinung nach dies schon berücksichtigt werden. Vor allem weil zig Personen (u.a. Zibung) viel näher am „explosionsort“ waren.

In St.Gallen sind Burkas seit 7 Wochen verboten – die Polizei hat noch keine gesehen 🤷

Seit Anfang Jahr gilt im Kanton St.Gallen ein Verhüllungsverbot. Doch das Gesetz scheint hauptsächlich von symbolischem Wert. Es wurde noch kein einziges Mal angewandt – weil die Polizei noch keine vermummte Person angetroffen hat.

66,7 Prozent der Stimmbürger im Kanton St.Gallen stimmten am 23. September 2018 für ein Verhüllungsverbot – als zweiter Kanton nach dem Tessin.

Seit dem 1. Januar 2019 ist das neue Gesetz in Kraft. Seither ist es verboten, «sich im öffentlichen Raum und an öffentlich zugänglichen Orten durch Verhüllung des Gesichts unkenntlich zu machen». Das Verbot greift allerdings nur, wenn «dadurch die öffentliche Sicherheit oder der religiöse oder gesellschaftliche Frieden bedroht oder gefährdet» wird.

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