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«Urteil ist eine Katastrophe»: Vater verliert Tochter wegen Höchstem Gericht

KESB-Gegner Sepsook «Sepp» Imhof kämpfte bis vor Bundesgericht um seine Tochter. Doch dieses erteilt ihm eine Abfuhr. 

andreas maurer / nordwestschweiz



Sepsook «Sepp» Imhof (49) reiste von Lostorf nach Lausanne in der Hoffnung, dass das Bundesgericht die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) massregeln würde. Er erwartete einen Grundsatzentscheid, da das Bundesgericht eine seiner seltenen öffentlichen Beratungen einberufen hatte. Der Grund für diese Sitzung war, dass die Richter nicht wie üblich in einem schriftlichen Verfahren Einstimmigkeit gefunden hatten. Die Parteien wussten im Voraus aber nicht, welche Punkte umstritten sein werden.

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Sepp Imhof verliert vor Bundesgericht den Kampf gegen die KESB. Bild: Chris Iseli/AZ

Für Imhof wird die Sitzung zur Enttäuschung. Die Bundesrichter führen zwar eine ungewöhnlich emotionale Debatte. Aber nicht zu der Frage, wegen der Imhof nach Lausanne gereist ist. Sie sind sich einig, dass die KESB Olten-Gösgen alles richtig gemacht habe. Diese entzog Imhof das Aufenthaltsbestimmungsrecht über seine Tochter Laura* (16), nachdem sich diese geweigert hatte, zurück zu ihm zu ziehen. Sie wollte beim neuen Partner der verstorbenen Mutter bleiben. Als sich Imhof mit diesem nicht einig wurde, eröffnete die KESB ein Verfahren und entzog dem leiblichen Vater die Rechte über seine Tochter. Er musste fortan für sie zahlen, hatte aber nichts mehr zu sagen.

Der referierende Richter Felix Schöbi (BDP) hält fest: «15-Jährige können nicht in Eigenregie entscheiden, welchen Umgang sie mit ihren Eltern pflegen. Die KESB darf aber den Willen von Laura berücksichtigen und diesem ein grosses Gewicht beimessen.» Auf die Frage, ob die KESB zuerst alle Möglichkeiten für eine einvernehmliche Lösung hätte ausschöpfen sollen, ging er gar nicht erst ein.

Ein Richter will Transparenz

Schöbi ist ein Experte auf dem Gebiet. Vor seiner Wahl zum Bundesrichter machte er Karriere beim Bundesamt für Justiz, wo er als Chefbeamter unter dem damaligen Justizminister Christoph Blocher (SVP) die KESB-Gesetzgebung mitgeprägt hatte. Als Richter verteidigt er diese nun mit Leidenschaft.

Doch in einem Punkt ist Schöbi anderer Meinung als seine Kollegen. Er findet es falsch, dass das Solothurner Verwaltungsgericht als vorangehende und erste Instanz eine öffentliche Verhandlung zum Fall abgelehnt hat. Dadurch wurde nicht nur das Publikum ausgeschlossen. Imhof hatte so auch nicht die Möglichkeit, sein Anliegen in Solothurn vor dem gesamten Gericht erklären zu können. Er durfte nur mit einem Instruktionsrichter sprechen.

Kabinettsjustiz befürchtet

Normalerweise verändern Schweizer Bundesrichter ihre Tonlage nicht, wenn sie sich streiten. Doch Schöbi redet sich in Rage. Denn er sieht nichts weniger als die Kontrolle der Demokratie in Gefahr. Er betont, dass das Prinzip der Justizöffentlichkeit in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert sei. Schöbi sagt: «Die KESB steht stark in der Kritik. Dieser kann nur dadurch begegnet werden, wenn Gerichte die KESB-Entscheide in aller Öffentlichkeit verhandeln.»

Das Solothurner Verwaltungsgericht hatte sein Urteil im stillen Kämmerlein ausgearbeitet, um die Privatsphäre der Tochter zu schützen. Aus Schöbis Sicht hätte die Vorinstanz dieses Anliegen auch auf eine andere Weise berücksichtigen können. So hätte sie die Öffentlichkeit nur während der Anhörung der Tochter ausschliessen können.

Schöbi wird nach Imhof zum zweiten Verlierer des Tages: Sein Antrag wird von den vier anderen Richtern abgelehnt. Schöbi erzielt aber einen Teilsieg: Er kann seine Kollegen davon überzeugen, dass KESB-Entscheide grundsätzlich öffentlich zu verhandeln seien und nur ausnahmsweise – wie im aktuellen Fall – anders vorgegangen werden könne. Nicolas von Werdt (SVP), Präsident der zweiten zivilrechtlichen Abteilung, argumentierte anfangs, sämtliche familienrechtlichen Angelegenheiten sollten unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden. Doch dies kann Schöbi mit seinem Plädoyer verhindern

Nach der Urteilsverkündigung schreitet Imhof ratlos vor dem Gerichtsgebäude auf und ab. Er versucht, den erlebten Staatskundeunterricht zu verstehen. «Für mich als Vater ist das Urteil eine Katastrophe», sagt er. Am liebsten würde er es vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg anfechten: «Doch dafür fehlen mir die finanziellen Mittel.»

Selbst bei einem Sieg in Strassburg wäre sein Kampf allerdings nicht gewonnen. Chancen hat er einzig bei der verweigerten Justizöffentlichkeit. Sollte er damit durchkommen, müssten die Solothurner eine neue Verhandlung ansetzen. Sie könnten aber nochmals gleich entscheiden. Laura wäre dann längst erwachsen.

*Der Name der Tochter ist geändert.

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    Alle Leser-Kommentare
  • B-Arche 11.07.2018 14:59
    Highlight Highlight "und entzog dem leiblichen Vater die Rechte über seine Tochter. Er musste fortan für sie zahlen, hatte aber nichts mehr zu sagen."

    Mir ist unbegreiflich warum so etwas überhaupt rechtlich möglich ist. Wenn man sein eigenes Kind nicht mehr erziehen und begleiten darf - ist das Familienförderung? Soll doch der neue Liebhaber der Mutter blechen.
    Aber so sind leider manche Frauen - weg mit dem Vater, auf zu neuem Spass aber finanzieren soll das weiterhin der Papa - ohne Rechte. Und die Justiz spielt immer noch mit. In Frankreich gibt es keinen Unterhalt ohne Mitbestimmung.
  • Hardy18 11.07.2018 09:34
    Highlight Highlight Ich möchte einmal was positives von der KESP lesen. Was ist das bloss für ein Verein, dass die über "Leben und Tot" endscheiden dürfen?
    Seid wann hat eine 15Jahrige nichts zu sagen? Seid wann wird dem leiblichen Vater alles entzogen? (Ich schliesse Straftäter aus) Wer erteilt denen das Recht über alles und auch über der Vernunft zu entscheiden?
    Man geht mehr oder weniger mit den Verdingkindern um das diesen damals zu Unrecht was angetan wurde und entschuldigt sich... und jetzt passiert das in der heutigen Zeit genauso nur das keine Bauern und Psychiater in der Nähe sind.
    • Gar Manarnar 11.07.2018 11:15
      Highlight Highlight Die kesb ist kein Verein, sondern eine Behörde (ergibt sich aus dem Namen...).

      Und die Tochter hat etwas zu sagen, genau drum wurde ihr Wille beachtet und dem Vater das Recht entzogen, GEGEN ihren Willen entscheiden zu können, dass sie sich bei ihm aufhalten muss. Hätte man dem Vater Recht gegeben, DANN hätte die Tochter nichts zu sagen. Gibt nur ein entweder und nicht beides.
    • Tikvaw 11.07.2018 11:33
      Highlight Highlight Die 15 Jährige Tochter hatte ja was zu sagen. Nämlich, dass sie nicht mit ihrem biologischen Vater zusammen leben will. Das hat die Behörde und das Gericht in ihrer Entscheidung miteinbezogen.
    • Baruuch 11.07.2018 11:56
      Highlight Highlight KESB, das heisst KESB. Mit B wie Behörde. Und wenn wir schon dabei sind: https://www.seidseit.de (Rest lasse ich mal)

      Und gut aufpassen: Die Kesb hat etwas entschieden, der Vater hat den Entscheid angefochten und nun hat das Bundesgericht entschieden. Das Bundesgericht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Medea 11.07.2018 09:25
    Highlight Highlight Die Tochter ist jetzt 15 und hat noch ihr ganzes Leben vor sich. Was sind schon die paar Jahre, die der Vater zahlt? Sie können sich immer noch in ein paar Jahren aussöhnen und eine Beziehung aufbauen. Es ist doch sein Fleisch und Blut. Dass er gegen den Willen der Tochter bis ans oberste Gericht geht, zeigt ja auch viel auf.
    • Göschene-Eirolo 11.07.2018 15:00
      Highlight Highlight Zeigt aber auch, dass er ziemlich uneinsichtig ist, sonst würde er die Wünsche seiner Tochter respektieren.
  • Gähn on the rocks 11.07.2018 09:22
    Highlight Highlight auch hier gibt es mal wieder kein richtig und falsch.
    aber, sobald man drittpersonen braucht, die lösungen für das eigene ‚problem‘ suchen müssen, kann es nur verlierer geben.
    die arme tochter, der arme vater. krass.
  • äti 11.07.2018 09:15
    Highlight Highlight Es ist immer ein grosser Vorteil wenn man sich 'einvernehmlich' einigen kann. Auch wenn die Lösungsfindung unangenehm und schwierig ist. Sie ist immer besser. Für alle. Immer.
  • Nordurljos 11.07.2018 09:13
    Highlight Highlight Ich finde es vom Vater eine Schande, so über den Kopf seiner eigenen Tochter hinweg bestimmen zu wollen. Für 15 Jahre hatte er genug Zeit eine Bindung zu ihr aufzubauen, was aber anscheinend nicht geklappt hat. Dies nun via Gericht zu erzwingen versuchen ist unterste Schublade. Kommt noch dazu das das Kind vor kurzem seine Mutter verlohren hat. Nun muss sie sich noch vor Gericht zeigen was eine zusätzliche Belastung ist.
    • Husar 11.07.2018 16:56
      Highlight Highlight Das die Bindung zur Tochter nicht geklappt hat, kann auch an der Mutter gelegen haben.
      Die Rechtssprechung gestattet es, jeder geschiedenen Mutter das Besuchs- und Kontaktrecht des geschiedenen Vaters restlos zu sabotieren.
  • Hans Jürg 11.07.2018 08:42
    Highlight Highlight Die Tochter ist 16 und will nicht beim Vater leben. Denkt denn der Vater, sie würde ihn wieder mehr lieben, wenn er sie zwingt mit ihm zusammen zu leben?
  • Gar Manarnar 11.07.2018 08:38
    Highlight Highlight Sehe die Kontroverse nicht. Das Mädchen ist 16 und will nicht beim Vater wohnen. Soll man sie wirklich zwingen, nur weil er es will?

    Würde man das tun, würde sie wahrscheinlich spätestens in 2 Jahren/mit 18 dann halt ausziehen.

    Liest sich zudem wie ne Blick-typische sob-story, um gegen die kesb zu wettern.
    • satyros 11.07.2018 15:10
      Highlight Highlight Kommt noch dazu, dass sie mit ihrer 21-jöhrigen Schwester und ihrem Stiefvater zusammen lebt. Diese Beziehungen sollte man nach dem Tod ihrer Mutter nicht ohne Not auseinander reissen.
  • Masche 11.07.2018 08:38
    Highlight Highlight Nüchtern betrachtet hat das Bundesgericht völlig richtig entschieden, da die Kesb nur das Kindes- und Erwachsenenschutzgesetz (Kesg) buchstabengetreu umgesetzt hat, was man ja von einer solchen Behörde erwarten sollte. Wenn man etwas ändern möchte, müsste man das Kesg ändern und nicht gegen die Kesb prozessieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass vor allem von Seiten der SVP gegen die Kesb gewettert wird, das Kesg jedoch unter der Regie von Altbundesrat Blocher (SVP), eingeführt wurde. Die SVP ist doch sonst immer für die strikte Umsetzung ihrer Initiativen.
  • Husar 11.07.2018 08:33
    Highlight Highlight Das Urteil steht ganz im Zeichen unserer Zeit voller Misandrie. Einmal mehr wird der Mann degradiert. Als Vater hat er keine Rechte zu haben, sondern immer nur brav zu zahlen und zu schweigen.
    • nödganz.klar #161 11.07.2018 12:51
      Highlight Highlight Passt auf, Männertränenflutwelle im Anmarsch!

      🤷🏾‍♀️
  • Janis Joplin 11.07.2018 08:23
    Highlight Highlight Post scriptum: Es wird hier nur beschrieben was der Vater will und sein Gejammer, dass er zahlen muss. Aber es ist rechtens. Bis zur Volljährigkeit oder bis zur ersten abgeschlossenen Ausbildung.
  • elk 11.07.2018 08:22
    Highlight Highlight Die Tochter musste trotz ihrer erst 16 Jahre viel durchmachen. Zuerst die Scheidung und kurz darauf der Tod der Mutter. Diese Erfahrungen lassen eine Jugendliche in Persönlichkeit reifen und dem wurde bei diesem Urteil Rechnung getragen, weil ihre Entscheidung berücksichtigt wird. Ich finde es sehr mutig und hoffe, dass sie nun zur Ruhe kommt und ihren Verlust betrauern kann. Dass der Vater sie durch alle Instanzen schleppt, um sie zu zwingen zu ihm zu ziehen, wo sie sowieso bald volljährig ist und wieder ausziehen könnte, lässt den Vater nicht gut dastehen.
  • Göschene-Eirolo 11.07.2018 08:21
    Highlight Highlight Mit 16 Abstimmen und Autofahren? Aber nicht selbst entscheiden, bei wem man leben möchte? Das Bundesgericht hat absolut richtig entschieden und hat diese junge Frau - das ist sie nämlich - ernst genommen. Ein Vater und auch eine Mutter - sind nun mal alleine verantwortlich für ihr Kind, auch wenn es um finanzielle Unterstützung geht. Man kann sich nicht aus der Verantwortung schleichen, nur weil die Tochter beim Stieffreund oder woanders lebt.
  • Janis Joplin 11.07.2018 08:19
    Highlight Highlight Das Kind, welches in zwei Jahren auch gesetzlich keines mehr ist, will nicht zum Vater - dafür wird es triftige Gründe haben, warum dann ums Verrecken vor Gericht das Gegenteil durchmurksen wollen?
    • Gar Manarnar 11.07.2018 11:18
      Highlight Highlight Hauptsache man hat eine emotionale Story, um gegen die kesb zu hetzen.

      Dass eine bald Erwachsene gegen ihren Willen gezwungen werden soll, zum Vater zu ziehen wird hier mMn zu wenig hervorgehoben.
  • Alterssturheit 11.07.2018 08:19
    Highlight Highlight Grundsätzlich finde ich es richtig, wenn 16-jährige selbstständig entscheiden dürfen. Es fragt sich hier halt auch, wie weit diese junge Frau evtl. durch die ältere Schwester (die seit langem keinen Kontakt zum Vater pflegt) sie beeinflusst hat ? Im Weiteren ist es auch unschön, wenn ich als Vater nichts mehr zu sagen habe, aber weiterhin diverse Rechnungen bezahlen darf...
    • Göschene-Eirolo 11.07.2018 14:58
      Highlight Highlight Ein Gericht entscheidet nicht aufgrund von Vermutungen, sondern aufgrund von Fakten.
    • Feuerwanze 12.07.2018 10:42
      Highlight Highlight Und die Fakten, die kennen wir Leser nun halt mal nicht.
  • Ohniznachtisbett 11.07.2018 08:10
    Highlight Highlight Interessant ist die Schlagzeile. Er verliert doch die Tochter nicht wegen dem Bundesgericht. Die hat er, warum auch immer, schon vor Jahren verloren. Ich finde auch, dass eine 15-jährige durchaus selber entscheiden kann, bei wem sie leben will. Konsequenterweise, soll er dann aber auch nicht bezahlen müssen.
  • So en Ueli 11.07.2018 08:09
    Highlight Highlight Geil, für eine Tochter Alimente zahlen, weil sie nicht bei ihm wohnen darf?!? Well played. Wenn dem so ist, dann wäre dies richtig skandalös. Wenn die Tochter nicht beim leiblichen Vater leben möchte, dann müsste der Vater von der Zahlungspflicht ausgenommen werden. Das wäre fair.
    • lucasm 11.07.2018 11:16
      Highlight Highlight Sie WILL nicht bei ihm wohnen, sie dürfte selbstverständlich bei ihm wohnen.
    • who cares? 11.07.2018 11:51
      Highlight Highlight Das heisst im Umkehrschluss, wenn man für das eigene Kind nicht aufkommen will, eckelt man es einfach raus. Supi!
  • DanielaK 11.07.2018 08:06
    Highlight Highlight Es tut mir für den Vater grundsätzlich leid, aber ich kann die Tochter auch verstehen. Angenommen das Verhältnis zum Vater ist tatsächlich schwierig ( was es für den Vater auch nicht einfacher machen würde), die Wohngemeinschaft jetzt funktioniert aber sehr gut, dann wäre ich auch nicht bereit daran was zu ändern. Ich bezweifle, dass die Tochter aus einer Laune heraus dabei bleibt. Mit 15 kommt sie vermutlich aus der Schule und beginnt einen neuen Lebensabschnitt, die Mama ist auch erst gerade gestorben. Wenn sie sich da Konstanz wünscht , kann ich das verstehen. Er könnte auch so Vater sein.
  • Bruno Wüthrich 11.07.2018 08:06
    Highlight Highlight Der Artikel macht uns weis, dass das Höchste Gericht schuld daran ist, dass der Vater nicht über den Aufenthaltsort seiner Tochter bestimmen darf. Bereits der Titel deutet darauf hin, der Artikel selbst scheint dies zu bestätigen.

    Ich frage mich bei solchen Artikeln jeweils, weshalb diese denn überhaupt geschrieben werden, wenn nicht über die tatsächlichen Gründe informiert wird. Ein Gericht ist nämlich höchst selten "der Grund", ausser es urteilt in höchstem Masse willkürlich. Normalerweise hat ein Gericht eine Situation zu klären und danach gemäss Gesetz zu urteilen.
  • winglet55 11.07.2018 08:04
    Highlight Highlight Mich dünkt, das ein Vater, der den Willen seines (beinahe erwachsenen) Kindes missachtet und es vor Bundesgericht zerrt, eine Katastophe für das Kind ist.
    • Ueli der Knecht 11.07.2018 15:34
      Highlight Highlight Der Vater hat nicht die Tochter vor Gericht gezerrt, sondern die KESB.
    • winglet55 11.07.2018 16:20
      Highlight Highlight Stimmt nicht ganz, vielleicht hilft verstehen beim lesen weiter.
    • Ueli der Knecht 11.07.2018 20:42
      Highlight Highlight Genau, winglet55, du sagst es!

      Ich habe gelesen (und im Gegensatz zu dir verstanden):

      "Imhof reiste nach Lausanne in der Hoffnung, dass das Bundesgericht die KESB massregeln würde."

      oder

      «Die KESB steht stark in der Kritik. Dieser kann nur dadurch begegnet werden, wenn Gerichte die KESB-Entscheide in aller Öffentlichkeit verhandeln.»

      Es ging also um eine Beschwerde gegen einen KESB-Entscheid. Die Tochter ist und war nicht Partei in diesem Verfahren.

      Stimmt schon, "vielleicht hilft V͇erstehen beim L͇esen weiter."
      https://de.wikipedia.org/wiki/Lesekompetenz
    Weitere Antworten anzeigen
  • who cares? 11.07.2018 07:40
    Highlight Highlight Ich finde den Titel "Vater verliert Tochter wegen Höchstem Gericht" irgendwie unpassen und tönt nach einem Kesb-Empörartikel. Ich glaube, wenn sie nicht bei ihm wohnen will, hat er sie schon lange verloren. Das hätte auch ein Gerichtsurteil zu seinen Gunsten nicht geändert. Liebe und Respekt kann man nicht durch Gerichtsurteile erzwingen. So drückt er ihr einfach noch einen rein, nachdem der Tod der Mutter ihr wahrscheinlich schon genug an die Substanz gegangen ist.
  • Dubio 11.07.2018 07:40
    Highlight Highlight Ich seh das Problem dieses Herrn ehrlich gesagt nicht so recht. Soll das tatsächlich die bessere Lösung sein, dass die Tochter aus ihrem gewohnten und nach ihren eigenen Aussagen am Gericht für gut befundenen Umfeld herausgerissen wird und zu ihrem leiblichen Vater "versetzt" wird? Möchte mal den Aufschrei hören, wenn die KESB sowas durchboxen würde.

    Ausserdem hat der Vater wohl immernoch das Besuchsrecht und kann seine Tochter sehen, wie zu Zeiten als die Ex Frau noch lebte.

    Und dass man als biologischer Vater Kindesunterhalt mehr oder weniger bedingungslos bezahlen muss ist auch gut so.
    • Herr J. 11.07.2018 11:01
      Highlight Highlight Kindsunterhalt zahlen ist gut und recht, normalerweise. Aber wenn der Vater nur noch zahlt und nichts mehr zu sagen hat, ist es ein Hohn. Dann soll der Stiefvater auch die Pflichten (also den finanziellen Unterhalt) übernehmen.
    • Gar Manarnar 11.07.2018 11:22
      Highlight Highlight Herr J: Wieso? Nur weil der Vater für sein Kind aufkommen muss, muss ein Kind auch bei ihm wohnen bzw. muss er das sagen haben? Das ist eine 16 Jährige und kein Kleinkind mehr. Und erst recht keine Sache die ihm gehört, weil er "dafür bezahlt" hat.
    • wintergrün 11.07.2018 11:23
      Highlight Highlight @Herr J.
      Der Kindesunterhalt ist aus gutem Grunde nicht davon abhängig dass Väter machen können was sie wollen.
      In erster Linie geht es um das Wohl des Kindes.
  • chnobli1896 11.07.2018 07:30
    Highlight Highlight Ist schwierig hier etwas zu beurteilen ohne die Gründe zu kennen. Aber wenn der Vater nichts verbockt hat, dann finde ich es unterste Schublade das er für seine Tochter, die nicht bei ihm Leben will, noch zahlen muss.
    • Anam.Cara 11.07.2018 16:50
      Highlight Highlight chnobli1896: würde die Mutter noch leben, würde sich niemand über die Unterhaltszahlungen aufregen. Jetzt hat hat der neue Freund der Mutter deren Rolle für die beiden Töchter übernommen.
      Und wahrscheinlich auch die schwere Aufgabe, den Verlust der Mutter und Freundin zusammen mit ihnen zu verarbeiten.
      Somit dürfte dieser Mann den beiden Töchtern westentlich näher stehen, als der leibliche Vater. Das heisst aber nicht, dass der leibliche Vater seine Unterhaltspflicht nicht mehr leisten muss.
  • Rednerpult Tester 11.07.2018 07:28
    Highlight Highlight Es ist das logische Urteil des Gerichtes. Selbst wenn die Kindsmutter noch leben würde wäre das Kind im Alter von 16 beschränkt handlungsfähig und könnte selbst entscheiden bei wem es wohnen möchte. Kinder sind kein Besitz sondetn Verpflichtung. Für Kindsväter leider meist mehr finanzielle Verpflichtung als für Kindsmutter. Das Kindsrecht und Wohl ist heutzutage die maxime im immer noch nachbelasteten und wehenden Verding Staat Schweiz.
  • Theor 11.07.2018 07:16
    Highlight Highlight Schade dass dieser Fall ohne Sachverstand zum Musterbeispiel der KESB-Behörden hochsterilisiert wird. Wenn die Medien Zugriff auf die Akten der KESB gehabt hätten, würde wohl mehr Sachverstand herrschen und nicht nur der arme Vater als Behördenopfer da stehen. Insofern hat Schöbi mit seiner Kritik absolut recht. Eine KESB darf sich nicht zu laufenden Fällen äussern, also kann die andere Partei die Medien aufhetzen und behaupten was sie will. Die öffentliche Meinung gegen die KESB geht weiter zu Grunde.
    • Herr J. 11.07.2018 11:04
      Highlight Highlight Hochsterilisiert, der Klassiker :-)

      Zum Inhalt: Das Problem sind in der Tat häufig Gerichte, die finden, sie seien Götter und das gemeine Fussvolk solle die Entscheide hinnehmen, aber ja nicht erfahren, wie sie zustande gekommen sind. Das ist eine sehr bedenkliche Sache, die Schöbi zurecht kritisiert.
    • Anam.Cara 11.07.2018 16:52
      Highlight Highlight Herr J: Es gibt einen Unterschied zwischen dem Bundesgericht und unserer Diskussion hier.
      Das Bundesgericht kannte alle dokumentierten Fakten. Wir nur einen Bruchteil davon.

      Ich traue den Richtern in der Schweiz schon zu, dass sie ihre Urteile anhand der geltenden Gesetze fällen.
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 11.07.2018 20:13
      Highlight Highlight Herr J, der Vater wird wissen warum.
      Urteilsbegründung kännsch?

      https://www.straf-prozess.ch/das-urteil
  • Dreiländereck 11.07.2018 07:00
    Highlight Highlight Die Tochter lebt zuvor bei ihrer verstorbenen Mutter und nicht beim Vater. Ich finde es richtig dass man den Willen eines Kindes in diesem Alter genügend berücksichtigt und so entscheidet, wenn nicht wichtige Gründe dagegen sprechen. Auch wenn es für den Vater schwer bist.
  • Calendula 11.07.2018 06:55
    Highlight Highlight Für mich ist das ist das Urteil verständlich: Ich nehme an, Laura hat ihre Freunde und ihren Lebensmittelpunkt dort, wo sie mit ihrer Mutter und deren Lebenspartner (und Halbgeschwistern?) bis zum Tod der Mutter (mehrere Jahre?) gelebt hat. Nun möchte der Vater, dass sie ihren Wohnort wechselt und für die nächsten 2 Jahre zu ihm zieht? Warum? Ich hoffe, aus Liebe, und nicht um die Alimente einzusparen und die Halbwaisenrente zu erhalten. Dass der Vater weiterhin Alimente bezahlen muss, wenn Laura nicht zu ihm zieht, ist für mich auch klar: Laura hat ein Zimmer, wird verpflegt und betreut.
    • Feuerwanze 12.07.2018 10:53
      Highlight Highlight Genau. Und wenn man den Wert der Betreuung in Franken ausdrücken könnte, leistet der ehemalige Lebenspartner der verstorbenen Mutter höchstwahrscheinlich auch den weitaus grösseren Beitrag als der leibliche Vater.
  • TheRabbit 11.07.2018 06:32
    Highlight Highlight Dieser Artikel ist extrem einseitig. Es wird nur die Seite des „Opfers“ gezeigt.
    Die Beziehung zum Vater war sicherlich bereits belastet, als die Mutter noch lebte. Zusätzlich wurde das Thema des Wohnortes nach dem Krebs-Tod sicherlich im Vorherein besprochen.
    Der Vater zerstört das Leben der Tochter mutwillig.
    Bei jeder Scheidung werden die Kinder gefragt, wo Sie leben möchten. http://n
    • wintergrün 11.07.2018 07:30
      Highlight Highlight Allerdings. Ich finde Eltern die alles kontrollieren mit ihrem Geld anstatt sich um eine gute Beziehung zu ihren Kindern zu bemühen ohnehin seltsam.
    • c_meier 11.07.2018 08:55
      Highlight Highlight 1.Bei der Berner Zeitung ist der Fall ausführlich beschrieben: https://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/der-sorgenvater/story/12844240 (nur mit Abo zugänglich)
      Kurzform: Vater und Mutter heiraten, Mutter bringt Sohn in die Ehe, dann 2 gemeinsame Töchter, schwierige Teenager-Zeit mit dem Sohn, usw.
      Dann Trennung, Streit um Töchter. Die ältere Tochter wendet sich vom Vater ab, die Jüngere (um die es im Fall geht) hält Kontakt zum Vater mit Besuchen usw.
      Mutter wohnt mit Töchtern und neuem Freund zusammen, stirbt dann an Krebs und nun mit 16 Jahren möchte sie nicht zum Vater ziehen müssen.
    • c_meier 11.07.2018 08:59
      Highlight Highlight 2. Zuerst war der Vater noch einverstanden, dass die Tochter beim Freund der Mutter wohnen bleibt, wollte dann aber Mitspracherecht im Alltag und Zugang zur Wohnung...
      Darauf kam es zum Streit und der Rechtsstreit begann...
    Weitere Antworten anzeigen
  • p4trick 11.07.2018 06:29
    Highlight Highlight Der Vater ist und bleibt nur der Erzeuger und Geldgeber. Die Mutter hat alle Rechte, der Vater Nur Pflichten. Dass die Rechte automatisch an den Liebhaber der Mutter gehen scheint auch logisch, denn der Vater hat ja sowieso keine Rechte.
    • Silas89 11.07.2018 07:32
      Highlight Highlight Die Mutter ist tot. Tote Menschen können nur bei Erbe bestimmen, sonst nichts.
    • dä dingsbums 11.07.2018 07:54
      Highlight Highlight Man kann auch den Fakt ignorieren, dass die Tochter nicht zum Vater will und einfach lästern.

    • lilas 11.07.2018 08:09
      Highlight Highlight Das klingt aber ziemlich frustriert!
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 11.07.2018 05:47
    Highlight Highlight Was mir in diesem Artikel fehlt. Weshalb will die Tochter nichts mehr mit ihrem Vater zu tun haben? Es wird nur darüber geschrieben was der Vater will.
    • Einstürzende_Altbauten * 11.07.2018 06:49
      Highlight Highlight Die Ansicht des Vaters ist öffentlich bzw. hat er öffentlich gemacht, die Anliegen des Kindes (Jugentliche) wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit erörtert. Ich kann mir vorstellen, dass dies der Grund dafür ist.
    • Raffaele Merminod 11.07.2018 07:11
      Highlight Highlight Das ist der springende Punkt. Die Tochter wendet sich nicht an die Press und die KESB darf aus Datenschutzgründen nichts erzählen.
      Der Vater dagegen kann eine riesen Kampagne aufziehen und behaupten was er will, weil ihm das von der "Gegenseite" nicht wiederlegt werden darf.
    • Bert der Geologe 11.07.2018 07:56
      Highlight Highlight @walsi: genau das zeigt das Dilemma auf. Um als Oeffentlichkeit über so einen Fall zu urteilen, müsste man die Hintergründe wissen. Diese wiederum sind persönlich und gehören damit nicht an die Oeffentlichkeit.
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  • giandalf the grey 11.07.2018 05:16
    Highlight Highlight Das Kind zu entziehen ist ja eine Sache, wenn die Tochter wo anderst sein will, nun gut. Aber dass der leibliche Vater weiter zahlen muss ist asozial! Wenn sich die Tocher gegen ihn entscheidet, kann sie doch nicht erwarten, dass er sie durchfüttert?
    • Buff Rogene 11.07.2018 05:51
      Highlight Highlight Schon logo, dass der Vater zahlen muss. Aber hey, dennoch: Da nimmt dir irgendson Typ (gut, immerhin hat der Typ vermutlich durch die Krankheit der Mutter ne ziemliche Bindung zur Tochter entwickelt) dein Kind, und du musst auch noch dafür zahlen.
      Nicht fair find ich das vom Typen: Wenn er ne Tochter will, soll er doch auch für sie aufkommen.
    • DerTaran 11.07.2018 06:09
      Highlight Highlight Doch, kann sie, für ihren Lebensunterhalt muss er so oder so aufkommen, das ist seine Pflicht als Vater. Keine Ironie, das meine ich tatsächlich so!
    • bebby 11.07.2018 06:23
      Highlight Highlight Solange er nicht noch für seine exfrau finanziell aufkommen muss, ist das halt so. Die Tochter gehört ja nicht dem Mann der Exfrau, sondern sich selbst. Bedenklich wäre, wenn der Exmann noch für die Exfrau aufkommen müsste, obwohl sie in einer neuen Beziehung lebt. Wenn der Vater Glück hat und sich etwas mehr Mühe gibt, bessert sich die Beziehung zur Tochter irgendwann, trotz Gang vors Gericht. Ich vermute, dass er die Energie besser in die Beziehung zur Tochter gesteckt hätte als ins Verfahren. Aber ich weiss ja auch nicht, was da alles passiert ist.
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Schimpftiraden und Buh-Rufe – Fragerunde mit Sommaruga läuft aus dem Ruder

Die Podiumsdiskussion mit prominenter Besetzung um die Selbstbestimmungsinitiative wurde zum Forum für wütende Beleidigungen und Gelächter über Sommaruga.

Die Diskussion dauert noch nicht einmal fünf Minuten, als Bundesrätin Simonetta Sommaruga trotz Mikrofon von lauten Buh-Rufen aus dem Publikum übertönt wird. Rund 400 interessierte Zuhörer haben sich im Zentrum Bärenmatte in Suhr eingefunden, als Notlösung haben die Veranstalter spontan zusätzliche Stühle im Foyer aufgestellt.

Die Besucher sind überwiegend männlich und weisslichen Hauptes. Die Arme verschränkt, die Mundwinkel unzufrieden nach unten geformt. Die Stimmung im Saal ist bereits …

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