Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
THEMENBILD ZU DEN BERATUNGEN UEBER GESETZGEBUNG BEIM BAU VON ZWEITWOHNUNGEN IM NATIONALRAT AN DER FRUEHLINSSESSION --- Parkplatz in Crans-Montana im Kanton Wallis, aufgenommen am 18. Maerz 2010. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Oft knapp bemessen und Anlass für rote Köpfe: Der Parkplatz. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Ein Basler Liegenschaftsbesitzer zieht für einen Parkplatz bis vor Bundesgericht

Ein Liegenschaftsbesitzer zog bis vors Bundesgericht, um seinen Parkplatz wiederzubekommen, jedoch ohne Erfolg.

Annika Bangerter / Schweiz am Wochenende



Ihre Gestalt ist grau, die Debatten über sie hitzig und emotional: Basels Parkplätze. Nun wurden sie auch abseits der Stadtgrenze diskutiert. Bis vor Bundesgericht zog ein Liegenschaftsbesitzer seine Klage gegen das Basler Bau- und Verkehrsdepartement. Der Grund? Die Verwaltung hat im Rahmen der Parkraumbewirtschaftung 2015 seinen privaten, zwanzig Meter langen Parkstreifen aufgehoben.

Die Geburtsstunde dieser exklusiven Parkfläche reicht in die 1950er-Jahre zurück. Damals gab der frühere Eigentümer einen zwei Meter breiten Landstreifen an die Allmend ab, um die Strasse vor seinem Haus verbreitern zu lassen.

Er selber hatte dies beantragt und den Ausbau bezahlt. Im Gegenzug durfte er für sich einen privaten Parkstreifen pinseln. Dafür gab es zwei Bedingungen: Der Liegenschaftsbesitzer musste für die Kosten selber aufkommen – und der private Parkplatz stand ihm nur solange zu, wie sich «die Verhältnisse nicht grundlegend» ändern würden. All das hat der damalige Regierungsrat 1958 festgehalten.

Ein schnelles Auto steht auf einem Parkplatz vor einem Restaurant am Samstag, 19. Mai 2007 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bis vor Bundesgericht zog ein Liegenschaftsbesitzer seine Klage gegen das Basler Bau- und Verkehrsdepartement. Er wollte seinen Parkplatz zurück. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Schreiben von 1950 hilft nicht

Nach dem Jahrtausendwechsel sieht die Basler Realität anders aus. Zumindest für die Regierung und Verwaltung. Sie kappt das Privileg: Mit der Parkraumbewirtschaftung gibt es auf der Allmend keine Sonderrechte mehr. Der Einwand des Eigentümers, dass neu die Quartierbewohner auf seinem Parkfeld ihre Autos abstellen können, die Bewohner seiner Liegenschaft aber andere Parkplätze suchen müssen, ist bereits vor dem Basler Appellationsgericht chancenlos gewesen.

Er «verkenne» geradezu den Grundsatz der Gleichheit. Auch ein Schreiben aus dem Jahr 1950, worin eine «prekäre Parkiersituation» geschildert wird, bringt dem Kläger nicht den gewünschten Durchbruch. Damit lasse sich nicht aufzeigen, dass die Verhältnisse unverändert geblieben seien, urteilt das Gericht – und verweist auf die Statistik der Fahrzeuge.

Die Bundesrichter folgen dem Entscheid: Indem der frühere Liegenschaftsbesitzer einen Landstreifen an die Allmend abgetreten hat, können keine Sonderrechte auf die Strassennutzung abgeleitet werden. Es besteht weder eine Eigentumsgarantie noch ein «wohlerworbenes Recht».

Auch der Einwand, dass die fraglichen Parkplätze bislang nie der Allgemeinheit zur Verfügung gestanden haben, hilft dem Kläger nicht. Das Bundesgericht erteilt dem Gratis-Parkierer eine Absage. Und brummt ihm die Gerichtskosten auf.  (bzbasel.ch)

Aktuelle Polizeibilder: Ein Lastwagen fuhr in die Gartenterasse von einem Restaurant.

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lichtler 29.05.2017 22:34
    Highlight Highlight Schön, dass die Menschen in der Schweiz solche Probleme haben....
    • kebabverkaufer 30.05.2017 02:15
      Highlight Highlight wer hier blitzt...
  • gnp286 29.05.2017 19:37
    Highlight Highlight Und dann wundern sich die Kommunen und Städte, dass wegen jedem seich eine Einsprache gemacht wird. Yay!
  • BigFudge28 29.05.2017 19:19
    Highlight Highlight Und inwiefern wird das Gewohnheitsrecht angemessen berücksichtigt??
    • The oder ich 29.05.2017 19:30
      Highlight Highlight Bitte zeig mir Unwissendem doch, wo ein solches Gewohnheitsrecht in der Bundesverfassung, der Baselstädter Kantonsverfassung oder einem massgeblichen Spezialgesetz steht.
    • Roterriese #DefendEurope 29.05.2017 19:55
      Highlight Highlight @The oder ich. ähm.. google mal Gewohnheitsrecht.. hast wohl etwas falsch verstanden.
    • Roterriese #DefendEurope 29.05.2017 20:48
      Highlight Highlight für die Blitzer: http://lmgtfy.com/?iie=1&q=gewohnheitsrecht
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerTaran 29.05.2017 18:19
    Highlight Highlight Das nenne ich Verstaatlichung und Enteignung.
    • The oder ich 29.05.2017 19:32
      Highlight Highlight Es gab einen Vertrag, der ihm immerhin zu 67 Jahren Gratisparkieren an bevorzugter Lage gereichte. Bei einer rechtmässigen Enteignung zu den Konditionen von 1950 hätte wahrscheinlich weniger herausgeschaut.

Er lockt Patienten mit Billigpreisen nach Serbien: «Falscher Zahnarzt» hat reines Gewissen

Erstmals äussert sich der bereits mehrfach verurteilte Spreitenbacher zu den Vorwürfen von Patienten und zu seinem Geschäftsmodell.

Zahnarztbehandlungen in der Schweiz sind teuer. Nicht selten fliegen Patienten dafür ins Ausland. Doch gerade in medizinischen Belangen können billige Angebote teure Folgen nach sich ziehen.

Das musste Dolores Zimmermann am eigenen Leib erfahren: Im Jahr 2015 besuchte die Zürcherin das Büro von Aleksandar Stankovic – damals nannte er sich noch Sascha Aleksandar – in Spreitenbach.

Er vermittelt Zahnreisen in serbische Kliniken, inklusive Transport und Unterkunft in einem VIP-Hotel. Die Website …

Artikel lesen
Link zum Artikel