Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Er ist alt und pädophil – aber ist er noch gefährlich?

Seit über 20 Jahren sitzt Max (Name geändert) im Gefängnis. Als das Bezirksgericht Bremgarten 1997 seine Verwahrung anordnete, machte er als «übelster Kinderschänder der Schweiz» Schlagzeilen. Diese Woche sollten die Richter entscheiden, wie es mit ihm weitergeht.

Noemi Lea Landolt / Schweiz am Wochenende



Blick in die Zelle eines Haeftlings im Haus Laegern, wo Verwahrte untergebracht sind in der Strafanstalt Poeschwies in Regensdorf am Freitag, 28. Juli 2006.  (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Ein verwahrter Straftäter kommt erst wieder raus, wenn von ihm keine Gefahr mehr ausgeht. Viele von ihnen werden bis ans Lebensende hinter Gittern bleiben. Bild: KEYSTONE

Max (Name geändert) hört schlecht. Das Alter. Der 75-Jährige trägt ein Hörgerät. Ob er ihn verstehe, will Gerichtspräsident Sandro Rossi wissen. «Es geht schon», antwortet Max. Er könne auch auf dem Stuhl in der Mitte des Saals Platz nehmen, näher bei den Richtern, sagt Sandro Rossi. Max steht auf. Ein grossgewachsener Mann. Das grau-weisse, dichte Haar hat er nach hinten gekämmt. Er setzt sich. «Besser?», fragt der Gerichtspräsident. «Ja.»

Max ist ein Routinier. Er hat viele Gerichtssäle von innen gesehen und Fragen von noch mehr Richterinnen und Richtern beantwortet. 1975 wird er vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin wegen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. 1976 verhängt das Bezirksgericht Rorschach wegen wiederholter Unzucht mit Kindern eine zehnmonatige Gefängnisstrafe, verbunden mit einer ambulanten Behandlung.

1977 folgt eine Verurteilung in Berlin, 1982 eine weitere. 1986 steht er vor dem Bezirksgericht in Zürich, 1990 vor dem Landesgericht für Strafsachen in Wien und 1994 vor dem Obergericht des Kantons Zürich. Immer geht es um sexuelle Handlungen mit Kindern.

Chance verpasst

1995 wird Max bedingt entlassen. Er bewährt sich nicht, lockt zehn- bis dreizehnjährige Knaben mit Videos und Videospielen in seine Wohnung. Dort vergeht er sich an ihnen, zeigt einigen von ihnen Pornofilme. Als Gegenleistung macht er den Buben Geschenke oder gibt ihnen kleinere Geldbeträge. 1997 – 22 Jahre nachdem er in Berlin zum ersten Mal verurteilt worden war – folgten die Richter des Bezirksgerichts Brugg dem Antrag der Staatsanwaltschaft, verurteilten Max zu sechs Jahren Gefängnis und ordneten die Verwahrung an.

Seither sitzt Max seine Strafe im Gefängnis oder im stationären Massnahmenvollzug ab. Er kommt erst wieder raus, wenn er für Kinder keine Gefahr mehr darstellt.

Chemische Kastration

Diese Woche beschäftigte Max erneut das Bezirksgericht Brugg. Die Staatsanwaltschaft stellte im Namen des Amts für Justizvollzug den Antrag auf Verwahrung, eventualiter sei eine stationäre therapeutische Massnahme anzuordnen. Gerichtspräsident Sandro Rossi befragt die Gefängnispsychiaterin. Ihn interessiert, ob und welche medikamentösen Therapien für Max infrage kommen könnten. Die Psychiater hatten es mit Antidepressiva versucht.

Die Medikamente haben eine Nebenwirkung, die im Fall von Max und anderen Sexualstraftätern erwünscht ist. Sie nehmen die sexuelle Lust. Besonders bei sexsüchtigen Menschen hätten sich Antidepressiva bewährt, führt die Psychiaterin aus. Auch Max verlor das sexuelle Interesse, aber die Medikamente führten bei ihm zu Gelenkschmerzen und Gleichgewichtsstörungen. Er setzte die Tabletten ab. Solange er im geschlossenen Vollzug sitze, so Max, würden sie sowieso nichts bringen.

Eine weitere Möglichkeit wären antihormonelle Medikamente, welche die Sexualfunktion einschränken. Die Psychiaterin erklärt detailliert, wie die Medikamente wirken, stellt aber klar: «Einen 75-Jährigen chemisch zu kastrieren, ist aus meiner Sicht fragwürdig.» Die Nebenwirkungen seien vor allem für einen Mann in Max’ Alter nicht ohne. Ein tiefer Testosteronspiegel mache die Knochen brüchig. Man müsse deshalb Nebenwirkungen und Nutzen genau abwägen.

«Das Gutachten beantwortet zentrale Fragen nicht. Deshalb muss ich ein neues Gutachten fordern.»

Franz Hollinger, Verteidiger

Ausserdem sei aus der Forschung bekannt, dass vor allem Männer mit Gewaltfantasien von einer hormonellen Behandlung profitierten. Pädophile hingegen hätten oft das Bedürfnis nach Zärtlichkeit. «Sie wollen eine Beziehung aufbauen. Diese Fantasien kann Testosteron kaum beeinflussen», führt sie aus. Max selber lehnt eine hormonelle Behandlung ab. Die Nebenwirkungen machen ihm Angst. «Ich brauche das in meinem Alter nicht mehr», erklärt er den Richtern.

Gutachten lässt Fragen offen

Am Schluss kritisiert die Psychiaterin das psychologische Gutachten. Dieses wurde im Hinblick auf die Verhandlung erstellt, damit sich das Gericht ein Bild von der Gefährlichkeit, dem Rückfallrisiko und der Therapierbarkeit eines verwahrten Straftäters machen kann. Aus dem Gutachten werde nicht klar, wie hoch das Risiko für welche Delikte sei, wenn Max entlassen würde, kritisiert die Psychiaterin.

Max habe Kinder missbraucht, er habe Kinder gefilmt und sich pornografische Bilder angeschaut. «Wenn es um eine Verwahrung oder chemische Kastration geht, will ich genau wissen, welche Delikte zu erwarten sind.» Ausserdem dürfe nicht vergessen werden, dass das Alter das Rückfallrisiko bei Sexualdelikten am stärksten beeinflusse. Für einen Entscheid brauche es ein neues Gutachten.

Ein neues Gutachten verlangt auch Franz Hollinger, der Verteidiger von Max. «Das jetzige Gutachten beantwortet zentrale Fragen nicht», sagt er. Der Gutachter gehe von einer «relativ hohen Gefahr sowohl für Hands-off- und unter Umständen auch für Hands-on-Delikte» aus. Mit dieser Aussage könne er nichts anfangen, kritisiert Franz Hollinger. «Was heisst ‹relativ›? Und was meint er mit ‹unter Umständen auch Hands-on-Delikte›?»

Gericht gibt ergänzendes Gutachten in Auftrag

Um zu entscheiden, brauche es klare Antworten. Eine Verwahrung seines Mandanten komme nur infrage, wenn ein Risiko für weitere Hands-on-Delikte bestünde, man also davon ausgehen müsste, dass sich sein Mandant erneut wegen sexueller Handlungen mit Kindern strafbar mache. Zudem stelle sich die Frage, ob eine Therapie erfolgreich sein könnte.

Das Gericht folgt dem Antrag und hat die Verhandlung nach zwei Stunden abgebrochen. Es werde ein ergänzendes Gutachten in Auftrag geben. Solange bleibe Max im Gefängnis. Verteidiger Franz Hollinger ist froh über den Entscheid, wie er nach der Verhandlung sagt. Er ist aber der Meinung, dass «eine solche Extrarunde zu vermeiden gewesen wäre, wenn von Anfang an ein qualitativ gutes Gutachten vorgelegen wäre».

«Die Frage der Rückfallgefahr ist ausreichend klar beantwortet, um den entsprechenden Antrag beim Gericht zu stellen.»

Samuel Helbling,
Mediensprecher Departement Volkswirtschaft und Inneres

Er habe das Gutachten schon bemängelt, als er es im April 2017 zum ersten Mal gesehen habe. «Aber anstatt es überarbeiten zu lassen, hat das Amt für Justizvollzug nichts gemacht», kritisiert der Rechtsanwalt. «Den Preis zahlt nun mein Mandant, der in Sicherheitshaft sitzt, bis das neue Gutachten vorliegt und der neue Verhandlungstermin feststeht.» Zum Glück seien solche Fälle nicht die Norm.

Hätte Verfasser anhören können

Das Amt für Justizvollzug gehört zum Departement Volkswirtschaft und Inneres. Sprecher Samuel Helbling sagt, es handle sich um ein Ergänzungsgutachten. «Bezüglich der Rückfallgefahr wird im Wesentlichen auf die immer noch gültige Beurteilung im Gutachten von 2014 verwiesen.» Das Risiko werde aber aufgrund «eines Rückfalls im geschützten Milieu» sogar noch etwas höher gewertet.

Aus Sicht der Vollzugsbehörde und der Staatsanwaltschaft sei damit die Frage der Rückfallgefahr «ausreichend klar beantwortet, um den entsprechenden Antrag beim Gericht zu stellen». Man nehme die Beurteilung des Bezirksgerichts zu Kenntnis. Wobei anzumerken sei, «dass es dem Gericht freigestanden wäre, den Verfasser des Gutachtens zur Verhandlung vorzuladen und zu befragen, anstatt eine weder therapeutisch noch gutachterlich mit dem Fall befasste Sachverständige zu befragen».

Zurzeit läuft im Kanton Thurgau noch ein weiteres Verfahren gegen den Mann. Mehr dazu finden Sie hier (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

80
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
80Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • karima 10.09.2018 14:48
    Highlight Highlight Für solche Täter gibt's nur eins: Verwahrung ohne jegliche Chance auf Entlassung.

    Wer solches Leid über X-Kinder und ihre Familien brachte, hat das Recht in Freiheit zu Leben und an der Gesellschaft teilzunehmen verloren.

    Für immer. Egal ob er nun künstlich Kastriert oder erleuchtet worden ist.

    Ich verstehe nicht, dass darüber immer noch Gutachten erstellt werden und Geld / Zeit ausgegeben wird. Das ist doch ein Affront!
    • Fabio74 10.09.2018 16:40
      Highlight Highlight Weil es zum Glück Leute gibt die an den Rechtsstaat glauben und nicht an tumbe Rachejustiz wie im Mittelalter
  • Snowy 10.09.2018 09:31
    Highlight Highlight Wie kann es sein, dass jemand zuerst in 10 Fällen wegen Vergewaltigung/Unzucht mit Kindern vor Gericht muss, bis er die erste wirklich langjährige Haftstrafe kriegt??!

    Der hätte beim zweiten Mal richtig lange einsitzen/therapiert und beim dritten Mal verwahrt werden müssen.

    "Max selber lehnt eine hormonelle Behandlung ab. Die Nebenwirkungen machen ihm Angst. «Ich brauche das in meinem Alter nicht mehr», erklärt er den Richtern."

    Max, wir brauchen Dich auch nicht mehr.
    • DerSimu 10.09.2018 10:19
      Highlight Highlight Eher "Max, wir haben dixh nie gebraucht."

      Frage mich auch, warum er eine Mitsprache hat, beid er hormonellen Behandlung. Solch menschlicher Abschaum hat meinermeknung nach sein Mitspracherecht verspielt.
    • Fabio74 10.09.2018 11:51
      Highlight Highlight Nun sind es immer noch Richter die Urteile sprechen
    • Snowy 10.09.2018 14:46
      Highlight Highlight Absolut.

      Habe auch Mühe mit Kommentaren à la "Todesstrafe für Pädophile" oder ähnliches.

      Aber wenn es 10 (!) Verfahren braucht, bis ein Pädokrimineller das erste Mal wirklich langjährig sitzt, dann darf man die Richter durchaus auch mal kritisieren.
      Und nein, es liegt nicht am System: Der gesetzliche Strafrahmen lässt hohe Strafen zu.
  • DerSimu 10.09.2018 08:09
    Highlight Highlight Ist doch eigentlich sch****egal, ob er noch gefährlich ist, dieser Mann hat es nicht verdient, in Freiheit zu leben!
  • dot.hannah.b 09.09.2018 16:34
    Highlight Highlight Völlig unabhängig von den Strafdelikten (und ja es ist hässlich und grausam was der Mann angerichtet hat), kann man nach 20 Jahren im Gefängnis überhaupt je wieder gesellschaftsfähig sein? So wie ich es verstehe, kam es nach vermehrten Übergriffen zur Verwahrung. Dies deutet ja darauf hin, dass die forensischen Gutachter von keiner Gesundung ausgehen und das Erstellen eines neuen Gutachtens gehört einfach zur periodischen Überprüfung von Verwahrungsfällen.
    Lasst den Typ drin, sonst kann er sich sein Alter noch zur neuen Lockmethode ausbauen 😶
  • alenna 09.09.2018 14:44
    Highlight Highlight Bin ich die Einzige, welche sich schon über die vorherigen Strafen aufregt? Z.B. 18 Monate für den Missbrauch von Kindern in 4(!) Fällen?? Oder 10Monate für Unzucht mit Kindern? Und man liess ihn immer wieder frei? Was ist denn da schief gegangen? Ich bin schockiert...
    • kafifertig 09.09.2018 17:39
      Highlight Highlight Es kommt darauf an wie schlimm der "Missbrauch" oder die "Unzucht" war.

      Unter "Missbrauch" fällt schon, wenn man einem Kind zur Strafe auf die Finger klopft.
      Unter "Unzucht" fällt schon, wenn man einem Minderjährigen einen all zu schlüpfrigen Witz erzählt.
    • Sama 09.09.2018 20:53
      Highlight Highlight Das hat mit dem jeweiligen Zeitgeidt zu tun. In den 70ern kämpften Pädosexuelle noch öffentlich darum, dass sexuelle Handlungen mit Kindern legalisiert werden sollen.
      Erst in den 80ern setzte sich die Idee durch, dass es sich um schwere Straftaten handelt und erst seit 25 Jahren (oder so) lösen solche Handlungen massive Empörung aus.
  • kafifertig 09.09.2018 13:27
    Highlight Highlight Warum wird Kastraktion nicht als Lösung in Betracht gezogen.
    Früher wurde in solchen Fällen das gemacht: Freiheit gegen Kastraktion. Nicht wenige waren damit einverstanden.
    • Herren 09.09.2018 15:12
      Highlight Highlight Hast du den Text gelesen? Nicht alle Kinderschänder sind triebgesteuert. Da hilft eine Kastration nicht viel. Und eine "Kastraktion" schon gar nix.
    • kafifertig 09.09.2018 17:36
      Highlight Highlight Warum wird dann die chemische Kastraktion vorgeschlagen und nicht eine operative?
    • Pafeld 09.09.2018 17:56
      Highlight Highlight "Früher wurde so etwas gemacht."

      Ja. Und heute arbeitet der Staat diese Rechtspraxis als Verbrechen auf, wo man sich als Staat erlaubt hat, unumkehrbare Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit aufgrund von momentanen Moralvorstellungen und Entscheidungen vorzunehmen. Das nennt man gemeinhin "aus Fehlern lernen". Oder sind Sie etwa bereit, Ihre Hoden einem zu unrecht verurteilten und kastrierten Justizopfer zur Verfügung zu stellen und den Schadensersatz zu begleichen? Ist doch völlig logisch, dass man ohne 100%ige Sicherheit unumkehrbare Entscheide sorgfältig zu treffen hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ruefe 09.09.2018 13:01
    Highlight Highlight Der Mann konnte zeitlebens seine Triebe nicht kontrollieren, wie soll er das bitte mit 75 schaffen? Ausserdem, zwanzig Jahre in Verwahrung und dann kommt er in die heutige Welt und realisiert dass man seine Neigung heutzutage auf einem Telefon ausleben kann.
    Nein danke, der Mann gehört verräumt.
    • äti 09.09.2018 19:49
      Highlight Highlight 'verräumt' ?
    • Ruefe 09.09.2018 23:52
      Highlight Highlight Verräumt habe ich wahrscheinlich als umgangssprachliche Variante von verwahrt gemeint
  • Herren 09.09.2018 12:39
    Highlight Highlight Ich finde es richtig, dass im modernen Strafvollzug das Rückfallrisiko stärker gewichtet wird als die reine Bestrafung der aktuellen Delikte. Die Frage ist aber, wie viel Geld wir wirklich ausgeben wollen, um Menschen möglichst lange wegzuschliessen. "Max" wird den Steuerzahler pro Tag zwischen 300 und 400 Franken kosten - so um die 130.000 Franken im Jahr. Wenn er noch 10 Jahre lebt, wären dies 1.3 Mio Franken. Wie viel Gutes könnte mit diesem Geld angestellt werden? Ist "Max" dieses Geld wert?
    • Judge Dredd 09.09.2018 17:48
      Highlight Highlight @Herren, was ist ihrer Meinung nach die Alternative dazu?
    • Pafeld 09.09.2018 18:02
      Highlight Highlight Was wollen Sie stattdessen mit Max und dergleichen anstellen? Mit Erreichen des Pensionsalters im Justizvollzug die Fütterungen "unregelmässiger" gestalten oder was? Bedenken Sie bitte, dass Sie für die Gestaltung des Justizvollzuges immer sämmtliche Häftlinge berücksichtigen müssen und nicht nur Extremfälle wie Max. So modernen, verfassungsgegebenen. Schnickschnack wie Menschenrechte, -würde und Rechtsgleichheit gelten auch für Straftäter. Gerade eben weil wir als Gesellschaft jenen Leuten überlegen sind, die es nachweislich nicht getan haben. Sonst sind wir auch keinen Deut besser als sie.
    • Sama 09.09.2018 20:55
      Highlight Highlight Kurz und bündig? Ja!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Benno Steinmann 09.09.2018 12:23
    Highlight Highlight Was will man an einem 75 jährigen Mann nich therapieren? Verwahrt lassen bis zu seinem Tode und die Therapie sparen!!
    Mit noch weiteren Therapien und Gutachten füttert man nur die Therapeuten die sich ja anscheinend bei diesem Insassen scheinbar schon öfters verschätzt haben...
  • Roterriese #DefendEurope 09.09.2018 11:45
    Highlight Highlight Bei gewissen Verbrechen hat der oder Täterin das Recht verwirkt, jemals wieder in unserer Gesellschaft zu leben. In solchen Fällen sollte lebenslänglich eben lebenslänglich bedeuten.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 09.09.2018 15:30
      Highlight Highlight Ich kann den Rachegedanken nachvollziehen.
      Jedoch, wollen wir auch so eine Knastindustrie, die auf Gewinn ausgelegt ist, wie in Amerika?
    • Garp 09.09.2018 17:16
      Highlight Highlight Das entscheiden bei uns Gott sei Dank die Richter und nicht Du Roterriese. Wir sind ein Rechtsstaat.
    • Fabio74 09.09.2018 21:57
      Highlight Highlight nein hat er nicht. Zumindest nicht wenn dies das Volksgericht fordert.
      Zum Glück haben wir eine unabhängige Justiz und keine riesen die hier Rache üben.
  • honesty_is_the_key 09.09.2018 11:39
    Highlight Highlight Ich bin grundsätzlich für zweite Chancen, aber nicht bei Pädophilen. Die missbrauchten Kinder bekommen auch keine zweite Chance.

    Und ja, mein Mitleid für "Max" hält sich extrem in Grenzen. Er ist ein Wiederholungstäter, und hätte meiner Meinung nach schon spätestens nach dem zweiten Verfahren lebenslang verwahrt werden sollen.
    • Garp 09.09.2018 17:38
      Highlight Highlight Wenn wir anfangen die Schleusen zu öffnen, gibt's bald für kein Verbrechen mehr eine zweite Chance.

      Für Opfer gibt es heute zum Glück bessere Therapien, dass diese auch noch ein glückliches Leben führen können, wenn auch nichts ungeschehen gemacht werden kann. Das ist sehr unterschiedlich.

      Die grösste Dunkelziffer ist immer noch der familiäre Bereich. Da findet sexueller Missbrauch am meisten und oft über längere Zeit statt, von einer nahen Bezugsperson. Kommt in den besten Familien vor und da geht es meist nicht um Pädophilie.

      Wir sollten das den Fachleuten überlassen.
    • honesty_is_the_key 09.09.2018 20:00
      Highlight Highlight Ich verstehe was du meinst, aber trotzdem, nein. Keine zweite Chance für Sexualtäter. Ich konnte als Kind sehr knapp einer Vergewaltigung entkommen. Das prägt mich auch heute noch, in sehr vielen Bereichen. Ich will mir gar nicht vorstellen wie es mir heute gehen würde wenn ich damals nicht so glimpflich davon gekommen wäre.

      Ich habe keine zweite Chance bekommen, und ich bin noch nicht mal ein "richtiges" Opfer.

      Deshalb - Sexualtäter bekommen von mir null Mitleid und sie verdienen vor allem im Wiederholungsfall (wie das hier der Fall ist) null Mitleid.
    • honesty_is_the_key 09.09.2018 20:35
      Highlight Highlight Sorry Garp, du klingst nach einem sehr lieben Mensch und ich will dich keinesfalls anklagen.

      Aber wenn man als Kind missbraucht wurde, dann hilft keine Therapie. Das ist etwas das einem prägt, und immer begleitet, und das beinflusst so viele Sachen.
      Mich hat es sehr geprägt-
    Weitere Antworten anzeigen
  • Theor 09.09.2018 10:49
    Highlight Highlight Wem es nicht passt, dass das schweizer Strafrecht auf den Resozialisierungsgedanken fusst, hat es in der Hand, mittels Volksinitiative wieder das Vergeltungsstrafrecht des Mittelalters zu fordern. Bevor die Mehrheit der Bevölkerung sich nicht für einen Paradigmenwechsel ausspricht, werden Gerichte auch weiterhin unter dem Resozialisierungsgrundsatz urteilen.

    Manche Kommentare hier sind erschreckend. Eine minimale Grundausbildung in Rechtswissenschaften gehört dringend in unseren schulischen Lehrplan. Es haben so viele Leute scheinbar nicht die kleinste Ahnung wie Rechtsprechung funktioniert.
    • Roterriese #DefendEurope 09.09.2018 15:07
      Highlight Highlight @Theor das Volk hat sich schon mal dazu ausgesprochen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Verwahrung_(Schweiz)#Lebenslange_Verwahrung

    • Garp 09.09.2018 17:14
      Highlight Highlight Zum Glück haben wir noch kein Volksgericht, Roterriese, sondern sind ein Rechtsstaat.
    • Theor 09.09.2018 17:22
      Highlight Highlight Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn Sie den Fall vor dem Bezirksgericht Lenzburg bezüglich des Rupperswiler Mörders mitverfolgt haben, dann wissen Sie ja bestimmt, wofür die lebenslange Verwahrung ist und das sie faktisch nicht angewendet werden kann. Eine Initiative weg von der heutigen Strafzwecktheorie wäre eine andere Hausnummer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • s.johannson 09.09.2018 10:32
    Highlight Highlight Bitte den wichtigen Unterschied zwischen pädophil und pädosexuell machen! Pädophilie ist die Neigung, für die niemand etwas kann, Pädosexualität ist das aktive oder passive ausleben dieser Neigung. Ganz wichtig!
  • Chääschueche 09.09.2018 09:01
    Highlight Highlight Frage:

    Kann ein Richter eigentlich für seine Entscheidungen belangt werden? 🤔

    Also nehmen wir an er spricht jemanden Frei der kurz danach wieder eine Straftat begeht. (Es gab Indizien/anzeichen das dieser Mann/Frau Rückfällig wird.)
    • forest hill 09.09.2018 09:33
      Highlight Highlight Du bist vermutlich nicht Richter, oder? Ich weiss warum ;-)
    • Chääschueche 09.09.2018 09:46
      Highlight Highlight Nein sonst hätte ich das nicht gefragt.

      Aber danke für die tolle Antwort 👍
    • pamayer 09.09.2018 10:40
      Highlight Highlight Wenn Richter*innen dafür belangt würden, gäbe es pauschal nur noch die Todesstrafe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Judge Dredd 09.09.2018 08:55
    Highlight Highlight Das anfängliche Mitleid welches sich beim Lesen der einleitenden Worte aufbaute, wie der Gesundheitszustand des armen, hörgeschädigten alten Mannes ist, hat sich beim Lesen der weiteren Zeilen sowas von relativiert. So viele Leben, die durch sein Verhalten zumindest beeinträchtigt wurden. Und die hier erwähnten sind nur jene, von welchen wir wissen / welche zur Anzeige gebracht wurden. Mann weiss dass die Dunkelziffer aufgrund falscher Scham und Beeinflussung durch den Täter in solchen Fällen jeweils hoch sein kann.

    Solange nur der kleinste Zweifel besteht, darf er nicht entlassen werden.
    • Borki 09.09.2018 20:29
      Highlight Highlight Judge Dredd, erzähl uns einmal, was du so beruflich machst... Tatsächlich Richter oder doch "erst" Jurastudent im letzten Semester?
      Es fällt auf, dass du dich hauptsächlich bei rechtlichen Themen meldest und offensichtlich ziemlich vertraut bist mit der Materie...
  • Freilos 09.09.2018 08:21
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Garp 09.09.2018 08:46
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • bokl 09.09.2018 08:59
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Imfall 09.09.2018 09:06
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Borki 09.09.2018 08:10
    Highlight Highlight Was sich die Schweiz endlich leisten sollte ist ein Gefängnis mit einem höheren Lebensstandart. Für diejenigen, die ihre Strafe abgesessen haben und nur noch aus Sicherheitsgründen einsitzen (=Massnahme).
    Weggesperrt gehören sie, ganz klar. Aber möglichst human.
    • Chääschueche 09.09.2018 09:24
      Highlight Highlight Nein.
    • Mia_san_mia 09.09.2018 09:54
      Highlight Highlight @Borki: Dir ist aber schon klar, dass der Lebensstandart in Schweizer Gefängnissen extrem gut ist? Wieso willst Du da mehr? Dir ist doch schon klar, dass Gefängnis ene Strafe sein sollte...
    • Astrogator 09.09.2018 10:31
      Highlight Highlight Wieso Nein? Verwahrung ist keine Strafmassnahme.

      Schon traurig wie viele Schweizer so gar keine Ahnung von unserem Staat haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maranothar 09.09.2018 08:08
    Highlight Highlight Auf keinen Fall darf der raus. Wenn ich mich nicht verzählt habe war der 8x wegen Vergehen an Kindern vor Gericht. Mehr als 20 Jahre. Solche Leute dürfen auf keinen Fall frei gelassen werden.
  • N. Y. P. D. 09.09.2018 08:06
    Highlight Highlight «Den Preis zahlt nun mein Mandant, der in Sicherheitshaft sitzt, bis das neue Gutachten vorliegt..

    Der Preis zahlt Ihr Mandant ?

    Ihr Mandant hat sich soviele Male an Kindern vergangen, da sollte wohl klar sein, wer den Preis bezahlt (hat).

    Und jetzt also wieder eine Therapie. Ja, macht eine weitere Therapie. Kommt sicher gut.
  • CASSIO 09.09.2018 07:47
    Highlight Highlight "Die Nebenwirkungen seien vor allem für einen Mann in Max’ Alter nicht ohne. Ein tiefer Testosteronspiegel mache die Knochen brüchig. " Mir kommen die Tränen. Und was, wenn er rückfällig wird? Brüchige Knochen eines mehrfach vorbestraften Pädophilen gegen die Unversehrtbarkeit eines Kindes. Wofür entscheide ich mich wohl?
  • Caturix 09.09.2018 07:44
    Highlight Highlight Also ich an seiner Stelle würde mich einfach Kastrieren lassen, ohne Chemie operativ. Ist den diese Option nicht möglich ?
    • DanielaK 09.09.2018 09:06
      Highlight Highlight Und was bitte soll das nutzen?
    • FrancoL 09.09.2018 09:17
      Highlight Highlight Lesen! Solche Männer sehnen sich auch nach Zährtlichkeit und dieses Verhalten ist nicht „kastrierbar“.
    • DanielaK 09.09.2018 10:08
      Highlight Highlight Was ist denn unter operativer Kastration zu verstehen? Samenstränge durchtrennen? Das löst hier gar kein Problem, das tun viele Männer, welche keine Kinder (mehr) wollen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Restless Lex 09.09.2018 06:57
    Highlight Highlight Ich glaube dieser Mann hat über die Jahre mehrfach bewiesen, dass er eine PÄDOSEXUELLE Neigung hat und diese nicht ablegen wird. Unabhängig davon bezweifle ich, dass sich jemand, der sich die letzten 20 Jahre ausschliesslich und die 20 Jahre zuvor immer wieder in Gewahrsam befunden hat, ein selbständiges Leben ausserhalb des Gefängnisalltags führen kann. Weshalb ich es begrüssen würde, wenn "Max" den Rest seines Lebens im Vollzug verbringen würde. Die misshandelten Knaben (nun Männer) müssen auch den Rest ihres Lebens damit umgehen.
  • WHU89 09.09.2018 06:54
    Highlight Highlight wieso hier noch diskutiert wird, ist fragwürdig. ich hoffe der kommt nicht mehr raus.
    • Fabio74 10.09.2018 11:58
      Highlight Highlight Weil der Mann Rechte hat
  • MaskedGaijin 09.09.2018 06:48
    Highlight Highlight Er wurde fast 10 (!) Mal verurteilt und wurde immer wieder rückfällig. Sorry, aber so jemand gehört nicht mehr in die Freiheit entlassen.
  • Astrogator 09.09.2018 06:29
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.

Tiere «schwerwiegend vernachlässigt» – Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen Zürcher Bauer

Einem Bauern im Zürcher Oberland wird Tierquälerei vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet. Eine Tierschutzorganisation spricht von einem «extremen Fall».

Zentimeterhoch türme sich der Mist, der Boden sei mit Kot und Urin bedeckt, die Tiere würden vernachlässigt: Es sind happige Vorwürfe, welche die Organisation «Tier im Fokus» (TIF) gegen Landwirt H.M.* erhebt. Dieser führt in einer Gemeinde im Zürcher Oberland einen Mutterkuh-Betrieb. Bilder aus dem Innern des Rinderstalls von Bauer H.M. sollen die Vorwürfe belegen. Sie stammen laut Angaben von «Tier im Fokus» aus dem Juni 2019 und wurden der Organisation auf einem USB-Stick zur …

Artikel lesen
Link zum Artikel