Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Was mein Mann getan hat, wusste ich nicht»: Frau chauffierte Drogendealer zur Kundschaft

Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte einen Käufer, Händler und Konsumenten von Rauschgift zu einer unbedingten, dreieinhalbjährigen Freiheitsstrafe. Seine Frau, die ihn chauffierte, kam mit einer bedingten Geldstrafe davon.

Walter Christen / az Aargauer Zeitung



[gestellte Aufnahme] Ein Mann konsumiert am 11. November 2006 Kokain in einer Privatwohnung in Zuerich. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  ===

[posed picture] A man is consuming cocaine in a private apartment in Zurich on November 11, 2006. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  ===

Der Ehemann der 38-Jährigen wickelte den Drogenhandel hauptsächlich im Schwimmbad, bei einer Tankstelle im Dorf oder hinter der Post ab. Bild: KEYSTONE

Sie arbeitet täglich acht Stunden in der Fabrik, er vertreibt sich die Zeit in der Badi mit Dealen von Drogen: Keline und Dragul (Namen geändert) wurden vom Bezirksgericht Bremgarten zu einer Geldstrafe beziehungsweise zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 38-jährige Keline ihren Ehemann Dragul in mindestens zwei Fällen mit ihrem Auto zu Drogenkäufern chauffiert hat. Dafür wurde sie zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 40 Franken verurteilt, bedingt erlassen bei einer Probezeit von zwei Jahren. Die von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten geforderte Busse von 600 Franken wurde nicht ausgesprochen.

Und der 42-jährige Dragul, in Handschellen von zwei Polizisten aus dem Gefängnis in Lenzburg nach Bremgarten zur Gerichtsverhandlung gebracht, kassierte für seine Machenschaften eine dreieinhalbjährige, unbedingte Gefängnisstrafe, unter Anrechnung der bereits ausgestandenen Untersuchungshaft von fast zwei Jahren.

Damit sprach das Bezirksgericht Bremgarten, unter dem Vorsitz von Präsident Raimond Corboz, eine deutlich geringere Freiheitsstrafe aus, als die Staatsanwaltschaft beantragt hatte. Diese forderte fünf Jahre unbedingt. Dragul muss unter anderem eine Busse von 600 Franken und Ersatzforderungen von 18'200 Franken bezahlen.

Aus armen Verhältnissen

Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. Er ist im Kosovo in armen Verhältnissen aufgewachsen, verfügt nur über eine minimale Schul- und über gar keine Ausbildung. In seiner Heimat führte er mit seinem Bruder erfolglos ein Restaurant. So suchte er sein Glück fern von zu Hause. 1991 reiste er erstmals in die Schweiz ein. Er wurde damals wegen Drogendelikten des Landes verwiesen und kam mit einem Unterbruch von 2007 bis 2014 anschliessend wieder in die Schweiz zurück. Er hat nach eigenen Angaben 27'000 Franken Spiel- und Wettschulden.

Die dümmsten Koks-Schmuggel-Aktionen der Schweiz

Die Strafuntersuchung hat ergeben, dass der Beschuldigte im Zeitraum von November 2015 bis August 2016 eine unbekannte Menge Kokain gekauft, portioniert und rund 200 Portionen Kokaingemisch zu 0.7 bis 1 Gramm für je 100 bis 120 Franken an mindestens 18 Personen im Freiamt verkauft und dabei rund 20'000 Franken eingenommen hat. Die Anklage warf dem geständigen Täter vor, er habe die Gesundheit vieler Menschen aufs Spiel gesetzt.

Dealer und Drogenkonsument

Seinen Drogenhandel wickelte er hauptsächlich im Schwimmbad seines Wohnorts ab, bei einer Tankstelle im Dorf oder hinter der Post. Er trat aber nicht nur als Dealer auf, sondern konsumierte selber Betäubungsmittel, vor allem Kokain und Marihuana.

Dragul war ins Visier der Polizei geraten und wurde observiert. Während der Überwachungsphase konnte beobachtet werden, wie er Drogen verkaufte. Mehr noch: Keline, seine Frau, hat ihn mit ihrem Auto mehrfach zu den Treffpunkten mit den Drogenkäufern chauffiert, weil ihm der Führerausweis schon vor Jahren auf unbestimmte Zeit entzogen worden war. Sie hatte direkten Einblick auf das Geschehen und konnte beobachten, was vor sich ging.

Wie die Staatsanwaltschaft ausführte, machte sie sich dadurch der mehrfachen und vorsätzlichen Hilfeleistung zur unbefugten Beförderung, Veräusserung und Inverkehrbringung von Betäubungsmitteln schuldig und wurde im Juli 2017 mittels Strafbefehl gebüsst. Dagegen erhob sie Einsprache, mit der Begründung, nichts von der Drogendealerei ihres Mannes gewusst zu haben. «Ich bin strikte gegen Drogen. Was mein Mann getan hat, wusste ich nicht, er hat nie darüber gesprochen. Ich bin enttäuscht von ihm», beteuerte Keline, die dennoch treu zu ihrem Dragul hält.

Diese 5 Städte haben die meisten Kokain-Quellen im Abwasser

Play Icon

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Wir wollen viel zu viel: Sexbots, die was fühlen und geklonte Mammuts

Link to Article

Diese Schweizer TV-Box macht dem Streit um Replay-TV ein Ende

Link to Article

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Link to Article

5 Hashtags, die viral gingen und tatsächlich etwas verändert haben

Link to Article

Lieber Arno, ich glaube leider, es ist wirklich an der Zeit zu gehen

Link to Article

27 Witze, die jeden Nerd zum Schmunzeln bringen

Link to Article

Vormarsch der Demokraten: Es gab doch eine «Blaue Welle» bei den Midterms

Link to Article

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • EvilBetty 04.07.2018 10:16
    Highlight Highlight Werden künftig auch Taxifahrer bestraft die Dealer mitnehmen? Und was ist mit Chauffeuren die Ihren Chef zum Steuer-/Bankberater fahren?
    29 40 Melden
    • zipfelgrind 04.07.2018 10:57
      Highlight Highlight Nein. Aber es besteht ja auch ein offensichtlicher Unterschied zwischen dem Sachverhalt und deinen geschilderten Situationen oder nicht?
      51 7 Melden
    • Hierundjetzt 04.07.2018 11:01
      Highlight Highlight Wenn es immer der gleiche „Taxifahrer“ ist, der Dir während des gesamten Deals zuschschsut? Ja.
      57 5 Melden

Schimpftiraden und Buh-Rufe – Fragerunde mit Sommaruga läuft aus dem Ruder

Die Podiumsdiskussion mit prominenter Besetzung um die Selbstbestimmungsinitiative wurde zum Forum für wütende Beleidigungen und Gelächter über Sommaruga.

Die Diskussion dauert noch nicht einmal fünf Minuten, als Bundesrätin Simonetta Sommaruga trotz Mikrofon von lauten Buh-Rufen aus dem Publikum übertönt wird. Rund 400 interessierte Zuhörer haben sich im Zentrum Bärenmatte in Suhr eingefunden, als Notlösung haben die Veranstalter spontan zusätzliche Stühle im Foyer aufgestellt.

Die Besucher sind überwiegend männlich und weisslichen Hauptes. Die Arme verschränkt, die Mundwinkel unzufrieden nach unten geformt. Die Stimmung im Saal ist bereits …

Artikel lesen
Link to Article