Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this June 28, 2014 file photo veiled women attend a speech by preacher Pierre Vogel, in Offenbach, near Frankfurt, Germany. A law that forbids any kind of full-face covering, including Islamic veils such as the niqab or burqa, has come into force in Austria Sunday, Oct. 1, 2017. Only a small number of Muslim women in Austria wear full-face veils, but they have become a target for right-wing groups and political parties.  France and Belgium have similar laws and the nationalist Alternative for Germany party is calling for a burqa ban there too. (Boris Roessler/dpa via AP,file)

Eine Schweizerin muss sich in zwei Wochen vor dem Bundestrafgericht verantworten. Die Vorwürfe wiegen schwer. Bild: AP/dpa

Von Pierre Vogel radikalisiert: Schwere Vorwürfe gegen mutmassliche Dschihadreisende

01.12.17, 18:24 01.12.17, 18:38


Eine mutmassliche Schweizer Dschihadreisende muss sich in zwei Wochen vor dem Bundesstrafgericht verantworten. Aus der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft geht hervor, wie sehr sich die Frau mit dem «IS» identifizierte und wie sehr sie das Schweizer System ablehnte.

Die Vorwürfe gegen die 31-Jährige aus Winterthur wiegen schwer: So soll die Frau Ende 2015 in Ägypten, wo sie mit ihrem damals vierjährigen Sohn lebte, ihr ganzes Hab und Gut verkauft haben, um mit dem Erlös ihre Reise nach Rakka in Syrien zu finanzieren.

Allein für eine Schlepperfahrt von Marsa Matrouh in Ägypten nach Kreta habe sie 12'000 Franken hingeblättert. Von dort sei sie weiter nach Athen geflogen, um dann über die Türkei nach Syrien zu gelangen und sich in Rakka der Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) anzuschliessen.

Vorbild für Nachahmer

Am 2. Januar 2016 wurde die Frau dann aber an der Grenze zur Türkei festgenommen. Trotzdem habe sie zwei weitere Male versucht, nach Syrien zu gelangen, schreibt die Bundesanwaltschaft (BA) in der am Freitag veröffentlichten Anklageschrift. Sie sei aber jedes Mal wieder zurückgeschickt worden.

Mit dieser Aktion habe sie in Kauf genommen, dass ihre Reise in der ganzen Schweiz medial für grosse Aufmerksamkeit sorgen und sie «damit eine Vorbildfunktion für potenzielle Nachahmer einnehmen» würde. Mit ihrem gesamten Verhalten habe sie die «verbrecherische Tätigkeit und Existenz des «IS» gefördert».

Von Pierre Vogel radikalisiert

Aus der Anklageschrift geht auch hervor, wie die Frau der Ideologie des «IS» verfiel und wie stark sie sich mit der Terrororganisation identifizierte. Demnach war die Frau Ende 2009 zum Islam konvertiert und hatte sich in der Folge über das Internet, insbesondere über Filme des deutschen Islampredigers Pierre Vogel, stark radikalisiert.

epa04235449 Controversial Salafist preacher Pierre Vogel speaks in front of the train station in Bremen, Germany, 01 June 2014. Bremen city council banned the event, but they were forced to allow it after a court ruling. Several hundred people listened to the preachers who were under heavy police security.  EPA/INGO WAGNER

Pierre Vogel soll die Frau laut Anklageschrift radikalisiert haben. Bild: EPA/DPA

Sie sei seither davon überzeugt, dass jeder Muslim die Pflicht habe, zum «IS» zu gehen und diesen zu unterstützen. Sie liebe den «IS» und glaube, dass es am besten sei, nach den islamischen Gesetzen zu leben. Von den westlichen Werten habe sie sich losgesagt und sehe für sich kein Leben in der Schweiz. Denn das Land, sein Rechtssystem und seine Regierung lehne sie ab.

Anschlag auf Schweiz befürwortet

Weil sie von der Schweiz abgehalten worden sei, mit dem «IS» zu leben, sei sie ausserdem davon überzeugt, dass sich die Schweiz mit dem «IS» im Krieg befinde. Aus diesem Grund und weil die Schweiz Frankreich im Kampf gegen den «IS» unterstütze, befürworte sie auch einen Anschlag in der Schweiz.

Generell sei sie der Meinung, dass es richtig sei, wenn sich «Märtyrer» in einer westlichen Stadt in die Luft sprengten. Denn damit würden sie mit der höchsten Stufe im Paradies belohnt.

Deshalb sah die Frau für sich und ihren Sohn auch keine andere Option, als nach Syrien zu ziehen, den Islam zu studieren und ihren damals rund vierjährigen Sohn unter der Regierung des IS aufwachsen zu lassen. Sie selber wollte in Syrien für die Kinder zuständig sein und diese «auf den rechten Weg bringen».

Nach ihrer missglückten Ausreise wurde die Frau bei ihrer Einreise in die Schweiz am 11. Januar 2016 am Flughafen Zürich verhaftet. Bereits eine Tag später kam sie wieder auf freien Fuss, doch ihr Pass, ihre Identitätskarte und ihr Führerausweise wurden eingezogen. Seither muss sie sich einmal pro Woche bei der Kantonspolizei Zürich melden.

Offiziell muss sie sich am 15. Dezember wegen Verstössen gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al Kaida» und «Islamischer Staat» vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten. Die Strafanträge werden an der Hauptverhandlung gestellt. (sda)

Jürgen Todenhöfer über den «Islamischen Staat»

Video: watson

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

20
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oxymora 03.12.2017 10:23
    Highlight Der Gerechtigkeitssinn à la SP:

    Ein Drittel der Bevölkerung soll die Hobbys der religiösen Splittergruppen finanzieren.
    Das System der Religions-Billag, ist ein Instrument für Apartheid zwischen den religiösen Horden und den konfessionslosen, ungläubigen oder gottlosen Menschen.

    Bemerkung zur Statistik: Taufschein-Christen und z.T. Ex-Muslime, die sich mit Harry Potter besser auskennen als mit den Heiligen Schriften sind den Konfessionen zugeordnet.
    2 0 Melden
  • Günter Lakits 02.12.2017 13:20
    Highlight Hallo!

    Könnte es sein, dass sich die liebe Dame gerade in Wien aufhält und uns hier auf die Nerven fällt?!?

    http://www.heute.at/politik/news/story/Gudenus-fordert-Einreiseverbot-fuer-Nora-Illi-48009789

    http://www.krone.at/601649

    :-((
    10 0 Melden
  • Herbert Anneler 02.12.2017 09:07
    Highlight Glücklicherweise zieht sich die Schlinge um Vogel, Blancho und andere Vögel immer mehr zu: Dank solchen Prozessen wird es möglich, diejenigen, welche unsere Redefreiheit und Demokratie für dunkle Zwecke missbrauchen, zu überführen und das Handwerk zu legen - mit den Mitteln der Demokratie!
    9 0 Melden
  • Tobias K. 02.12.2017 00:43
    Highlight Die Konvertiten wieder mal...
    13 0 Melden
  • Angelo C. 01.12.2017 23:30
    Highlight Für mich völlig unverständlich, wieso Deutschland diesen mehrfach als Agent provocateur überführten Vogel nicht endlich einbuchtet 🤔!

    Da Konvertiten wie Pierre Vogel (oder bei uns Nicolas Blancho und Konsorten) durch ihre salafistischen Botschaften viele Jugendliche fanatisieren, steht ein Staat in der Pflicht, dies nach Möglichkeit zu unterbinden.

    Bei solchen miesen Anfixversuchen durch menschenverachtende Islamisten hat die "Religionsfreiheit" für einmal schlechte Karten und soll in solch krassen Fällen ganz klar im Hintergrund stehen.
    13 0 Melden
  • Rabbi Jussuf 01.12.2017 21:57
    Highlight Habt ihr keine besseren Videos, als mit diesem mühsamen Todenhöfer? Der hat nun wirklich keine Ahnung vom Islam und ist gleichzeitig so von sich selbst überzeugt.
    22 14 Melden
    • Oxymora 01.12.2017 22:46
      Highlight Im ersten Moment dachte ich es, das sei Werbung um neue Mitglieder anzuheuern.

      Jetzt wo Sie darauf hinweisen, hab ich auch bemerkt; es gehört zum Artikel.








      10 1 Melden
    • Chefs United 02.12.2017 06:58
      Highlight Der hat keine Ahnung vom Islam? All die Reisen, Recherche und Interviews umsonst. Na Hauptsache du hast Ahnung.
      6 8 Melden
    • Rabbi Jussuf 02.12.2017 18:14
      Highlight Ja, all die Reisen waren umsonst. Der sieht und hört nur das, was in seine ideologische Schiene passt. Und die schrammt oft gefährlich nahe an Verschwörungstheorien vorbei!
      Nicht umsonst wird er von fundierten Islamkritikern und Nahostkennern nicht ernst genommen.

      Selbst in dem kurzen Video ganz oben macht er bereits diverse Fehler, die eigentlich nur auf eine islamische Indoktrination zurückzuführen sind. Er ist also nicht mehr objektiv - und hat auch nicht das Mindestmass an Objektivität, das ein "Journalist" haben sollte.
      Das war aber schon lange vor dem Islamhipe so.
      2 3 Melden
    • Chefs United 02.12.2017 22:52
      Highlight Welche Fehler? Klär uns auf mit deiner unendlichen Weisheit.
      Welche Länder hast du besucht? Mit welchen Leuten hast du gesprochen? Welche Bücher hast du gelesen? Woher beziehst du deine unglaublichen Kompetenzen beim Thema Islam ?
      Oder ist es am Ende nur Deine eigene Wahrnehmung in Deiner eigenen kleinen Welt?
      Übrigens der Mann ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter. Und verkauft sich allerhöchstens als Schriftsteller und nicht als Journalist.
      2 5 Melden
    • Oxymora 03.12.2017 10:17
      Highlight @ Chefs United

      Ja und!!!

      Adolf Hitler war sogar Reichsführer.

      Finden Sie das ein geniales Argument?

      Mit Autoritätsargumenten sind Sie
      hier wohl im falschen Blog.
      1 1 Melden
    • Rabbi Jussuf 03.12.2017 12:32
      Highlight Bundestagsabgeordneter?
      Ich erschauere vor Ehrfurcht!

      Wer war noch BTA?

      Guttenberg? Der Plagiator?
      Ach, den Rest lassen wir besser im Dunkel der Geschichte verschwinden.
      1 0 Melden
    • Rabbi Jussuf 03.12.2017 12:42
      Highlight Chefs United
      Ist das eine Kochvereinigung?

      T. bezeichnet sich als Publizist, nicht als Schriftsteller (wäre ja noch schöner!) und als "Wahrheitsucher". Dafür, meine ich, ist schon ein Mindestmass an Objektivität erforderlich.

      Im Video oben übernimmt der die heutige! islamische Argumentation, Mohammed habe nur Verteidigungskriege geführt. Diese Argumentation erinnert gefährlich an den einen Satz von einem anderen Deutschen: "Seit 5.45 wird zurück geschossen!"

      1 0 Melden
    • Chefs United 03.12.2017 14:43
      Highlight Es geht in erster Linie darum dass der Forums Rabbi in jedem Artikel über den Islam, seinen immer gleichen Senf von sich gibt. Andere schreiben oder sagen die Unwahrheit, aber nach Gegenargumenten gefragt, kommt rein gar nichts. Wir sprechen hier von einem sehr gebildeten Mann, der es z.B. als einer der wenigen geschafft hat, mit hochrangigen Al Quaida fuhrern zu sprechen. Bücher über seine Erfahrungen und Erlebnisse schreibt. Und für mich um einiges glaubwürdiger ist als Leute die sich ihre Meinung aus der Presse bilden. Was der Vergleich mit hitler soll, wissen Sie wohl nur selbst.
      0 0 Melden
    • Rabbi Jussuf 03.12.2017 15:59
      Highlight Chefs
      Ich kann doch nichts dafür, dass Todenhöfer Mist erzählt. Seine Erfahrungen in allen Ehren, aber die interessieren nicht wirklich, da sie rein subjektiv sind und er sie jetzt benutzt um sich selber einen Heldenstatus zu geben.
      Beispiel: Die Vermarktung vom Tod eines Freundes bei einem Raketenangriff.
      Beispiel 2: Die Vermarktung seines "wahnsinnigen" Risikos im IS-Gebiet Interviews zu führen. Informatives ist dabei nicht herausgekommen. Wusste man alles schon, ohne einen Fuss dorthin zu setzen.
      Das alles ist aber nicht neu, sondern lief schon so ab seit seiner Zeit bei der CDU. usw...
      1 1 Melden
  • DocM 01.12.2017 21:12
    Highlight interessant in diesem "Verein", keiner hat den Mumm zu sagen: ich bin schuld und habe Blödsinn gemacht, schuld ist immer ein Anderer; und viel von UNS Dumpfbacken nehmen denen das auch noch ab.
    26 2 Melden
  • Rumbel the Sumbel 01.12.2017 19:15
    Highlight Die Arme wird sicher einen lieben netten Richter finden. Den lieben netten Anwalt hat sie schon. Soll sie doch in das Land ihrer Berufung ausgewiesen werden.
    71 33 Melden
  • FancyFish 01.12.2017 19:03
    Highlight Lasst sie doch nach Syrien gehen. Die wird schon sehen, dass der IS nicht besonders gut gegenüber Frauen ist, wenn sie die 3. Ehefrau und Sexsklavin eines Wahnsinnigen wird.

    Schade um das arme Kind
    118 1 Melden
    • Saraina 02.12.2017 00:19
      Highlight Vor allem hat das arme Kind ja einen Vater, der in Ägypten alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um seinen Sohn zu retten. Das Kind wurde von seiner Mutter entführt.
      8 1 Melden

«Stereotype Vorstellungen» – Amnesty Schweiz kritisiert Umgang mit LGBT-Asylbewerbern

Österreich verweigert einem schwulen Afghanen das Asylrecht. Die Begründung strotzt vor Klischees über Homosexuelle – in der Schweiz undenkbar, sagt der Bund. Auch bei den Schweizer Behörden gebe es Nachholbedarf, widersprechen Menschenrechtler.

«Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten»: Das ist nicht der einzige Satz in einem negativen Asylbescheid der österreichischen Behörden für einen 18-jährigen Flüchtling aus Afghanistan, der beim Lesen Kopfschütteln auslöst.

Auch Freunde habe der Gesuchsteller nicht sehr viele, heisst es dort: «Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?» So formuliert der zuständige Beamte seine Zweifel. «Sie sind nicht …

Artikel lesen