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Ignaz Walker auf dem Weg zum Rathaus in Altdorf am Freitag, 30. Oktober 2015, wo der Prozess gegen den angeklagten Erstfelder Barbetreiber fortgesetzt wird. Das Obergericht Uri verurteilte Walker im September 2013 wegen versuchter vorsaetzlicher Toetung und versuchten Mordes in Mittaeterschaft zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und erhoehte damit die vom Landgericht verhaengte Strafe um 5 Jahre. Im Dezember 2014 hiess das Bundesgericht eine Beschwerde Walkers teilweise gut, hob das Urteil auf und schickte den Fall zur Neubeurteilung ans Obergericht Uri zurueck. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ignaz Walker: Der Fall des Urner Cabaretbetreibers wird neu verhandelt – mit neuen Akten.
Bild: KEYSTONE

Neue Akten im «Fall Walker» bringen Urner Behörden in Bedrängnis

Der «Fall Walker» wird erneut vor Gericht verhandelt: Neue Akten zum umstrittenen Kronzeugen zeigen laut «Rundschau» gravierende Unterlassungen der Urner Strafverfolgungsbehörden. Ob die Aussagen des Hauptbelastungszeugen damit noch verwertbar sind, ist fraglich.



«Fall Walker»: Darum geht's

Die neuen Akten – und was jetzt passiert

Kurz vor dem neuen Verhandlungstermin kommt jetzt also die nächste Enthüllung. Dabei geht es um 700 Seiten Akten, die bislang nicht veröffentlicht wurden und nun von der «Rundschau» ausgewertet wurden. Sie zeigen gemäss dem Recherche-Magazin neue gravierende Unterlassungen der Urner Strafverfolgungsbehörden. Die Akten dokumentieren die Ermittlungen der Urner Fahnder rund um einen Drogendeal im Mai 2010, also wenige Monate nach Peeters Aussage gegen Cabaret-Betreiber Walker.

Ob die ursprünglichen Aussagen des Hauptbelastungszeugen, Johannes Peeters, damit noch verwertbar sind, ist fraglich.

Das steht in den neuen Akten

Die offenen Fragen

Opfer Nataliya K. auf dem Weg zum Rathaus in Altdorf, am Montag, 19. Oktober 2015, in dem heute der Prozess Walker beginnt. Das Obergericht Uri verurteilte Walker im September 2013 wegen versuchter vorsaetzlicher Toetung und versuchten Mordes in Mittaeterschaft zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und erhoehte damit die vom Landgericht verhaengte Strafe um 5 Jahre. Im Dezember 2014 hiess das Bundesgericht eine Beschwerde Walkers teilweise gut, hob das Urteil auf und schickte den Fall zur Neubeurteilung ans Obergericht Uri zurueck. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

** ACHTUNG REDAKTIONEN: BILD WURDE DIGITAL BEARBEITET, UM OPFER UNKENNTLICH ZU MACHEN **

Natalja K.: Auf sie soll Ignaz Walker geschossen haben.
Bild: KEYSTONE

Weshalb haben sich die Urner Strafverfolger gegenüber dem Hauptbelastungszeugen im Fall Walker derart passiv verhalten? Weder die Staatsanwaltschaft noch die Kantonspolizei Uri beantworten diese Frage.

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Tatsache ist: Die Staatsanwaltschaft stellte das Strafverfahren gegen Peeters ein Jahr später ein, mit der Begründung, der Tatverdacht habe sich nicht erhärten lassen. Peeters erhielt eine Genugtuung von 5600.- Franken.

Die französische Polizei packte Peeters weit weniger sanft an: Nur ein Jahr nach dem Persilschein aus Uri wird Peeters im französischen Douai verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt. Die französischen Behörden halten unmissverständlich fest, dass Peeters seinen Handel mit Drogen zugegeben hat, und sich selber als Architekten des Handels bezeichne.

Die Oberstaatsanwaltschaft Uri verschwieg dieses Wissen im Zusammenhang mit dem Fall Walker immer. Sie bestritt jegliche Verbindung zwischen dem Hauptbelastungszeugen Peeters und dem Drogenhandel.

Die Konsequenzen für den Fall Walker

Oberstaatsanwalt Thomas Imholz wird von Medienleuten vor dem Rathaus in Altdorf interviewt, am Freitag, 30. Oktober 2015, wo der Prozess gegen den angeklagten Erstfelder Barbetreiber Ignaz Walker fortgesetzt wird. Das Obergericht Uri verurteilte Walker im September 2013 wegen versuchter vorsaetzlicher Toetung und versuchten Mordes in Mittaeterschaft zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und erhoehte damit die vom Landgericht verhaengte Strafe um 5 Jahre. Im Dezember 2014 hiess das Bundesgericht eine Beschwerde Walkers teilweise gut, hob das Urteil auf und schickte den Fall zur Neubeurteilung ans Obergericht Uri zurueck. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der Urner Oberstaatsanwalt Thomas Imholz.
Bild: KEYSTONE

Die 700 Seiten zu Johannes Peeters dürften demnächst neue unangenehme Fragen an Oberstaatsanwalt Imholz nach sich ziehen. 

Entscheiden werden die Urner Richter: Die Verhandlung im Fall Walker geht am 22. Februar vor Obergericht in die Verlängerung. Das Urteil wird nicht vor April erwartet.

(egg)

>>> Mehr dazu in der «Rundschau», heute um 20.55 Uhr auf SRF 1

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 10.02.2016 22:24
    Highlight Highlight Fremde Richter braucht das Land!
    (äh....oder mindestens der Kanton Uri)

    ;-)
  • Unkalmar 10.02.2016 20:40
    Highlight Highlight Man darf gespannt sein, wie plump die Urner Justiz den Fall unter den Teppich kehren und den Angeklagten zum Sündenbock machen wird.
    Ein Musterbeispiel für die urschweizerische Interpretation von "Rechtsstaat": Wir sind der Staat! Wir haben recht!
  • malu 64 10.02.2016 19:23
    Highlight Highlight Ein Glück für ein paar Schweizer, dass dieser Peeters frühzeitig
    verstorben ist. 8 Kg Amphetamine
    tönt nicht nach Eigenkonsum.
  • Duweisches 10.02.2016 18:20
    Highlight Highlight Der Fall wird ja immer heisser! Insbesondere für die anklagende Seite...
  • rolf.iller 10.02.2016 16:30
    Highlight Highlight Die Schweizer Variante von "Making a murderer". Hoffentlich mit einem besseren Ende als für Steven Avery.

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