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Nach Zuger Sex-Skandal

Zuger SVP will Markus Hürlimann nicht aus der Partei werfen

Der Zuger SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann, gegen den in der Zuger Sex-Affäre Ermittlungen laufen, wird voraussichtlich nicht aus seiner Partei geworfen. Die Mitgliederversammlung der Kantonalpartei hat am Donnerstag beschlossen, keine entsprechenden Massnahmen einzuleiten.

Einen Ausschluss hätte die Kantonalpartei zwar ohnehin nicht beschliessen können. Dies können nur die Sektionen, im Fall von Hürlimann die Sektion Baar. Die SVP des Kantons hätte der Sektion in einem Brief aber nahelegen können, den 40-Jährigen auszuschliessen. Einen solchen Brief wird es nicht geben.

Markus Huerlimann, Parteipraesident der SVP Zug, spricht an der Mitgliederversammlung der SVP des Kantons Zug am Donnerstag, 22. Januar 2015, in Walchwil. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Öffentlicher Auftritt nach langer Zeit: Markus Hürlimann an der SVP-Versammlung. Bild: KEYSTONE

Wie Beni Riedi von der Zuger SVP auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, gab es am Donnerstag einen Ordnungsantrag, die Diskussion abzubrechen und keine Massnahmen zu ergreifen. Dieser sei durchgekommen. Hürlimann selber sei bei der Versammlung anwesend gewesen und habe ausführlich Stellung zu der ganzen Sache genommen.

Die Sektion Baar könnte ihn zwar immer noch von sich aus aus der SVP werfen. Bis auf Weiteres dürfte es aber nicht dazu kommen. Niemand habe bis jetzt einen entsprechenden Antrag gestellt, sagte Riedi.

Erst am Dienstag dieser Woche trat Hürlimann von seiner Funktion als kantonaler SVP-Präsident zurück. Es sei ihm bewusst, nicht mehr das nötige Vorbild sein zu können, um die SVP Kanton Zug als Präsident zu führen, teilte er damals mit. Gleichzeitig stellte er klar, dass er Mitglied des Kantonsrates bleiben will.

Keine K.O.-Tropfen nachgewiesen

Zum mutmasslichen sexuellen Übergriff soll es nach der Feier für den neuen Landammann Heinz Tännler (SVP) in der Nacht auf den 21. Dezember 2014 gekommen sein. Dabei floss viel Alkohol. Am Morgen danach erwachte Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin (Alternative – die Grünen) nach eigenen Angaben mit Unterleibsschmerzen.

Die anwesenden SVP Mitglieder, mit Parteipraesident Markus Huerlimann, rechts, lehnen die Volksinitiative

Abstimmung: Hürlimann soll nicht ausgeschlossen werden. Bild: KEYSTONE

Weil sie sich an nichts mehr erinnern konnte, ging sie ins Spital. Die Ärzte informierten schliesslich die Polizei. Spiess-Hegglin ist überzeugt, dass ihr K.O.-Tropfen oder andere Betäubungsmittel verabreicht wurden. Unter Verdacht geriet Hürlimann, weil er zuletzt mit Spiess-Hegglin gesehen worden war.

Der SVP-Politiker wurde verhaftet und einen Tag später wieder auf freien Fuss gesetzt. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen Handlungen gegen die sexuelle Integrität eingeleitet. K.O.-Tropfen konnten in Spiess-Hegglins Blut- und Urinproben keine nachgewiesen werden.

Das heisst jedoch nicht, dass ihr auch keine verabreicht wurden. Die Proben wurden ihr im Spital erst rund 20 Stunden nach der mutmasslichen Einnahme entnommen. K.O.-Tropfen bauen sich aber innerhalb von etwa 8 Stunden ab. Noch ausstehend sind die Ergebnisse ihrer Haarprobe. (sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • stadisteinach 23.01.2015 13:48
    Highlight Highlight Keine Straftat, zwei Verlierer und dutzende Gäste, die aussagen müssen, weil sie Zeugen keines Tatbestandes waren.... Sie sind die eigentlichen Opfer als Gäste eines an und für sich würdigen Anlasses. Leidenschaft ist eine Eigenschaft, die Leiden schafft. Aber das hätte auch die grüne Fee wissen müssen. Eine Gewissensprobe wäre sinnvoller gewesen als die Haarprobe. Aber es bleibt ja noch etwas Zeit........
    0 2 Melden
  • Zeit_Genosse 23.01.2015 12:17
    Highlight Highlight Wir wissen nicht was vorgefallen ist. Doch wie und wer ständig in den Medien nach Präsenz rang. Der Hürlimann, ich bin kein Anhänger seiner Partei, hat sich aber in der Affäre nicht schlecht verhalten. Zurückhaltend und konsequent. Die andere Seite stellt sich als Opfer dar, obwohl sie nicht weiss ob sie ein Opfer wurde. Sie "kann" sich an nichts erinnern. Nun klebt sie an ihrem Job fest, obwohl ihre politische Glaubwürdigkeit nicht mehr gegeben ist und sie aus Loyalität und Taktik von ihrer Partei gestützt wird, weil auch die nicht wissen können was passiert ist. Der Hürlimann ist ein politisches Opfer. Moralisch müssen sich beide privat damit auseinandersetzen. Das geht uns nichts an.
    0 1 Melden

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