Schweiz
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ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG UEBER EINE NACHHALTIGE UND RESSOURCENEFFIZIENTE WIRTSCHAFT (GRUENE WIRTSCHAFT) VOM SONNTAG, 25. SEPTEMBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Idyllisch liegt der Lagh da Saoseo inmitten des herbstllch verfaerbten Waldes im Val da Camp, einem Seitental im Puschlav, Kanton Graubuenden. Aufnahme vom 12. Oktober 2011. (KEYSTONE/Armin Mathis)

Verschiebt sich die Waldgrenze um 500 Meter, wird der Lagh de Saoseo im Val da Camp, Kanton Graubünden, gemäss einer Studie ziemlich anders aussehen.  Bild: Armin Mathis

Rettet die Bäume! Klimawandel wird Schweizer Wälder verändern



Die Klimaerwärmung wird die Schweizer Waldlandschaft grundlegend verändern: Die Vegetationsgrenze verschiebt sich um 500 bis 700 Meter nach oben, Trockenheit und steigende Temperaturen erhöhen die Waldbrandgefahr und fördern den Schädlingsbefall. Das passiert so schnell, dass sich die Bäume ohne menschlichen Eingriff wohl kaum daran anpassen können.

Zu diesem Schluss kommt das Forschungsprogramm «Wald und Klimawandel», das am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vermitteln die Resultate «einen für Mitteleuropa einmaligen Überblick über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bäume und den Wald».

Bis zu vier Grad wärmer

Seit 1864 sind die Temperaturen in der Schweiz bereits um rund 1,8 Grad gestiegen. Auch wenn die im Klimaabkommen von Paris gesetzten Ziele erreicht werden, kommen noch weitere ein bis zwei Grad dazu. Gleichzeitig nehmen die Niederschläge im Sommer je nach Modell bis Ende des 21. Jahrhunderts zwischen fünf und 25 Prozent ab.

Diese Veränderungen werden den Bäumen stark zusetzen. So rechnen die Forscher damit, dass in den tiefer gelegenen Bergwäldern mit der Verschiebung der Vegetationsgrenze anstelle von Nadelbäumen in Zukunft vermehrt Laubbäume wachsen werden.

Betroffen sei zum Beispiel die Fichte: Nicht nur werde sie anfälliger für den Befall durch Borkenkäfer, der Baum werde in tieferen Lagen auch seltener gedeihen. An ihrer Stelle würden dort Bäume wachsen, die besser mit Trockenheit umgehen können, wie zum Beispiel die Traubeneiche.

Borkenkäfer AZ

Böser Borkenkäfer. Bild: Aargauer Zeitung

Angesichts der Geschwindigkeit des Klimawandels sei es fraglich, ob die Wälder es schafften, sich ohne menschliche Eingriffe an die neuen Bedingungen anzupassen. In begrenztem Ausmass seien sie dazu womöglich in der Lage.

Doch es bestehe die Gefahr, dass die Wälder ihre Schutzwirkung bei Naturgefahren, die Produktion von Holz als Rohstoff und Energieträger sowie ihr Angebot als Erholungsraum für Menschen in den kommenden Jahrzehnte nicht mehr wie gewohnt garantieren könnten. Ausserdem könnten «Störungsereignisse» wie zum Beispiel Waldbrände zunehmen und die Leistungen des Waldes weiter beeinträchtigen.

Waldtest für neue Bauarten

Um diese Konsequenzen des Klimawandels zu mindern, haben die Forscherinnen und Forscher Strategien für die Bewirtschaftung des Waldes entwickelt. Insbesondere die Vielfalt der Baumarten soll gefördert werden.

Weil die Bedingungen für die Wälder in der Schweiz sehr unterschiedlich sind und die Eigenheiten eines Standorts wie die Tiefe des Waldbodens, die Wasserversorgung oder die Ausrichtung zur Sonne auf kleiner Fläche wechseln, haben die Forscher ausserdem hoch aufgelöste Karten erstellt. Sie sollen den Förstern bei der Planung und Pflege ihrer Wälder helfen, damit sich diese an die neuen Klimabedingungen anpassen können.

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Weitere Forschungsprojekte untersuchten die Veränderungen des Waldes unter verschiedenen Klimaszenarien. Daraus werden zur Zeit Empfehlungen für die Bewirtschaftung der Wälder und für die Wahl zukunftsfähiger Baumarten erarbeitet. In sogenannten Waldtests werden diese Empfehlungen dann zusammen mit Fachstellen, Förstern und Umweltverbänden getestet.

42 Projekte

Das Forschungsprogramm «Wald und Klimawandel» wurde 2009 vom BAFU und dem WSL lanciert und wird 2017 abgeschlossen sein. Das Ziel war es, Grundlagenwissen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und dessen Leistungen zu erarbeiten und Strategien zur Anpassung an die Veränderungen und Entscheidungshilfen für die Praxis zu entwickeln.

An den 42 Projekten waren neben den Experten des BAFU und des WSL auch die Universität Basel, die ETH Zürich, das Paul Scherrer Institut, das Institut für angewandte Pflanzenbiologie in Schönenbuch, die Firma Meteotest und mehrere Ingenieurbüros beteiligt. (gin/sda)

Der globale Klimawandel im Zeitraffer

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Video: YouTube/Michael McIntee

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22
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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dääd 31.10.2016 17:44
    Highlight Highlight BAFU, WSL, ETH, PSI - alles nur studierte Idioten, gelenkt von einem linksgruenen Staat!
    (disclaimer: smile)
    14 6 Melden
  • Prof. Dr. Dr. D. Trump 31.10.2016 14:55
    Highlight Highlight Das heisst weniger Tannenmonokulturen, aber mehr Wald, mehr Eichen, Buchen, Ulmen, Erlen, Ahorne, ... mehr Biodiversität, bessere Luftqualität.
    Gelobt sei die Erderwärmung!
    16 7 Melden
    • Caturix 31.10.2016 15:07
      Highlight Highlight Ja mehr Laubbäume bessere Luft, Bessere Luftqualität weniger Erderwärmung nur dann müsste die Luft auf dem ganzen Planeten besser werden da helfen die paar Bäume der Schweiz auch nicht.
      6 2 Melden
    • Prof. Dr. Dr. D. Trump 31.10.2016 15:41
      Highlight Highlight @Caturix: Nebst den Alpen gibt es noch den Himalaya, die Anden, die Rocky Mountains, die Pyrenäen und viele andere Gebirge, viele deutlich grösser, als die Alpen. Wenn es wärmer wird, dann wird die Luft eher feuchter sein. Das heisst, dass es eher mehr Regen und Tau geben wird, bis weiter in das Landesinnere. Australien und weite Ebene in Afrika und Amerika könnten durchaus sich so von Steppen in Urwälder verwandeln.
      Die Erderwärmung ist ein Glücksfall!
      12 6 Melden
    • trio 01.11.2016 19:02
      Highlight Highlight Vielen Dank Dr.Trump für ihre super intelligenten Sprüche! ;) Ich fürchte jedoch, die Schweiz wird unter anderem wegen fehlenden Gletscher und Niederschläge eher so aussehen:
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      0 1 Melden
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