Schweiz
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Ein Trychler geniesst einen kurzen schlaf vor beginn des Scheller und- Trychler Umzuges, dies anlaesslich des Eidgenoessischen Scheller- und Trychler Fest von Sonntag 31.August 2008 in Brunnen.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ein Treichler ruht sich aus.
Bild: KEYSTONE

Das Fafner-Prinzip: Die Schweiz ruht sich auf ihrem Besitz aus – die Welt aber verändert sich

Der Rechtsrutsch bei den Wahlen hat die Wahrer des Besitzstands gestärkt. Eine schlechte Voraussetzung im Hinblick auf die Herausforderungen der Gegenwart. Und jene der Zukunft.



In Richard Wagners Oper «Siegfried», Teil 3 seines Monumentalwerks «Der Ring des Nibelungen», spielt der zum Drachen mutierte Riese Fafner eine Schlüsselrolle. Er bewacht eine Höhle, in der er einen Goldschatz und den besagten Ring versteckt hat. Als Göttervater Wotan und der Nibelung Alberich, die beide scharf auf den Ring sind, ihn vor der Ankunft des Titelhelden Siegfried warnen, quittiert Fafner dies mit dem Satz: «Ich lieg' und besitz', lasst mich schlafen!»

Es ist das typische Verhalten des Wohlstandsspiessers. Man ignoriert die aufziehende Gefahr oder hofft, verschont zu bleiben. Seit den Wahlen vom 18. Oktober und dem Erfolg von SVP und FDP wird man den Eindruck nicht los, dass ein erheblicher Teil der Schweizerinnen und Schweizer diesem Reflex frönt. In einer unruhigen und chaotischen Welt verkriechen sie sich ins vermeintliche Alpenidyll und hängen ein Schild an die Tür: «Bitte nicht stören!»

Bild

Siegfried kämpft gegen den Drachen Fafner: Szenebild einer Inszenierung des Royal Opera House in London.

Uns geht es gut, lass uns in Ruhe, du böse Welt! Zur Beruhigung des schlechten Gewissens spenden wir grosszügig der Glückskette.

Im Fall von Fafner ging es nicht gut. Siegfried erschlug den Drachen und riss sich das Gold und den Ring unter den Nagel. Auch mit ihm nahm es kein gutes Ende, überhaupt endet der Opernzyklus mit dem grossen Weltenbrand. Die Schweiz wird nicht untergehen. Trotzdem hat man vor Beginn der neuen Legislaturperiode am Montag nicht den Eindruck, dass dieses Land wirklich bereit ist, sich den Herausforderungen der heutigen Welt zu stellen.

Der Eindruck wird von anderen Medien geteilt. NZZ und «Tages-Anzeiger» veröffentlichten am gleichen Tag je einen kritischen Leitartikel zur Lage der Nation. NZZ-Chefredaktor Eric Guyer bezeichnete die Schweiz nach den Wahlen als «Republik der Mutlosen» und zielte dabei auf die beiden Pole rechts und links. Konkreter wurde Tagi-Edelfeder Constantin Seibt. Für ihn besteht das Problem mit dem Sieg der Rechten darin, «dass sie – mitten in der Veränderung – nichts tun, als den Besitz zu verteidigen».

Eine Strategie für die Zukunft sieht anders aus. Kurz vor den Wahlen habe ich vor «Stürmen» gewarnt, die in den nächsten Jahren über unsere «Insel der Seligen» hereinbrechen könnten. Drei Punkte habe ich angesprochen: Flüchtlinge, Europa, Frankenstärke. Und bereits zeichnet sich ab, dass die Wetterlage sich sehr viel schneller verschlechtert, als uns lieb sein kann.

Flüchtlinge

Die Flüchtlingswelle auf der Balkanroute hat definitiv unsere Grenzen erreicht. Im Oktober wurden 4750 Asylgesuche registriert, und in den ersten zwölf Tagen des November waren es bereits wieder 2121. Daran hat sich wenig geändert. «Die Zahl der neuen Asylgesuche ist anhaltend hoch», sagt Martin Reichlin, Sprecher des Staatssekretariats für Migration (SEM). Damit dürfte sie im November auf 5500 bis 6000 ansteigen. Chaotische Zustände herrschen deswegen nicht: «Alle Asylsuchenden werden registriert, alle können untergebracht werden», sagt Reichlin.

Ein Asylsuchender faltet ein Laken zusammen, in der als Asylnotunterkunft genutzten Zivilschutzanlage in St. Gallenkappel, am Donnerstag, 12. November 2015. Der Kanton St. Gallen will die im Oktober in Betrieb genommene Notunterkunft bis laengstens Ende Januar 2016 betreiben. Derzeit leben 100 Asylsuchende in der Anlage. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Zivilschutzanlagen wie jene in St.Gallenkappel werden als Notunterkünfte verwendet.
Bild: KEYSTONE

Was aber geschieht, wenn sich die Flüchtlingszahlen weiter auf diesem Niveau bewegen oder noch ansteigen? Für die SVP ist der Fall klar: Grenzen dicht machen und Flüchtlinge aus sicheren Drittstaaten wie Deutschland konsequent zurückschicken. Sie trifft damit den Nerv vieler Menschen im Land. Wie beliebt sich die Schweiz damit macht, ist eine andere Frage.

Europa

Die Zukunft des bilateralen Wegs steht zur Disposition. Die EU lässt keine Bereitschaft erkennen, der Schweiz bei der Personenfreizügigkeit entgegen zu kommen. Umgekehrt legt sich Bern bei den Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen quer. Immer mehr bürgerliche Politiker scheinen bereit, sich mit dem Status Quo zu begnügen, wenn Brüssel im Streit um die «fremden Richter» nicht nachgibt. Die Schweiz riskiert damit, die EU nachhaltig zu verärgern, denn der Rahmenvertrag ist eine Forderung von deren Seite.

ZUM 10. JAHRESTAG DER UNTERZEICHNUNG DER BILATERALEN VERTRAEGEN II UND DER PERSONENFREIZUEGIGKEIT AM SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Bundesraetin Micheline Calmy-Rey haelt ihre Haende auf einen Stapel der unterzeichneten Billateralen Vertraege II mit der Europaeischen Union, am Dienstag, 26. Oktober 2004 in Luxemburg. (KEYSTONE/Yoshiko Kusano)

Bei den bilateralen Verträgen geht im Moment kaum etwas.
Bild: KEYSTONE

Allerdings nimmt auch in der Bevölkerung die Akzeptanz der bilateralen Verträge ab, wie eine Umfrage des Instituts GFS Bern zeigt. Bei der Wirtschaft schrillen zunehmend die Alarmglocken. An einem Anlass der Zürcher Handelskammer am Mittwoch kam es zu einem Schlagabtausch zwischen dem neuen SVP-Nationalrat Hansueli Vogt auf der einen sowie Economiesuisse-Geschäftsführerin Monika Rühl und Philip Mosimann, CEO von Bucher Industries, auf der anderen Seite. Mit der Einigkeit der neuen «rechten Mehrheit» ist es bei diesem Thema nicht weit her.

Frankenstärke

Der Unmut der Wirtschaft über die anhaltende Stärke des Franken – oder die Schwäche des Euro – nimmt laufend zu. Aus einer gut informierten Quelle war diese Woche zu vernehmen, dass die Zahl der Schweizer Firmen, die sich für eine Niederlassung in Deutschland interessieren, seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank am 15. Januar stark zugenommen hat. Wirtschaftsführer und Ökonomen warnen vor einer Deindustrialisierung der Schweiz.

Swiss National Bank SNB Chairman Thomas Jordan speaks to the media in Bern June 19, 2014. The Swiss National Bank is monitoring the impact on Switzerland of the recent interest rate cut in the euro zone closely and is ready to act if necessary, Jordan said on Thursday. REUTERS/Thomas Hodel (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS POLITICS HEADSHOT)

Thomas Jordan gibt den Schönredner.
Bild: THOMAS HODEL/REUTERS

Nationalbank-Präsident Thomas Jordan aber gibt sich unbeeindruckt. In einem Interview mit der «Handelszeitung» verteidigte er die Aufhebung des Mindestkurses. Das Direktorium der Nationalbank sei «zu 100 Prozent überzeugt, dass der Entscheid richtig war». Der Verlust von Arbeitsplätzen sei sehr bedauerlich. «Doch der Strukturwandel ist für die Schweiz nichts Neues.» Offen bleibt, wie lange sich Jordan diese Nonchalance leisten kann.

Wer sich auf das Hüten seines Besitzstandes zurückzieht, kann mit solchen Herausforderungen schlecht umgehen. Für Constantin Seibt bekämpfen sich «zwei völlig entgegengesetzte Leitkulturen»: die schweizerisch-konservative der reichen Erben und die kalifornische der Ingenieure. In seinem Text im «Tages-Anzeiger» stimmt Seibt ein Loblied auf den amerikanischen Erfindergeist an, bei dem manche seiner linken Fans vermutlich leer geschluckt haben.

Nichts umschreibt ihn besser als die Begründung von Präsident John F. Kennedy für das US-Mondflugprogramm: «Wir tun es nicht, weil es einfach ist, sondern weil es schwierig ist.» In diesem Geist baut Tesla-Gründer Elon Musk in der Wüste von Nevada das grösste Fabrikgebäude der Welt, um billige Batterien für Elektroautos herstellen zu können. Während die rechte Mehrheit in der Schweiz die Energiestrategie 2050, die einen Innovationsschub auslösen könnte, zu einem Vehikel zur Subventionsverteilung abstufen dürfte.

The Tesla Gigafactory is shown under construction outside Reno, Nevada May 9, 2015.  Picture taken May 9, 2015.   REUTERS/James Glover II

Baustelle der Tesla-«Gigafabrik» in der Wüste von Nevada.
Bild: JAMES GLOVER/REUTERS

In diesem Geist tüfteln Apple und Google am selbstfahrenden Auto und an der digitalen Revolution. Während die bürgerlichen «Bewahrer» in der Schweiz ihr Heil weiterhin in tiefen Steuern sehen, auch wenn dabei die öffentlichen Dienstleistungen zu Schaden kommen, die ihren Teil zur Standortattraktivität der Schweiz beitragen. Sowohl Eric Gujer wie Constantin Seibt, die politisch auf völlig unterschiedlichen Pfaden wandeln, sind sich bemerkenswert einig: In der Schweiz herrscht «ein Mangel an Ideen, wohin sich das Land bewegen soll».

Es gibt wenig Hoffnung, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern will, auch weil der Souverän in einem durchaus weisen Entscheid den Rechtsrutsch im Nationalrat in der kleinen Kammer relativiert hat. Dort bleibt die SVP auf ihren fünf Sitzen kleben. Die politische Arbeit erleichtert dies nicht. Im schlechteren Fall werden grosse Projekte blockiert. Im besseren kommt die FDP als wichtiger Player zur Einsicht, dass es der Schweiz nichts bringt, in satter Selbstzufriedenheit vor der Höhle zu liegen und den Besitz zu bewachen.

Wie Elon Musk mit Tesla durchstartete

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    Alle Leser-Kommentare
  • tschii-maahni 14.12.2015 16:17
    Highlight Highlight Volk von möchtegern-schlauen!

    Das ist unser grösstes Problem.
  • Asmodeus 30.11.2015 17:19
    Highlight Highlight Ich äussere mich hier nur zur Einleitung:

    1. Fafnir (nicht Fafner)
    2. Bitte nie wieder von Wagner reden wenn es um die Niebelungen und die nordische Mythologie geht. Wagner ist schuld, dass bis heute die Menschen glauben Wikinger hätten Hörner an den Helmen getragen.
    3. WICKI LÜGT!

    Liebe Grüsse,
    Professor Weissinger ;)
    • NoraDrenalin 02.12.2015 04:45
      Highlight Highlight 1. Bei Wagner heisst der Drache Fafner - und darauf bezieht sich auch der Artikel.
      2. Wenn der Mythos der "Wikinger-Hörner-Helme" Ihr grösstes Problem bei der Wagner'schen Nibelungenrezeption darstellt, haben Sie das Werk wohl nicht verstanden...
      Lg
      Nibelungengeplagte (bald) Ex-Möchtegerngermanistin ;)
    • Asmodeus 02.12.2015 07:24
      Highlight Highlight Oh es ist nur die Spitze des Eisbergs was Wagner alles verbrochen hat.
      War aber vor Allem eine Anspielung an das Buch "Mara und der Feuerbringer"
  • klugundweise 30.11.2015 16:44
    Highlight Highlight Ohne Druck keine Veränderung.
    Offenbar ist der Druck noch zu klein.
    Auf dem Honigtopf sitzt es sich halt bequem.

    Auch die Erkenntnis, dass eine Wirtschaft, ausgerichtet auf permanenten Wachstum verbunden mit steigendem Ressourcenverbrauch eher früher als später in die Wand fahren muss, wäre schon eine Veränderung.
  • 7immi 30.11.2015 16:09
    Highlight Highlight ist stillstand und warten automatisch schlecht? muss immer alles wachsen, immer alles besser werden? die schweiz ist beständig und zuverlässig. sie wandelt sich, allerdings nur langsam. rundherum wird ein wandel erzwungen und alles zwangsverbessert. überstürzt werden entscheide gefällt und bewährte systeme ersetzt. alles was neu ist, ist automatisch besser. die schweiz steht immer sehr gut da, unsere strategie scheint also erfolgreich zu sein. das interessante ist, dass nach jeder wahl ein solcher artikel erscheint. diese sind allerdings mehr politisch motiviert als sachlich.
    • phreko 30.11.2015 17:07
      Highlight Highlight Schreibst du diese Zeilen auch vom bewährten alten Nokia?
    • 7immi 30.11.2015 23:24
      Highlight Highlight @phreko
      mit der brieftaube...
      nein, ich benutze ein älteres iphone. ich schrieb mitnichten, dass man nie etwas verbessern soll. einfach mit mass, man muss nicht alles sofort erneuern, sondern mal abwarten...

      @simply smarter
      das ist auch gut so und dieser wird schon bemerkt. durch kleine änderungen im system kann richtig reagiert werden. auf grosse wird häufig überstürzt und voreilig gehandelt. ich denke daher, dass diese kleinen änderungen alles andere als gefährlich sind...
  • simiimi 30.11.2015 15:53
    Highlight Highlight Lustig, von Stillstand zu schwafeln und gleichzeitig auf dem Entscheid der SNB zur Aufgabe des Mindestkurs herumzuhacken. Der so angeregte Strukturwandel ist doch das beste Beispiel von Wandel! Der Artikel ist ganz schön politisch gefärbt
  • simiimi 30.11.2015 15:49
    Highlight Highlight Lustig, von Stillstand zu schwafeln und gleichzeitig auf dem Entscheid der SNB zur Aufgabe des Mindestkurs herumzuhacken. Der so angeregte Strukturwandel ist doch das beste Beispiel von Wandel! Der Artikel ist ganz schön politisch gefärbt
    • Peter 30.11.2015 19:12
      Highlight Highlight Natürlich ist er das, es geht mir um die Lage der Nation nach den Wahlen im Oktober.
  • BeWi 30.11.2015 15:31
    Highlight Highlight vielleicht noch etwas zum "Nachdenken": Tesla mag ja technisch super sein, ist aber leider in den (tief) roten Zahlen. Das ging bis jetzt nur darum, weil der Musk ein "gutes" Händchen mit Paypal hatte und diese für einige Milliarden weiter verkauft hatte. Das so etwas in der CH nicht funktioniert liegt vor allem daran, dass wir halt nicht den riesen Markt haben wie die USA. Weiter, Google und Tesla als Massstab zu nehmen scheint mir doch sehr weltfremd zu sein. Wer sich an diesen Ausnahme Firmen orientiert, hat schon von Anfang an verloren.
    • legis 30.11.2015 19:30
      Highlight Highlight Dass Musk jedoch selber sagt, dass seine Firma bis 2020 Verlust machen wird blendest du hier gekonnt aus...
  • Wilhelm Dingo 30.11.2015 14:55
    Highlight Highlight Die Probleme sind auf dem Tisch, schön. Aber was nun? Die politischen Mächte mit ihren ideologischen oder wirtschaftlichem Hintergrund kämpfen nicht für die Interessen der Bevölkerung sonder für Ihre eigene Machterhaltung. Steht auf, bewegt was, ohne Parteien, ohne Massenmedien.
  • Rööfe 30.11.2015 14:49
    Highlight Highlight Im erwähnten NZZ-Artikel beklagt sich der ehemalige Agglobewohner und Neourbane Prof. Dr. Vogt über den Dichtestress und den hohen Ausländeranteil an seinem hippen Wohnort "Hardbrücke". Vielleicht hätte ein guter Freund ihm erklären sollen, dass Zürich-West (Aussersihl/Industriequartier) schon seit über 130 Jahren den höchsten Ausländeranteil, in der Stadt Zürich aufweist. Aber Albisrieden, Witikon oder Höngg sind halt nicht so cool, für einen Partytiger.
  • BeWi 30.11.2015 14:23
    Highlight Highlight Eines muss ich noch sagen: zum Glück wird die CH nicht von Journalisten geführt - und es wäre m.E. besser, die würden sich etwas mehr zurücknehmen. Ausser lästern können die nämlich nicht viel mehr. (siehe Lokus Barfuss)..
    • Nick Name 30.11.2015 15:48
      Highlight Highlight Eines muss ich noch sagen: zum Glück wird die CH nicht von Online-Kommentierern geführt - und es wäre m.E. besser, die würden sich etwas mehr zurücknehmen. Ausser lästern können die nämlich nicht viel mehr. (siehe Lokus BeWi)..
    • BeWi 30.11.2015 16:10
      Highlight Highlight soso.. nur habe ich eine eigene Firma und bin in mehr als 10 Ländern tätig. Täglich mit Amerika, Honkong, DE, F, NL etc. zu tun.. sonst noch Fragen? Also hat meine Wenigkeit schon viel mehr für die CH getan als gewisse andere Leute, bei dir weiss ich es ja nicht, bei den Journis aber schon... und wir haben nach wie vor einen sehr guten Ruf in der Welt da draussen, die "Schwarzmaler" sollen mal raus in die schöne weite Welt und mal vergleichen. Und mein Studium habe ich übrigens selber bezahlt..
    • Nick Name 30.11.2015 20:57
      Highlight Highlight Schön. Glaube gerne, dass du mehr für die CH getan hast als "gewisse andere Leute".
      Auch wenn "für die CH etwas tun" unterschiedlich bewertet werden kann, auch wenn eine eigene Firma und Tätigkeit in 10 Ländern allein noch nicht viel bedeutet. Damit will ich nicht dein Tun runtermachen; ich weiss schlicht nicht, was du machst.)

      Aber: Ich wollte nur zeigen, dass es so wenig Sinn macht, über "die Journalisten" (Bärfuss ist übrigens Schriftsteller) herzuziehen wie über "die Kommentierer". Und dass solche Verallgemeinerungen (z.B. in der Politik) leider auch viel Dummes mit sich bringen.
  • BeWi 30.11.2015 14:17
    Highlight Highlight das mit den Flüchtlingen macht die CH genau richtig, soweit wir es denn noch können. Die anderen EU Länder sind viel restriktiver, ja sogar F hat die Grenzen zu gemacht, DE und S beginnen nun auch, wie die CH, mir einer vorläufigen Aufnahme. Sollte es wieder mal Ruhe geben in der Region der Flüchtlinge, so müssen diese wieder zurück. Ganz in Ordnung. Es ist mir schon ein Rätzel wie gewisse Schreiberlinge immer und immer wieder die CH und grosse Teile der Bevölkerung in den Dreck ziehen müssen. Vor allem: bringt doch Vorschläge wenn Ihr doch alles samt so tolle Hechte seit!
    • Nick Name 30.11.2015 15:50
      Highlight Highlight Vorschlag: migrationscharta.ch
  • BeWi 30.11.2015 14:12
    Highlight Highlight Selten so ein "Cocktail" von Informationen, welche absolut nichts miteinander zu tun haben, in einem Artikel gelesen! Also ist tatsächlich die SVP schuld daran, das Google und Tesla in den USA und nicht in der CH entstanden sind? Eine kleine Aufklärung: Googles Europa Head Quarter liegt wo ganz genau? In der CH, in Zürich und ja die haben neu auch 50000m2 Büros in der Europaallee gemietet. Übriges hatte einer der Gründer ein Schweizer Wurzeln und hat an der ETH studiert. Weiter ist die CH eines der Länder (nach Norwegen) mit dem höchsten Anteil an Teslas. Und Jordan ist weiss Gott kein SVP'ler
    • Patrick Felder 01.12.2015 10:35
      Highlight Highlight Textverständins: mangelhaft
  • Kookaburra 30.11.2015 13:17
    Highlight Highlight Die Schweiz wird nicht untergehen! Aber der Schweizer wird ersetzt. Schon über 40% haben einen Migrationshintergrund. Es wird immer gesagt: Das sind Flüchtlinge, die gehen dann ja wieder. Aber in Wahrheit will die Politik doch eine möglichst schwache Bevölkerung, die nie etwas gegen die Wirtschaft sagen kann, weil sie sonst durch eine willigere erstzt wird. Weil die Schweiz soll ja eine Willensnation sein. Kein Volk. Einfach eine willige, billige Arbeiterschaft. Und auch wenn die Arbeitsplätze abwandern, sollen trotzdem alle wirtsch. Flüchtlinge aus der EU und aus dem Süden aufgenommen werden?
    • Anam.Cara 30.11.2015 14:39
      Highlight Highlight über 40 % der Einwohner in der Schweiz? Das wusste ich gar nicht.
      Auf wie viele Generationen zurück ist das gerechnet?

      Übrigens: das mit der "billigen Arbeiterschaft" dürfte sich im internationalen Vergleich leider ziemlich schnell relativieren...
    • Kookaburra 30.11.2015 16:19
      Highlight Highlight Erste und zweite Generation. Ein Drittel von ihnen hat den Pass schon erhalten. (Ohne den anderen abzugeben. Wetten?) Dritt und ältere Generation sind alle Schweizer.

      Auf über 40% kommt die Rechnung, weil das BFS (bei den kommunizierten 35% alle unter 15 Jahren (fast 20%) nicht mitgezählt hat. !?

      http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/medienmitteilungen.html?pressID=9936

      In den letzten zwei Jahren ist, die ausl. Bev. um min. noch 2% gestiegen.

      Zum übrigens: Genau, weil ja nur noch Ausländer eingestellt werden.
    • Anam.Cara 30.11.2015 17:54
      Highlight Highlight @Boomerang
      Wenn wir bei den unter 15-jährigen die selbe Quote von Einwohnern mit Migrationshintergrund annehmen, dann bleibt die Gesamtquote bei 35% (dann rechnen wir ja nicht auf 6.8, sondern auf 8 Millionen Einwohner).

      Zum Stichwort "Willensnation": gehört es nicht zum Selbstverständnis der Schweiz, eine Willensnation zu sein (mit 4 Sprachen und kulturellen Unterschieden zwischen Ost, West, Nord und Süd)?

      Zum "übrigens": in vielen Branchen werden auch Ausländer eingestellt, weil es in der Schweiz zu wenig Fachkräfte gibt (z.B. Gesundheitswesen, Technologie)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Typu 30.11.2015 12:47
    Highlight Highlight Die welt selbst ist weit davon entfernt sich den realitäten zu stellen. Wieso müsste es die schweiz dann tun? Hört doch auf mit der sorgenmacherei. Die schweiz ist in den meisten themen mit dabei oder sogar in einer spitzenposition vertreten. So schnell wird uns kein kopf abgeschlagen. Immer diese nörglerei.
  • Toerpe Zwerg 30.11.2015 12:28
    Highlight Highlight Leider beschränkt sich das Bewahrerdenken nicht auf das rechte Spektrum der politischen Landschaft. Es ist überall stark ausgeprägt, insbesondere auch bei der Linken.
    • Marco86 30.11.2015 12:47
      Highlight Highlight Gebe dir absolut Recht.
      Herr Blunschi hat wohl die Wahl des "dummen" Souveräns noch nicht verdaut und aus einem sehr guten NZZ-Bericht einen faktenfreien Nonsens gezimmert.
  • atomschlaf 30.11.2015 11:39
    Highlight Highlight Leider beschränkt sich diese rückwärtsgewandte Denke nicht auf die rechte Seite des politischen Spektrums. Die kleingeistige Bewahrermentalität findet sich auch in der Mitte und besonders ausgeprägt auch bei Links-Grün. Das äussert sich z.B. in der verbreiteten Abneigung gegen Hochhäuser oder auch in Schildbürgereien wie der "Zersiedelung stoppen"-Initiative der Jungen Grünen.
  • Dä Brändon 30.11.2015 10:51
    Highlight Highlight Sehr sachlicher Artikel, der Vergleich mit anderen Länder öffnet bisschen mehr die Augen. Die SVP macht sich gar nichts aus der Zukunft der Schweiz, ja ihr habt richtig gehört. Ich schätze diese Partei so ein das sie sogar auf eine Krise aus ist. Denn wenn's der Bevölkerung schlecht geht finden sich auch mehr rechte Wähler. Sündenböcke können viel schneller gefunden werden und die Schweiz beginnt sich dann, nach den Vorstellungen der Rechten, von innen zu reinigen.
    • Dä Brändon 30.11.2015 11:42
      Highlight Highlight Ich glaube nicht das es mit der Schweiz bergab geht, ganz und gar nicht, wir sind ein klassisches "Stehaufmännchen" Volk, aber die SVP ist sehr gefährlich, genauso wie die SP, wir brauchen wieder eine starke Mitte.
    • Triesen 30.11.2015 11:48
      Highlight Highlight Aber dafür muss man sie dann eben auch wählen...
    • Eisenhorn 30.11.2015 15:39
      Highlight Highlight @Brändon, grundsätzlich gebe ich Ihnen recht aber bitte nicht diese aktuellen Fahnen in Wind die sich Mitte nennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triesen 30.11.2015 10:48
    Highlight Highlight Das gibt mir zu denken, macht mir Angst und ist doch so wahr. Die Schweiz ist keine Insel, sie ist Teil der Welt - und viele wollen das einfach nicht anerkennen. Sie akzeptieren noch nicht einmal Europa als Partner. Wacht auf, bevor es zu spät ist: Mauern sind keine Lösung...

    http://www.huffingtonpost.de/thomas-riesen/mauern-sind-keine-loesung_b_8648144.html
    • atomschlaf 30.11.2015 11:43
      Highlight Highlight Mauern sind sehr wohl eine Lösung. Sie sind Voraussetzung für eine konstruktive Einwanderungspolitik zum Nutzen des Landes statt einer ruinösen Einwanderung in die Sozialhilfe.
    • Amboss 30.11.2015 15:38
      Highlight Highlight @Triesen: "Sie akzeptieren nicht mal Europa als Partner" Lassen sie doch solche nichtssagenden Sätze
      weg?

      Wer ist "sie"? Parteien? Gewisse Personen?

      Was meinst du mit Europa?
      Europäische Staaten? Die EU? Europäische Firmen? Menschen aus europäischen Staaten? Die griechische Göttin Europa?

      Was meinst du mit Partner? Firmen? Regierungen von Ländern? Vertreter der EU? Freunde? Ehepartner?

      Überleg mal ein bisschen. Die meisten Leute haben sehr wohl sehr viel mit Europa zu und akzeptieren dieses auch...
    • Triesen 30.11.2015 18:08
      Highlight Highlight @Amboss ...Du stellst eine Reihe von Fragen, der Begriff Fragenkatalog wäre nicht falsch. Soviel Platz habe ich nicht und deswegen gehe ich nicht auf griechische Götter ein. Bei uns sind eher CH-Götter mit Wohnsitz in Herrliberg ein Thema. 🤔😆

      Mit der Aussage, dass die Schweiz nicht einmal Europa als Partner anerkennt, meine ich die Politik.

      In den nächsten vier Jahren werden die Bestrebungen darauf hinauslaufen alle Verbindungen zur EU zu kappen, u. a die Bilateralen. Die Zuwanderungs-Politik wird mit Beton und Stacheldraht umschrieben.

      Und all das zum Schaden der Wirtschaft...
  • @BlackStar 30.11.2015 10:45
    Highlight Highlight Schon erstaunlich, dass die FDP jetzt plötzlich zu den Wohlstandsspiessers gezählt wird. Das die SVP die Schweiz gerne konservieren will - ok. Aber es ist doch vor allem die SP, welche sich auf das Hüten des Besitzstandes zurückzieht. Seit Jahren sperrt sich die SP gegen jegliche Veränderung und Modernisierung, ganz im Gegensatz zur FDP. Der Stillstand der letzten 8 Jahre ist auf die beiden Polen aus SP und SVP zurückzuführen. So ist die erstarkte FDP jetzt eine Chance für unser Land, dass es endlich zu Veränderungen und Fortschritt kommt.
    • MARC AUREL 30.11.2015 14:57
      Highlight Highlight kommt drauf an in welchen Bereichen. Die FDP wie SVP stehen auf Atomenergie, nicht sehr zukunftsorientiert...
  • Amboss 30.11.2015 10:38
    Highlight Highlight Herr Blunschi. Ich bin 34 Jahre alt. Mein erstes politisches Erlebnis war der EWR-Nein. Was wurden uns da doch für Katastrophen "versprochen". Mein ganzes Leben schon höre ich Warnungen in der Art dieses Artikels. Und was ist passiert? Nichts. Uns geht es echt saumässig gut.

    Weil die Schweiz eben nicht "nichts tun, als den Besitz zu verteidigen".
    Die Schweiz liegt auf der Lauer, beobachtet und handelt dann, wenn es sein muss.

    Sagen sie konkret, Herr Blunschi: Bald findet in GB ein EU-Referendum statt. Ist ein Rahmenabkommen jetzt wirklich richtig, wenn die EU dann ganz anders aussieht?
    • Amboss 30.11.2015 11:39
      Highlight Highlight Vielleicht noch ergänzt:
      Mag die Politik auch starr und statisch, ja vielleicht sogar blockiert.
      "Die Schweiz" ist es nicht. Die Wirtschaft ist innovativ, weltoffen, hat Abnehmer überall.
      Dasselbe für die Bevölkerung. Mobil, reisefreudig, intressiert, offen.

      Und die Politik ist dabei etwas, was vielleicht gerne unterschätzt wird: Ein sicherer Hafen. Verlässlich, stabil, sich nicht auf Experimente einlassend.
  • Kronrod 30.11.2015 10:30
    Highlight Highlight Zum Glück wird die Zukunft der Schweiz nicht von der Politik gemacht, sondern von den Menschen, der Wirtschaft, der Kultur, den Medien, etc. Ich glaube sogar, dass es besser kommt, wenn sich der Staat raushält und möglichst nicht im Weg steht.

    Swatch arbeitet übrigens an einer Autobatterie, die wesentlich effizienter ist, als die von Musk. Dazu mussten keine neuen Subventionen erfunden werden. Man muss nur die Guten wirken lassen, dann sind wir auch in Zukunft vorne dabei.
    • _kokolorix 30.11.2015 12:27
      Highlight Highlight Zum Eine ist es richtig, die Guten machen zu lassen.
      Zum Anderen kann der Staat auf Dauer nicht zulassen, dass grosse Teile der Bevölkerung von den Produktivitätsgewinnen ausgeschlossen werden. Wir können nicht ausschliesslich vom Export leben, sonst werden wir ständig zum Spielball der Krisen irgendwo in der Welt.
      Wenn wir schon unabhängig sein wollen, dann richtig. Und dazu gehört eine starke Binnwirtschaft, welche wir gerade auf dem Altar der Liberalisiserung(des Kapitals) opfern.
    • Amboss 30.11.2015 13:37
      Highlight Highlight Wie kommst du denn darauf, dass wir keine starke Binnenwirtschaft hätten?

    • _kokolorix 30.11.2015 17:54
      Highlight Highlight http://business24.ch/2014/11/11/konjunktur-negativer-trend-auf-dem-schweizer-binnenmarkt/
      http://www.nzz.ch/wirtschaft/binnenwirtschaft-im-gegenwind-1.18420843
      http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/publikationen.Document.196923.pdf
      zieht euch das mal rein und urteilt selbst.

Neuester Streit der Putin-Trolle: Jetzt verbreiten sie 5G-Paranoia

Der russische Propaganda-Sender RT verbreitet regelmässig Beiträge mit Schauergeschichten über die angeblichen Gefahren der 5G-Technologie.

Spätestens seit der Veröffentlichung des Mueller-Reports ist im Detail bekannt, wie Russlands Propaganda-Maschinerie versucht, westliche Demokratien zu destabilisieren. Die Putin-Trolle beschränken sich jedoch nicht nur darauf, Wahlen zu beeinflussen. Sie versuchen ganz gezielt, die Bevölkerung zu verunsichern und Hass zu schüren.

Nun hat die «New York Times» aufgedeckt, dass Russlands Propagandasender RT, vormals Russia Today, systematisch Gruselmärchen über die angeblichen Gefahren der …

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