Schweiz
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HANDOUT, FILMSTILL -  Heidi (Anuk Steffen) und Geissenpeter (Quirin Agrippi) mit einer Geiss auf der Alp, Szene aus dem Film

Heidi (Anuk Steffen) und der Geissen-Peter (Quirin Agrippi) in der neuen Verfilmung des Klassikers.
Bild: ZODIAC PICTURES

Heidi, Schellen-Ursli und die unstillbare Sehnsucht nach der heilen Schweiz

Erfolg für zwei «Heimatfilme» im Kino, Erfolg der SVP bei den Wahlen: Die Schweiz hat 2015 angesichts der Krisen in Europa in den Heile-Welt-Modus geschaltet. Die Realität aber wird uns unweigerlich einholen.



Für die Schweizer Kinos war 2015 ein glänzendes Jahr. Verantwortlich dafür sind internationale Blockbuster wie der neuste Bond oder die Fortsetzung der «Star Wars»-Saga – und zwei Produkte heimischen Schaffens. Die Verfilmung des Kinderbuchklassikers «Schellen-Ursli» hat bereits mehr als 300'000 Besucher angelockt und die Top 10 der ewigen Bestenliste erobert. Gar noch besser dürfte die neuste «Heidi»-Version abschneiden, die einen Traumstart hingelegt hat.

Beiden Filmen ist nicht nur die Tatsache gemeinsam, dass ihre Stoffe zum Kanon der hiesigen Volkskultur gehören. Sie bedienen die Sehnsucht der Zuschauer nach einer ländlichen, überschaubaren, vermeintlich gesunden Schweiz. Besonders deutlich ist dies beim Heidi der Fall, das in der fernen Grossstadt Frankfurt verkümmert und erst daheim beim Alpöhi wieder aufblüht.

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Der Trailer von «Schellen-Ursli».
YouTube/C-FILMS AG

Der Erfolg solcher Filme ist nicht neu und entspricht doch perfekt dem Zeitgeist. «Heidi» und «Schellen-Ursli» sind das cineastische Begleitprogramm zum Sieg der SVP bei den Wahlen im Oktober. Im Jahr 2015, in dem Europa von Krisen erschüttert wurde, hat sich der Wunsch nach einem Rückzug in eine heile Schweiz verstärkt, die sich abnabelt von den Übeln dieser Welt.

Wir ziehen uns ins Private zurück und teilen dieses Privatleben auf digitalen Kanälen exzessiv mit der Aussenwelt. Wir träumen vom Dorfleben, obwohl die meisten Dörfer längst agglomässig zersiedelt wurden.

Dafür gibt es weitere Befunde: Das «Hoffnungsbarometer» der Vereinigung für Zukunftsforschung Swissfuture zeigt, dass ein harmonisches Privatleben für die Schweizerinnen und Schweizer das höchste der Gefühle ist. «Das Beschauliche, das Überschaubare und die Gemütlichkeit stehen wieder hoch im Kurs», sagte Swissfuture-Co-Präsident Andreas Walker zu 20 Minuten.

Die heutige Zeit bezeichnet Walker als «Neo-Biedermeier». Der Wahlsieg der SVP passe in dieses Bild: «Es soll bleiben, wie es ist, denken sich viele.» Entsprechend ambivalent ist laut dem Hoffnungsbarometer die Einstellung gegenüber Einwanderern. Sie werden als Bedrohung empfunden, etwa auf dem Arbeitsmarkt oder in den Sozialsystemen, gleichzeitig aber betrachtet man sie als Gewinn für die Wirtschaft. Biedermeier ohne Wohlstand – das dann doch nicht.

Die perfekte Ergänzung liefert eine Studie der Forschungsanstalt WSL. Rund drei Viertel der Schweizer Bevölkerung leben in der Stadt und der Agglomeration, aber eigentlich würde eine Mehrheit am liebsten auf dem Land wohnen. In einer WSL-Umfrage erhielt das Dorf als Wohnort die besten Noten, gefolgt von der Kleinstadt.

Der Durchschnittsschweizer träumt vom beschaulichen Familienleben im Grünen – auf diesen Nenner liesse sich die helvetische Befindlichkeit anno 2015 bringen. Die Widersprüche sind offensichtlich, ohne gleich mit der Scheidungsrate von 50 Prozent zu beginnen. Wir ziehen uns ins Private zurück und teilen dieses Privatleben auf digitalen Kanälen exzessiv mit der Aussenwelt. Wir träumen vom Dorfleben, obwohl die meisten Dörfer längst agglomässig zersiedelt wurden.

Blick auf das Dorf Elm, aufgenommen am Mittwoch, 30. September 2015, in Elm. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Elm im Kanton Glarus: Das Dorf als idealer Wohnort.
Bild: KEYSTONE

Die heile Welt der Schweizerinnen und Schweizer ist mehr Schein als Sein. Das zeigt sich auch in der realen Politik der SVP. Am letzten Tag einer für sie eher durchzogenen Wintersession hat die neue rechte Mehrheit im Nationalrat ihre Muskeln spielen lassen und den Zulassungsstopp für Ärzte beendet. Eine Machtdemonstration am untauglichen Objekt: Kommt es zu einer Ärzteschwemme, werden die Krankenkassenprämien noch stärker ansteigen und den Mittelstand belasten.

Die wachsende Kluft zwischen der ländlichen und der urbanen Schweiz ist ein ebenso vernachlässigtes wie brisantes Thema.

Das Signal ist eindeutig. Die Leute wählen SVP, weil sie sich eine heile, neutrale Schweiz mit einer harten Asyl- und Ausländerpolitik erhoffen. In Wirklichkeit bekommen sie einen Angriff auf die freie Arztwahl, auf die Altersrenten und eine Wirtschaftspolitik, die in erster Linie den Reichen dient. Es ist das bekannte Doppelspiel, das die SVP seit Jahren erfolgreich praktiziert: Die «kleinen» Leute wählen ausgerechnet eine Partei, die gegen ihre eigenen Interessen politisiert.

Das bleibt nicht ohne Folgen für das Land. Neben der Heile-Welt-Schweiz existiert eine andere Realität: Es sind jene Menschen, die das Stadtleben vorziehen und eine Öffnung gegen aussen nicht als Bedrohung, sondern als Chance betrachten. Die beiden Schweizen driften seit einigen Jahren auseinander. Nun hat sich die Entwicklung verstärkt: In den städtischen Gebieten hat bei den Wahlen entgegen dem nationalen Trend die Linke zugelegt.

Der Dok-Film «Die Macht des Volkes

».
video: Srf

Bestes Anschauungsmaterial liefert ein Film, der ganz anders ist als «Heidi» und «Schellen-Ursli»: Die SRF-Doku «Die Macht des Volkes

», die am 18. Dezember ausgestrahlt wurde. Sie porträtiert unter anderem zwei junge Frauen, eine SVP-Gemeinderätin aus Aarburg (AG) und eine parteilose Studentin aus Zürich. Sie leben im gleichen Land, sprechen die gleiche Sprache und bewegen sich dennoch in vollkommen unterschiedlichen Welten.

«Heidi» und «Schellen-Ursli» sind nicht umsonst Stoffe aus der Vergangenheit. Das Heile-Welt-Bild, das sie bedienen, passt schlecht zum globalisierten 21. Jahrhundert.

Man hätte sich gewünscht, der Film wäre auf diesen Gegensatz fokussiert geblieben, statt sich an der SVP und ihren Attacken auf die Rechtsstaatlichkeit abzuarbeiten und dabei zweifelhafte Kampfbegriffe wie «Volksdiktatur» zu verwenden. Die wachsende Kluft zwischen der ländlichen und der urbanen Schweiz ist ebenso vernachlässigtes wie brisantes Thema. Das zeigen nicht zuletzt die gereizten Reaktionen von SVP-Anhängern, die sich ihr Idealbild einer Schweiz als einig Volk von Brüdern (und Schwestern) nicht verderben lassen wollen.

Die Konfrontation mit der Realität aber wird kommen, eher früher als später. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Die Schweiz ist keine Insel der Seligen, sie kann sich von der Welt nicht abkoppeln, so lange sie mit ihr Geschäfte machen will. Schon 2016 werden wichtige Weichen gestellt: Im neuen Jahr muss die Schweiz sich darüber im Klaren werden, wie sie ihr Verhältnis zur EU gestalten und ob sie weiter auf den bilateralen Weg setzen will.

«Heidi» und «Schellen-Ursli» sind nicht umsonst Stoffe aus der Vergangenheit. Das Heile-Welt-Bild, das sie bedienen, war schon damals eine Utopie. Das gilt erst recht für das globalisierte 21. Jahrhundert. Kürzlich lief übrigens noch ein Schweizer Film in den Kinos an. Er nennt sich «Heimatland» und schildert eine dystopische Schweiz, über der eine dunkle Wolke aufziehen. Ein deutlicher Kommentar auf den Vormarsch der SVP.

Muss man erwähnen, dass nur wenige ihn sehen wollten?

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    Alle Leser-Kommentare
  • fiodra 02.01.2016 20:07
    Highlight Highlight Es ist schon so, heimattriefende Nostalgie ist definitiv kein Rezept für die Zukunft. Dafür ist sie Ausdruck der Angst vor der Zukunft. Und Angst ist eines der negativen Gefühle das sich so gut medial und politisch bewirtschaften lässt. Man kann Angst leicht schüren und daraus Kapital schlagen.
  • atomschlaf 02.01.2016 16:34
    Highlight Highlight Dieser Heidi-und-Peter-Komplex grosser Bevölkerungsteile ist in meinen Augen die Wurzel vieler politischer Probleme in diesem Land.
    Allerdings zeigt sich dieser Komplex längst nicht nur bei der SVP und deren Anhängerschaft. Die Bereitschaft, sich nur schon infrastrukturmässig an eine Nettozuwanderung von 100'000 oder mehr Personen pro Jahr anzupassen, fehlt weit über die SVP hinaus, oft besonders ausgeprägt auf der links-grünen Seite des politischen Spektrums, was sich z.B. im Widerstand gegen Strassenausbauten, Wohnhochhäuser oder Idiotien wie einer Plafonierung der Bauzonen manifestiert.
    • Amboss 02.01.2016 21:15
      Highlight Highlight Du schreibst, der Heidi-und Peter-Komplex sei Ursache für viele Probleme. Woran denkst du konkret?
      Ich meine, dieser "Komplex" hat uns auch schon vor schlimmeren bewährt, namentlich in der Europafrage
      Meinst du nicht auch, das hält dich etwa die Waage? Insgesamt geht's uns ja recht gut...

      Ansonsten: Danke für die Anmerkung. Stimme dir voll zu. Man kann nicht 80'000 Zuwanderer jedes Jahr aufnehmen und meinen, dafür genüge das vorhandene überbaute Land und die gesamte Bevölkerung könne mit im Inland produziertemBio-Food ernährt werden...
    • atomschlaf 02.01.2016 22:34
      Highlight Highlight @Amboss: Ich meine damit genau, den Umstand, dass man zwar starkes Bevölkerungswachstum will oder mindestens zulässt, aber nicht bereit ist, die Konsequenzen daraus zu tragen, bzw. die politischen Entscheidungen darauf auszurichten, dass dieses starke Wachstum auch ohne grössere Nachteile für die bereits ansässige Bevölkerung bewältigt werden kann.

      Die Frage der Annäherung an die EU hat m.E. nur indirekt damit zu tun, weil die PFZ zu dieser starken Einwanderung geführt hat. Ich sehe aber nicht die Menge sondern die mangelnde Qualität der Einwanderung als Problem, weshalb ich PFZ-Gegner bin.
  • swiss_stone 02.01.2016 13:35
    Highlight Highlight “schweizen“ - die otten werden in meinem Kopf zu einem running gag *grins* #Picdump
  • Steely Dan 02.01.2016 07:57
    Highlight Highlight Nette Collage zum Jahresanfang, nur ob es hilft, sich mit Klischees über Klischees die Wunden zu lecken, wage ich zu bezweifeln. Die konservative und die liberale Schweiz gaben sich schon beim Sonderbundskrieg auf den Grind und sowohl EWR-Nein wie auch #MEI kamen mit Hilfe von Stimmen aus dem rot/grünen Lager der Kritiker des Neoliberalismus, der Globalisierung und des Wachstumszwang zustande. Hier sprechen wir vom politischen Willen, soziale Gerechtigkeit zu erreichen und die Lebensgrundlagen zu erhalten, beim Gegner von "heiler Welt". Scheinheilig sind beide.

    Play Icon
  • Amboss 01.01.2016 19:33
    Highlight Highlight Ich bin 35 und mein erstes politisches Erlebnis war die EWR-Abstimmung. Vor und vor allem nach dieser Abstimmung wurde uns beschwört, irgendwann gehe es so nicht mehr. Irgendwann müsse sich die Schweiz der Realität Stellen...
    Sätze wie "Sie Konfrontation mit der Realität aber wird kommen, eher früher als später" begleiten mich wie ein Phantom schon mein ganzes Leben.
    Und ich glaube sie einfach nicht mehr. Weil ich überzeugt bin, dass wir in jeder Situation eine gute Lösung finden können.

    Hören sie auf, das Phantom zu jagen, Herr Blunschi. Es existiert nicht
    • Peter 01.01.2016 20:52
      Highlight Highlight Das Phantom ist bereits da, in Form der Flüchtlinge, die immer mehr auch zu uns kommen. Und nach dem EWR haben wir mit den bilateralen Verträgen einen Modus gefunden, dessen Tragfähigkeit auf dem Prüfstand steht. Dieses Jahr wird sich zeigen, wie es damit weitergeht. Ach ja, und wie war das nochmals mit dem Bankgeheimnis? Da hat uns das Phantom namens Realität auch eingeholt.
    • Amboss 02.01.2016 00:19
      Highlight Highlight Herr Blunschi, in ihren Texten vergessen sie etwas: Die Fähigkeit der Schweizer, pragmatisch zu denken und handeln, wenn dies erforderlich ist. Und auch mal den Schwanz einzuziehen.
      Mögen wir uns noch so fest eine Heile-Welt-Schweiz wünschen: Man handelt pragmatisch. Flüchtlinge, und die Bilateralen sind lösbar.
      Das Bankgeheimnis war lösbar.

      Man löst solche Fragen dann, wenn es wirklich Probleme sind.
      Nicht, dann, wenn zB Journalisten sagen, es seien Probleme.


    • goschi 02.01.2016 01:21
      Highlight Highlight Dieser pragmatismus kommt aber nicht von selbst, dafür muss man sich schon etwas anstrengen und zb nicht dem Populismus verfallen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kookaburra 01.01.2016 17:55
    Highlight Highlight Ich sage: Wenn es so weitergeht, wird 2020 (oder21/22) die Grenze von über 50% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund überschritten. Und etwa Gleichzeitig das Kartenhaus Weltwirtschaft und die EU zusammenbrechen und der dritte Weltkrieg ausbrechen. Und wir werden leider kein Volk von Brüdern (und Schwestern) sein, um diese schwere Zeit zu überstehen.
    Benutzer Bild
    • goschi 01.01.2016 19:09
      Highlight Highlight Wo ist das Problem mit den angeblich 50% Einwohnern mit Migrationshintergrund?
      Die moderne Schweiz ist per Definition ein Willensstaat, kein Nationalstaat, die Identität seiner Einwohner wird entsprechend nicht durch irgendwelche Abstammungslinien definiert, sondern durch den Willen gewisse Werte zu leben und zu schützen.

      Ergo könnten es auch 100% Schweizer mt Migrationshintergrund sein, das tut unserem Staate keinen Abbruch.
    • Kookaburra 01.01.2016 20:20
      Highlight Highlight Nun, diese grösste aller Fragen: "Heiligt der Zweck die Mittel?" wird immer erst im Nachhinein beantwortet.

      Das Problem ist, der Staat ist eine Firma (dem das Individuum tatsächlich immer egaler ist).
      Je nach dem, wieviele shareholder wie mitbestimmen, dementsprechend werden auch die Werte definiert. Und wir laufen Gefahr unsere Mehrheitsbeteiligung zu verschenken. Und damit geht der eigentliche Sinn verloren. Und unsere Identität. Und die "Firma" Staat bachab.

      Was du als Schweiz definiertst, ist Liberland, ein sozial-utopisches Experiment.
    • phreko 01.01.2016 21:20
      Highlight Highlight Zu was für einer Gruppierung gehörst du Arctos, dass du angst hast "die Macht" zu verlieren?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grundi72 01.01.2016 17:52
    Highlight Highlight Sind dann die Inder mit ihren heile-Welt-Bollywood-Filmen auch alles rechtsradikale SVP Wähler? Sind heile Welt Filme nicht um den Globus populär und nichts anderes als einfach nur menschlich?

    Und übrigens empfehle ich jedem sich Heidi im Kino anzuschauen! Diese leuchtenden Kinderaugen! So schön!

    Und übrigens II: Im Film wird die damalige harte Zeit in der Schweiz sehr eindrücklich gezeigt, das Armenhaus Europas. Dank den JUSOS haben wirs aber zu Reichtum und Wohlstand geschafft. Da hatten wir schon mega Glück.

    • phreko 01.01.2016 21:21
      Highlight Highlight Stimmt, die JSVP hat ja mehr dazu beigetragen...
    • Shlomo 01.01.2016 23:39
      Highlight Highlight Ja Grundi aber schon zu Heidis Zeiten gehörte die Schweiz zu den reichsten Ländern dank ihren liberalen Werten und der dem dazumal hohen Grad an Industrialisierung.
  • Sillum 01.01.2016 17:40
    Highlight Highlight Da geisselte Watson -und nicht zuletzt Blunschi - doch fast täglich die Angst schürende SVP. Und nun ist der erste Tag des Jahres noch nicht vorbei und nun macht Blunschi mit Angstmacherei Stimmung gegen die SVP. Immerhin die Kontinuität des Anti-SVP Kurses bleibt bestehen.
  • DerWeise 01.01.2016 17:31
    Highlight Highlight Was für ein realitätsfremder Artikel, ich frage mich immer wieder in welcher Bubble viele heutige Journis leben und mit welch gewagter Fantasie sich einen Artikel zurecht zimmern können.

    Ich bin links, urban und dieser Artikel zeigt vor allem eine wachsende Kluft zwischen realitätsfremden, übersättigten Medienschaffenden, die sich nur unter ihresgleichen bewegen und sich von der durchmischten Gesellschaft verabschiedet haben.


  • 7immi 01.01.2016 17:26
    Highlight Highlight da feierte ich schön das neue jahr und paff, schon wieder ein anti svp artikel. unglaublich. am ersten tag! ich kanns langsam nicht mehr sehen. dass nicht alle mit der svp einverstanden sind ist ja völlig logisch, 70.6% (inkl. mir) haben schliesslich anders gewählt. so funktioniert unsere demokratie. deswegen einen artikel mit 10(!) SVP nennungen zu schreiben zeugt allerdings von unverständnis unseres systems. auch diese pseudoanalyse von irgendwelchen filmen ist weit hergeholt. wollen sie nicht noch was mit star wars deuten? von wegen widerstand und so? war schliesslich auch sehr erfolgreich!
    • Sillum 01.01.2016 17:43
      Highlight Highlight Falsch 7immi, grundfalsch, nicht 70, 6 % haben anders gewählt. 70, 6 % der Menschen die ihr Stimmrecht ausgenützt habe. das ist die rasche der Linken: 30% für die SVP 70% gegen die SVP. Das hiesse aber auch 20% für die SP und 80% gegen die SP.
    • _kokolorix 01.01.2016 18:18
      Highlight Highlight falls dir kritische stimmen zur svp zu anstrengend sind kannst du ja 20min lesen.
      die svp bedient nun einmal dieses verlogene heimatdenken, obwohl sie aussschliesslich politik für die grossfinanz und die bauern (aber nur für die grossen) macht. da hilft es auch nicht sich über die häme zum dummen svp wähler aufzuregen, denn intelligent sieht eindeutig anders aus
    • 7immi 01.01.2016 23:10
      Highlight Highlight @sillum
      wir wählen nur für und nicht dagegen. oder haben sie andere stimmtzettel als ich? ich wähle eigentlich immer parteilos. nicht weil ich gegen sp, svp, cvp, fdp, ... bin, sondern weil ich hinter keiner partei voll und ganz stehen kann. ich entscheide nach meinem gutdünken und nicht nach parolen.
      ausserdem haben wir zum guten glück mehr als nur zwei parteien in der schweiz...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Einstein56 01.01.2016 17:21
    Highlight Highlight Und wieder einmal das bekannte Muster von Watson. So tönen politische -gesellschaftliche Verlierer!😢
    • kurt3 02.01.2016 23:24
      Highlight Highlight Und was sucht Du denn hier ? Unterstütze doch die rechten Jounrnis . Z..B RK . Sein Blatt hat ca. 50'000 Abonennten und nennt sich größenwahnsinnig WELTwoche.
  • metzma 01.01.2016 16:56
    Highlight Highlight Ich bin grundsätzlich mit dem gespaltenen Land einverstanden. Ich sah aber im Heidi Film eher Zeichen, dass die heile Welt die die SVP verkündet nicht so heil war: Aussenseiter, Armut, wenig Bildung. Die 1:1 Setzung mit der SVP und dem Heidi Film finde ich persönlich ein bisschen einfach und billig.
    • Peter 01.01.2016 18:57
      Highlight Highlight Mag sein, aber diese Aspekte des Heidi-Stoffes werden gerne ausgeblendet. Auch wenn die aktuelle Verfilmung sie wohl etwas stärker hervorhebt als die früheren.
  • obi 01.01.2016 16:54
    Highlight Highlight Grossartiger Artikel und einer der mir aus dem Herz spricht. Diese Verklärung des Ländlichen geht mir seit je her auf den Wecker. Zu einem ähnlichen Thema, anno 2008: http://www.20min.ch/life/tv/story/Und-ewig-lockt-die-heile-Welt-13460337
  • SVRN5774 01.01.2016 16:53
    Highlight Highlight Jöö die Heidi sieht mega herzig aus =)
  • Luca Brasi 01.01.2016 16:49
    Highlight Highlight Wer geht denn heute noch ins Kino? Habt ihr mal die Preise für Getränk und Popcorn angeschaut? Die Filmindustrie versucht schon seit Jahren nur noch Filme für alle Altersstufen zu drehen, die niemandem wehtun, damit der kommerzielle Erfolg kommt (Familienfilme, etc.). Auch sehr beliebt ist es Leute mit bereits Bekanntem in die Kinos zu locken. Die jüngere Generation schaut sich da lieber Serien im Netz an. Ich denke, dass das Kino mittlerweile zum Medium der Opi-Generation geworden ist. Jedes Medium wird mal uncool und bieder.
  • Kronrod 01.01.2016 16:34
    Highlight Highlight Blunschi lebt eben lieber in der anonymen Vorstadt und kriegt Heimatgefühle beim Anblick multikultureller Graffiti in brach liegenden Industriearealen.
    • obi 01.01.2016 16:46
      Highlight Highlight Blunschi lebt sehr wohl im Hier und Jetzt - wie der überwiegend grösste Anteil der Schweizer Bevölkerung, die demografisch gesehen kaum auf dem Land wohnt.
    • guby 01.01.2016 16:53
      Highlight Highlight @obi: Die Wahlen sagen aber komischerweise etwas ganz anders. Zumindest laut diesem Artikel. Wer hat denn jetzt recht?
  • Madison Pierce 01.01.2016 16:26
    Highlight Highlight Ich kann der Wunsch nach einem heilen Leben im Dorf nachvollziehen: in den letzten Jahren sind immer mehr Leute zugewandert, die Wohnungen wurden teurer, die Landschaft zugebaut, die Züge und Strassen überfüllt. Dem Bürger hat man gesagt, das seien kleine Nachteile, in Kauf zu nehmen für den grossen Vorteil des Wirtschaftswachstums. Nur hat davon der Bürger nichts. Mehr Wirtschaft auf mehr Leute verteilt, gibt wieder gleich viel für jeden. Nur einige wenige profitieren. Da sehnt man sich halt zurück, auch wenn früher nicht alles besser war.
    • obi 01.01.2016 16:47
      Highlight Highlight Aber dann schön mit dem Auto in die Stadt fahren und unsere Strassen verstopfen, gell :-D
    • goschi 01.01.2016 16:57
      Highlight Highlight Die Landschaft zugebaut wurde vor allem in den achso idyllischen 50er bis 80er Jahren.
    • Madison Pierce 01.01.2016 17:56
      Highlight Highlight Arealstatistiken gibt es leider erst seit 1979, von daher weiss man nicht, was vorher gebaut wurde. (Das Raumplanungsgesetz gibt es ja auch erst seit 1979.) Die Statistik zeigt aber, dass die Zunahme der Siedlungsfläche von 1992 - 2004 etwas weniger gross war als von 1979 - 1992.

      Unsere Grossväter haben grösser gebaut, weil sie es sich leisten konnten. Also mehr Siedlungsfläche pro Person. Das hat irgendwo eine Grenze. Heute wird für mehr Leute gebaut. Das Bevölkerungswachstum ist fast unbegrenzt.

      Mehr Leute => mehr Fläche, auch wenn die Leute "verdichtet" leben.
  • kEINKOmmEnTAR 01.01.2016 16:19
    Highlight Highlight Auch wenn ich nicht glaube dass die Schweiz endgültig vor die Hunden gehen wird, trotz einer starken SVP.
    Bei mir kommt langsam aber sicher der Gedanke hoch, ins Ausland ziehen zu wollen um einfach eine andere Regierung zu haben.
    • Luca Brasi 01.01.2016 16:34
      Highlight Highlight Welches Land schwebt Ihnen denn so vor?
    • kEINKOmmEnTAR 01.01.2016 20:35
      Highlight Highlight Wir sind hier im Internet, also bitte kein Duzen, danke :)

      Ich denke da an die USA, Australien oder Neuseeland.

      Da hab ich wenigstens noch innovative Unternehmen, eine tolle Kultur und ein anderes Klima.
    • Jürg Müller 02.01.2016 05:29
      Highlight Highlight @kEINKOmmEnTAR:
      Off Topic
      Zitat: "Wir sind hier im Internet, also bitte kein Duzen, danke :)"
      Wo hast du das denn her ? In allen Foren wird geduzt. War schon immer so. Haben nur nicht alle begriffen ....
      Trotzdem: Es guets Nöis :-))
    Weitere Antworten anzeigen
  • goschi 01.01.2016 16:19
    Highlight Highlight Die Sehnsucht vieler Schweizer nach der Geranien-Schweiz, als alle noch gemütlich in kleinen Bauerndörflein lebten, und die es in der Realität nie gab.

    Ich mache auch in meinem Umfeld wiederholt die gleiche Beobachtung, die Herr Blunschi hier schön aufführte, es wird sich von der Realität abgeriegelt und das Reduit der Geranien geschaffen, eine Traumwelt, die nicht existieren kann.

    Vielleicht das allgemein aktuell oft beobachtbare Symptom der Überforderung mit der komplexität der Realität?
    • Peter 01.01.2016 16:41
      Highlight Highlight Ein wichtiger Grund für diese Überforderung ist die Tatsache, dass die Schweiz weitgehend von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts verschont geblieben war. So positiv dies an sich ist, es schärft nicht unbedingt den Sinn für die Realität.
    • goschi 01.01.2016 16:54
      Highlight Highlight Ja, das stimmt wohl wirklich
      Und auch im 21. Jahrhundert sind wir bisher ungeschoren davongekommen, wir haben uns durch Wirtschaftskrisen ebenso durchgeküngelt, wie um jegliche äussere und innere Bedrohung herumgekommen.

      Das führt bei vielen auch zu der Fehlannahme, dass dies alles nur durch unser eigenes Tun und durch unsere mentale Abriegelung gen Aussen geschah, dafür war es oft auch schlicht Glück, Zufall und Ignoranz anderer.
    • Luca Brasi 01.01.2016 17:01
      Highlight Highlight Ist es wirklich ein Schweizer Phänomen? Nostalgie und Verklärung der Vergangenheit finden Sie doch auch in Frankreich, den USA, etc., auch wenn die im 20. Jahrhundert nicht verschont blieben. Das Land und die Natur werden doch gerade in der deutschen Romantik verklärt, während die Stadt das Höllenloch darstellt. Das ist dann aber kein neuer Trend sondern 19. Jahrhundert. Ich denke, dass das nicht exklusiv schweizerisch ist. Das finden Sie wohl auch in Österreich oder Deutschland.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gustav.s 01.01.2016 16:02
    Highlight Highlight Für mich war die Heidiwelt schon als Kind nicht heile. Es wird eher eine traurige Zeit beschrieben in der es doch bei all der Armut ein paar Lichtblicke gab.
    Und was an einem Jungen der abhaut und dabei fast draufgeht heil ist, erschließt sich mir auch nicht so ganz.
    Das einzig schöne, heute vielerorts noch so heile, ist die Landschaft in der diese Geschichten spielen.
    Gerade diese sieht man auf dem Land, in einer Zeit in der mehr als das 40igfache eines mittleren Dorfes Jahr für Jahr netto zuwandert, gefährdet.
    Insofern hat der Autor vielleicht ein ganz ganz kleines bisschen recht.
  • StefanZaugg 01.01.2016 15:50
    Highlight Highlight Das was Blunschi am Besten kann: eine zufällig gewählte Beobachtung (heute: der Kassenerfolg von zwei Schweizer Kinofilmen) als Turngerät für's SVP-Bashing.
    • Peter 01.01.2016 16:23
      Highlight Highlight Könnte es sein, dass man nicht mehr von Zufall sprechen kann, wenn sich solche Beobachtungen häufen?
    • phreko 01.01.2016 16:28
      Highlight Highlight @Zaugg: Überfordert beim vernetzten Denken? Wäre aber schon fast zuviel Klischee...

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