Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kaffe trinken Frau

Beim Kaffeekonsum gehören die Schweizer zur Weltspitze - einen Notvorrat soll es hierzulande aber nicht mehr geben. Bild: shutterstock.com

Für den Bundesrat ist Kaffee nicht mehr lebenswichtig – jetzt wehrt sich die Branche

Branchenvertreter wehren sich gegen den Plan des Bundesrates, Pflichtlager für Kaffee aufzuheben. Zu wichtig sei das Getränk in einer Krise.

Michel Burtscher / ch media



Es kommt nicht oft vor, dass eine so kleine Nachricht aus den Berner Amtsstuben international so grosse Schlagzeilen macht: «Kaffee-Pflichtlager in Frage gestellt», teilte der Bundesrat im April mit. Kaffee gehört heute zu jenen Produkten, von denen die Privatwirtschaft im Auftrag des Bundes einen Notvorrat lagert, den dieser bei einer Krise freigeben kann.

Konkret liegen in den sogenannten Pflichtlagern heute Säcke mit rund 15'000 Tonnen Kaffee. Damit könnte der Durst der Schweizer Bevölkerung nach dem Wachmacher für knapp drei Monate gestillt werden. Und dieser Durst ist gross: Im Schnitt trinken die Schweizer mehr als drei Tassen Kaffee pro Tag. Damit gehören sie zur Weltspitze.

Doch nun will der Bundesrat diese Pflichtlager abschaffen – und die Bevölkerung in einer Krise also auf Entzug setzen. Die Landesregierung begründet ihr Vorhaben damit, dass Kaffee «nach den heute massgebenden Kriterien» nicht mehr lebenswichtig sei.

Das Getränk enthalte fast keine Kalorien und leiste daher «aus ernährungsphysiologischer Sicht keinen Beitrag zur Ernährungssicherung». Zudem sei das Risiko einer Unterversorgung der Schweiz mit Kaffee gering. Die Anbaugebiete verteilten sich auf drei Kontinente und die Ernten seien rund ums Jahr möglich, heisst es im erläuternden Bericht.

Kaffeebranche warnt vor Engpass

Die bundesrätlichen Pläne gingen um den Globus – und führten in internationalen Medien zu teilweise belustigten Reaktionen. Mit ihrem Entscheid, Kaffee nicht mehr zu den lebenswichtigen Gütern zu zählen, bringe die Schweizer Regierung wohl Pendler auf der ganzen Welt gegen sich auf, schrieb die amerikanische Tageszeitung USA Today.

Nicht lustig findet das Ganze hingegen die hiesige Kaffeebranche. Sie ist ganz und gar nicht einverstanden mit den Plänen – und sie versucht nun, die Landesregierung von ihrem Vorhaben abzubringen.

Die IG Kaffee Schweiz, in der gemäss eigener Aussage die «wichtigsten Organisationen rund um den Kaffeemarkt Schweiz» zusammengeschlossen sind, fordert die Beibehaltung der Pflichtlager. Geschäftsführer Michael von Lührte sagt auf Anfrage:

«Warum will der Bundesrat ein Instrument abschaffen, das sich bewährt hat?»

Die Pflichtlager seien ein gutes Mittel, um den Schweizer Markt bei einem Engpass mit qualitativ gutem Kaffee zu versorgen, sagt er.

Ein solcher Engpass ist laut von Lührte keineswegs ein hypothetisches Szenario. So habe es dieses Jahr logistische Ausfälle wegen Problemen in einem Produktionsland in Ostafrika gegeben, erzählt er. Auch letztes Jahr sei es wegen des Niedrigwassers im Rhein zu Lieferproblemen gekommen.

«Als Binnenland ist die Schweiz von den EU-Häfen abhängig und natürlich auch von den Produktionsländern in den Tropen, wo logistische, klimatische und politische Probleme zu Engpässen führen können», so von Lührte.

Umfrage

Wie viel Kaffee trinkst du?

  • Abstimmen

3,133

  • Ich trinke gar keinen Kaffee20%
  • Ich trinke jeden Tag einen Kaffee13%
  • Ich trinke auf jeden Fall weniger als 4 Tassen pro Tag24%
  • Ich trinke etwa 4 Tassen pro Tag24%
  • Ich trinke noch mehr Kaffee pro Tag19%

Doch warum unterhält die Branche die Lager nicht einfach freiwillig, wenn sie für sie so wichtig sind? Von Lürthe sagt: «Aus logistischen Gründen müssen alle Verarbeiter sowieso eine gewisse Vorratshaltung betreiben, das Pflichtlager stellt eine zusätzliche Absicherung im Krisenfall dar.»

Eine andere Person aus der Branche sieht das ähnlich: «Eigentlich sind die Pflichtlager eine Win-Win-Situation für alle. Die Bevölkerung hat einen Notvorrat, die Branche eine gewisse Sicherheit.»

Kaffee als «Motivator und Leistungsförderer»

Noch hat die Branche die Hoffnung nicht aufgegeben, den Bundesrat noch umstimmen zu können. Die Vernehmlassung endet diese Woche. Neben der IG Kaffee macht auch die Migros, die selber ein Kaffeepflichtlager unterhält, Druck auf den Bund.

Im Migros-Magazin, das knapp 2.4 Millionen Leser erreicht, hat sich das Unternehmen gegen die Aufhebung der Pflichtlager ausgesprochen. Die Abhängigkeit vom Ausland sei einfach zu gross, hiess es dort. In einer Blitzumfrage auf Twitter hätten zudem fast zwei Drittel zum Ausdruck gebracht, dass sie sich ein Leben ohne Kaffee schwerlich vorstellen könnten.

In die gleiche Kerbe schlägt die IG Kaffee in einem Argumentarium, in dem es heisst, die Bedeutung und Wirkung des Kaffees als «Motivator und Leistungsförderer in Beruf und Alltag» sei «allgemein anerkannt und diese Wirkungen dürften sich in Stresssituationen, welche in Mangellagen permanent vorhanden sind, tendenziell sogar noch verstärken».

Vor rund 20 Jahren hob die Landesregierung bereits die Pflichtlagerhaltung für Tee auf. Nun könnte die Schweizer Kaffeevorräte das gleiche Schicksal ereilen.

Güter im Wert von 2.4 Milliarden Franken

Die Schweiz hält seit Ende der 1920er-Jahre Notvorräte. Grund für die Einführung dieser Pflichtlager war die Nahrungsmittelknappheit im Ersten Weltkrieg. Die Gefahr eines bewaffneten Konfliktes steht bei der heutigen Pflichtlagerpolitik jedoch nicht mehr im Vordergrund. Im Fokus stehen vielmehr Engpässe aufgrund von Embargos, Naturkatastrophen, technischen Zwischenfällen oder Sabotage und Terror.

Für welche Güter Pflichtlager bestehen und wie gross diese sein müssen, entscheidet der Bundesrat. Heute gibt es solche Vorräte für Produkte aus den Bereichen Ernährung, Energie, Heilmittel und Industrie; unter anderem Getreide, Speiseöle, Zucker, Reis, Heizöl und Dünger.

Die Vorräte werden jedoch nicht vom Bund selbst gehalten, sondern von privaten Unternehmen. Insgesamt gibt es heute 300 Pflichtlagerfirmen, der Wert der gelagerten Produkte beträgt rund 2.4 Milliarden Franken.

Die Pflichtlagerhaltung sei für die importabhängige Schweiz von grosser Bedeutung, heisst es beim Bund. Die Kosten werden von den Unternehmen auf die Verkaufspreise überwälzt und damit von den Konsumenten getragen. Im Durchschnitt bezahlt jeder Einwohner der Schweiz so jährlich rund 13 Franken für die wirtschaftliche Landesversorgung.

Der Kaffeehandel

Kaffee mit Zitrone und andere schräge Anti-Kater-Tipps

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

8
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

8
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

89
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
89Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • the_dude 16.07.2019 15:44
    Highlight Highlight Kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen - wieso genau sollte Kaffee Lebensnötwendig sein?
    Niemand stirbt ohne Kaffee.
    Das ist nur unnötig Geld ausgegeben.
  • D-licious 15.07.2019 21:12
    Highlight Highlight Also für meine Mitmenschen ist es durchaus lebensnotwendig, dass ich Kaffee habe 😆
  • tolgito 15.07.2019 15:54
    Highlight Highlight 😱🥺
  • Stirling 15.07.2019 15:00
    Highlight Highlight Hä? War Kaffee nicht einst ein Genussmittel? Wieso sollten wir in Krisenzeiten Lagerplatz für nutzlose Genussmittel verschwenden?
    Logisch will die IG-"Kaffeehersteller" dass Kaffee als lebenswichtiges Lebensmittel angesehen wird. Gefestigt wird dann schlussendlich der Gewinn.
    Kaffee ist und bleibt eine Droge. Niemand braucht es... genug schlafen hilft auch gegen Müdigkeit.
    Gesund und Vitaminreich essen peppt auch auf.
  • momet 15.07.2019 13:24
    Highlight Highlight Kaffee ist vielleicht nicht essenziell Lebensnotwedig, aber psychologisch notwendig. Das hat man im 2.Weltkrieg gesehen welche Wirkung Kaffee hatte. Damit ist nicht nur die Koffein Wirkung gemeint.
    • Ribosom 15.07.2019 18:03
      Highlight Highlight Im 2. Weltkrieg bekam man als Soldat andere Stoffe zum Aufputschen.
  • manhunt 15.07.2019 13:10
    Highlight Highlight mit der selben begründung könnte man auch die armee abschaffen. das sparpotential wäre gewaltig!
  • esclarmonde 15.07.2019 13:05
    Highlight Highlight Vielleicht pappt ja jemand eine Lebensmittelampel drauf und deklariert den Kaffee mit grün. So wie bei Tiefkühl-Pizza und Coca-Cola.
  • Neunundneunzig 15.07.2019 12:41
    Highlight Highlight Kaffee ist sicher nicht lebensnotwendig, aber die psychologische Kompenente wird dabei völlig ausgeklammert. Für die Aufrechterhaltung der Moral der Bevölkerung sind solche Dinge, wie Kaffee und Seife, sehr wohl notwendig, um in Kriegszeiten a) etwas Würde und b) soziale Rituale zu bewahren. Anders formuliert: Der Mensch braucht eigentlich nur gewisse Nährstoffe, aber es würde auch niemandem in den Sinn kommen, alle Lebensmittel abzuschaffen und nur ein Nährstoffgemisch in einer Tube abzugeben... Das gemeinsame Essen und Trinken ist halt eben doch mehr als Nährstoffaufnahme.
    • Frausowieso 15.07.2019 14:36
      Highlight Highlight Seife ist durchaus wichtig um Krankheiten vorzubeugen. Kaffee ist jedoch nur ein reines Genussmittel.
    • Frances Ryder 15.07.2019 14:44
      Highlight Highlight Das ist schon so, aber nach dieser Logik braucht es dann auch ein Pflichtlager an Zigaretten.
  • Resistance 15.07.2019 12:40
    Highlight Highlight Das Volksdoping!
  • Mutbürgerin 15.07.2019 12:35
    Highlight Highlight Wo ist das Problem. Mein Kapselvorrat reicht locker 3 Monate.
    • Lolus 15.07.2019 13:45
      Highlight Highlight Das denke ich auch immer und dann ist nach 3 Wochen am Morgen plötzlich kein Kaffe mehr vorhanden 😐
  • Buri Erich 15.07.2019 12:34
    Highlight Highlight Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn die Pflichtlager vom Konsumenten bezahlt werden, ändert sich ja für die Händler nichts, denn ich glaube nicht, dass der Kaffee dann billiger wird.
  • Mutbürgerin 15.07.2019 12:30
    Highlight Highlight Der Migros steht es doch frei, ein eigenes Pflichtlager zu unterhalten. Wieso braucht sie dazu einen Zwang durch den Bund. Sonst will die Wirtschaft doch möglichst wenig Vorschriften.
  • Unicron 15.07.2019 12:24
    Highlight Highlight Also wenn ich sehe wie die kaffeetrinkenden Mitarbeiter durchdrehen wenn mal die Kaffee Maschine ausfällt, dann denke ich dass der durchaus lebensnotwendig sein kann.
  • fidget 15.07.2019 12:18
    Highlight Highlight Grundsätzlich hat der Bundesrat ja recht, Kaffee ist nicht lebensnotwendig. Wenn die Kaffeebranche die Lagerbestände als Vorteil ansieht, dann können sie diese auch auf freiwilliger Basis beibehalten. Die Lagerkosten wälzen sie so oder so bereits auf den Konsumenten ab. Es bestünde nur keine Pflicht mehr für diese Lager. Ich sehe nicht wirklich ein Problem in der Entbindung des Kaffees aus dem Pflichtlagersortiment.
  • Bruuslii 15.07.2019 12:17
    Highlight Highlight ui
  • Samzilla 15.07.2019 12:15
    Highlight Highlight Nicht lebenswichtig? Das fühlte sich heute Morgen aber anders an!
  • Der Rückbauer 15.07.2019 12:15
    Highlight Highlight Kaffee, lebenswichtig? Hä? Sterbt Ihr, wenn Ihr keine Kaffee mehr habt? Oder gibt's nur eine schlechte Laune?
    Wenn ich nach dem Essen keine Zigarre habe, kommt die schlechte Laune. Pflichtlager für Zigarren! Clinton hatte das schon immer, fürdenfall.
  • imposselbee 15.07.2019 12:06
    Highlight Highlight Anstelle von Kaffee könnte ja ein google eingelagert werden, muss auch nicht der aktuellste sein.
  • Sir Andrew 15.07.2019 11:59
    Highlight Highlight Morgens um halb Neun in einem schweizer Büro...

    Kaffee nichts lebensnotwendig?!?
  • Froggr 15.07.2019 11:44
    Highlight Highlight Kaffe ist nicht Lebenswichtig. Ausser vielleicht man ist süchtig. Dann ist man selber schuld - sicher nicht das Problem der Allgemeinheit.
  • Jo Blocher 15.07.2019 11:28
    Highlight Highlight Big Problems!😂😂😂
  • Älü Täme 15.07.2019 11:27
    Highlight Highlight Die 2 letzen Sätze bitte an den Anfang des Artikels stellen, dann kann man sich die Zeit sparen den Artikel zu lesen. Es geht einzig und allein um das Wohl der Kaffeebranche und nicht um den Konsumet, der soll weterhin mehr bezahlen als nötig (und dann wundern sich alle, dass der Konsument ins Ausland geht).
    • Abu Nid As Saasi 15.07.2019 11:59
      Highlight Highlight Genau. Ich habe als Kaffebauer in Südamerika vom Zwischenhändler 25 Rappen pro Kilo (getrocknet) offeriert erhalten.
  • Joe Smith 15.07.2019 11:20
    Highlight Highlight Als bekennender Kaffeeabhängiger muss ich – wenn auch äusserst ungern – zugeben, dass der Schritt konsequent ist. Die Pflichtlagerliste wird immer wieder angepasst. So waren früher zum Beispiel auch Seife, Schrauben, Schmiermittel, Kakao und Tabak auf der Liste. Heute beschränkt sie sich auf Grundnahrungsmittel, Energiequellen, Medikamente und industrielle Rohstoffe. Ob die Leute schlechte Laune haben oder stinken gilt heute als nicht überlebenswichtig. Wen’s interessiert, der findet die Liste übrigens hier: https://www.bwl.admin.ch/bwl/de/home/themen/pflichtlager/pflichtlagersortiment.html
  • Domimar 15.07.2019 11:07
    Highlight Highlight Persönlich finde ich Kaffee ja überaus wichtig - vor Allem um die Sucht zu befriedigen (Kopfweh bei Verzicht lässt grüssen). Nichtsdestotrotz ist es wohl nicht "lebensnotwendig", von daher könnte ich den Entscheid nachvollziehen, wenn da nicht diese, meiner Meinung nach schlechte, Begründung wäre: "Die Anbaugebiete verteilten sich auf drei Kontinente und die Ernten seien rund ums Jahr möglich". Ist die Idee eines Pflichtlagers nicht, dass wir uns eben versorgen können, wenn die grenzen Dicht sind? Da bringen uns die tollen Anbaugebiete herzlich wenig, wenn nichts rein oder raus kann.
  • Alphabetagammaomega 15.07.2019 11:05
    Highlight Highlight Hauptsache genug Kaffee um jemanden einzuladen dafür 😘
  • andrew1 15.07.2019 11:02
    Highlight Highlight Manche mögen kaffe und andere nicht. Manche mögen lieber redbull, cola oder bier. Aber wirklich überlebensnotwendig ist nur wasser. Von da her kann ich den gedankengang schon nachvollziehen.
  • Joe Smith 15.07.2019 10:58
    Highlight Highlight «Die Anbaugebiete verteilten sich auf drei Kontinente und die Ernten seien rund ums Jahr möglich.» Da outen sich wahre Kaffeebanausen, die jede halbwegs schwarze Brühe als «Kaffee» bezeichnen.
    • 770a 15.07.2019 21:46
      Highlight Highlight naja. sowohl in SE-Asien als auch in Afrika und Südamerika gibt‘s durchaus hochwertigen Kaffee. bin mir nicht ganz sicher, aber so lässt sich glaub das ganze jahr abdecken.
  • Butschina 15.07.2019 10:45
    Highlight Highlight Rein emotional bin ich für ein Kaffeepflichtlager. Ich liebe Kaffee. Wenn ich die Sache aber rein sachlich anschaue ist es unnötig. Auf Kaffee kann man verzichten. In ein Pflichtlager gehören vor allem essentielle Dinge wie Medikamente, Grundnahrungsmittel, Saatgut, Ersatzteile um die wichtigen Infrastrukturen aufrecht zu erhalten und Hygieneartikel.
    Sofern sich die Mehrheit nicht an den Kosten des Notbestandes stört (danach sieht es für mich aus), kann man das Kaffeepflichtlager dennoch beibehalten.
  • Tigger622 15.07.2019 10:39
    Highlight Highlight Das gibt doch definitiv Mord und Totschlag...Ihr spinnt doch alle xD
    Muss ich wohl meinen eigenen Vorrat noch aufstocken...Kaffee nicht lebenswichtig, von wegen...
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 15.07.2019 10:31
    Highlight Highlight Wenn es kein Kaffee vom Bund mehr gibt, gehe ich halt zum Italiener um die Ecke. 😉
  • Le_Raclette 15.07.2019 10:29
    Highlight Highlight Nimmt mich ja wunder für was man sonst alles noch Lager hat. Will ja mal eine Baustelle ohne Tabak erleben, das geht sicher ab
    • El Vals del Obrero 15.07.2019 11:19
      Highlight Highlight Früher gab es tatsächlich auch für Tabak Pflichtlager.
  • Firefly 15.07.2019 10:25
    Highlight Highlight Wie wärs mit wirklich Lebenswichtigem; wie zum Bespiel, dass die hiesigen Farma-Firmen dafür sorgen müssen, dass immer genug Impfstoff in Reserve ist.
    • Eine_win_ig 15.07.2019 10:51
      Highlight Highlight Machen sie in Zusammenarbeit mit der Armeeapotheke schon...
    • Firefly 15.07.2019 11:44
      Highlight Highlight @Eine_win_ig Okay, danke für die Info. Ich dachte letztens etwas über die Gefahr von Impfstoff Knappheit in den Medien gelesen zu haben.

      Dann hoffe ich mal, die Armee reserviert besser als sie fliegen ;)
    • Mätse 15.07.2019 11:50
      Highlight Highlight https://www.bwl.admin.ch/bwl/de/home/themen/pflichtlager/pflichtlagersortiment/pflichtlager_heilmittel.html
    Weitere Antworten anzeigen
  • Miikee 15.07.2019 10:07
    Highlight Highlight Wenn die Lager sowieso bei den Privaten sind und die Kosten durch die Konsumenten getragen werden, können sie ja die Lager einfach trotzdem aufrecht erhalten.

    Verstehe das Problem noch nicht?
    • Wolkenlos 15.07.2019 10:25
      Highlight Highlight Die Kosten werden vom Steuerzahler getragen, zugunsten der Kaffeebranche. Damit wir auch in Kriegszeiten weiterschlürfen können. Die privaten haben Lager zusätzlich zum Notvorratslager, wie ich dem Bericht entnehme.
    • Miikee 15.07.2019 11:07
      Highlight Highlight @Wolkenlos
      Dann würde ja der letzte Abschnitt nicht stimmen:

      "Die Pflichtlagerhaltung [...]. Die Kosten werden von den Unternehmen auf die Verkaufspreise überwälzt und damit von den Konsumenten getragen. Im Durchschnitt bezahlt jeder Einwohner der Schweiz so jährlich rund 13 Franken für die wirtschaftliche Landesversorgung."
    • Wolkenlos 15.07.2019 11:34
      Highlight Highlight True dat. Etwas unklar geschrieben 🤔
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 15.07.2019 10:03
    Highlight Highlight Nach einer Katastrophe eingesperrt im Zivilschutz-Bunker, auf engstem Raum zusammen mit Nachbarn, um die Du immer einen weiten Bogen gemacht hast, natürlich nicht ohne korrekt und "chinesisch" zu grüssen, und dann noch OHNE KAFFEE AM MORGEN???
    Habt Ihr Bürokraten am grünen Tisch Euch denn auch überlegt, dass dann auch DIE ZUSTELLUNG DER MORGENZEIT AUSFÄLLT???
    • rodolofo 15.07.2019 10:27
      Highlight Highlight An die Fantasie-armen Blitzer:
      "Morgenzeitung" wollte ich sagen, anstatt "Morgenzeit".
      Jetzt besser?
      Und sonst trinkt halt zur Beruhigung Eure Ovomaltine.
    • leu84 15.07.2019 10:42
      Highlight Highlight Nach einer Katastrophe ist ein Kaffee noch das geringste Problem
    • Karl Marx 15.07.2019 10:51
      Highlight Highlight Junkie!
  • I_am_Bruno 15.07.2019 10:02
    Highlight Highlight Das tönt für mich nach: ein grosses Warenlager brauchen wir sowieso - zur Zeit wird es uns vom Bund vergoldet.
  • Unsportlicher 15.07.2019 10:01
    Highlight Highlight Hat der Bund mit China einen Teehandelsvertrag abgeschlossenen?

    Nichts gegen Tee, ich geniesse gerne Tee, aber ebenso einen guten Kaffee. Alles zu seiner Zeit.
  • EvilBetty 15.07.2019 09:57
    Highlight Highlight Ou ja... all die Todesopfer die wir zu beklagen hätten...

    /s
  • Neruda 15.07.2019 09:57
    Highlight Highlight Im Krisenfall wäre ein Amphetaminlager wohl hilfreicher 😉
    • malu 64 15.07.2019 11:01
      Highlight Highlight Oder ein Valiumlager.🤔
    • BaBa17 15.07.2019 13:04
      Highlight Highlight Also ich bin für beides 😉
  • Gubbe 15.07.2019 09:55
    Highlight Highlight 3 Tassen Kaffee pro Tag sind Weltspitze? Sicher? :-)) Im Norden Europas geht nichts unter 5 Tassen.
    • Firefly 15.07.2019 10:22
      Highlight Highlight Die trinken Filterkaffee... das ist wie Homöopathie.
    • manhunt 15.07.2019 13:20
      Highlight Highlight @firefly: koffein ist wasserlöslich. d.h. je mehr wasser durch den kaffee im filter läuft, desto mehr koffein ist im kaffee. dafür verwässern die aromastoffe. filterkaffee schmeckt zwar scheusslich weil er so dünn ist, er ist jedoch um ein vielfaches stärker als bspw. ein espresso.
    • Firefly 15.07.2019 18:13
      Highlight Highlight @manhunt trozdem braucht es weniger kaffee bohnen für eine Tasse
    Weitere Antworten anzeigen
  • Denk nach 15.07.2019 09:55
    Highlight Highlight Es geht ja nur darum ein Kässali der Kaffee Industrie zu schliessen, richtig so!
  • Padcat 15.07.2019 09:53
    Highlight Highlight Ich finde die Reaktion ziemlich übertrieben, meiner Meinung nach ist Kaffee definitiv nicht lebensnotwendig. Und wenn alles schief geht gibts halt wieder Eichelkaffee
    • Maya Eldorado 15.07.2019 10:42
      Highlight Highlight Oder Zichorienkaffee.....
    • just sayin' 15.07.2019 12:27
      Highlight Highlight und aus welchem lager kommt der eichelkaffee?
    • Maya Eldorado 15.07.2019 13:15
      Highlight Highlight Eichelkaffee braucht kein grosses Lager sie sind bei uns heimisch und fallen jedes Jahr von den Bäumen. Man muss sie nur zusammenlesen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • reactor 15.07.2019 09:51
    Highlight Highlight Dann kann die kaffeebranche das ja freiwillig machen. Wo ist das Problem?
  • waschbär 15.07.2019 09:50
    Highlight Highlight ...ohne Kaffee kann ich (aber wirklich nur fast) noch zur Arbeit. Ohne Tampon nicht. Beides wird nun als nicht lebenswichtig eingestuft. Wo ist der Fehler?
    • Neunundneunzig 15.07.2019 12:31
      Highlight Highlight Ist der Tampon ein Stöpsel, der das Auslaufen deines gesamten Blutes verhindert? Kaum. Und weil du dafür ebenso gut ein paar Stofffetzen in die Unterhose geben könntest, wird der Tampon nicht als lebensnotwendig geführt. So stelle ich mir die Argumentation (von Männern) vor. Die Pink Tax ist allerdings ein Riesenproblem (wenn auch ein anderes als das hier diskutierte).
    • waschbär 15.07.2019 19:26
      Highlight Highlight Ein wunderbarer Kommentar! Danke dafür!
  • Grittibenz 15.07.2019 09:49
    Highlight Highlight Kein Wunder wollen die Firmen dies beibehalten, es bringt ihnen ja nur Vorteile. Bezahlen müssen sie es ja auch nicht selber.
    • who cares? 15.07.2019 10:03
      Highlight Highlight Richtig. Andere Branchen müssen auch für Lieferengpässe vorsorgen, tun das aber aus eigener Tasche. Ich sehe nicht ein, wieso das bei Kaffee anders sein soll.
    • Bullet-Tooth-Joni 15.07.2019 12:55
      Highlight Highlight System nicht verstanden!

      Doch, das System ist in seiner aktuellen Form Selbsttragend!
    • Bullet-Tooth-Joni 15.07.2019 14:16
      Highlight Highlight Zur Erklärung: im Rahmen der Pflichtlagerhaltung dürfen Firmen NICHT frei über die als Pflichtlager deklarierten Vorräte verfügen. Das BWL muss diese erst freigeben, was erst in gesamtschweizerischen Versorgungsengpässen geschieht.

      Das System ist daher losgelöst von der Geschäftspraxis einer Firma, die Lagerhaltung ist vom Bund einfach an die Privatwirtschaft ausgegliedert und wird Kostenneutral vergütet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PeterSilie 15.07.2019 09:48
    Highlight Highlight Wenn mir was nicht ausgeht, dann Kaffee! :)
    Kann doch jeder selbst ein wenig vorrätig kaufen oder?
    Versethe nicht, wieso hier der Staat schauen sollte.
    Scheinen eine gute Lobby zu haben (oder eben nicht mehr)
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 15.07.2019 09:48
    Highlight Highlight Hauptsache im Krisenfall ist ausreichend Pervitin gelagert 🤪😝
    • BaBa17 15.07.2019 13:11
      Highlight Highlight naja dafür ist es wohl zu spät. wird seit 1988 nicht mehr hergestellt. obwohl vielleicht haben wir irgendwo noch ein Lager davon 🤔🤪🤪
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 15.07.2019 09:46
    Highlight Highlight Kein Kaffee am morgen? Mir wirds schon übel bei dem Zuckergeruch im Zug durch diese Red Bull Zeugs..
  • Matti_St 15.07.2019 09:45
    Highlight Highlight Ich weiss nicht, eine Landesregierung bestehend aus Teetrinker? Das kann nicht gut ausgehen.
  • Ganesh LXIX 15.07.2019 09:45
    Highlight Highlight Goht's no!
  • Selbst-Verantwortin 15.07.2019 09:41
    Highlight Highlight Wenn’s für die Branche sooo wichtig ist, sollten sie‘s ohne Entschädigung tun.
    Es geht denen so offensichtlich nur darum Geld für nichts zu erhalten.
    Definiere Egoisten...
    • Bullet-Tooth-Joni 15.07.2019 17:01
      Highlight Highlight Nope. Die Pflichtlagerhaötung ist kostenneutral!

      Die Branche ist deshalb daran interessiert weil die Schweiz bei Kaffee zu 100% importabhängig ist ubd dieser keinesfalls wie vom Bund suggeriert einfach so substituiert werden kann falls gewisse Liefer-Länder Ausfälle verzeichnen...
    • Selbst-Verantwortin 15.07.2019 21:39
      Highlight Highlight Sorry Jonas. Das ist Unsinn. Der Bund zahlt etwas dafür. Und da sich dieses Geld nicht in Luft auflöst, hat es danach irgend jemand.
    • Bullet-Tooth-Joni 15.07.2019 23:02
      Highlight Highlight Kennen Sie das System?!?

      Bei Warenimport wird ein Zoll-ähnlicher Beitrag erhoben, mit diesen Abgaben wird die Pflichtlagerhaltung finanziert. Der Bund zahlt keinen einzogen zusätzlichen Rappen!

      Versuchen sie wenigstens sich über die funktionsweise des Systems zu informieren!

Warum der Bundesrats-Traum der Grünen zum Scheitern verurteilt ist

Der Angriff der Grünen auf einen FDP-Sitz im Bundesrat wird am bürgerlichen Machtkartell abprallen. Sie haben sich das Leben mit einer konfusen Strategie auch selber schwer gemacht.

Regula Rytz gab sich unverdrossen. «Ich will Verantwortung übernehmen», sagte die Berner Nationalrätin am Dienstag nach dem Hearing bei den Grünliberalen. Innerlich aber dürfte sich die Präsidentin der Grünen Partei mit dem Unvermeidlichen abgefunden haben. Ihr Versuch, der FDP bei der Bundesratswahl am nächsten Mittwoch einen Sitz abzujagen, ist zum Scheitern verurteilt.

Der Höhenflug der Grünen nach ihrem unerwartet deutlichen Wahlerfolg am 20. Oktober zerschellt an den Realitäten …

Artikel lesen
Link zum Artikel