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Kunden der Migros stehen in einer Warteschlange vor einer Migros-Filiale, am Freitag, 20. Maerz 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Kunden der Migros stehen in einer Warteschlange vor einer Filiale in Bern. Bild: KEYSTONE

Bei Migros und Coop muss man sich auf Wartezeiten einstellen



Abgezählt: Bei den Grossverteilern Migros und Coop darf nur noch eine bestimmte Anzahl an Menschen gleichzeitig rein. Daher müssen sich Kunden auf Wartezeiten einstellen. Und die Mitarbeiter kommen - trotz Sonderschichten und Extrafahrten beim Warentransport - teilweise immer noch nicht damit hinterher, die leeren Regale zu füllen.

Bei der Migros gibt es immer noch eine stark erhöhte Nachfrage: «Zuoberst auf dem Einkaufszettel stehen Körperhygiene, Beilagen, Konserven, Mehl, Zucker», sagte Mediensprecher Marcel Schlatter auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Trotz massiv erhöhten Lieferkapazitäten und riesigem Personaleinsatz komme es in den Filialen teilweise zu leeren Regalen.

Anders sieht es auch bei der Konkurrenz nicht aus: Seit rund drei Wochen sei die Nachfrage nach bestimmten Dingen wie länger haltbare Lebensmittel und Tiefkühlprodukte, Handreinigungsmittel sowie Toilettenpapier erhöht, sagte auch Coop-Sprecherin Marilena Baiatu am Freitag. Das habe sich bisher noch nicht wieder normalisiert.

Nummernkärtchen und Wartezeiten

Dabei bräuchte es das gar nicht: «Auch in dieser Ausnahmesituation ist es nicht notwendig, Reserven anzulegen, die weit über den empfohlenen Notvorrat hinausreichen», hiess es von der Migros. Auch in den nächsten Wochen werde laufend nachgeliefert.

Gleichzeitig müssen sich Kunden beim Lebensmitteleinkauf wegen der Zulassungsbeschränkungen auf längere Wartezeiten einstellen: Denn erlaubt ist derzeit nur eine Person pro zehn Quadratmeter. Beim Coop dürften sich daher abhängig von der Ladengrösse maximal 100 bis 600 Kunden gleichzeitig im Geschäft aufhalten. Sichergestellt wird dies mit Nummern-Kärtchen.

Eine Coop Mitarbeiterin uebergibt 2 Kunden Karten, damit die anwesenden Kunden im Geschaeft gezaehlt werden koennen, am Donnerstag, 19. Maerz 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Eine Coop Mitarbeiterin übergibt Kunden Karten, damit sie im Geschäft gezählt werden können. Bild: KEYSTONE

Gar nicht betreten werden dürfen die Abteilungen mit Nicht-Lebensmitteln oder die Restaurants der Supermarktketten. Bäckereien und Confiserien gelten auch als Lebensmittelläden und dürfen hingegen offen bleiben. Allerdings gilt auch für diese die Einschränkung: Der Café-Teil muss geschlossen werden. Dies gilt zum Beispiel auch für alle Sprüngli-Gastronomiebetriebe, während der Thekenverkauf weitergeht.

Bäckereien mit Umsatzrückgang

Im Gegensatz zu den Supermärkten leiden die Bäckereien und Confiserien - vor allem in der Stadt - unter geringerer Nachfrage. Es sei zum Teil bereits zu massiven Umsatzeinbussen gekommen, hiess es vom Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verband (SBC) am Freitag.

Für das Gewerbe sei es eine existenzielle Notlage, weshalb die Branche schnelle Hilfsmassnahmen fordert. «Ohne sofortige Unterstützungsmassnahmen seitens des Bundes und der Kantone wird die Branche nachhaltigen und irreversiblen Schaden erleiden», schrieb SBC-Direktor Urs Wellauer.

Manche Bäckereien bieten neuerdings zusätzlich einen Lieferdienst für Brot und andere Backwaren. Auch viele Restaurants - die geschlossen bleiben müssen, während Take-away-Betriebe und Lieferungen erlaubt sind - haben auf Lieferservice umgestellt.

Die lokalen Zulieferer lassen sich ebenfalls was einfallen. Ein Beispiel: Um nicht auf ihrem Bier sitzen zu bleiben, liefert die Brauerei Oerlikon in der Stadt Zürich per Lasten-Velo nach Hause. (sda/awp)

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Plexiglas-Scheiben im Coop und Migros

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45
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    Alle Leser-Kommentare
  • insert_brain_here 20.03.2020 19:58
    Highlight Highlight Blöderweise ist wie immer derjenige, der sich sozial und massvoll verhalten will schlussendlich der Dumme. Er steht nämlich vor dem leeren Pastaregal weil sich andere ihre SUVs bis unters Dach gefüllt haben und das täglich wiederholen.
  • Thyrea 20.03.2020 16:34
    Highlight Highlight Heute morgen im Migros hat kein Schwein kontrolliert, wie viele Leute im Laden sind, voll wie immer. Auch im Denner nebenan wurde nicht kontrolliert. Im Coop ein paar Häuser weiter hatte es eine kleine Schlange und es wurden Leute gebeten zu warten. Frage mich, ob da der Filialleiter selbst entscheidet, ob kontrolliert wird oder nicht...
  • John Henry Eden 20.03.2020 15:54
    Highlight Highlight Dann können Coop und Migros eigentlich gleich die Online-Reservation einführen.

    Zeitfenster, in denen es Platz hat, kann man «buchen». Ein Teil der Kapazitäten bleibt für Leute offen, die anstehen. Wer reserviert und nicht kommt, wird gesperrt. Muss also in Zukunft anstehen gehen.
  • Klirrfactor 20.03.2020 15:36
    Highlight Highlight Toilettenpapier, Mehl, Zucker! Gibt es irgendein geiles Rezept, dass ich in letzter Zeit verpasst habe?

    Sorry, Google konnte meine Frage auch nicht beantworten.
    • esclarmonde 20.03.2020 23:58
      Highlight Highlight Statt Salzteigfiguren (Weihnacht geschenke; Kinder haben jetzt Zeit) Zuckerteifiguren. Mehl und WC- Papierschnipsel mit Wasser zu einer Kleistermasse rühren, daraus Gefasst basteln. Am besten Schüsseln - für den Nudelsalat an kommenden Sommerfesten.
    • lilie 21.03.2020 12:16
      Highlight Highlight Die Corona-Lasagne: Zucker, Toilettenpapier und Mehl abwechslungsweise in eine Gratinform schichten und in den kalten Ofen schieben. Licht anschalten, sich vor den Ofen setzen und der Corona-Lasagne zuschauen, bis einem klar wird, dass man das einfach nicht essen kann!
  • Antichrist 20.03.2020 15:22
    Highlight Highlight Es war absehbar, dass dies geschieht. Deshalb haben die Vorsichtigen auch Hamsterkäufe getätigt. Die Hamsterkäufe werden daher wohl zunehmen. Nicht jeder will soviel Zeit für Shopping aufwenden.
    • _Qwertzuiop_ 20.03.2020 15:37
      Highlight Highlight Der Unterschied zwischen Hamsterkäufen und geplantem Wochen oder Monatseinkauf ist riesig, einfach um das mal gesagt zu haben.
    • John Henry Eden 20.03.2020 15:47
      Highlight Highlight Dummerweise gehen die Hamsterkäufer immer noch einkaufen. Sie leben eben nicht von ihrem Vorrat, sondern hamstern weiter.
    • Stefan Z. 20.03.2020 16:05
      Highlight Highlight Wenn natürlich jeder seine eigenen Wohlfühlbedürfnisse über das Interesse der Allgemeinheit stellt, dann ist es klar, dass es zu Hamsterkäufen kommt. Gratuliere dazu etwas noch schlimmer zu machen als es eh schon ist, nur weil man sich nicht etwas mehr Zeit nehmen kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maragia 20.03.2020 15:11
    Highlight Highlight Und dann sehe ich eine alte Dame (die war bestimmt 70+) in der Gemüseabteilung alle Tomaten genüsslich am anfassen um die besten zu ertasten...............
    Die haben gar nix verstanden, das macht man sowieso nicht und in Zeiten von Corona erst recht nicht
    • w'ever 20.03.2020 16:53
      Highlight Highlight @Maragia
      und warum hast du der 70+ dame nicht mitgeteilt, dass sie das lassen soll?
    • Mia_san_mia 20.03.2020 19:31
      Highlight Highlight @Maragia: Hast Du es ihr auch gesagt?
    • Hardy18 20.03.2020 20:04
      Highlight Highlight Sie hatte ihr Hörgerät vergessen. Da hätte man schreien müssen oder weniger als 2m heran 😁
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lolita 20.03.2020 14:47
    Highlight Highlight Man hätte schon im Januar ,und noch deutlicher Mitte Februar aufrufen sollen sich einzudecken. Da war es noch sicher (wenig infizierte) und es konnte problemlos aufgefüllt werden.
    Ich habs schon Anfang Februar gemacht und für Süsses Mitte Februar, wieso hab ich mehr Voraussicht wie der BR?
    Alles kommt fast 2 Monate zu spät und immer noch nicht ausreichend.
    • bossac 20.03.2020 15:44
      Highlight Highlight Bitte noch Adresse angeben, damit ich weiss, an wen ich mich in Zukunft für Toilettenpapier wenden kann.
    • Butschina 20.03.2020 16:12
      Highlight Highlight Welche voraussicht? Der vom Bund empfohlene Notvorrat gilt nicht erst seit der Pamdemie. Mehr als dieser braucht es nicht. Hamsterkäufe sind scheisse, egal zu welchem Zeitpunkt sie getätigt werden.
      Der SARS-Cov2 Virus führt nicht zu massiv stärkeren Periodenblutungen oder massivem Durchfall. Es führt ebensowenig zu gesteigertem Appetit, eher das Gegenteil bei den Erkrankten.
    • Wawi 20.03.2020 16:48
      Highlight Highlight Es wäre GAR NIE notwendig gewesen (auch jetzt nicht) aufzustocken! Wir haben keinen 3. Weltkrieg, die Lieferketten sind nicht unterbrochen und es wird immer noch alles von Woche zu Woche geliefert. Ihr könnt immer noch jeden Tag einkaufen gehen wie es schon immer war. Sie haben daher nicht mehr Voraussicht als der BR! Ohne euch Hamsterkäufer hätten wir gar nie zu solchen Massnahmen greiffen müssen. Man kann es einfach nicht genug sagen... 🤦🏻‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • lily.mcclean 20.03.2020 14:44
    Highlight Highlight Darum liebe Städter, unterstützt eure Quartierläden! Wir Selbstständigen brauchen euch jetzt! Geht zum kleinen Metzger, in den Asialaden oder zum Türken.

    Coop und Migros sind safe. Da sorgen unsere Politiker schon dafür.
    • Selbstverantwortin 20.03.2020 16:43
      Highlight Highlight Warum sind Mitarbeitende der Quartierläden bessere Menschen als in der grösseren?
      Für beide müssen Löhne und Kosten gedeckt werden.
    • El Vals del Obrero 20.03.2020 18:32
      Highlight Highlight Mach ich schon. Dort gibt es ja auch den Vorteil, dass die Anzahl anwesende Personen pro Fläche viel leichter überschaubar ist als in einem grossen Supermarkt und es deswegen keine Nummernsysteme oder ähnliches braucht.
    • SeboZh 20.03.2020 22:51
      Highlight Highlight @selbstverantworterin: da migros und coop schon genug geld hätten, die mitarbeiter zu bezahlen. Bei den kleinen, könnte es eng werden.
      Auch wenn es nun kredite gibt, bus die Konditionen nicht klar sind, können die kleineren Läden die Hilfe gut gebrauchen
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerRaucher 20.03.2020 14:39
    Highlight Highlight Mir fällt vor allem auf das immer mehr und mehr entschieden wird bevor man die Auswirkungen des vorherigen Entscheids überhaupt abwartet. Mittlerweile wissen ja alle das man nach einer Massnahme erst 14 Tage warten muss um zu sehen, ob es was brachte. Erst ab da taugen die neuen Zahlen was. Klingt vllt blöd, aber dann gehe ich lieber zu Denner, Lidl und co solange man dort noch normal rein kann. Ich halte mich am Abstände und alle Vorgaben, die Läden waren diese Woche bei mir auch nicht überfüllt. Deswegen schlicht keine Lust darauf.
    • lilie 20.03.2020 15:36
      Highlight Highlight @DerRaucher: Jeden Tag stecken sich Hunderte neue Leute an, in 2 Wochen sind es Tausende. Es ist Zeit, die wir nicht haben.

      Dazu kommt: Dass keine Massnahme etwas nützen kann, wenn sie nicht umgesetzt wird.

      Schau, ich hab auch keine Lust auf die ganzen Einschränkungen, aber in diesem Fall ist halt jeder Tag ein Tag zuviel.
    • Selbstverantwortin 20.03.2020 16:42
      Highlight Highlight Du hast offenbar verpasst, wie dramatisch die Situation in den Spitälern bereits ist. Der Anstieg der Fälle muss mit allen Mitteln begrenzt werden.
    • Nkoch 20.03.2020 16:48
      Highlight Highlight Denner begrenzt auch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lolita 20.03.2020 14:36
    Highlight Highlight Wieso nicht gleich richtig hohe Plexiglasscheiben, grosse Menschen Spucken beim reden immer noch auf die sitzende Verkäuferin. Und nebenbei, das hätte man längst machen sollen, im Februar spätestens oder noch besser vor 20 Jahren.
  • n3rd 20.03.2020 14:20
    Highlight Highlight Tut man denn die Kärtchen auch desinfizieren zwischendurch? Sonst ists ja einfach ein Weg mehr, durch den sich Viren verbreiten können.
    • cappucino 20.03.2020 15:06
      Highlight Highlight Nein, die werden JEDES MAL VOR der Abgabe an den Kunden desinfiziert.
    • Wanheda 20.03.2020 18:13
      Highlight Highlight Also ich hab jetzt schon 2 von 2x gesehen dass mein Kärtchen direkt weitergegeben wurde. 🤷🏻‍♀️
    • Mia_san_mia 20.03.2020 19:33
      Highlight Highlight @Wanheda: Und hast Du das dort auch gesagt? Hier in den Kommentaren bringt das nicht viel...
    Weitere Antworten anzeigen
  • 3,2,1... vorbei 20.03.2020 14:16
    Highlight Highlight Ich war gerade ALLEINE einkaufen und musste ebenfalls kurz anstehen.
    Im Glattzentrum ist dies wirklich super gelöst.
    Linien am Boden und Einkaufswagen inkl. Hände werden desinfiziert.

    Habe mich auch bei dem Personal bedankt. Die haben keinen einfachen Job.

    Danke auch dem Verkaufspersonal für euren Einsatz.
    • RiiseHolzchopf 20.03.2020 15:43
      Highlight Highlight In den meisten Fällen ist dies leider nicht der Fall und das Ganze bekommt einen Umkehr-Effekt: Vor einer Migros an welcher in vorbeigelaufen bin, standen die Leute Schlange, und das recht nah aufeinander. Absolut kontraproduktiv und dämlich...

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