Schweiz
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Bundesrat geht Spezial-Ärzten ans Fett und will 700 Millionen Franken sparen

22.03.17, 13:35 22.03.17, 14:12


Der Bundesrat greift beim TARMED durch. Weil sich Ärzte, Spitäler und Krankenkassen nicht auf eine Revision einigen konnten, will er den Ärztetarif nun selber anpassen. Die Mediziner sollen jährlich rund 700 Millionen Franken weniger bekommen.

Auf Eingriffe ins System verzichtet der Bundesrat. Die Korrekturen, die er am Mittwoch in die Vernehmlassung schickte, sind punktuell. So soll etwa die Dauer der ärztlichen Weiterbildung nicht mehr entscheidend sein für die Höhe der Vergütung. Heute erhalten Spezialisten deswegen in der Regel mehr Geld als Hausärzte.

Lineare Kürzung um 10 Prozent

Für verschiedene Operationen werden die Vergütungen gesenkt. Aufgrund des technischen Fortschritts können diese sehr viel rascher durchgeführt werden als früher. Zudem sollen verschiedene TARMED-Abrechnungsregeln angepasst werden, darunter jene für Leistungen in Abwesenheit des Patienten. Diese stehen im Verdacht, massgeblich für das Kostenwachstum verantwortlich zu sein.

In gewissen Sparten will der Bundesrat die Vergütungen für technische Leistungen linear um 10 Prozent senken. Davon wären etwa Chirurgen, Urologen, Radiologen oder Dermatologen betroffen. Für bestimmte Leistungen werden die Vergütungen gezielt gekürzt. Gewisse pauschal abgerechnete Untersuchungen sollen künftig als Zeitleistungen abgerechnet werden.

Leistungen nicht mehr pauschal abrechnen

Der Bundesrat rechnet mit Einsparungen von rund 700 Millionen Franken, aber auch mit einer nachhaltigen Eindämmung des Kostenwachstums im Gesundheitswesen. Grundlegende Eingriffe am TARMED stellt er jedoch nicht zur Diskussion.

Der Krankenkassen-Dachverband santésuisse beispielsweise verlangt, dass bestimmte Leistungen künftig nicht mehr nach Zeitaufwand, sondern pauschal abgerechnet werden. Im Raum steht auch die Forderung, die Vergütung von Leistungen zu deckeln, um das Kostenwachstum zu bekämpfen. Die Vernehmlassung dauert bis am 21. Juni 2017.

Da sich die Tarifpartner auch im Bereich der Physiotherapie nicht auf eine gemeinsame Tarifstruktur einigen konnten, musste der Bundesrat in diesem Bereich ebenfalls eingreifen. Er hat beschlossen, dass die bisherige Tarifstruktur in angepasster Form weitergeführt werden soll. Auf Kürzungen verzichtet der Bundesrat. Die Tarifstruktur tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. (whr/sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Corahund 22.03.2017 19:06
    Highlight Es wird mal Zeit, dass man dieser Abzockerei einen Riegel schiebt. Besipiele gefällig:
    meine Frau war einen Tag im Spital, abends einrücken, andertags kleiner Eingriff, andertags morgens Entlassung.
    Totale Kosten: 12000 Franken. Habe noch viele solche Besipiele.
    Nachkontrolle beim Herzarzt: max 30 min. Dauer, Rechnung: über 800 Franken, kein Material, nichts, nur Kontrolle. Meine Frau ist privatversichert aber die Kosten gehen grösstenteils an die Steuerzahler und Krankenkassenzahler. Es ist eine absolute Geldmacherei, dieses Gesundheitswesen. Hätte das Volk doch die Einheitskasse angenommen.
    3 0 Melden
    • Sageits 22.03.2017 22:18
      Highlight War der Eingriff in einem Privatspital? Dann hat das Spital mit grosser Wahrscheinlichkeit gut verdient.
      Bei einem öffentl. Spital auch, aber der Gewinn wird sofort wieder verzehrt, durch die vielen allgemein Versicherten, bei denen es nichts zu verdienen gibt, weil die Verweildauer im Spital zu lang ist und die Pauschale lange nicht den Aufwand deckt. (Hohes Alter, hohe Komplexität etc.)
      Ohne privat Versicherte schreiben öffentlich. Spitäler tiefrote Zahlen. Wir allg. Versicherten brauchen euch, sonst wird die Zweiklassenmedizin bittere Realität.
      1 1 Melden
  • Richu 22.03.2017 16:48
    Highlight Einmal gute News vom Bundesrat betr. Gesundheitskosten! Hoffentlich folgen bald weitere Massnahmen!
    20 4 Melden
  • Mietzekatze 22.03.2017 14:28
    Highlight Ich wäre dafür, dass alle die in den Notfall gehen, aber keine Notfälle sind, die Behandlung selber zahlen müssen. Zumindest die Different vom Hausarzt zum Notarzt... Ich denke da würde schon ziemlich viel eingespart. Oder eine Pauschale von 20.00 die von jedem Patienten bezahlt werden muss (analog DE), auch so könnte man Bagatellen etwas eindämmen...
    21 3 Melden
    • Lami23 22.03.2017 21:39
      Highlight und wo ziehst du die linie zwischen notfall und nicht notfall? Ich nehme an du kennst dich in der praktischen Seite nicht aus, dort würde sich dass sehr schwierig gestalten.
      Ich wäre auch für derartige Massnahmen, aber die Umsetzung...
      1 2 Melden

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