Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bundesrat geht Spezial-Ärzten ans Fett und will 700 Millionen Franken sparen



Der Bundesrat greift beim TARMED durch. Weil sich Ärzte, Spitäler und Krankenkassen nicht auf eine Revision einigen konnten, will er den Ärztetarif nun selber anpassen. Die Mediziner sollen jährlich rund 700 Millionen Franken weniger bekommen.

Auf Eingriffe ins System verzichtet der Bundesrat. Die Korrekturen, die er am Mittwoch in die Vernehmlassung schickte, sind punktuell. So soll etwa die Dauer der ärztlichen Weiterbildung nicht mehr entscheidend sein für die Höhe der Vergütung. Heute erhalten Spezialisten deswegen in der Regel mehr Geld als Hausärzte.

Lineare Kürzung um 10 Prozent

Für verschiedene Operationen werden die Vergütungen gesenkt. Aufgrund des technischen Fortschritts können diese sehr viel rascher durchgeführt werden als früher. Zudem sollen verschiedene TARMED-Abrechnungsregeln angepasst werden, darunter jene für Leistungen in Abwesenheit des Patienten. Diese stehen im Verdacht, massgeblich für das Kostenwachstum verantwortlich zu sein.

In gewissen Sparten will der Bundesrat die Vergütungen für technische Leistungen linear um 10 Prozent senken. Davon wären etwa Chirurgen, Urologen, Radiologen oder Dermatologen betroffen. Für bestimmte Leistungen werden die Vergütungen gezielt gekürzt. Gewisse pauschal abgerechnete Untersuchungen sollen künftig als Zeitleistungen abgerechnet werden.

Leistungen nicht mehr pauschal abrechnen

Der Bundesrat rechnet mit Einsparungen von rund 700 Millionen Franken, aber auch mit einer nachhaltigen Eindämmung des Kostenwachstums im Gesundheitswesen. Grundlegende Eingriffe am TARMED stellt er jedoch nicht zur Diskussion.

Der Krankenkassen-Dachverband santésuisse beispielsweise verlangt, dass bestimmte Leistungen künftig nicht mehr nach Zeitaufwand, sondern pauschal abgerechnet werden. Im Raum steht auch die Forderung, die Vergütung von Leistungen zu deckeln, um das Kostenwachstum zu bekämpfen. Die Vernehmlassung dauert bis am 21. Juni 2017.

Da sich die Tarifpartner auch im Bereich der Physiotherapie nicht auf eine gemeinsame Tarifstruktur einigen konnten, musste der Bundesrat in diesem Bereich ebenfalls eingreifen. Er hat beschlossen, dass die bisherige Tarifstruktur in angepasster Form weitergeführt werden soll. Auf Kürzungen verzichtet der Bundesrat. Die Tarifstruktur tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. (whr/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Per Rohrpost auf den Friedhof – wie die Wiener ihr Leichenproblem «begraben» wollten

Link to Article

Solidarität mit «Gilets Jaunes»: Wenn Linke das Wutbürgertum «umarmen»

Link to Article

Brexit – diese unbarmherzigen Cartoons bringen das Chaos auf den Punkt

Link to Article

Vergiss Partys, Speed-Dating und Tinder: Bei Glühwein lernt man sich kennen!

Link to Article

Wie Bush senior sich den Broccoli vom Halse hielt

Link to Article

Das tun die Kantone im Kampf gegen den Terrorismus

Link to Article

Fahrplanwechsel und 7 weitere Dinge, die nur uns Schweizer ernsthaft beschäftigen

Link to Article

Ein Bild, viel zu schade fürs Archiv: So reiste die Fussball-Nati vor über 20 Jahren

Link to Article

Mit diesem einfachen Trick kannst du günstiger auf ausländischen Webseiten einkaufen

Link to Article

Danach suchen Schweizer und Schweizerinnen auf Pornhub am meisten

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

«14 Uhr: Claras Haut ist rot»: Kitas informieren Eltern neu per Liveticker über ihre Kids

Link to Article

Selbst Trump spricht nun von einem Impeachment

Link to Article

«Hi-Tech-Roboter» in russischer Fernsehshow entpuppt sich als verkleideter Mensch

Link to Article

Tumblrs neuer Pornofilter ist ein riesiger Fail – wie diese 19 Tweets beweisen

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Corahund 22.03.2017 19:06
    Highlight Highlight Es wird mal Zeit, dass man dieser Abzockerei einen Riegel schiebt. Besipiele gefällig:
    meine Frau war einen Tag im Spital, abends einrücken, andertags kleiner Eingriff, andertags morgens Entlassung.
    Totale Kosten: 12000 Franken. Habe noch viele solche Besipiele.
    Nachkontrolle beim Herzarzt: max 30 min. Dauer, Rechnung: über 800 Franken, kein Material, nichts, nur Kontrolle. Meine Frau ist privatversichert aber die Kosten gehen grösstenteils an die Steuerzahler und Krankenkassenzahler. Es ist eine absolute Geldmacherei, dieses Gesundheitswesen. Hätte das Volk doch die Einheitskasse angenommen.
    • Sageits 22.03.2017 22:18
      Highlight Highlight War der Eingriff in einem Privatspital? Dann hat das Spital mit grosser Wahrscheinlichkeit gut verdient.
      Bei einem öffentl. Spital auch, aber der Gewinn wird sofort wieder verzehrt, durch die vielen allgemein Versicherten, bei denen es nichts zu verdienen gibt, weil die Verweildauer im Spital zu lang ist und die Pauschale lange nicht den Aufwand deckt. (Hohes Alter, hohe Komplexität etc.)
      Ohne privat Versicherte schreiben öffentlich. Spitäler tiefrote Zahlen. Wir allg. Versicherten brauchen euch, sonst wird die Zweiklassenmedizin bittere Realität.
  • Richu 22.03.2017 16:48
    Highlight Highlight Einmal gute News vom Bundesrat betr. Gesundheitskosten! Hoffentlich folgen bald weitere Massnahmen!
  • Mietzekatze 22.03.2017 14:28
    Highlight Highlight Ich wäre dafür, dass alle die in den Notfall gehen, aber keine Notfälle sind, die Behandlung selber zahlen müssen. Zumindest die Different vom Hausarzt zum Notarzt... Ich denke da würde schon ziemlich viel eingespart. Oder eine Pauschale von 20.00 die von jedem Patienten bezahlt werden muss (analog DE), auch so könnte man Bagatellen etwas eindämmen...
    • Lami23 22.03.2017 21:39
      Highlight Highlight und wo ziehst du die linie zwischen notfall und nicht notfall? Ich nehme an du kennst dich in der praktischen Seite nicht aus, dort würde sich dass sehr schwierig gestalten.
      Ich wäre auch für derartige Massnahmen, aber die Umsetzung...

Nationalrat: Benzin maximal 8 Rappen pro Liter teurer, keine CO2-Abgabe auf Flugtickets

Der Nationalrat will keine CO2-Abgabe auf Flugtickets einführen. Das hat der Nationalrat am Montag bei den Beratungen zum CO2-Gesetz beschlossen. Zu diskutieren gab auch der Benzinpreis.

Die Flugticketabgabe lehnte der Rat mit 93 zu 88 Stimmen bei 8 Enthaltungen ab. Er folgte damit der Mehrheit seiner Kommission und dem Bundesrat. Gegen eine Abgabe hatten sich die SVP und die FDP gestellt, die CVP war gespalten.

Zur Diskussion standen Abgaben zwischen 12 und 30 Franken für Flüge in EU-Länder …

Artikel lesen
Link to Article