Schweiz
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Das Triebwerk des Bombardier CS100, dem neuen Flugzeug der Swiss, aufgenommen an einer Medienkonferenz auf dem Flughafen Zuerich in Kloten, am Donnerstag, 18. Juni 2015. Die Swiss wird die bisherigen Flugzeuge der Avro RJ100-Flotte (Jumbolino) mit Jets der grundlegend neu entwickelten Bombardier CSeries ersetzen. Dies erfolgt schrittweise ab 2016 waehrend rund zweier Jahre.(KEYSTONE/Walter Bieri)

The Bombardier CS100 jet of Swiss International Airlines, pictured during a media presentation at a hangar at Zurich-Airport in Kloten, Switzerland, Thrusday, 18 June 2015. The Bombardier CS100will replace the Avro RJ100 fleet at SWISS from 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Anders als bei konventionellen Triebwerken (Bild) soll die Luft von hinten hineinströmen. Bild: KEYSTONE

Nix als heisse Luft: BAZL investiert 820'000 Franken Steuergelder in zweifelhaftes Triebwerk-Projekt



Ein Ingenieur aus Altdorf UR will die Luftfahrt revolutionieren. Martin Ziegler entwickelte ein Triebwerk, das den Kerosinverbrauch um bis zu 50 Prozent und damit auch den CO2-Ausstoss massiv senken sollte. Das Prinzip tönt einleuchtend: Die Luft strömt von hinten statt vorne in die Turbine, wird um 180 Grad umgelenkt und nach hinten wieder ausgestossen. Dadurch soll das Zetjet-Triebwerk mehr Schub erzeugen, sagt der Erfinder. Zetjet steht für Ziegler-Jet.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zeigte sich angetan, zumal Ziegler bei der Entwicklung von Gewehrmunition mit einem ähnlichen Prinzip gute Resultate erzielt hatte. Es bewilligte einen Bundesbeitrag von 1,35 Millionen Franken an die Entwicklung des Triebwerks, berichtet der «Tages-Anzeiger». Grundlage ist demnach der verfassungsmässige Auftrag, Treibstoff-Steuergelder für Umweltschutzmassnahmen zu verwenden.

Gegen die Gesetze der Physik

Weit weniger begeistert reagierte die Fachwelt. Für sie macht die Idee keinen Sinn, weil Luft nicht einfach von hinten in eine Turbine strömt, sondern angesogen werden muss. Unter dem Strich entsteht dadurch kein zusätzlicher Schub. Auch das Europäische Patentamt in Den Haag lehnte Zieglers Patentantrag ab, weil die Idee den Impulssatz verletze, ein Grundgesetz der Physik.

Trotz dieser Warnsignale hielt das BAZL lange am Projekt fest. Erst Anfang April stoppte es die Förderung. Bis dahin hatte es 820'000 Franken in Zieglers Erfindung gesteckt. Auf eine Rückforderung will das Amt verzichten, weil der Erfinder «in der Theorie» gewisse Effizienzsteigerungen und Erkenntnisse erreicht habe. Allerdings werde man «künftig bei risikobehafteten Projekten eine breitere fachliche Beurteilung vornehmen», sagte ein Sprecher dem «Tages-Anzeiger».

Martin Ziegler zeigte sich enttäuscht. Seine Technologie könne viele Arbeitsplätze schaffen, «aber das muss man wollen». Gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» hatte er die Erwartungen allerdings gedämpft. Bis zum Einsatz an grossen Passagierflugzeugen könne es Jahre dauern und in der Entwicklung rund 1,5 Milliarden Franken kosten. (pbl)

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