Schweiz
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Das sind die Folgen des «Wieder mal zum Chotzä z’Züri!»-Ausrasters des Swiss-Piloten

Nach Fluch-Funk suchen die Fluglotsen den Dialog mit Swiss-Piloten.

benjamin weinmann / ch media



Ein Flughafen-Mitarbeiter enteist ein Flugzeug der Swiss, aufgenommen am Flughafen in Zuerich am Samstag, 05. Januar 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

«Es isch eifach wieder mal zum Chotzä z’Züri!»: Der Funkspruch eines verärgerten Swiss-Piloten, den die Redaktion CH Media publik machte, sorgte vergangenen Herbst für Aufsehen. Weil sich sein Start in Kloten mehrfach verzögerte, platzte dem Piloten der Kragen und er liess gegenüber der Fluglotsin seinem Ärger freien Lauf – auf einer öffentlich zugänglichen Frequenz: «Es isch e Katastrophä. Mir händ foif Slots, mir sind immer parat, und entweder bringt ois dä Flughafä nöd usä. Es isch eifach wieder mal zum Chotzä da z’Züri. Echt! Ich ha d’Schnauzä voll däm huerä Drecksplatz, tschuldigung.»

Der Captain musste bei seiner Arbeitgeberin Swiss antraben. Diese nahm ihren Piloten zwar teilweise in Schutz, da der Ausbruch menschlich gewesen sei. Für die Wortwahl und den Kanal, den der Pilot für seinen Ausraster wählte, gab es hingegen Schelte.

Der Ausraster im Original:

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Zu einem ursprünglich angedachten Treffen, bei dem sich der Pilot bei der Lotsin für seinen Tonfall hätte entschuldigen sollen, kam es nicht, wie Insider berichten. Das Thema schien vom Tisch. Doch das ist es nicht ganz. Im neusten Mitgliedermagazin des Pilotenverbandes Aeropers wenden sich die Fluglotsen, die in Zürich den Verkehr regeln, in Form eines Gastbeitrags an die Cockpit-Crew.

Die Episode des polternden Swiss-Piloten wird zwar nicht ausdrücklich erwähnt, doch heisst es im Artikel: «Funktioniert die Kommunikation zwischen Cockpit und Tower reibungslos, ist sie normalerweise kein Thema. Problematisch wird es erst dann, wenn Missverständnisse und daraus auch Frust entstehen.»

«Rufen Sie doch an»

Die Fluglotsen laden deshalb die Piloten zum Dialog ein. So könne man verschiedene Fragen beider Parteien auf den Grund gehen. Auch die Bedeutung von «Ready»-Meldungen der Piloten könne zum Beispiel diskutiert werden. «Denn gemäss unseren Erfahrungen gibt es mindestens fünf verschiedene Definitionen dafür.» So enervierte sich der Swiss-Pilot denn auch im Herbst: «Ich bin ready now for 30 minutes. 30 Minutä simmer parat und dä Slot wird permanent umägschobä!»

8 Leute, die auch finden, dass Zürich zum Kotzen ist

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Video: watson/Emily Engkent

Man lade Interessierte aus dem Cockpit und der Kabine deshalb gerne zum Austausch ein, schreiben die Flugverkehrsleiter. «Wir sind immer dann da, wenn Ihr es auch seid.» Sogar eine Telefonnummer wird angegeben, welche die Piloten anrufen können. Schliesslich hatte die Fluglotsin dem Polter-Piloten geraten: «Wenn Sie Diskussionsbedarf haben, dann rufen Sie doch an, das ist besser als auf der Frequenz.»

Und um zu zeigen, dass es die Tower-Angestellten mit ihrer dargebotenen Hand auch wirklich ernst meinen, schliessen sie mit einem Zitat von Nobelpreisträger George Bernard Shaw: «The single biggest problem in communication is the illusion that it has taken place.» – auf Deutsch: «Das grösste Problem in der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden.»

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Video: srf/SDA SRF

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • EatSleepHockeyRepeat 22.02.2019 23:04
    Highlight Highlight Recht hat er. Aber den Knopf drücken beim Motzen? Nein!

    Wirklich de-eskaliert hat Sie ja auch nicht.

    Persönliches Rezept: take it easy. Simmer halt z spat und im tümmschte fall bliibts bi 2 flüüg im tag. Danke adieu schöne tag.
  • Olaf44512 22.02.2019 21:04
    Highlight Highlight Ich warte noch auf den Tag an dem Airlines irgendetwas zustande bringen.
  • PaLve! 22.02.2019 18:09
    Highlight Highlight Der Kragen geplatzt???
    Sollen die, die das sagen mal einen Tag auf ne Baustelle oder so etwas gehen xD
  • Mutbürgerin 22.02.2019 16:19
    Highlight Highlight Sehr vertrauenserweckend, wenn sich Pilot und Lotse nicht verstehen, und das telefonisch ausdiskutieren müssen.
  • Cosmopolitikus 22.02.2019 15:41
    Highlight Highlight Er will endlich starten und sie war nicht schuld, dass es zuwenig Kapazitäten gab. Für beide keine einfache Situation und doch ist der Ausbruch verständlich.
    Seit Jahren wissen wir, dass mit den zu Verfügung stehenden Pisten und dem aktuellen Abflugregime nicht viel mehr rauszuholen ist. Einzig eine Enflechtung der sich kreuzenden Pisten, würde hier nachhaltig Entlastung schaffen und notwendige (?) Kapazitäten schaffen.
    Wichtige Aspekte, wie Umweltschutz, Lärmbelastung und raumplanerische Möglickeiten erschweren diese notwedige Diskussion. Zu klären wäre nämlich: Was braucht ZRH wirklich?
  • Wander Kern 22.02.2019 12:48
    Highlight Highlight Ihre Zürischnurre irgendwo zwischen arrogant und sexy fasziniert mich einfach. Wroarr!
    • Harald Juhnke 22.02.2019 13:35
      Highlight Highlight Meine Worte😊
  • T13 22.02.2019 12:45
    Highlight Highlight Ich muss sagen ich mag die reaktion der fluglotsin 😉
    Ruhig und sachlich 😁
    • Muselbert Qrate 22.02.2019 13:49
      Highlight Highlight Die sitzt auch nur vor ihren Monitor und hat keinen Druck von 150 Passagieren im Nacken die sich gottsjämmerlich aufregen.

      Zudem kann der Pilot durch die Verspätung auch seinen Landeslot am Zielflughafen verlieren was zu weiteren Verzögerungen führen wird und auch zeitlich einen massiven Einfluss auf den Rückflug nach Zürich haben wird. Und dann auf den nächsten Flug ab Zürich etc

      Sprich: Für den Piloten eine Verspätung die er evtl über den ganzen Tag nicht mehr einholen kann, respektive sich noch kumulieren wird.

      Aber ja, die Lotsin betrifft das nicht. Die hat dann pünktlich Feierabend
    • Supermonkey 22.02.2019 14:11
      Highlight Highlight Wird auch einfach als Funkdisziplin bezeichnet.
  • Tomtom64 22.02.2019 12:41
    Highlight Highlight So cool wie sie im Original sagt: «Wenn Sie Diskussionsbedarf haben, dann rufen Sie doch an, das ist besser als auf der Frequenz.»

    Ich feiere die unbekannte Fluglotsin.

  • Der Bojenmensch 22.02.2019 12:37
    Highlight Highlight Frustmomente gibts in jedem Job zuhauf, und jeder möchte wahrscheinlich täglich im Schnitt mindestens eine andere Person so richtig gepflegt zusammensch....tauchen.

    Tun die Meisten nicht... und gerade von Piloten erwarte ich massiv mehr Stressresistenz. Gerade wenn etwas - von dem man offenbar im vornhinein weiss, dass es selten rund läuft - dann halt tatsächlich nicht rund läuft...
    • EvilBetty 22.02.2019 13:52
      Highlight Highlight Wenn man immer und immer und immer und immer wieder unter dem selben unverschuldeten «Fehler» zu leiden hat reichts halt irgendwann mal. Finde ich nicht mehr als menschlich.
    • Kaspar Floigen 22.02.2019 14:24
      Highlight Highlight Besser er verliert bei so einer Banalität die Nerven, als wenn es wirklich zählt.
    • Astrogator 22.02.2019 14:52
      Highlight Highlight @Bojenmensch: Da läuft viel im Hintergrund ab, dass du nicht mitbekommst. Eine Verspätung kann um schlimmsten Fall dazu führen, dass der Flieger am Boden bleibt weil die Crew die zulässige Arbeitszeit überschreitet was einen Rattenschwanz weiterer Probleme nach sich zieht, der Flieger fehlt am Zielort, Crew-rotation usw...
      Und dafür muss sich dann der Captain rechtfertigen, nicht der Flughafen.
      Da kann ich nachvollziehen, dass ihm der Hut hoch geht.
  • HugiHans 22.02.2019 12:26
    Highlight Highlight Auch wenn der Ausraster des Piloten menschlich war, professionell war er nicht! Und Professionalität würde ich mir schon wünschen bei diesem Job.
    • arriving somewhere but not here 22.02.2019 13:13
      Highlight Highlight Sogenannte „Professionalität“ wird überbewertet.
    • Charming 22.02.2019 13:16
      Highlight Highlight Du meine Güte! Er hat ausgedrückt wie es ihm beim langen warten erging - eben zum kotzen! Oder wie hätten Sie`s denn gern, so nach dem Motto: Liebe Fluglotsen, ich warte nun schon seit einer halben Stunde, sniff, werde herumgeschoben wie ein Kartoffelsack, sniff, was meint ihr so ab wann könnte ich mit einem Start rechnen, oder könnte ich noch was essen gehen, habe Hunger;-))
    • Flötist 22.02.2019 13:40
      Highlight Highlight @HugiHans

      "Und Professionalität würde ich mir schon wünschen bei diesem Job."

      In welchem Job wünscht du dir das nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Butschina 22.02.2019 12:14
    Highlight Highlight Das Zitat am Ende das Artikels ist vielerorts passend. Würden wir klarer kommunizieren könnten viele Probleme vermieden werden. Egal ob im geschäftlichen oder privaten Umfeld, eine klare Kommunikation ist Gold Wert.
    • Klirrfactor 22.02.2019 12:33
      Highlight Highlight Es genüge auch nur dem Gesprächspartner zuzuhören um ihn zu verstehen, anstatt einem zuzuhören nur um ihm zu antworten
    • Charming 22.02.2019 13:10
      Highlight Highlight Kennen Sie das 4 Augen/Ohren-Prinzip von Schulz von Thun? Unbedingt mal reinschauen, so ganz trivial wie wir uns das vorstellen ist es nämlich nicht! Dazu machen Sie mal in geselliger Runde, auch mit Kinden, das Telefonspielchen...und schauen was Sie am Ende zurückerhalten;-)
    • Shikoba 22.02.2019 15:53
      Highlight Highlight @Charming, oder das hier:

      Play Icon


      😉😂
  • chicadeltren 22.02.2019 12:12
    Highlight Highlight Und eine Lösung für die offensichtlichen Kapazitätsprobleme versucht man nicht zu finden?
    • El Vals del Obrero 22.02.2019 12:29
      Highlight Highlight Diese Lösung wird es nie geben. Wie auch im Strassenverkehr:

      Wenn es mehr Kapazität gibt, werden die Kosten für die Flüge günstiger und es kann noch mehr geflogen werden, womit der Kapazitätszuwachs schon wieder zunichte ist.

      Entweder gibt man Unsummen aus und verbaut alles für einen vermeintlichen Befreiungsschlag, der doch nie einer sein wird (wie der Esel, dem den Reiter ein Rübli vor die Nase hält) oder man akzeptiert halt, dass es keine Unendlichkeit gibt.
    • Aladdin 22.02.2019 12:32
      Highlight Highlight @chicadeltren: Die Lösung ist einfach: Weniger fliegen!
    • Ökonometriker 22.02.2019 13:31
      Highlight Highlight @chica: die Lösung gäbe es schon: mehr Flüge geradeaus über die Goldküste. Das wollen die einflussreichen Leute dort aber nicht.
      Die andere Richtung, Deutschland, weigert sich ebenfalls.
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