Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mann tötet Vater in Luzerner Dorf – nun wird er als schuldunfähig beurteilt

Ein Mann tötete im Jahr 2015 seinen Vater. Das Kriminalgericht des Kantons Luzern kam nun zum Schluss, dass der Täter aufgrund einer psychischen Störung schuldunfähig ist.

03.09.18, 23:59 04.09.18, 06:37


Keine Schuld trifft einen Mann, der im Jahr 2015 auf einem Bauernhof im Kanton Luzern im Wahn seinen Vater erstochen hat. Das Kriminalgericht beurteilte den heute 33-Jährigen als schuldunfähig, weshalb er nicht strafbar sei.

Der gelernte Automechaniker, der sich bereits seit zwei Jahren in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik befindet, muss sich auch weiterhin einer stationären Behandlung unterziehen, wie es im Urteil heisst, das am Montag im Dispositiv veröffentlicht wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zwar seien die Tatbestände der vorsätzlichen Tötung und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz erfüllt. Der Beschuldigte sei aber bei der Tat ohne eigenes Verschulden schuldunfähig gewesen, urteilen die Richter.

Bereits der Staatsanwalt und der Verteidiger waren sich einig, dass der Mann im Wahn gehandelt hatte, als er im Juni 2015 seinem damals 64-jährigen Vater mit 27 Messerstichen das Leben nahm. Sie forderten beide, auf eine Strafe zu verzichten.

«In einer anderen Welt» befunden

Der geständige Täter bereut das Geschehene. Er habe sich «in einer anderen Welt» befunden, als er den Vater niederstach. Er habe damals ein psychotisches Erlebnis gehabt und sich eingebildet, der Vater würde die Familie tyrannisieren. Auch mehrere Gutachter waren zum Schluss gekommen, dass es sich um eine psychische Störung handelte. Vor der Tat habe er nie paranoide Gedanken gehabt.

Der mit der angeordneten stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug beträgt in der Regel höchstens fünf Jahre. Die stationären Massnahmen sind allerdings verlängerbar. Bei der sogenannt kleinen Verwahrung steht die Therapie im Vordergrund.

Die Verfahrenskosten trägt der Staat. Sie belaufen sich auf über 81'000 Franken. (sda)

Aktuelle Polizeibilder

Polizeieinsatz Reitschule

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben kürzlich dieses BMW-Plakat gesehen – und hatten da ein paar Fragen

Das essen wir alles in einem Jahr

Mehr als nur Sex zwischen Bäumen: Wie dieser Wald im Aargau zum «Schwulewäldli» wurde

Sex, Lügen und Politik: Der Fall Kavanaugh erinnert an die Hetze gegen Anita Hill

Trump Jr. postet dieses Fake-Bild – und wird vom Moderator komplett demontiert

Instagram vs. Realität – wie es hinter den perfekten Fotos wirklich aussieht

Genital-Check bei jungen Flüchtlingen: Jetzt intervenieren Fachleute und Politik

iOS 12 ist hier – das sind 13 nützliche Tipps für iPhone-User

«NACHBARN AUFGEPASST» – Wie eine Touristin in Deutschland zur Einbrecherin erklärt wurde

Diese 19 Comics zeigen, wie sich Depressionen und Angst anfühlen

Autistin flüchtet aus Angst vor SBB-Ticket-Kontrolle – und wird hammerhart bestraft

Das passiert, wenn Manchester-Fans beim FC Basel nach Champions-League-Tickets fragen 😂

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • maricana 04.09.2018 08:23
    Highlight Zum Zeitpunkt der Tat litt der Mann unter einer durch Cannabis induzierten psychotischen Störung, wie ein psychiatrisch-forensisches Gutachten der psychiatrischen Klinik Königsfelden feststellte. Die Gutachter attestieren dem Täter gute Heilungsaussichten trotz hoher Rückfallgefahr.
    Quelle: Kriminalgericht Luzern
    8 1 Melden
  • eBart is back 04.09.2018 04:16
    Highlight Er hatte davor keinerlei Probleme / Störungen... lediglich während der Tat "ein psychotisches Erlebnis". Und das reicht schon um nicht verurteilt zu werden?

    Andere fahren 50kmh zu viel auf der Autobahn und gelten gleich als Schwerverbrecher.

    Soll mal einer unsere Justiz verstehen.
    40 50 Melden
    • Fabio Haller 04.09.2018 07:13
      Highlight Im Gegensatz dass man im eigenen Verstehen und selbst kontrolliert auf einer 30iger Zone 80km/h fahrlässig handelt.

      Ist hier, wohlbemerkt staatsanwalt und Verteidung schon vor dem Gericht (was man nicht alle Tage sieht) einig und später auch mehrere Gutachter dass der Täter durch psychotische Wahnvorstellungen gehandelt hat.

      Und glauben sie mir die wirken etwa so gleich echt, wie sie ein Gegenüber sehen in einem 4er Abteil in einem vollen Zug.
      33 8 Melden
    • Else 04.09.2018 08:53
      Highlight "Der Beschuldigte konsumierte seit 2001 regelmässig Cannabis und er baute auch selber Marihuana an. Der Forensische Dienst der Luzerner Psychiatrie diagnoszierte eine durch Cannabis induzierte «psychotische Störung». Die Gutachter gehen von einer aufgehobenen Einsichtsfähigkeit und damit einer aufgehobenen Schuldfähigkeit aus. Die konkordatliche Fachkommission zur Beurteilung der Gemeingefährlichkeit von Straftätern kommt hingegen zum Schluss, dass eine paranoide Schizophrenie vorliegt."

      Aus der Luzerner Zeitung vom 22.08.2018
      2 1 Melden
    • eBart is back 04.09.2018 11:33
      Highlight @ Else

      Auf gut Deutsch: Wenn ich seit 100 Jahren Drogen nehme / kiffe, kann ich Leute umbringen und das dann auf die Drogen schieben?

      Oder Alkoholiker bin und trotzdem Auto fahre und ab und zu jemanden über den Haufen fahre? Kann ich es auf Schäden schieben die der Alkoholkonsum verursacht hat?
      6 8 Melden

16-jähriger Lenny aus Luzern wird vermisst

Seit Donnerstag, 23. August 2018, mittags, wird der in Luzern wohnhafte 16-jährige Lenny Minh-Quan Tran vermisst. Lenny Tran verliess seinen Wohnort in der Stadt Luzern. Seither ist sein Aufenthaltsort unbekannt. Es ist nicht auszuschliessen, dass er seinen Weggang geplant hat.

Der Vermisste leidet unter dem Asperger-Syndrom. Signalement: Lenny Tran ist ca. 170 cm gross und ca. 50 Kilogramm schwer. Er wirkt im Gegensatz zum Foto im Anhang abgemagert, hat dunkle Augenringe und ein Muttermal links …

Artikel lesen