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ARCHIV - ZUR HEUTIGEN PRESSEKONFERENZ NACH DEN ENTGLEISUNGEN IN BERN UND LUZERN STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -Ein umgekippter Wagen eines Eurocity-Neigezugs, aufgenommen am Mittwoch, 22. Maerz 2017, im Bahnhof in Luzern. Im Bahnhof Luzern ist am fruehen Mittwochnachmittag ein Eurocity-Neigezug bei der Ausfahrt entgleist. Ein Wagen kippte zur Seite. Bei der Entgleisung sind mehrere Personen verletzt worden. Zum Schweregrad der Verletzungen wurden vorerst keine Angaben gemacht. Passagiere mussten nach dem Unglueck zunaechst im Zug ausharren. Die Unfallursache war vorerst unklar. (KEYSTONE/Urs Flueeler)..The site where a train derailed is pictured, Wednesday, 22 March 2017, in the station of Lucerne, Switzerland. The Eurocity train was on the way between Milan and Basel. Rail company SBB says the train derailed as it was pulling out of Lucerne's main train station. Several persons were injured. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

SBB: Kein Zusammenhang zwischen Entgleisung in Luzern und Bern



Die Entgleisung eines italienischen Eurocity-Zuges in Luzern von Ende März kommt die SBB teuer zu stehen. Nach bisherigem Kenntnisstand beträgt die Schadenssumme rund 11 Millionen Franken.

Dies sagte SBB-Infrastruktur-Chef Philippe Gauderon am Montag vor den Medien in Bern. Während die Ursache auch anderthalb Monate nach dem Unglück noch nicht geklärt sei, komme das Ausmass des Schadens langsam zum Vorschein.

5 Millionen Franken kosteten laut Gauderon die Reparaturarbeiten an der Infrastruktur. Auf weitere 5 Millionen Franken beziffert die SBB die Schäden an der entgleisten Zugkomposition. Eine weitere Million Franken habe das Bahnunternehmen für den Betriebsunterbruch aufwenden müssen. Gauderon nannte als Beispiel die Organisation des Bahnersatz-Busbetriebs oder die Kommunikation.

«Die Schäden sind grösser als zunächst angenommen», sagte Gauderon. Wer die Kosten letztlich tragen werde, sei noch unklar. «Das hat im Moment auch keine Priorität.» Für den Moment sei die SBB für die gesamte Schadenssumme aufgekommen. «Wir sind dagegen versichert.»

Lokführer nicht zu schnell unterwegs

Für die SBB und die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) steht die Suche nach der Ursache der Zugentgleisung im Fokus. Gesagt werden könne derzeit nur, dass die Weichen «regelwerkkonform» kontrolliert und unterhalten worden seien und dass der Lokführer die Maximalgeschwindigkeit nicht überschritten habe.

Ausgegangen werde «von einer seltenen Verkettung von Elementen, die für sich alleine nicht zu einer Entgleisung führen würden». Es sei kein Schienenbruch vorgelegen.

Ermüdungsbruch im Schienenfuss

In Bern weise alles auf einen Ermüdungsbruch im Fuss der Weichenzungenschiene hin. «Es ist das erste Mal, dass ein solcher Defekt auf dem Netz der SBB zu einer Entgleisung geführt hat.» Die Abklärungen der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) sind noch nicht abgeschlossen.

Sicher sei aber, dass zwischen den Entgleisungen der zwei Züge innert Wochenfrist kein Zusammenhang bestehe. «Es sind zwei zeitlich nah zusammenliegende Einzelfälle.»

Wenig Störungen trotz hoher Belastung

Trotzdem handelt die SBB: Noch vor der Publikation der Schlussberichte zu den Unfällen werden Verbesserungen der Bahninfrastruktur diskutiert. Im Zentrum der Analyse stünden zusätzliche Massnahmen, welche die Früherkennung von Schäden weiter verbessern könnten, heisst es in der Mitteilung.

Ein besonderes Augenmerk richtet das Bahnunternehmen auf die Weichen respektive die Weichenzungen. Dies ist der bewegliche Teil der Weiche, der die Fahrrichtung bestimmt. Weil sie ein flexibles Bauteil ist, ist sie bei der Überfahrt eines Zuges auch bei einer Maximalgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde im Bahnhofbereich grossen Belastungen ausgesetzt.

Die meistgenutzten der insgesamt 12'749 Weichen in der Schweiz würden 380 Mal am Tag befahren. Trotzdem kommen laut SBB Weichenstörungen, welche die Fahrbahn betreffen, äusserst selten vor.

Zugentgleisung Bahnhof Luzern

Bahnhofweichen maschinell prüfen

Weiteren Störungen und Zwischenfällen will die SBB vorbeugen. Die Ultraschallprüfungen, welche die SBB bei Bahnhofweichen mindestens jährlich ausführt, erfolgen bisher von oben nach unten. Die SBB analysiert nun, ob mit Ultraschallprüfungen auch von der Seite Ermüdungsbrüche im Schienenfuss diagnostiziert werden könnten.

Zudem prüft die SBB, ob neuralgische Bahnhofweichen künftig auch maschinell mit dem Diagnosefahrzeug geprüft werden können. Der Vorteil einer solchen dynamischen Überwachung sei, dass die Weiche dabei belastet sei und die Prüfung somit unter «realen» Bedingungen erfolge.

Relativ glimpflich ausgegangen

Am 22. März war im Bahnhof Luzern ein italienischer Eurocity-Zug mit 160 Personen an Bord entgleist. Beim Vorfall wurden sechs Personen leicht verletzt. Ein Wagen kippte um und unterbrach den Bahnstrom. Es entstand Schaden in Millionenhöhe. Die Normalspur-Züge im Bahnhof ruhten für Reparaturarbeiten viereinhalb Tage lang.

Nur kurz danach, am 29. März, kam es im Bahnhof Bern zu einem zweiten Unfall. Die S-Bahn S44 entgleiste bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof mit zwei Drehgestellen. Es handelte sich um eine NINA-Doppelkomposition der BLS. Die 90 Reisenden im Zug konnten evakuiert und zum Bahnhof begleitet werden. Verletzt wurde niemand. An den Gleisanlagen entstand Sachschaden. (nfr/sda)

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