Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Flüchtlingshilfe fragt: Hat das Grenzwachtkorps die Lage in Como verschärft?



Das improvisierte Lager der Migranten in einem Park beim Bahnhof von Como, Italien, am Mittwoch, 17. August 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Flüchtlinge am 17. August in Como. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Die Zahl der Flüchtlinge, die in der italienischen Grenzstadt Como festsitzen, ist unverändert hoch. Am Mittwoch war die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) für einen Augenschein vor Ort – und hat nun Fragen zum Verhalten der Schweizer Grenzbehörden.

Während die SFH mehr Transparenz fordert, warnt die Stadtgemeinde Como, dass sich die Situation noch verschärfen könnte. Geplant seien für den Mittwoch und Donnerstag Gespräche mit Schweizerischen und italienischen NGOs, sagte SFH-Direktorin Miriam Behrens am Mittwoch auf Anfrage.

Der Besuch in Chiasso und Como soll laut Behrens bei zwei entscheidenden Fragen Erkenntnisse liefern: Hat es beim Schweizerischen Grenzwachtkorps an der Südgrenze eine Praxisänderung gegeben? Und gibt es eine systematische Abweisung von Personen, die eigentlich in der Schweiz um Asyl bitten wollen?

Hunderte Flüchtlinge stranden am Bahnhof von Como (I)

Bisher gebe es viele widersprüchliche Aussagen zum Vorgehen der Schweizer Behörden an der Grenze. Die SFH fordere deshalb mehr Transparenz – insbesondere bei den Rechtsgrundlagen auf die sich das Grenzwachtkorps abstütze. Auch die Schweizer Sektion von Amnesty International ist in diesen Tagen im Schweizerisch-italienischen Grenzgebiet präsent wie sie auf Nachfrage mitteilte.

Grenzwaechter warten auf einen Zug, am Dienstag, 10. November 2015, am Bahnhof in Buchs. Im September kamen erstmals mehr Fluechtlinge an der Ostgrenze als im Tessin an. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Grenzwächter am Bahnhof Buchs. Bild: KEYSTONE

Legale Praxis

Die Lage in Como war am Mittwoch auch Thema im Bundesrat. Justizministerin Simonetta Sommaruga und Finanzminister Ueli Maurer hätten den Bundesrat darüber informiert, sagte Vizekanzler André Simonazzi auf Anfrage. Die Praxis gegenüber Asylbewerbern an der Grenze entspreche dem Gesetz.

Der Tessiner Sicherheitsdirektor Norman Gobbi (Lega) verteidigte am Mittwoch in einem Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» das gegenwärtige Vorgehen der Grenzbehörden. Wer klar und deutlich Asyl verlange, könne ein Gesuch stellen.

Dies über Dritte zu tun – beispielsweise über ein von einer Hilfsorganisation ausgefülltes Formular – sei dagegen nicht legitim, kritisierte der Lega-Politiker. Unglaubwürdig seien ausserdem Migranten, die bei einer Überprüfung durch das Grenzwachtkorps ihre wahre Absicht zugeben, nach Deutschland zu wollen.

Fluechtlinge essen eine von freiwilligen Helfern der Tessiner Hilfsgruppe Associazione Firdaus verteilte Mahlzeit, in einem Park in der Naehe des Bahnhofs in Como am Freitag, 12. August 2016, in Como Italien. Die freiwilligen Helfer verteilen taeglich zwischen 19:00 und 21:00 Uhr 400 bis 500 Portionen an die hilfebeduerftigen Gefluechteten. Die Organisation Firdaus wurde vor zwei Jahren durch die Tessiner Kantonsraetin Lisa Bosia Mirra gegruendet. (KEYSTONE/TI-PRESS/Davide Agosta)

Como am 17. August. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Verschärft sich die Lage in Como

Die Stadt Como arbeitet unterdessen an der Errichtung von provisorischen Unterkünften in der Nähe des Bahnhofs, wo viele Flüchtlinge bislang biwakierten.

Derzeit werde zusammen mit der Präfektur geprüft, wo die neuen Container für die Flüchtlingsunterkunft aufgestellt werden können, sagte einer Sprecherin der Pressestelle der Stadt Como am Mittwoch auf Anfrage. Sie warnte zugleich davor, dass sich die Situation für die derzeit rund 600 Migranten rund um den Bahnhof in Como ab September verschlechtern könnte.

Dann wird laut der Sprecherin die Mensa der Pfarrgemeinde nicht mehr zur Verfügung stehen, da sie nach dem Ende der Sommerpause wieder andere Notleidende in der Stadt versorgen wird. Ausserdem seien auch die bislang von den Flüchtlingen genutzten Duschen ab September nicht mehr zugänglich.

(sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

27
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wehrpunkt 18.08.2016 00:12
    Highlight Highlight Ehm flüchtlinge flüchten doch- oder? Warum flüchten sie aus italien? Von dort weg, wo der schweizer gerne urlaub macht. Versteh ich nicht... vielleicht geht es ja dem flüchtling in erster linie gar nicht um sicherheit. Aber warum ist er dan ein flüchtling? Und warum sind praktisch alle flüchtlinge männlich und zwischen 20 bis 30 jahre alt. Viele fragen für einen naiven menschen. Ich sage diese lüge stinkt.
    • Soli Dar 18.08.2016 08:32
      Highlight Highlight Hauptsache die Flüchtlinge bleiben uns fern und Hauptsache andere müssen sich um sie kümmern nur wir nicht... Na super.
    • robben 18.08.2016 11:20
      Highlight Highlight sind sie schweizer? machen sie urlaub in heillos überfüllten auffanglagern, um danach keine perpektive zu haben, ihren urlaub jemals zu beenden?
    • Jonasn 18.08.2016 12:47
      Highlight Highlight Warum immer noch die Lüge verbreitet wird, so gut wie alle Flüchtlinge wären Männer zwischen 20-30 wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben.
  • Dr. Rantanplan 17.08.2016 22:55
    Highlight Highlight "Wer klar und deutlich Asyl verlange, könne ein Gesuch stellen. Dies über Dritte zu tun - beispielsweise über ein von einer Hilfsorganisation ausgefülltes Formular - sei dagegen nicht legitim, kritisierte der Lega-Politiker."
    Aha, bloss nicht legitim, nicht einmal nicht legal...? Was meint der bloss?! Will er nur juristisch ausgebildete und mehrsprachige Flüchtlinge akzeptieren, die perfekte Asylgesuche stellen können?
  • Lowend 17.08.2016 21:28
    Highlight Highlight Woher kommt eigentlich dieser abgrundtiefe Hass und die totale Emphatielosigkeit gegenüber den Opfer der Politik unserer westlichen Welt, die nur sehr selten an ihrer Situation echte Schuld tragen, da es sonst nie so viele wären?
    Nur ein klein wenig Mitgefühl würde helfen, dass man die Probleme, die zweifelsohne bestehen, lösen könnte, aber diese fundamentalistische Opposition und der dadurch verbreitete Hass gegen die Opfer verhindert genau diese Problemlösung und dient am Ende rein gar niemandem, ausser jenen Menschen, die aus einer verfahrenen Situation politischen Profit schlagen wollen.
    • Soli Dar 17.08.2016 22:56
      Highlight Highlight Die Frage ist absolut berechtigt!
    • Dr. Rantanplan 17.08.2016 23:02
      Highlight Highlight Ich finde es auch erschreckend, die hier geäusserten Meinungen bzw. Blitze / Likes lesen zu müssen. Erinnert mich an die "Boot-ist-voll"-Mentalität.
    • robben 18.08.2016 11:22
      Highlight Highlight die frage ist wirklich berechtigt. die freude, ob dem 'durchgreifen' scheint sehr gross.
    Weitere Antworten anzeigen
  • robben 17.08.2016 18:53
    Highlight Highlight inwiefern ist ein flüchtling unglaubwürdig, wenn er sagt, er wolle nach deutschland?
    • ElendesPack 17.08.2016 19:35
      Highlight Highlight 1. Es gibt keinen Grund für ihn, die Schweizer Grenze zu überqueren oder sich in unserem Land aufzuhalten.
      2. Es gibt keinen Grund für ihn von Italien irgendwohin zu flüchten, da Italien bislang nicht durch grössere innere Kriege aufgefallen wäre.
      3. Es gibt kein Menschenrecht darauf, nach Deutschland reisen zu können.
    • robben 18.08.2016 01:32
      Highlight Highlight wer von italien nach deutschland will, hat sehr wohl einen grund, sich vorübergehend in der schweiz aufzuhalten

      kriege nicht! aber schon mal was über die italienischen flüchtlingslager gelesen?

      und was spricht denn bitte dagegen, dass jemand nach deutschland reist? schengen/dublin? dass ich nicht lache...

  • Stichling 17.08.2016 17:41
    Highlight Highlight Schuld an dieser Situation sind die Flüchtlinge selbst.
    • Froggr 17.08.2016 18:47
      Highlight Highlight Natürlich gäbe es ohne Flüchtlinge keine Flüchtlingsprobleme. Wir Europäer haben ihnen jedoch zu lange Hoffnung gemcht und mot unseren Geschenken an die Flüchtlinge haben wir nur noch mehr angezogen. Das war ein grosser Fehler. Jetzt muss jemand büssen. Und wenn es nicht die Sommaruga selbst ist, sind es halt die Flüchtlinge.
    • ElendesPack 17.08.2016 19:37
      Highlight Highlight Stichling: Flüchtlinge sind nie an Etwas Schuld oder selber für Etwas verantwortlich. Würde man ihnen Verantwortung zuweisen, könnte man seinen eigenen Überlegenheits- und Helferkomplex nicht mehr ausleben und das wäre doch wirklich ein Jammer.
    • robben 18.08.2016 11:27
      Highlight Highlight wow! sie machen menschlichkeit zum helferkomplex? fatal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 17.08.2016 17:29
    Highlight Highlight Flüchtlingshilfe und artverwandte Sparten (wie sie auch alle immer heissen mögen), sind Partei, Bestandteil derjenigen, die letztlich in der Sozialindustrie verdienen.


    Man scheint aktuell wieder einmal um die eigenen Pfründe besorgt zu sein, denn siehe "das Gute liegt so nah" - man müsste nur von Como aus beidhändig in Rchtung Schweizer Grenze winken, und alles wäre (für sie) paletti...

    Wo man doch in den offiziellen Stellungnahmen der zuständigen Organe in den letzten Tage bemüht war, ihnen den bilateralen Schengen-Vertrag mit der EU und die Rechtslage bei illegaler Einreise darzulegen 🙄!
    • Firefly 17.08.2016 20:42
      Highlight Highlight Am Anfang steht die Rüstungsindustrie, Korruption und globale Ausbeutung. Ginge es den Menschen in ihren Ländern gut, würden sie nicht in die Schweiz oder nach Europa kommen wollen, auch wenn sogenannte Asylindustrie noch so sehr werben würde.
    • Firefly 17.08.2016 21:27
      Highlight Highlight Tja, dann sollten wir das Übel an der Wurzel packen nicht!?
    • Firefly 17.08.2016 22:25
      Highlight Highlight Na dann fangen wir doch einfach mal dort an, wo wir konkret bei uns etwas tun können, keine Waffenexporte mehr, keine Steuerbegünstigungen für reiche Ausländer, die sollen in ihren Ländern Steurn zahlen, es gibt viele Dinge die wir hier tun könnten hier und jetzt.

Italien will Migranten von «Open Arms» nach Spanien bringen

Die italienische Regierung will die Migranten vom Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms mit der Küstenwache nach Spanien zu bringen.

Im Gegenzug müsse sich die Regierung in Madrid allerdings zuerst bereiterklären, dem Schiff «Open Arms» sofort die spanische Flagge zu entziehen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli am Montagabend.

«Wir sind bereit, mit unserer Küstenwache alle Migranten, die an Bord der »Open Arms« sind, in den spanischen Hafen zu bringen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel