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epa03634741 Jonas Notdurfter, Jochen Gargitter, Philipp Burger and Christian Fohrer (L-R) of the South Tyrol band Frei.Wild demonstrate with fans outside the Messe Berlin, Germany, 21 March 2013. According to rumours the band, which was excluded from the 2013 Echo Music Award, will hold a spontaneous concert this evening.  EPA/BRITTA PEDERSEN

Die Südtiroler Band «Frei.Wild» wehrt sich gegen eine nachgesagte Verbindung zu rechtsextremen Kreisen.  Bild: EPA

Üble Nachrede: Band «Frei.Wild» wehrt sich gegen «20 Minuten»-Journalisten



Ein Redaktor der Zeitung «20 Minuten» muss sich heute Montag vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Er bezeichnete die umstrittene Deutschrock-Band «Frei.Wild» in einer Bildlegende indirekt als rechtsextrem. Damit hat sich der Journalist aus Sicht der Staatsanwaltschaft der üblen Nachrede schuldig gemacht.

Am 15. Dezember 2015 erschien auf dem Onlineportal von «20 Minuten» ein Artikel mit der Überschrift «Wenn harmlose Kleidung zur Provokation wird». Dem Beitrag war eine Bildstrecke mit 18 Fotos beigefügt. Diese enthielt eine Auswahl von Kleidungsstücken, die gerne von Rechtsextremen getragen werden.

Das vierte Bild zeigte ein T-Shirt der Südtiroler Band «Frei.Wild». Der Autor schrieb unter das Bild folgende Legende: «Eine rechtsextreme Überzeugung lässt sich auch versteckter transportieren, zum Beispiel durch T-Shirts von Bands wie Frei.Wild, Landser oder Skrewdriver.»

Ruf geschädigt

Diesen Vorwurf wollte die Band nicht auf sich sitzen lassen und erstattete Anzeige. Zu recht, wie die Staatsanwaltschaft findet. Sie ist der Ansicht, dass der Leiter des Ressorts «Digital & Wissen» die Band wahrheitswidrig in die rechtsextreme Ecke gerückt und damit deren Ruf geschädigt habe. Der Journalist soll deshalb mit einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen bestraft werden.

Die Band, deren Name nichts mit Freiwild zu tun hat, sondern die Worte «frei» und «wild» zusammenfügt, hatte sich 2001 gegründet. Im April 2016 wurde die Südtiroler Gruppe mit dem Musikpreis Echo in der Sparte Rock/Alternative National ausgezeichnet.

2013 war die Band jedoch noch von der Nominierungsliste gestrichen worden. Mitbewerber hatten der Gruppe Nähe zur rechten Szene unterstellt und mit Boykott gedroht. Die Band stritt auch damals extremistische Tendenzen ab – wie viele Male zuvor und danach. (gin/sda)

Der Song «Yeah Yeah Yeah» vom 15 Jahre Jubiläumsalbum «Deutschrock und SKAndale» 

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Video: YouTube/Frei.Wild

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    Alle Leser-Kommentare
  • Komsomol 31.10.2016 14:08
    Highlight Highlight Teil 2: Die Band, die es heute nicht mehr gibt, ist sicher nicht sehr geistreich und musikalisch nicht mein Fall, aber ihre Texte sind und müssen vor dem Hintergrund der südtiroler Geschichte verstanden werden.Viele deutsche "Experten" haben das einfach nicht verstanden. Klar, deutsche (u.schweizer) Bands, die ähnliche Texte verwenden, haben meist (immer?) rechtsradikalen Hintergrund. Das die Gruppe das ev. nicht sofort gecheckt hat, sondern ökonomisch davon profitiert hat bzw. auch Glatzen die Musik toll fanden, kann man ihr ja nicht wirklich vorwerfen.Die späte Distanzierung schon.
    1 3 Melden
  • Komsomol 31.10.2016 13:54
    Highlight Highlight Teil 1: Wieso häufig wollen viele mitreden, haben aber keine wirkliche Ahnung, woher Frei.Wild wirklich kommen. Damit meine ich nicht, dass sie nicht wissen, dass sie aus Südtirol sind. Damit meine ich, dass sie den sozio-kulturellen und historischen Kontext dort nicht genügend kennen. Wenn man in Südtirol von Volk, Heimat und Tradition spricht und von der Angst diese zu verlieren, dann ist das eben eine Realität gewesen (unter Mussolini und danach bis in die 1960er Jahre, weil Italien die Kultur und Traditionen der deutschsprachigen (und ladinischen) Südtiroler/-Innen auslöschen wollten.
    3 3 Melden
    • Fabio74 31.10.2016 17:59
      Highlight Highlight Soweit richtig. Aber spätestens seit dem Autonomiestatus der 70er Jahre sollte das Problem gegessen sein.
      Im Übrigen hofften die Südtiroler auf Hitler und wurden bitter enttäuscht als dieser an der Brennergrenze festhielt.
      2 1 Melden
  • Deverol 31.10.2016 13:20
    Highlight Highlight Frei.Wild erinnert mich an Jung.Wild.und.Sexy
    3 1 Melden
  • Lowend 31.10.2016 12:47
    Highlight Highlight Schon komisch, aber wenn die Sozialdemokraten mit den schlimmsten kommunistischen Regimes verglichen werden, dann stört dass niemand, obwohl es faktisch und auch historisch ein völliger Schwachsinn ist.
    Wer es aber wagt, Parteien, deren Politiker mit Reichskriegsflaggen posieren, an Treffen von rechtsextremen Parteien teilnehmen, Nazitreffen super finden, oder Bands wie frei.wild, die sich von Goebbels inspirieren lassen, als Neonazis, oder besser Neofaschisten bezeichnet, der muss aufpassen, dass er nicht mund- oder gleich ganz tot gemacht wird.
    30 9 Melden
    • herschweizer 31.10.2016 13:11
      Highlight Highlight Ja solche Vergleiche sind Schwachsinn. Es gibt ja auch niemanden der vergleicht real existierenden Sozialismus (DDR hhh) mit NationalSozialismus... oder der Nationalmannschaft
      3 4 Melden
    • Lowend 31.10.2016 13:54
      Highlight Highlight Solche Gleichstellungen des Nationalsozialismus mit dem Kommunismus sind Schwachsinn, um nicht zu sagen Zeichen des brandgefährlichen, nazifreundlichen Geistes, der momentan durch Europa zieht!
      6 4 Melden
  • goschi 31.10.2016 12:45
    Highlight Highlight Frei.Wild, die leben doch, wie schon die onkelz von diesem Opferkomplex "Alle sind gegen uns"
    Dieser Komplex wird auch brav bei jeder Gelegenheit bedient und gefördert, weil die Hörerschaft auch unter diesem opferkomplex leidet, schliesslich sind immer Alle anderen Schuld, dass man ausgegrenzt wird (und es liegt selbstverständlich NIIIEEEE daran, dass man schlicht ein A**** ist).

    Die, die früher nen Onkelz-Kleber an der Heckscheibe des Autos hatten, haben Heute einen von Frei.Wild und die Klientel glänzt selten mit Sympathie.
    25 6 Melden
    • Soufaa 31.10.2016 14:04
      Highlight Highlight Das stöhrt mich auch so extrem an den Bands. Diese Opferrolle. Ich denke aber bei den Onkelz war es hauptsächlich für den Kommerz. Gab ja ewige PR. Diese Diskussionen ob sie nun Rechts sind oder nicht und Frei.Wild macht wohl das gleiche. Warum distanzieren wenn man so ständig in den Medien ist und es noch einen mega Rummel an Preisverleihungen gibt. Alles gratis Werbung und es schweisst die Fans jedes mal mehr Zusammen...
      2 0 Melden
    • Rasta281 04.11.2016 12:22
      Highlight Highlight Also für mich ist es schon ein massiver Unterschied, ob du als 16, 17 jähriger Teenie Mitte 80er-Jahre, als die Rechten die Skinheadbewegung unterwanderten kurzzeitig und aus Blauäugigkeit auf diesen Zug aufgesprungen bist (Onkelz) oder bis nach der Jahrtausendwende aktiv in einer Rechtsrockband gespielt hast (Frei.Wild). Zudem sehe ich das mit der Opferhaltung der Onkelz nicht ganz so krass. Sie haben sich mehr als deutlich von rechtem Gedankengut distanziert und das nicht erst seit ein paar jahren, sondern schon Anfangs 90er-Jahre. Bei Frei.Wild sieht das schon etwas unglaubwürdiger aus..
      0 0 Melden
  • Squ33zy 31.10.2016 12:19
    Highlight Highlight "Zwischen Frei.Wild und den Onkelz steht 'ne Kuschelrock-LP"
    38 6 Melden
  • Awesomeusername 31.10.2016 12:18
    Highlight Highlight Ich finde viel schlimmer, dass die das Video mit Bud Spencer und Terence Hill mit Ihrer Musik "verschandelt" haben ;-).
    21 4 Melden
  • Buyer's Remorse 31.10.2016 11:32
    Highlight Highlight Nee, Frei.Wild ist doch keine Rechtsrockband. Wo denkt ihr alle hin?

    https://www.salto.bz/article/09042015/wer-weiss-schon-was-gobbels-sagte

    Wie bitte soll jemand mit Neonazi-Vergangenheit so ein Zitat kennen? Also wirklich Leute.
    28 14 Melden
  • TanookiStormtrooper 31.10.2016 10:53
    Highlight Highlight Ich sehe im Text, wie er hier steht keinen Fehler. Ich deute es als: "Glatzen tragen gerne Freiwild Shirts" und nicht "Freiwild sind Nazis". Das erstere ist nun mal ein Fakt... Für das Andere sind sie wohl etwas vorsichtiger und weniger eindeutig als andere Bands, als dass man es ihnen direkt vorwerfen könnte.
    Ich würde dieses seltsame Urteil weiterziehen und ich bin jetzt wahrlich kein 20min-Freund.
    31 10 Melden
    • herschweizer 31.10.2016 11:15
      Highlight Highlight Es könnten höchstens Menschen mit genetisch bedingten Ausfall der Kopfhaare klagen.
      13 1 Melden
  • herschweizer 31.10.2016 10:52
    Highlight Highlight Wieso hat sich der Journi schuldig gemacht? Das sind nazionalsozialistisch interpretierbare Texte die diese Band von sich gibt. Dies wird benutzt um bei der Schwiegermutter nicht plump als Fascho dazustehen und bei den Brüdern das Gesicht trotzdem nicht zu verlieren. Also mit Helene Fischer Texten ginge das nicht so gut bis gar nicht. Es scheint also ein intelligenter Journalist gewesen zu sein. Und das Verfahren eine Farce
    23 13 Melden
  • Olmabrotwurst 31.10.2016 10:33
    Highlight Highlight
    Play Icon
    8 3 Melden
  • philosophund 31.10.2016 10:25
    Highlight Highlight Ich empfehle jedem Frei.Wild "Fan" die Bandvergangenheit, deren neovölkischen Songtexte, deren Konzerte und deren Umfeld etwas genauer anzuschauen. Erinnert mich stark an die BöhsenOnkelz.

    Beginnt doch mal mit der Recherche bei Indymedia, Netz-gegen-Nazis etc.


    36 31 Melden
    • Asmodeus 31.10.2016 11:24
      Highlight Highlight Ich stimme Dir zwar zu. Aber Indymedia ist als Quelle absolut unbrauchbar und unseriös.

      Da kann ich mich genausogut auf irgendwelchen rassistischen Seiten über die Flüchtlingskrise informieren.
      30 7 Melden
  • Paul_Partisan 31.10.2016 09:39
    Highlight Highlight Jedes Bandmitglied hat Vergangenheit in der rechtsextremen Szene. Dazu sind ihre Texte völkisch und nationalistisch. Die Band wird also zurecht in die rechtsextreme Szene gestellt - auch wenn ihre Musik von vielen, sagen wir mal "unpolitischen", Menschen gehört wird.
    72 53 Melden
    • Adi E. 31.10.2016 10:43
      Highlight Highlight Die Staatsanwaltschaft sieh das offensichtlich anders. Was bitte bringt dich dazu das Gegenteil hier unten rein zu schreiben?
      22 15 Melden
    • Wotsch Lämpe 31.10.2016 10:46
      Highlight Highlight Bring doch mal ein paar Beispiele zu den Texten...

      Hier ein Interview in der TAZ (ja, die linke Tageszeitung):
      http://www.taz.de/!5014758/
      11 5 Melden
    • schueluu 31.10.2016 14:13
      Highlight Highlight @wotsch lämpe Zum Beispiel die Textstelle "Sturm, brich los" im Lied "Für immer Anker und Flügel", ein Zitat von Joseph Goebbels.
      7 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oiproll 31.10.2016 09:12
    Highlight Highlight Bin definitiv kein froind von Frei.wild,aber so ganz geschickt war das vom 20min-journi schon nicht. Und was genau soll beim tragen von shirts wie landser oder screwdriver versteckt sein??!! Eindoitger gehts wohl nicht!!
    22 51 Melden
    • rfabienne 31.10.2016 10:54
      Highlight Highlight interessante Rechtschreibung.
      24 2 Melden
    • Wotsch Lämpe 31.10.2016 12:49
      Highlight Highlight @rfabienne: Rechtschroibung meinste!
      8 0 Melden
    • arriving somewhere but not here 31.10.2016 13:29
      Highlight Highlight Sein Name ist Oiproll. Schon mal dran gedacht, dass er's absichtlich so geschrieben hat...? 😉
      9 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • maxi 31.10.2016 09:11
    Highlight Highlight sehr schön, bitte in deutschland weitermachen mit anzeigen.... es ist himmel traurig! wenn mab ein frei. wild Shirt trägt wird man übelst beleidigt und provoziert...
    35 74 Melden
    • äti 31.10.2016 10:11
      Highlight Highlight Gibts keine andere Shirts?
      31 17 Melden
    • herschweizer 31.10.2016 10:59
      Highlight Highlight Das geschieht schon bei einem pinkfarbenen Fred Perry shirt
      14 1 Melden
    • äti 31.10.2016 11:26
      Highlight Highlight Gut, da empfehle ich Quergestreifte, weiss/blau resp. weiss/schwarz. 😀
      8 3 Melden
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  • SuicidalSheep 31.10.2016 08:18
    Highlight Highlight Sorry, aber hat sich dieser "Journalist" der 20 Minuten je mit den Texten von Frei.Wild auseinander gesetzt? Der Punkt steht nicht ohne Grund im Bandnamen!

    Und dann auch noch mit Landser und Skrewdriver zusammen bringen. Ich würde mich schlapp lachen ab so "seriösem Journalismus", wenn es nicht so traurig wär.
    64 30 Melden
    • Asmodeus 31.10.2016 09:06
      Highlight Highlight Wobei Autos die Frei.Wild oder Onkelz auf den Scheiben kleben haben, meistens nicht von Leuten gefahren werden die viel Haare auf dem Kopf haben.

      Die Band selbst mag eventuell nicht rechts sein (wobei ich zumindest zu Mitte Rechts tendiere je nach Texten), aber einige der auffälligsten Fans sind es nunmal extrem offensichtlich.

      Rammstein hat dieses Problem ja in den USA, wo sie extrem von den Rechten gehyped werden.
      77 23 Melden
    • JFH 31.10.2016 09:09
      Highlight Highlight Ich lache mich schlapp, wenn ich die miserable musik von denen höre 😂
      51 23 Melden
    • SuicidalSheep 31.10.2016 09:25
      Highlight Highlight Asmodeus, du sagst es. Viele Fans kommen aus der Rechten Ecke, was die Band aber nicht Rechtsextrem macht. Letztens wollte mir einer erklären, dass Eluveitie Rechtsextrem wären xD

      Aber wir wissen ja, wie es manchmal um den IQ der Glatzen steht.
      35 6 Melden
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