Schweiz
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VIDEO GRAB --- A train stands at the trainstation Salez - Sennwald following an attack onboard a train, in Salez, Switzerland, 13 August 2016. According to St. Gallen Canton Police Department, a 27 year old man dispersed flammable liquid on the train and set it alight during an attack. He was also armed with at least one knife. Seven people were  injured in the attack. On Sunday 14 August one women and the suspect were reported death by the police. (KEYSTONE VIDEO/TVO)

Nach dem brutalen Angriff in einem Zug in Salez bleiben Fassungslosigkeit und viele unbeantwortete Fragen. Bild: KEYSTONE VIDEO/TVO

Falsches Täter-Foto, Verletzte, Tathergang: Was wir über den Angriff in Salez wissen – und was nicht

Nach dem schrecklichen Angriff in einem Regionalzug bei Salez bleiben noch viele Fragen unbeantwortet. Was bewegte den 27-jährigen Schweizer zur Tat? Waren die Opfer bloss zur falschen Zeit am falschen Ort oder kannten sie den Angreifer? Eine Übersicht über die Fragen und Antworten. 



Das wissen wir: 

Zum Täter

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 27-jährigen Schweizer, der gemäss offiziellen Angaben in einem Nachbarkanton St.Gallens wohnte, sich gemäss «Blick» aber auch im Fürstentum Liechtenstein aufhielt. Dort fand eine Hausdurchsuchung statt. Nachbarn beschreiben den mutmasslichen Täter als «ruhigen und freundlichen» Typen, der aber viel alleine war und zurückgezogen lebte. Offenbar schielte er. «Man merkte, dass er ein Leben lang gehänselt wurde», sagt ein Bekannter. Er soll bei einem Autozulieferer in der Region gearbeitet und an der Hochschule für Technik in Buchs studiert haben. Der junge Mann starb trotz einer Notoperation am Samstagabend an seinen schweren Brand- und Schnittwunden. 

Zum Tathergang

Der Täter schlug am Samstag Nachmittag gegen 14.20 Uhr in einem Zug der Südostbahn in Richtung St.Gallen zu. Er verschüttete eine brennbare Flüssigkeit, offenbar auch auf sich selber, zündete sie an und stach mit einem Messer auf Passagiere ein. Als der Rauchmelder losging, brachte der Lokführer den Zug im Bahnhof Salez-Sennwald zum Stehen. Ein beherzter Passant auf dem Perron zog den brennenden Täter aus dem Zug. Die Attacke wurde auf Video festgehalten. Aufgrund der Aufnahmen geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. 

Zu den Opfern

Sechs Personen wurden verletzt. Darunter ein sechsjähriges Mädchen, das schwere Verbrennungen erlitt, eine 17-Jährige, deren Zustand immer noch als «kritisch» bezeichnet wird sowie eine 43-jährige Frau, die sich ebenfalls noch im Spital befindet. Leichter verletzt wurden zwei Männer im Alter von 17 und 50 Jahren. Für eine 34-jährige Frau gab es keine Hilfe mehr: Sie verstarb am Sonntag im Spital. Der Zustand der 17-Jährigen ist immer noch kritisch. Ob die Opfer oder einige von ihnen den Täter gekannt haben, oder ob sie schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort waren, ist Bestandteil der Ermittlungen.

Zu den Folgen

Die Attacke in Salez sorgte international für Aufsehen. Die Parallelen zum Angriff in Würzburg legten einen Terror-Verdacht nahe. Hinweise darauf fand die Kantonspolizei St.Gallen bisher aber keine. 
Bahnexperten vom Verband Schweizer Lokführer, Securitrans und Pro Bahn sowie bürgerliche Politiker forderten im Nachgang verstärkte Sicherheitsmassnahmen wie Bahnhofsüberwachung und Zugbegleitung. 
Die SBB teilte mit, sie wolle die Untersuchungsergebnisse der Behörden abwarten, beurteile die Sicherheitslage aber laufend. 
Die Schweizerische Südostbahn will ihr Sicherheitsdispositiv noch einmal intensiv prüfen.

Das wissen wir nicht: 

Zum Motiv

Der Täter verstarb, bevor er von der Polizei befragt werden konnte. «Der Mann war nicht mehr ansprechbar», sagte Polizeisprecher Gian Andrea Rezzoli. Das erschwert die Suche nach dem Motiv. Anzeichen für eine politisch oder terroristisch motivierte Tat hat die Polizei bisher keine gefunden. 
Augenzeugen vor Ort spekulierten über eine mögliche Beziehungstat. 

Zum Täter

Über den Täter ist noch sehr wenig bekannt und die Kantonspolizei St.Gallen hält sich mit Informationen zurück. Trotzdem kursierten kurz nach der Tat zwei falsche Bilder des Täters im Internet. Eines soll ihn vor der Tat mit einer Waffe zeigen, ein anderes zeigt einen dunkelhäutigen Mann mit Bart, der ein Terrorist sein sollte. Das Bild wurde vom ungarischen Online-Portal Meteon.org in Umlauf gebracht, das erste von einem anonymen Twitter-Nutzer. 

Bild

Die Bilder wurden teilweise zur rassistischen Hetze missbraucht. In Facebook-Foren und auf Twitter forderten Nutzer vorschnell Konsequenzen und machten den Angreifer zum Muslim: 

Bild

bild: infosperber.ch

Die Informationen stellten sich als komplett falsch heraus. Wer der Unbekannte mit Waffe ist, weiss niemand. Beim zweiten Bild soll es sich um einen mutmasslichen Brandstifter handeln, der in Houston USA eine Moschee angezündet haben soll. Gemäss «Washington Post» wurde er deswegen verhaftet. (rar/sda)

Flammenattacke im Zug – die Bilder

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • goschi 15.08.2016 17:16
    Highlight Highlight Watson, wieso verwendet ihr das, selbst als falsch definierte, Bild als Thumbnail auf der Artikelübersicht?
    Ihr macht genau das, was ihr anderen vorwerft, ihr spielt bewusst mit der Falschinformation und nehmt Missverständnis billigend in Kauf!

    Enttäuschendes Verhalten eurerseits.
  • SKH 15.08.2016 17:07
    Highlight Highlight Ich glaube kaum, dass Fler (der Typ auf dem ersten Foto) in St. Gallen einen Attentat verüben würde, denn:
    "Er ist unterwegs Nachts in Berlin
    Er hat kein Bock seine Waffe zu ziehn'
    Er hat kein Bock seine Waffe zu ziehn'
    Er ist heute drauf auf Amphetamin."

    Wenigstens bekommt er so ein wenig Aufmerksamkeit für sein neues Album.

    Play Icon
  • Qui-Gon 15.08.2016 16:35
    Highlight Highlight Dark Side of Social Media. Und Zanetti bei den Hetzern natürlich voll dabei.
  • Peter Wolf 15.08.2016 16:16
    Highlight Highlight Mir gibt am meisten zu denken, dass ein Schweizer Nationalrat (Partei braucht ja nicht extra genannt zu werden) die unsäglichen Lügen der islamophoben Internet-Hetzer für bare Münze nimmt und präventiv bereits Massnahmen fordert. Wenn die sozialen Medien etwas Gutes haben: Sie entlarven zuverlässig die Dummheit der Kommentatoren.
    • Fabio74 15.08.2016 18:57
      Highlight Highlight Nur nützt das Entlarven nichts wenn die Überzeugung grösser ist als der Verstand
  • Linus Luchs 15.08.2016 16:03
    Highlight Highlight Liebes Watson-Team, das Täterfoto mit dem bärtigen Schwarzen ist falsch. Das steht auch auf Eurer Website. Aber Ihr wisst schon Bescheid über die Macht des Bildes, oder? Ein Foto hämmert sich viel schneller und direkter in unser Bewusstsein und ins Gedächtnis, als ein Text, der zuerst gelesen und interpretiert werden muss. Deshalb: Warum müsst Ihr dieses Foto, das von Rassisten missbraucht wurde, selber auch noch verbreiten? Verstehe ich nicht.
  • prestige 15.08.2016 15:47
    Highlight Highlight Das erste Bild vom Typen mit der Waffe, das ist doch der deutsche Rapper Fler - wenn mich nicht alles täuscht..
    • Charlie Brown 15.08.2016 16:07
      Highlight Highlight @jbr: Wahrscheinlich hast du Recht. Zumindest liefert die Bilder(rückwärts)suche von Google solche Ergebnisse.

      Wenn jetzt nur noch die watson-Journis ihre eigenen Tipps beherzigen würden...

      http://www.watson.ch/!846188211
      Benutzer Bild
  • Miikee 15.08.2016 14:23
    Highlight Highlight Vor 5 Tagen Watson so: Lob für die Zeitungen die keine Täterbilder zeigen http://wat.is/Zy926BAA60Wa_fBA . Watson heute so: Komm wir posten mal willkürlich zwei Bilder..... Ganz schlecht liebe Redaktion!
  • Malu 81 15.08.2016 13:11
    Highlight Highlight Die Neonazis versuchen jedes Ereignis für die
    eigene Propaganda zu verwenden.
  • zombie woof 15.08.2016 12:49
    Highlight Highlight Immer wieder erstaunlich, in welch kurzer Zeit solche Meldungen Rassisten anzieht, damit sie nachher ihrem geistigen Erguss freien Lauf lassen können. Wie ein Haufen Hundesch...der Fliegen anzieht.

Kündigung und Verweis - Konsequenzen aus der HSG-Spesenaffäre

Die Universität St. Gallen (HSG) hat über Konsequenzen aus der vor einem Jahr aufgedeckten Spesen-Affäre informiert: Professor Peter Sester, der bereits freigestellt ist, tritt Ende Januar 2020 zurück. Ein Dozent erhielt einen schriftlichen Verweis.

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