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Krähen abschiessen ist okay, wenn sie danach auf dem Teller landen, sagt Pro Natura Aargau

Tierschützer finden es skandalös, dass Gemüsebauern Krähen schiessen. Pro Natura aber findet das kein Problem – solange die Krähen anschliessend verspiesen werden.

Jürg Krebs / TeleM1



Johannes Jenny, Geschäftsführer Pro Natura Aargau und Grossrat setzt sich dafür ein, dass erlegte Krähen gegessen werden – statt entsorgt. (Quelle: az)

Johannes Jenny, Geschäftsführer Pro Natura Aargau und Grossrat, setzt sich dafür ein, dass erlegte Krähen gegessen werden – statt entsorgt.

Pro Natura stört sich nicht am Abschuss von Krähen, sondern daran, dass die toten Vögel einfach entsorgt werden. Der Geschäftsführer und Badener FDP-Grossrat Johannes Jenny sagt gegenüber Tele M1: «Krähenfleisch kann man essen.»

Diese Aussage mag erstaunen und ist eine weitere Wendung im Krähenstreit, der seit einigen Wochen geführt wird. Jagdgegner wie der Aargauer Tierschützer Fredi Schären rufen bereits öffentlich zum Boykott von Aargauer Gemüseproduzenten auf. Diese wollen Krähen schiessen, um den Bestand zu reduzieren und die Vögel von den Gemüsefeldern fernzuhalten, wo sie Schäden anrichten. In Muri und Birmenstorf wurden bereits Jäger in der Jagd von Rabenkrähen geschult. Der Verein Wildtierschutz findet das Vorgehen skandalös.

«Ich esse lieber Fleisch von einer glücklichen Krähe als von einem unglücklichen Huhn, das eingepfercht leben musste.»

Johannes Jenny, Geschäftsführer Pro Natura Aargau

Doch die Tierschützer sind mit ihrem Boykottaufruf selbst unter Beschuss geraten. Und das ausgerechnet von Pro Natura. Johannes Jenny sagt: «Wer bereit ist, Salat zu essen, auf den die Krähen geschissen haben, kann der Aktion folgen.» Die Krähen weiterhin Gemüse ausgraben und ausrupfen zu lassen, ist für ihn aber keine Option.

Jenny begrüsst deshalb den Abschuss. Das tut auch die Organisation Bird Life. Die einzige Bedingung: Die Gemüsebauern sollen die Finger von denjenigen Krähen lassen, die im Unterschied zu den Raben-Krähen geschützt sind.

Krähenfleisch zum Probieren

Für Jenny stellt sich letztlich nur die Frage, wohin mit den geschossenen Krähen. Für ihn ist die Antwort klar: auf den Tisch. «Ich esse lieber Fleisch von einer glücklichen Krähe als von einem unglücklichen Huhn, das eingepfercht leben musste», so der Pro-Natura-Geschäftsführer.

Jenny weiss, dass er mit dieser Aussage Kopfschütteln auslöst. Um zu demonstrieren, wie gut Krähenfleisch schmeckt, will er aufklären. Er plant in Baden einen Stand aufzustellen und Passanten Krähenfleisch zum Probieren anzubieten.

Boykott gegen Aargauer Gemüseproduzenten

Im Kampf gegen Krähenabschüsse rufen Jagdgegner zum Boykott gegen die Aargauer Gemüseproduzenten auf. Jetzt geraten die Vogelschützer selbst unter Beschuss. Video: © TeleM1

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 15.06.2016 11:46
    Highlight Highlight Was mich an der Story imhaltlich am Meisten interessieren würde : Wie schmeckt denn eine gebratene Krähe - ist sie am ehesten mit einem Poulet, einem Fasan oder einer Wachtel zu vergleichen 😊?!

    Und daher meine Frage an einen der wohl ganz wenigen Insider, oder zumindest Einen der schon mal eine Krähe verspiesen hat : wie darf man sich das Fleisch geschmacklich und von der Konsistenz her vorstellen 😋?
  • Matrixx 15.06.2016 08:23
    Highlight Highlight Diese Menschen sind nicht gut zu Vögeln ☹
  • leu84 14.06.2016 22:20
    Highlight Highlight Grosse Felder und kleine Baumgruppen sind Ideal für Krähen. Es bräuchte mehr Waldflächen, damit Bussarde genug Platz haben. Bussarde und Krähen sind beste "Freunde"
  • Flunderchen 14.06.2016 21:18
    Highlight Highlight Mal weniger Wald und Flächen zubauen und zerstören, dann wären die Tiere auch nicht alle an einem Ort eingezwängt. Hoffentlich verfault diesen Idioten der Salat.
  • bangawow 14.06.2016 19:26
    Highlight Highlight Krähen schiessen, um den Bestand zu reduzieren -> mehr Krähen. Dazu gibt's jahrelange Studien aus Bayern oder so. Aber die Jäger wissen es immer besser. ^^
  • demokrit 14.06.2016 19:23
    Highlight Highlight Krähen sind äusserst clever, die verzehrt man nicht. Auf solche Attrappen von irgendwelchen bekloppten Jägern und Biobauern fallen sie schon gar nicht rein. Ausserdem plündern Rabenkrähen (wie "videografiert") keine Gemüsefelder, das wären Saatkrähen, so viel Basis-Ornithologie müsste der Jäger und Sammler schon noch mitbringen.
    • Lami23 14.06.2016 20:21
      Highlight Highlight Von toten Krähen lassen sie sich aber abschrecken, wird auch häufig angewandt, sieht aber makaber aus....Wie oben erwähnt, alle schreien gegen das erschiessen von Krähen, Salat wollen sie aber trotzdem...
    • Lami23 14.06.2016 20:24
      Highlight Highlight Ps: Schweine sind auch clever, was soll dieses Argument?
    • demokrit 15.06.2016 12:09
      Highlight Highlight Lami23: Schweine sind nicht ganz so clever wie Raben. Aber die Frage, ob wir Tiere mit einem Selbstbewusstsein essen sollten, stellt sich in der Tat. Und wer meint, Salatzucht geschehe unter freiem Himmel, hat nicht viel von Landwirtschaft mitbekommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SVRN5774 14.06.2016 18:42
    Highlight Highlight Esst gar kein Fleisch!! >:(
    • Leventis 15.06.2016 15:07
      Highlight Highlight Gilt das auch für Fruchtfleisch? 8-/
    • SVRN5774 15.06.2016 20:45
      Highlight Highlight @Leventis aber sicher! Esst am besten gar nichts. Füllt euren Bauch mit grossen Steinen. Dann ist euer Bauch voll und aufs Wc müsst ihr dann auch nicht mehr. 😃👍 So mach ich es auch seit Jahren. Ich habe Ziegelsteine genommen, weil mir die Form so gut gefällt.
  • JoJodeli 14.06.2016 18:28
    Highlight Highlight Wir essen Gänse, Enten, Hühner, Fasan, Perlhuhn, Wachteln, Strauss, Truthahn, Schnepfen, Tauben, wieso nicht auch Krähen wenns schmeckt?
    • SusiBlue 14.06.2016 20:10
      Highlight Highlight @Grufti: und was ist schlimm daran, wenn Krähen totes Fleisch essen (sofern sie das tun; ich habe keine Ahnung)?!
      Wir Fleisch essenden Menschen essen ja auch keine lebenden Tiere... Oder wo genau liegt deinem Empfinden nach der Unterschied?
    • Lami23 14.06.2016 20:23
      Highlight Highlight Glaube kaum, dass das aufs Fleisch einen Unterschied macht, aber eben, lieber das eingepferchte, mit Antibiotika gefütterte Poulet essen, als den schrecklichen "Aasfresser"...
    • äti 14.06.2016 20:36
      Highlight Highlight Massive Würzung, wenn schon. Und vorher Federn entfernen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasch 14.06.2016 18:00
    Highlight Highlight Hört sich sehr makaber an, aber wie damals als Kind bei Shrimps, Augen zu und Luke auf...

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