Schweiz
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Am Sonntag ist in Baden AG ein Zugchef in der Türe eins Bahnwagens eingeklemmt und mitgeschleift worden. Er erlitt tödliche Verletzungen. (Symbolbild)

Bild: KEYSTONE

Nach tödlichem Unfall in Baden entdecken SBB versteckten Mangel bei Zug-Türen



Der tragische Unfall eines Zugbegleiters in Baden hat die SBB durchgerüttelt und Fragen nach der Sicherheit aufgeworfen. Diese haben die SBB nun versucht zumindest teilweise zu erklären – die offiziellen Untersuchungen laufen noch.

Beim Durchchecken der Einklemmschutz-Technik an den Türen der betroffenen EW-IV-Wagen ist dabei ein bislang unbekannter Fehler entdeckt worden. Betroffen ist der sogenannte UIC-Modus, bei welchem der Zugbegleiter selber die Türen des Zugs verschliesst. Offenbar reagiere der Einklemmschutz zu wenig sensibel.

Bei insgesamt 5 untersuchten Türen wurden Defekte gefunden. In den meisten Fällen war der Gummi fehlerhaft.

Die Defekte sind brisant, weil nach ersten Erkenntnissen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) auch beim Unfallwagen der Einklemmschutz «nicht funktionsfähig» war. «Diese Defekte wären auch bei den regulären Kontrollen entdeckt worden», beteuerte Linus Loser, Leiter Bahnproduktion SBB, am Mittwoch in Zürich vor den Medien.

Inwiefern von diesen defekten Türen eine Gefahr für Passagiere und Personal ausging, erläuterte Loser nicht. Bei der als Sofortmassnahme durchgeführten Überprüfung der Arbeitsabläufe der Zugbegleiter seien die SBB zum Schluss gekommen, dass diese sicher seien. Gemäss jetzigem Wissenstand und der Sicherheitseinschätzung der SBB sei es nicht nötig, die EW-IV-Wagen ausser Betrieb zu nehmen.

Weiter deckten die Sonderkontrollen an betreffenden Wagentyp einen versteckten Mangel auf. In einem bestimmten Betriebsmodus reagiert der Einklemmschutz weniger sensibel, als vorgesehen. Bisher ist laut Loser nicht klar, weshalb. Ein Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall bestehe gemäss dem heutigen Stand der Sust-Untersuchung nicht, betonte der Chef der 8000 Lokführer, Zugbegleiter und Rangierarbeiter.

Die SBB haben die zuständigen Behörden bereits darüber informiert. Zudem soll ein neu eingesetzte Taskforce die Vorfälle genauer unter die Lupe nehmen, wie an einer Medienorientierung am Mittwochmorgen mitgeteilt wurde. (aeg/sda)

Mehr Informationen folgen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Max Dick 14.08.2019 14:35
    Highlight Highlight Ich erinnere mich noch: Vor ca 10 Jahren war ein Kollege bei einem Regio Zug eingeklemmt (ja wir haben in alkoholisiertem Zustand geblödelt) und der Zug fuhr los. Wir haben dann die Notbremse gezogen. Beim anschliessenden Theater mit den Billetkontrolleuren (waren nicht wirkliche Zugchefs) hiess es von deren Seite, es sei nicht mal theoretisch möglich, dass ein Zug losfahre, wenn jemand eingeklemmt sei. Wir hätten die Notbremse zum Spass gezogen.

    Offenbar ist das diesbezügliche Denken "was nicht sein soll, darf nicht sein" auch bei denen vorhanden, die genau solche Unfälle verhindern müssen.
  • MacB 14.08.2019 13:41
    Highlight Highlight Verschwörungstheorie!

    Hier unter dem Kommentar von Posersalami kommentiert ein P. Meier, zu Gunsten der SBB.

    Andreas Meyer, CEO SBB, heisst mit 2. Vornamen Peter. ...also P. Meier/Meyer

    Wetten, Andreas Meyer kommentiert hier bei watson ;)
  • Markus Kappeler 14.08.2019 13:10
    Highlight Highlight Das der Einklemmschutz bei diesem Wagen nicht gut funktioniert, ist bekannt und ist auch kein Problem. Genau darum dürfen solche Wagen die nicht ohne Zugbegleiter fahren. Bis vor kurzem fuhren Züge ohne jeglichen Einklemmschutz. Der Einklemmschutz war im Prinzip der Zugbegleiter, der vor dem Türen schliessen schaute das niemand mehr einsteigt und nach dem Türen schliessen schaute, dass niemand eingeklemmt ist. Im Grunde genommen ist der Unfall wegen einer Unachtsamkeit passiert. Die Frage die sich stellt, ist darum, wieso war der Zugbegleiter unachtsam. Wie sieht es mit den Arbeitszeiten aus?
    • maylander 14.08.2019 15:39
      Highlight Highlight Es ist nicht gesichert, dass eine Unaufmerksamkeit des Zugführers vorlag. In diesem Fall wäre der Einklemmschutz der zweite Defekt, der an diesem Wagen vorlag.
  • Lazy Turtle 14.08.2019 11:58
    Highlight Highlight Also doch und Herr Meyer mit der Chef Etage werden trotzdem Boni kassieren ohne ROT zu werden!!!
  • LeChef 14.08.2019 11:38
    Highlight Highlight Als das Video mit der Hand in der Tür vorgestern (?) in der Tagesschau war, hiess es noch, der Unfall in Baden habe nichts mit dem manuellen Schliessen der Türen zu tun. Und jetzt das genaue Gegenteil. Sehr professioneller Laden, die SBB, momoll.
    • Nore9 14.08.2019 12:30
      Highlight Highlight Hat es ja auch nicht. Mit UIC werden die Türen auf den vom Kundenbegleiter hin erfolgten Schliessbefehl hin automatisch geschlossen.
    • SonGoku 14.08.2019 13:06
      Highlight Highlight Da muss ich Ihnen widersprechen. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit manuell mittels Schlüssel die Türen zu schliessen. Dies hat nichts damit zu tun, die Türen von Hand zuzustossen wenn die Elektronik nicht an ist. Das Sicherheitselement an der Türe ist ein elektronischer Druckschalter welcher über einen Schlauch mit dem Gummi verbunden ist. Bei Druck auf den Gummi reagiert dieser und öffnet. Dieser ist ca. auf den letzten 2cm nicht mehr aktiv, dass die Türe nicht jedesmal aufspringt, wenn sie zugeht.
      Ich kann mir vorstellen, dass hier der Hund begraben liegt. (Ein ehemaliger Mitarbeiter...)
    • LeChef 14.08.2019 15:13
      Highlight Highlight Okay, danke für die Info! Sorry, dachte manuell meint wirklich mit der Hand.
  • Scaros_2 14.08.2019 11:31
    Highlight Highlight Damit ist bewiesen, dass die Forderung des Personals, dass man diese Wagen besser rausnehmen tut und untersucht nicht unbegründet war.

    Aber aus Sicht der SBB sind das halt kosten die man lieber vermeiden würde.
  • Posersalami 14.08.2019 11:18
    Highlight Highlight Kann man nicht eine neue Serie IC2000 bestellen, damit man den ganzen alten Kram endlich verschrotten kann? Es sind ja nicht nur die Türen nicht mehr ganz zeitgemäss..

    Bimbardier gehört endlich ordentlich verklagt und die Summe an die Kunden ausgeschüttet! Am Ende leben die nämlich mit der Inkompetenz und den Folgen daraus jeden Tag! Ich juble jedesmal innerlich wenn am Perron in Zürich der Zug nach Luzern ein IC2000 ist. Sehr oft fährt da total veraltetes Rollmaterial mit halb so vielen sitzplätzen (auch zur Stosszeit!) seit 1 Jahr oder so! Der Preis ist aber der gleiche.
    • P. Meier 14.08.2019 12:06
      Highlight Highlight Die Alternative ist Ausfall des Zuges. Was ist Ihnen lieber?
    • beerbear 14.08.2019 12:14
      Highlight Highlight Der neue Bombardier Zug läuft mittlerweile problemlos und er ist nicht der einzige, der wackelt - dieses Problem wurde ebenfalls reduziert.
    • kobL 14.08.2019 14:32
      Highlight Highlight Ja natürlich, die 530 EW IV, die erst gerade für viel Geld modernisiert wurden, alle verschrotten. Sehr sinnvoll. Dann sind halt die EW I und II noch ein wenig länger im Einsatz, die du offenbar mit dem EW IV verwechelst hast. ;)

      Ja das mit den Bombardier Zügen ist mühsam, aber ist nunmal so. Bis die ausgeliefert und zuverlässig sind, fahren wir halt noch ein wenig mit den alten EW I und II rum, so ganz ohne Klima und Steckdosen. Immer noch besser als kein Zug :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bunnymommy 14.08.2019 11:10
    Highlight Highlight Ich finde die Türen allgemein gefährlich. Wurde auch schonmal halb eingeklemmt, denn die mit Sensor reagieren auf Personen die nur 1.50m sind garnicht mehr.
    • Mr. Wayne 14.08.2019 11:36
      Highlight Highlight Es gibt dafür Sicherheitselemte. Die wären heute eigentlich Pflicht und gesetzlich Vorgeschrieben.
      Es gibt auch hier keinen Bestandesschutz.
    • Sam12 14.08.2019 11:53
      Highlight Highlight Dann messen die Sensoren zuerst die Körpergrösse und entscheiden dann, ob was eingeklemmt wird oder nicht? Spannende These und noch spannendere mögliche Hintergründe *nachdenk* (nicht allzu ernst nehmen :P)

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