Schweiz
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THEMENBILD ZUM MK DER SBB ZUR ANSTEHENDEN HITZEWELLE --- Eine neue und somit zweite Eisenbahnbruecke wurde am Dienstag, 9. Juli 2019 ueber den Sagenbach in Walchwil am Zugersee fuer den Ausbau der Doppelspur auf der Linie Zug Arth-Goldau eingesetzt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Baustelle in Walchwil beim Zugersee: Die SBB haben in den kommenden Wochen nicht nur mit der Hitze zu kämpfen. Bild: KEYSTONE

Diese Woche wird es 35 Grad heiss – diese Herausforderungen warten auf die SBB

Die Bahn will ein erneutes Chaos wie im Juni wegen der Hitze verhindern – so gut es geht. Um sich zu erklären, luden die SBB auf ein Perron im Bahnhof Olten.

Sven Altermatt / ch media



Der 27. Juni war kein guter Tag für die Schweizerischen Bundesbahnen – und erst recht nicht für mehrere Hunderttausend Pendlerinnen und Pendler. Am besagten Donnerstag war ein beträchtlicher Teil des Netzes lahmgelegt. Wegen der grossen Hitze verbogen sich etliche Schienen, vor allem in der Region Bern ging phasenweise gar nichts mehr. Gross war deshalb der Ärger bei Bahnfahrern. Vor allem bei jenen, die auch noch in einem Zug mit kaputter Klimaanlage sassen.

Der 27. Juni soll sich nicht wiederholen. Die Kundenpünktlichkeit an diesem Tag betrug lediglich 75 Prozent. Und weil derzeit die nächste Hitzewelle anrollt, informierten die SBB gestern darüber, wie sie ein erneutes Chaos möglichst verhindern wollen.

Eines machten die Verantwortlichen am eigens angesetzten «Point de Presse zur Hitzewelle» in Olten gleich klar: Obwohl Spezialisten die Bahn seit März auf die Wettersituation im Sommer vorbereitet haben, ist man nicht vor Überraschungen gefeit. «Weitere Störungen sind in den kommenden Wochen nicht auszuschliessen», sagte SBB-Manager Linus Looser.

Mit welchen Problemen schlägt sich die Bahn bei Hitzeperioden herum? Und was unternimmt sie dagegen? Eine Auswahl:

Weisse Farbe, damit sich die Schienen nicht verbiegen

Damit es beim Überfahren nicht rattert, sind die Schienen lückenlos verschweisst. Bei grosser Hitze werden sie schon mal 70 Grad heiss. Dann kann es zu sogenannten Gleisverwerfungen kommen. In Kurven entstehen Querkräfte und das Gleis dehnt sich nach Aussen aus. In der Regel würden Verformungen schnell entdeckt, betonen die SBB: Die Hauptstrecken werden alle zwei bis vier Wochen von Streckeninspektoren überprüft. Und auch die Lokführer melden entsprechende Schäden; im besten Fall können Zugausfälle verhindert werden.

Die SBB prüfen mehrere Massnahmen, um die Schienen hitzeresistenter zu machen. Die wohl populärste: Die Schienen werden seitlich mit weisser Farbe bestrichen. Studien zufolge bleiben sie mit dem hellen Anstrich um bis zu sieben Grad kühler.

THEMENBILD ZUM MK DER SBB ZUR ANSTEHENDEN HITZEWELLE --- Une vue sur la fin du chantier des CFF/SBB pres de la gare de La Conversion ce dimanche 26 aout 2018 a La Conversion au-dessus de Lutry. Le trafic ferroviaire va pouvoir reprendre lundi 27 aout, apres avoir ete interrompu entre les gares de Lausanne et Puidoux-Chexbres en raison du renouvellement de la voie ferree sur 2 x 5 km afin de moderniser et securiser les installations sur ce troncon. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Die Schienen können bei grosser Hitze bis zu 70 Grad heiss werden. Bild: KEYSTONE

Die SBB werden nun vorerst auf einem Gleis in der Stadt Solothurn entsprechende Tests durchführen. Zuvor hatte unter anderem schon die Rhätische Bahn einzelne Schienenabschnitte mit weisser Farbe lackiert – der Versuch war erfolgreich und soll nun ausgedehnt werden.

Mit mehr Hitze die Schienen hitzeresistenter machen

Die Schienen sind quasi die Achillesferse des Bahnsystems. Laut eigenen Angaben registrieren und reparieren die SBB jährlich 5 bis 15 Gleisverwerfungen. Eine weitere Massnahme, die bei den SBB geprüft wird, um solche zu verhindern: die Erhöhung der Neutralisierungstemperatur der Schienen. Darunter versteht man jene Temperatur, auf die eine Schiene erhitzt wird, bevor sie im Gleisbett verschweisst wird. Mit einer Erhöhung sollen «die temperaturbedingten Kräfte minimiert werden», wie es die SBB formulieren.

Ewiger Streit um Temperatur der Klimaanlagen

Die Klimaanlagen in den Zügen sind ein Thema, das bei Pendlern zuverlässig für Gesprächsstoff sorgt. Der Kampf um die richtige Temperatur frisst zusätzlich Energie – wenn man so will. 7200 Klimageräte sind in 4100 SBB-Zügen installiert. Den SBB zufolge sind damit 94 Prozent aller Personenzüge klimatisiert unterwegs.

Täglich würden 13 Störungen an Klimaanlagen behoben. Die Verfügbarkeit beträgt im jährlichen Mittel 97 Prozent. Die Raumluft wird zwischen fünf bis sieben Grad unter die Aussentemperatur gesenkt, wobei dies manchen Pendlern dann noch immer zu heiss ist. Zwar kann das Personal in den Zügen die Temperatur um zusätzliche zwei Grad senken. «Während einer Hitzewelle laufen die Klimageräte auf vollen Touren», betonen die SBB. Doch bei Aussentemperaturen von deutlich über 30 Grad stiessen sie zuweilen an ihre Leistungsgrenzen.

So bereiten sich die SBB auf den Hitzesommer vor. Video: © sda-Video

Kunden bei Verspätungen und Störungen besser informieren

Zentral bei Störungen ist die Information der Kunden. Komme es zu mehreren Störungen, sei es sehr anspruchsvoll, alle Kanäle aktuell zu halten, sagt SBB-Manager Looser.

Aber: «Die SBB arbeiten daran, rascher verlässliche Informationen bereitzustellen.» Konkret will das Unternehmen etwa seine Smartphone-App um eine Funktion erweitern, wie es gegenüber dieser Zeitung jüngst bestätigt hat. Bei Verspätungen oder Störungen auf der gewählten Strecke sollen Nutzer per Push-Meldung informiert werden.

Zusätzliche Belastung wegen Festen und Baustellen

Schon bei normalen Temperaturen ist die Lage auf dem Schienennetz dieses Jahr besonders angespannt. Ob Fête des Vignerons, Turnfest oder Schwing- und Älplerfest: Wegen Grossanlässen sind zwischen Mai und Oktober über 1900 Extrazüge unterwegs, so viele wie seit dem Expo-Jahr 2002 nicht mehr. Zudem beeinträchtigen Baustellen den Bahnverkehr.

Die Angestellten stossen zuweilen an Grenzen. «In den Sommermonaten ist die Situation beim Lokpersonal angespannt», räumen die SBB ein. (aargauerzeitung.ch)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • NWO Altschauerberg 23.07.2019 06:28
    Highlight Highlight Die 4 Probleme des Sozialismus sind auch die der SBB: Sommer Herbst Winter Frühling.
  • The fine Laird 22.07.2019 20:17
    Highlight Highlight Also werden doch ein paar Strecken gestrichen?😁💅
  • andrew1 22.07.2019 19:49
    Highlight Highlight Vielleicht hat die sbb noch die wintergeleise montiert *knieklatsch* füsse hoch der kommt flach.
  • Jimtopf 22.07.2019 18:54
    Highlight Highlight Grüsse gehen raus an alle Handwerker die nicht mit Ventilator am Tisch sitzen, ich bin mit euch, wir überleben auch diese Hitzewelle😎🏖☀️
    Insbesondere an die Strassen- und Gleisbauer, ihr seid Maschiiiiiinen🤙🏼
    • Kruk 22.07.2019 21:57
      Highlight Highlight Dachdecker finde ich auch ziemlich krass!
    • Grabeskaelte 23.07.2019 00:47
      Highlight Highlight Nanana atorator... Ich gehöre auch zu jenen im Büro, die manchmal unter mangelnder Klimatisierung leiden. Im Gegensatz zu den von Jimtopf genannten, die tagsüber in diesen Berufen arbeiten, sind wir tatsächlich vielfach Memmen ;-). Viele arbeiten aber Nachts. Geniessen wir die gefühlten 35 im Büro, die armen Kerle haben tagsüber vielfach gefühlte 45 Grad und mehr auf dem Asphalt und den Steinen...

      Klar ist beides doof aber der Vergleich zählt schon...
    • andrew1 23.07.2019 08:43
      Highlight Highlight Ich habe früher oft rohre eingelegt in betondecken und böden. Insbesondere der kellerboden ist mühsam im sommer. Schön in einer grube ohne wind. Im winter musste sogar manchmal der schnee weggemacht werden um einlegen zu können. Nach kurzer zeit waren die finger kalt und haben geschmerzt, mit handschuhen hatte man kein gefühl. Die temperatur war selten angenehm und gebaut wird heute sowiso das ganze hahr durch. Ohne körperliche anstrengung im büro am schatten ist wirklich luxus und kein grund zum jammern. Wenn man die andere seite kennt ist man im büro hoch zufrieden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kazu 22.07.2019 18:15
    Highlight Highlight Vor den Personen die bei der SBB arbeiten habe ich echt Respekt. Vor allem dieses Jahr mit diesen Hitzewellen und Anlässen. Ich sitze vielleicht 1h im Sommerkleid im Zug und schwitze schon ein bisschen, sie sind den ganzen Tag in Uniform da unterwegs. Hut ab!
  • TingelTangel 22.07.2019 18:07
    Highlight Highlight Nach Köppel - einfach Ignorieren.
  • memento 22.07.2019 18:03
    Highlight Highlight Im TGV und im deutschen ICE waren im Juni von Zürich nach Basel bzw. Basel nach Zürich auf etwa 25 Grad gekühlt. Und warum soll das in SBB Züge nicht gehen? Einfach nur SBB-Blabla
  • Lebenundlebenlassen 22.07.2019 17:53
    Highlight Highlight Ich bin täglicher Pendler und bin mit dem Service zufrieden. Sitze gerade in einem klimatisierten Wagen. Pannen und ausserordentliche Fälle kann es immer geben. Denke das weiss jeder wenn er seinen Arbeitsplatz reflektiert. Ich danke der SBB dass sie mich seit 24 Jahren sicher an meinen Arbeitsort bringen und wieder nach Hause 😉👌
  • Fiu 22.07.2019 17:39
    Highlight Highlight Jajajajajajaja als in Baden die Züge ausfielen kamen 0 Informationen ebenso als in Turgi eine Person auf den Gleisen Suizid gegang,. Die Informationen dauern meist bis zu einer Stunde und man Sitzt wie Blöd rum. Manche Strecken könnte man mit dem Bus oder Tram überbrücken, aber die SBB arbeitet viel zu wenig mit denen zusammen. Bin froh das die Entschädigungen eingeführt werden, ihre Sparmassnahmen bei Reparaturen lassten auf uns Kunden und Mitarbeitern. Da wird am Falaschen Ort gespahrt, anstatt wie ein Team zusammen zu arbeiten.
    • Tartaruga 22.07.2019 21:06
      Highlight Highlight Gäll. Wie mühsam das ist wenn wieder einer aufs Gleis springt und man selbst dann wie blöd rumsteht.
      ...
      ....
      .....
      🤦🏻‍♀️
    • Kruk 22.07.2019 23:35
      Highlight Highlight "Die Informationen dauern meist bis zu einer Stunde" kein Wunder wenn sie diese in deutsch, französisch und italienisch verlautbaren.😁

Zu wenig Lokführer: SBB legen Linie still

Die SBB haben wegen Lokführermangels auf einer Nebenlinie zwischen Olten und dem Baselbiet einen Tag lang den Zugverkehr eingestellt. Zudem schützt am Gotthard auch eine Platzreservation nicht vor einem Rausschmiss.

Dass ein Zug ausfällt, weil der Lokführer oder die Zugchefin kurzfristig entfällt, kommt immer mal wieder vor. Dass die SBB eine ganze Linie einen Tag lang stilllegen muss, weil das Personal fehlt, ist wohl einzigartig in der jüngeren Bahngeschichte.

So geschehen am Samstag auf der Linie Olten – Läufelfingen – Sissach. Von früh bis spät bot die Bahn Ersatzbusse auf. Grund: «kurzfristige Änderung im Personaleinsatz». Informiert darüber hat die SBB am Freitagabend um 23.51 Uhr.

Am Samstag erklärte …

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