Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist schlechter gestellt

30.07.18, 11:36 30.07.18, 11:59


Des eleves des ecoles primaires de la ville de Lausanne defilent en cortege lors de la fete du bois dans les rues de la ville, ce mercredi, 4 juillet 2018, a Lausanne. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Bild: KEYSTONE

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund steht in der Schweiz finanziell schlechter da als jene ohne Migrationshintergrund - meistens auch bei gleichem Alter oder Bildungsniveau. Das zeigen Erhebungen des Bundes.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat die Indikatoren zur Integration aktualisiert und am Montag die Zahlen für das Jahr 2016 veröffentlicht. Diese zeigen, dass die finanziellen und materiellen Lebensbedingungen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Vergleich zu denjenigen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund durchwegs schlechter sind.

Das BFS weist indes darauf hin, dass die Unterschiede zwischen den Gruppen nicht vereinfachend auf den Migrationshintergrund als Ursache zurückgeführt werden können.

Höhere Armutsquote

Die Armutsquote der Personen ab 16 Jahren lag im Jahr 2016 insgesamt bei 7.6 Prozent. Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund lag die Quote signifikant höher, nämlich bei 8.5 Prozent. In der Bevölkerung der ersten Generation betrug die Armutsquote sogar 9.4 Prozent. Ab der zweiten Generation lag die Quote dagegen mit 4.6 Prozent deutlich unter jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.

Betrachtet man nur die erwerbstätige Bevölkerung, lag die Armutsquote 2016 bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 4.6 Prozent. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund betrug sie lediglich 2.9 Prozent.

Die Sozialhilfequote betrug 2016 in der Schweiz 3.3 Prozent. Die in der Schweiz geborenen Personen verzeichneten eine Quote von 2.5 Prozent, bei den im Ausland Geborenen belief sich die Quote auf 5.1 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied zwischen den in der Schweiz geborenen Schweizern und Ausländern: Hier ist eine Differenz von 7 Prozentpunkten festzustellen (2 Prozent gegenüber 9 Prozent).

Tieferes Einkommen

Personen mit Migrationshintergrund haben oft ein geringeres Einkommen. Der Median des verfügbaren Äquivalenzeinkommens lag 2016 in dieser Bevölkerungsgruppe bei 46'600 Franken. Gleich viele Personen verdienten also mehr beziehungsweise weniger. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund lag der Median bei 53'000 Franken.

Personen mit Migrationshintergrund sind mehr als dreimal so häufig von materieller Entbehrung betroffen wie Personen ohne Migrationshintergrund (8.8 Prozent gegenüber 2.6 Prozent). Letztere leben auch weniger häufig in einem Haushalt, der Schwierigkeiten hat, finanziell über die Runden zu kommen (7.3 Prozent gegenüber 19.6 Prozent bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund).

Erhoben hat das BFS auch die Einstellung der Bevölkerung zur Chancengleichheit. Diese ist den meisten in der Schweiz lebenden Menschen wichtig: Über 73 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren sprachen sich 2016 für eine Schweiz aus, in der Ausländerinnen und Ausländer die gleichen Chancen haben wie Schweizerinnen und Schweizer. 23 Prozent möchten, dass schweizerische Staatsangehörige bessere Chancen haben als ausländische. (sda)

Diese 10 Mannschafts-Typen kennst du, leider!

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Das könnte dich auch interessieren:

«Aus Gewissensgründen» – Diese Apothekerin verbannt Homöopathie aus Regalen

Wie du dir als Gymi-Schüler die Lehre vorstellst – und umgekehrt

«Jetzt gegensteuern, sonst werden die Folgen fatal sein»: 11-Jährige erleiden Burn-out

Der Kampf um die Seele der Amerikaner hat begonnen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

10
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 31.07.2018 06:12
    Highlight Das müssen wir aber sofort ändern!
    1 1 Melden
  • aglio e olio 30.07.2018 16:01
    Highlight "23 Prozent möchten, dass schweizerische Staatsangehörige bessere Chancen haben als ausländische."

    An die 23%:
    Warum?
    14 21 Melden
    • aglio e olio 30.07.2018 21:27
      Highlight Meine Interessen würde ich gegen alle verteidigen. Wieso nur gegen Ausländer. Wessen Interessen schütze ich damit?
      3 5 Melden
    • aglio e olio 01.08.2018 10:53
      Highlight Diskriminierung ist in einem demokratischen Staat ein Recht? Echt jetzt. Man könnte ja auch einfach mal den Arsch in der Hose haben und sagen, dass man xenophob ist (das Recht hat man in der Tat) und sich nicht hinter irgendwelchen Floskeln verstecken. Aber man will ja nicht als fremdenfeindlich gesehen werden...
      "Ich gehöre nicht zu den 23%, da ich Einwanderer nicht als Konkurrenz sehe"
      Sorry, das glaube ich dir nicht. Dafür haust du bei Migrationsthemen zu sehr in die Tasten. Wirkt schon missionarisch.

      0 0 Melden
  • Zauggovia 30.07.2018 14:36
    Highlight Wie wirken sich die Leasinggebühren des obligaten BMWs bei gewissen Gruppen mit Migrationshintergrund aus?

    Vielleicht müsste man bei solchen Untersuchungen auch die Einstellung gegenüber der Ausgabenpriorisierung anschauen, bei Westeuropäer sind Schulden ein grösseres Stigma als bei anderen Kulturkreisen.
    39 17 Melden
    • Tiny Rick 30.07.2018 18:14
      Highlight Ziemlich herablassender und stereotypisierender Kommentar. Als Westeuropäer stimme ich beim Schuldenstigma zwar zu, denn ersten Teil finde ich aber schon sehr fragwürdig...
      17 27 Melden
    • Tartaruga 30.07.2018 18:24
      Highlight Du schliesst von gewissen Gruppen, die sich teure Autos leisten auf alle Migrationsgruppen?

      Bravo.
      14 30 Melden

1 Jahr Haft für 234 Menschenleben: An diesem Mann soll ein Exempel statuiert werden

Claus-Peter Reisch, früher konservativer Bayer und CSU-Wähler, heute Seenotretter im Mittelmeer. Für sein Engagement soll er nun in Malta verurteilt werden. Im Interview mit watson rechnet er mit Horst Seehofer, Matteo Salvini und der europäischen Flüchtlingspolitik ab. 

Eigentlich könnte Claus-Peter Reisch ein ruhiges, geordnetes Leben haben. Als selbstständig Erwerbender steht er finanziell auf sicherem Boden, mit seinem eigenen Segelboot zieht es ihn immer wieder in die Ferne. Doch jetzt ist Reisch zwischen die Fronten geraten. In Deutschland prangte sein Antlitz auf jeder Tageszeitung. 

Es ist 2015 als Reisch mit seiner Lebenspartnerin im Sommer nach Griechenland segelt. Die Flüchtlingskrise ist bereits in Gang. Er stellt sich die Frage: «Was tun wir, …

Artikel lesen