Schweiz
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Kinder nicht zum Singen geschickt: Muslimischer Vater verurteilt

500 Franken Busse: Das Bezirksgericht Dietikon bestätigt die Strafe für den Vater, der aus religiösen Gründen seine Elternpflichten verletzt hatte. Er hatte seine Buben von einer Probe für das Weihnachtssingen ferngehalten, die in einer Kirche stattfand.

20.01.18, 17:03 21.01.18, 13:14

David Egger / limmattaler Zeitung



Nachdem ein Vater 2016 seine drei Buben unentschuldigt nicht in den Schulunterricht geschickt hatte, musste er am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Dietikon antraben (die Limmattaler Zeitung berichtete). Das Gericht hat nun den Entscheid des Dietiker Statthalteramts bestätigt und den Mann zu 500 Franken Busse verurteilt, wie der zuständige Dietiker Bezirksgerichtsvizepräsident Bruno Amacker Ende Woche telefonisch mitteilte.

Ausserdem werden dem Mann die Verfahrenskosten des Statthalteramts von 530 Franken sowie die Entscheidgebühr des Bezirksgerichts von 600 Franken auferlegt. Macht total 1630 Franken.

Der Mann hatte seine Buben nicht in den Unterricht geschickt, weil dieser ausnahmsweise in der Kirche stattfand. Konkret ging es um eine Probe für das Weihnachtssingen der Schule. Die drei Buben hätten bei der Singprobe anwesend sein müssen, da es sich nicht um zusätzliche, sondern um die reguläre Unterrichtszeit handelte. Bei den Proben fehlte ein Sohn am 19. Dezember 2016 von 10 bis 12 Uhr, zwei weitere Söhne fehlten am 20. Dezember 2016 zwischen 13.30 und 15.10 Uhr. Im Übrigen wurden die Buben für die Aufführung des Weihnachtssingens wie gewünscht dispensiert.

Als «Zwangsassimilierung» kritisiert

Vieles deutet darauf hin, dass der Vater Beziehungen zu einer Organisation pflegt, die liberalen Muslimen zuwider ist: Nachdem das Gericht schriftlich geurteilt hatte, kritisierte der sogenannte «Islamische Zentralrat der Schweiz» (IZRS) den Entscheid am Samstag in einem Communiqué. Die Medien hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht über das Urteil berichtet.

Das Bezirksgericht Dietikon habe muslimische Knaben zum Weihnachtssingen in der Kirche «gezwungen» und betreibe so eine «religiöse Zwangsassimilierung», liess der IZRS in seinem Communiqué verlauten. Aus Sicht des IZRS stelle das Singen von Weihnachtsliedern einen der islamischen Überzeugung diametral widersprechenden, bekenntnishaften Akt dar, teilte die Organisation mit.

Allerdings versäumte es der Vater selber, sich mit allen Mitteln gegen die Teilnahme seiner Kinder an der Weihnachtssingen-Probe in der Dietiker Kirche zu wehren. Das zeigt der Blick auf die Vorgeschichte: Nachdem der Vater zuerst bei der Schule Dietikon um eine Dispensation seiner Buben vom Unterricht in der Kirche ersuchte, lehnte die Schule Dietikon dies ab. Der Vater zog den Entscheid daher weiter. Doch auch das Ressort Schülerbelange der Dietiker Schulpflege lehnte es ab, die Buben vom Unterricht in der Kirche zu dispensieren. Nach diesem ablehnenden Entscheid hätte der Vater die Sache noch weiterziehen können an den Bezirksrat Dietikon – doch das tat er nicht. Damit wurde der Entscheid des Ressorts Schülerbelange der Dietiker Schulpflege rechtskräftig, schliesslich hatte sich der Vater nicht dagegen gewehrt.

Vater hatte auf Weiterzug verzichtet

Als er sich nun beim Bezirksgericht Dietikon gegen den Strafbefehl des Statthalteramts vom 21. März 2017 wehrte, ging es gar nicht mehr um die Frage, ob die Buben hätten dispensiert werden können, sondern einzig um die Frage, ob der Vater gegen den rechtskräftigen Entscheid des Ressorts Schülerbelange der Dietiker Schulpflege verstossen hatte.

«Das Gericht hatte nur zu überprüfen, ob der Mann den negativen Dispensentscheid missachtet hatte», sagte Richter Amacker. Da der Mann gegen den negativen Dispensentscheid nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft hatte, konnte er sich nun vor dem Bezirksgericht Dietikon nicht darauf berufen, dass er versucht habe, gerechtfertigte Interessen zu wahren, als er seine Buben von der Schule fernhielt.

Wie der IZRS verkündete, will der Vater nun zusammen mit dem IZRS den Entscheid weiterziehen, sodass sich auch noch das Zürcher Obergericht mit der Absenz der drei Buben beschäftigen muss.

«Ein Schlag ins Gesicht der gut integrierten Muslime»

Gegenüber TeleZüri warf der Dietiker SVP-Präsident Rochus Burtscher dem IZRS «Effekthascherei» vor. «Es ist ein Schlag ins Gesicht der gut integrierten Muslime, was der Vater hier produziert», so Burtscher weiter. IZRS-Sprecherin Janina Rashidi meinte hingegen, dass das Verhalten des Vaters kein schlechtes Bild auf die Muslime, sondern auf die Rechtssprechung in Dietikon werfe.

Der Vater und gläubige Muslim ist 31 Jahre alt und in der Schweiz aufgewachsen. Wie seinem Namen und seinen Facebook-Profil zu entnehmen ist, stammt er ursprünglich aus dem mehrheitlich albanischsprachigen Teil Mazedoniens.

Der Dietiker Bezirksgerichtsfall hat inzwischen auch international für Schlagzeilen gesorgt, so berichtete unter anderem auch die österreichische Zeitung «Heute» darüber.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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98
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98Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Makatitom 22.01.2018 16:32
    Highlight Ich mache ss ja wirklich äusserst ungern, aber hier muss ich dem SVP-Mann eindeutig recht geben. Schmeisst all die Blanchos und Illis endlich raus, oder buchtet sie ein
    2 0 Melden
    • Oxymora 22.01.2018 22:07
      Highlight Also Makatitom, man kann doch nicht all die Leute einbuchten, die glauben, dass es nur einen/ihren Gott gibt. Erstens sind das zur Zeit noch recht viele und zweitens können sie nichts dafür, dass Phantasievorstellungen ihre Gedanken dominieren.
      0 0 Melden
  • Asmodeus 21.01.2018 11:30
    Highlight Mal wieder die typischen Kommentare und Herzchen.

    Man stelle sich das Gejammer vor, ein christlicher Vater hätte eine Strafe bezahlen müssen, weil er seine Kinder nicht in eine Mosche zum muslimische Songs singen schicken wollte.

    (Hier ist noch zu erwähnen. Scheinbar wehrte sich der Vater nicht gegen die Weihnachtslieder und das singen, sondern darum, dass es in der Kirche stattfindet).
    18 22 Melden
    • Roterriese 21.01.2018 16:23
      Highlight Wir sind hier in der Schweiz und nicht in Saudi Arabien.
      15 13 Melden
    • Asmodeus 21.01.2018 17:54
      Highlight Sprach einer der einer Partei folgt die am liebsten eine christliche Scharia verfolgen würde.
      6 12 Melden
    • Roterriese 22.01.2018 09:27
      Highlight @Asmodeus, tut mir leid, aber die Scharia ist etwas islamisches und nicht christliches.
      6 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • AlteSchachtel 21.01.2018 10:33
    Highlight Das ist ein fundamentalistisches Problem und gelangt durch die Schweizer Fundis IZRS ins Rampenlicht.

    Die Mehrheit der Muslime in der Schweiz hat überhaupt keine Probleme mit Weihnachtssingen und die Mehrheit der muslimischen Kinder ist auch jedes Jahr dabei. Üblicherweise ist dieses Singen, trotz Bevorzugung von kirchlichen Räumen aus Platz- und Akustikgründen als Tradition zu sehen. Der Missionierungsverdacht ist in diesem Fall vom IZRS gebastelt.
    21 9 Melden
    • Oxymora 22.01.2018 12:45
      Highlight @ AlteSchachtel

      “Üblicherweise ist dieses Singen, trotz Bevorzugung von kirchlichen Räumen aus Platz- und Akustikgründen als Tradition zu sehen.“

      Wie das zu sehen ist, können Sie niemandem befehlen.

      Angenommen man erkennt darin Tradition; was spricht dafür an ihr fest zuhalten?

      Das Mittelalter ist vorbei und die Verfassung enthält kein Fortschritt- und Entwicklungsverbot.

      Den Missionierungsverdacht hat die Schule durch ihr Verhalten selber geschaffen, der IZRS profitiert davon.
      0 2 Melden
    • Makatitom 22.01.2018 16:34
      Highlight Der Missionierungsverdacht wurde auf der IZRS-Akademimimimimi ausgearbeitet
      0 0 Melden
    • AlteSchachtel 23.01.2018 16:04
      Highlight @ Oxymora
      Ich befehle gar nichts.
      Kinder lieben dieses märchenhafte Fest mit den Lichtlein und die heutigen Weihnachtslieder handeln in der Regel eher vom Guetzlä.
      Ich sehe nicht ein, wieso Erwachsene mit irgendwelchen Ängsten und Religionsphobien so ein Trara veranstalten.
      Man könnte einfach die Kinder selbst entscheiden lassen, ob sie wollen oder nicht.

      Der Koran verbietet die Anpassung im Gastland übrigens auch nicht, solange deswegen nicht konvertiert werden muss.
      Es ist ein Fundiproblem, wie bei Freikirchlern, die ihre Kinder von "der kleinen Hexe" dispensieren.
      2 0 Melden
  • Randy Orton 21.01.2018 06:54
    Highlight Ich finde das Urteil eine Frechheit. Niemand sollte gezwungen werden, in eine Kirche zu gehen, schon gar nicht Schüler.
    27 27 Melden
    • Darling 21.01.2018 18:46
      Highlight Gebe dir Recht im Punkt, dass niemand gezwungen werden sollte.
      Seh ich genauso und verstehe deswegen auch die Blitze nicht.
      9 7 Melden
  • reconquista's creed 21.01.2018 01:15
    Highlight Ist es für ein muslimisches Kind unzumutbar 1x in einer Kirche zu singen?
    Nein!
    29 27 Melden
    • the give me diini Blitz! 21.01.2018 13:51
      Highlight Doch, kann es sein. Sei nicht so verkorkst.
      14 16 Melden
    • Randy Orton 22.01.2018 07:35
      Highlight Ich bin nicht muslimisch und fände es für meine Kinder unzumutbar.
      8 7 Melden
    • reconquista's creed 22.01.2018 08:51
      Highlight Wenn ich aus der Schweiz in ein muslimisch geprägtes Land ziehen würde, meine Familie und ich unsere christliche Religion dort in Freiheit und Toleranz ausüben dürften, würde ich es akzeptieren wenn ein Kind von mir in einem einzelnen Ausnahmefall in einer Moschee etwas singen müsste, ganz klar.
      Hat halt auch etwas mit Toleranz zu tun.
      5 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joe Smith 20.01.2018 23:10
    Highlight Alle, die dieses Urteil verteidigen: Wie würdet Ihr reagieren, wenn die Schule Eure Kinder zwingen würde, an einem 1.-Mai-Umzug mitzulaufen und dort die Internationale zu singen? Ach, das ist etwas ganz anderes?
    39 57 Melden
    • mogad 21.01.2018 10:36
      Highlight Die kommunistische Diktatur ist überwunden, der Scharia-Islamismus nicht! Das ist der Unterschied.
      16 23 Melden
    • vera.vox 21.01.2018 10:48
      Highlight Nein, nichts anderes

      Wer das Brot christlich teilt, weis, dass das Brot (die Arbeitsplätze, das Dach über dem Kopf ...) täglich geteilt werden muss, damit alle Menschen leben können.

      Christen haben täglich 1.Mai.

      Der Tag wurde lange genug von Kommunisten, Atheisten etc. instrumentalisiert, obwohl biblisch. Unser Schöpfer ist mit profitgierigen Geschäftsgebaren nicht einverstanden. Z.B: Geschichte vom reichen Kornbauer im Lukas-Evangelium ein Getreidespekulant der Antike.

      Da die SP den wahren Wert der Religion erkennt, wird der Tag bald wieder seine christliche Bedeutung erlangen.
      5 21 Melden
    • Makatitom 22.01.2018 16:42
      Highlight Hier bringt Vera ein gutes Beispiel, wie dringend vor der absolut realen und gefährlichen Freikirchlerisierung gewarnt werden muss. Der Tag ist nicht gottegegeben, sondern hat etwas mit dem Sonnenauf- und Untergang zu tun. Und hätte er dann Blocher nicht schon längst übelst bestraft, wenn er mit Profitgier und Betrug nicht einverstanden wäre? Eine CH SP. die mit solchen Argumenten kommt, wird noch tiefer fallen als die DE SP wegen der GroKo
      1 0 Melden
  • vera.vox 20.01.2018 21:05
    Highlight Sehr fortschrittlich,
    dass der staatliche Schulunterricht wieder vermehrt in den Leib der Kirche zurück findet. Religiöse Bildung ist für unsere christliche Nation enorm wichtig.
    Schön das unsere Behörden das erkannt haben.
    31 90 Melden
    • Emanzipator 20.01.2018 23:56
      Highlight Ironie?
      43 7 Melden
    • abuladze 21.01.2018 00:16
      Highlight You're a dreamer, vera
      4 5 Melden
    • Walter Sahli 21.01.2018 06:34
      Highlight Oh nein, Emanzipator, mitnichten!
      2 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oxymora 20.01.2018 20:16
    Highlight Wenn Schulen den regulären Unterricht in Kirchen verlegen; müsste man eigentlich die Schulen und ihre Aufsichtsbehörden büssen.
    Schulen haben einen Bildungs- und nicht einen Missionsauftrag.
    65 56 Melden
  • Ökonometriker 20.01.2018 19:37
    Highlight Darf man Kinder zwingen, in einer glaubensfremden Kirche Lieder eines anderen Glaubens zu singen? Warum kann man den Kindern nicht einen anderweitigen schriftlichen Auftrag erteilen? Ab wann wird Religionsfreiheit geschützt? Es gibt hier gute Argumente für beide Seiten. Dies werden sicherlich interessante Urteile.
    @Watson: Bitte bleibt hier am Ball!
    64 62 Melden
    • sambeat 20.01.2018 20:56
      Highlight Ich finde, das darf man. Sie leben bei uns und müssen sich deswegen bis zu einem gewissen Grad einfach anpassen! Schliesslich hat sie niemand dazu verdonnert, hier zu leben...
      69 55 Melden
    • Hierundjetzt 20.01.2018 21:04
      Highlight Chabis. Der Einzelrichter beurteilt nur, ob die Strafe gerechtfertigt ist oder nicht.

      Ist Sie.

      Weil der Vater nicht bei der Schulpflege Einsprache erhob. Pardon „vergass“.

      Somit wurde nur die Rechtmässigkeit der Busse beurteilt. Nicht der Sachverhalt als ganzes.

      Den:
      Busse = Strafe
      Nicht in die Schule gehen = Ordnungswidrigkeit

      Sind zwei verschiedene Paar Schuhe ☺️
      77 2 Melden
    • Ökonometriker 20.01.2018 22:01
      Highlight @Hierundjetzt: danke für den Hinweis. Der Artikel ist seit meinem Kommentar noch gewachsen.

      Da ist es tatsächlich ein klarer Fall und keine Rechtsgüterabwägung mehr.
      29 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoppla! 20.01.2018 19:25
    Highlight Den Zwang an einem religiösen Fest mitzumachen, finde ich als Atheist sehr störend. Meine Kinder wären da wohl auch nicht dabei.
    77 79 Melden
    • Julian Roechelt 20.01.2018 20:15
      Highlight Deine Kinder sind dein Eigentum?
      63 44 Melden
    • zeromaster80 21.01.2018 02:48
      Highlight Du empfindest Weihnachten als religiöses Fest? Als Atheist solltest du es besser wissen, darfst deine Kinder entsprechend informieren und trotzdem mit ihnen unter dem ach so christlichen Baum feiern ;-) Und ja, Du darfst sie auch erziehen Brauchtum zu respektieren und mal ein Lied zu singen, welches irgend eine religiöse Figur besingt.
      18 9 Melden
    • Hoppla! 21.01.2018 10:26
      Highlight @ Julian Roechelt

      Heisst das, dass ich meinen Kindern nichts verbieten darf weil sie nicht mein Eigentum sind?

      @ zeromaster80

      Oh ja, das tue ich. Aber Respektieren und Tolerieren heisst nicht zwangsläufig mitmachen. Oder hältst du z.B. den Ramadan ein oder feierst du den Koningsdag?

      Solange der Zwang zum Mitmachen von Traditionen besteht, ist es noch ein weiter weg zu einer freien Gesellschaft. Ernüchternd.
      14 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Caturix 20.01.2018 18:54
    Highlight Ich bin Katolisch und habe kein Verständniss für das Urteil. Religion ist privatsache und ich möchte meine Kinder auch nicht in einer Kirche sehen wärend der Schulzeit um zu singen oder sonnst etwas dort zu machen.
    59 63 Melden
    • mogad 21.01.2018 10:54
      Highlight Es geht um Kompromisse und Anpassung an unsere Kultur. Kompromisse entstehen, wenn man miteinander redet. Weihnachten feiert die Geburt Jesu - im Islam der Prophet Isa, der vor Mohammed kam und sehr verehrt wird. Im Islam ist Jesus in etwa das, was im Christentum Johannes der Täufer ist. Da könnte man schon mitsingen. Es waren übrigens Moslems die sich beschwerten, als Charlie Hebdo auf dem Titel Jesus am Kreuz mit erigiertem Geschlechtsteil zeigte. Mit diesem Bild wollte Charlie Hebdo die Missbrauchsskandale in der Kirche darstellen.
      2 6 Melden
    • Asmodeus 21.01.2018 12:36
      Highlight @Abbaio

      Warum sind es immer Leute wie Du die zwar Kompromisse und Anpassung fordern, aber absolut nicht Willens sind selbst Kompromisse einzugehen?

      Zum Beispiel einzusehen, dass ein muslimischer Vater nicht möchte, dass seine Kinder in einer christlichen Kirche christliche Lieder singen?

      Du bist ein Heuchler.
      8 5 Melden
    • Hoppla! 21.01.2018 13:00
      Highlight Ich finde es etwas befremdlich wenn ein "Kultur-
      und Traditionszwang" entseht. Solange Grundrechte respektiert werden, sehe ich keinen Grund, mich irgendeiner Kultur anzupassen. Weder religiös noch andersweitig.

      Wieso lässt man Menschen nicht einfach leben wie sie möchten? Das stört doch niemanden.
      12 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • G. F. 20.01.2018 18:31
    Highlight Leider war mein Tochter/Sohn am XX.XX.20XX krank und konnte nicht zum Schuluntericht. Ort, Datum, Unterschrift... erledigt
    86 23 Melden
    • Asmodeus 21.01.2018 11:34
      Highlight Dann würden aber die Kinder den ganzen Tag zuhause bleiben und den Unterricht verpassen.

      Etwas heftig wegen 1-2 Stunden.
      3 8 Melden
  • Nico Rharennon 20.01.2018 18:17
    Highlight Ha meine Tochter ist jetzt gerade 4 Tage alt und sie wird NIE Religionsunterricht besuchen geschweige denn in einer Kirche dämliche Weihnachtslieder singen gehen.
    Den tausender zahl ich dann lachend!
    62 76 Melden
    • axantas 20.01.2018 20:17
      Highlight ...und wenn sie trotzdem hingehen möchte, weil alle anderen Kinder diesen Glitzer und Weihnachten mögen, weil es so schön ist?
      77 12 Melden
    • DerTaran 20.01.2018 21:52
      Highlight Dann darf sie das sicher. Das schöne am Atheist sein ist, dass uns der Hokuspoku einfach egal ist.
      34 10 Melden
    • öpfeli 20.01.2018 22:40
      Highlight Religionsunterricht kommt für unser Kind auch nicht in Frage. Wir geben unserem Kind Werte mit auf den Weg, welche die Kirche anders lebt.
      Weihnachten ist aber wieder ein anderes Thema.
      @Nico, ist Weihnachten bei euch Zuhause inexistent?
      18 15 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • einmalquer 20.01.2018 18:11
    Highlight das freut natürlich den IZRS

    warum das auch die Schulpflege freut, ist allerdings nicht nachvollziehbar

    sie hätte die Kinder ohne weiteres von der Singerei in der Kirche freistellen können, sogar müssen

    Schulstunden haben nicht in Kirchen stattzufinden, dafür gibt es Schulhäuser und Schulzimmer
    46 34 Melden
  • FensterAuf 20.01.2018 18:10
    Highlight Als sich die Schweiz eine Verfassung gegeben hat, haben sich unsere Vorfahren für die Trennung von Kirche und Staat entschieden. Die Schule Dietikon hält sich nur ganz knapp daran (die Kinder müssen in die Kirche gehen und Lieder über "Gottes Sohn" hören, werden aber immerhin nicht zum Mitsingen gezwungen, was illegal wäre). In anderen Schulgemeinden ist es für Freidenker, Muslime, Juden oder Zeugen Jehovas kein Problem, einen Dispens für solche Anlässe zu bekommen oder einen Jokertag einzuziehen. Warum zerrt Dietikon den Vater vor Gericht?
    54 25 Melden
    • Hierundjetzt 20.01.2018 21:06
      Highlight Der Vater machte Einsprach, darum gibts ein Gerichtsverfahren.

      Lies den Tagi dazu ☺️
      22 2 Melden
  • Emanzipator 20.01.2018 18:08
    Highlight Also in der 4. Klasse, 1990, war es ganz selbstverständlich das unser Zeuge kein Kreuz trug und ein Tier spielte, der Jude gar nicht mitmachte und die lichter bediente.... man suchte nach lösungen und fand diese auch!

    Übers schwimmen kann man sich meinetwegen streiten aber in eine Kirche oder eine religiöse Feier mit zu machen sollte niemand gezwungen werden!
    116 51 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 20.01.2018 18:07
    Highlight Mhmm im vergleich zu den ganzen Schwimmgeschichten sehe ich hier schon die Religionsfreiheit gekrazt, auf der anderen Seite, wie borniert muss man sein, sein Kind nicht ein paar Lieder in einer Kirche singen lassen zu wollen? Wenn schon das den Allmächtigen erzürnt dann gute Nacht.
    Auch ein schönes Detail, die Nationalität wird nicht gennant, man kann sie sich aber einigermassen herleiten (Name). Man soll doch einfach die Nationalität nennen und die Menschen darauf sensibilisieren, von Nationalitäten auf Einzelpersonen zu schliessen, das ist sonst nur ein Trauerspiel.
    36 14 Melden
  • rauchzeichen 20.01.2018 18:05
    Highlight wollte der knabe da hin gehen? von dem hängt alles ab. ohne eine antwort auf diese frage, kann man die story unmöglich einordnen. fahrlässig, solche unfertigen journalistischen produkte, welche essentielle fakten weglassen, oder ohne kenntniss davon, die story bringen.
    27 7 Melden
  • Petrarca 20.01.2018 17:33
    Highlight Heute gross in der Tageswoche zu lesen: Basler Eltern, die ihre Kinder GAR NICHT zur Schule schicken. Mit einer Busse von 4'000 Franken ist die Sache dann erledigt. Aber wehe eine Handvoll muslimischer Kinder schwänzt den Schwimmunterricht oder den Weihnachtschor. Da steht der Wutbürger dann Kopf...
    55 163 Melden
  • DerTaran 20.01.2018 17:28
    Highlight Sorry das ist ein Unding und eine staatlicher Anmassung gegenüber den Eltern, wegen einer verweigerten Unterrichtsstunde solch eine Strafe zu verhängen (wegen eines einmaligen Singens). Dies hat nichts mit dem Bildungsauftrags zu tun (wir reden nicht über Mathematik, Französisch oder Schwimmen).
    Das Gerich hat sicherlich richtig entschieden, dass aber die Schulpflege solch ein Theater macht ist unglaublich (noch einmal: Wegen Singen).

    An alle SVP Trolle, hier werden die Eltern entmachtet, etwas, das eure Partei als Argument gegen staatliche Kinderhorte anbringt.

    Ich bin übrigens Atheist.
    85 139 Melden
    • durrrr 20.01.2018 17:56
      Highlight Was mit dem Bildungsauftrag zu tun hat und was nicht, hast nicht du sondern die zuständige Schulpflege zu entscheiden. Der Vater hätte ausserdem den Entscheid anfechten können, was er nicht tat. Und dass du Atheist bist, tut hier nichts zur Sache.
      56 23 Melden
    • Mss.Fork 20.01.2018 17:58
      Highlight Bin total deiner meinung. Ich weiss nicht wie heute mit dem thema religion in der schule umgegangen wird, aber offensichtlich herrscht mindestens teilweise ein zwang. Wenn dann wäre mmn. Allerhöchstens ein objektiver, allgemeinbildender unterricht welche jede religion abdeckt wünschenswert. Ich finde es allgemein kritisch kinder mit religion zu konfrontieren...
      28 24 Melden
    • axantas 20.01.2018 18:09
      Highlight Unsere Gesellschaft lebt von gewissen allgemeinen Normativen, an die sich alle zu halten haben. Schulpflicht mit Obligatorien gehört dazu. Hält man sich nicht an diese Regeln, gibt es Sanktionen und das ist gut so.

      Wenn jeder noch seine eigene Extrawusrst einfordern würde, könnten wir den Laden über kurz oder lang zumachen.

      Es gibt ausserdem Regionen auf dieser Welt, in denen die Kinder keine der offensichtlich verhassten Weihnachtslieder singen müssen, weil es dort nicht Usus ist.
      23 25 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Gerichtsurteil im Fall «Prüfungsgate» – Uni Bern kassiert Schlappe und gibt sich wortkarg

Weil eine Professorin alte Prüfungsfragen rezykliert hatte, mussten Jus-Studenten eine Prüfung wiederholen. Jetzt gab es für die Uni vom Verwaltungsgericht einen Rüffel für dieses Vorgehen.

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