Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Dieses Plakat prangt am Bahnhof in Aarau. bild: zvg

«Absolute Frechheit!» – KV-Werbung macht Handwerker wütend



Ein Werbeplakat der Wirtschaftsschule «HSO» sorgt für Empörung. Besonders dem Verband für Gebäudetechnik «suissetec» stösst es sauer auf: Auf Facebook beschreiben sie die Werbung als «absolute Frechheit».

Auf dem Transparent zu sehen ist ein genervt dreinblickender junger Sanitär. Neben seinem Foto prangt die Frage: «Reif für einen Jobwechsel?» Mit dem Aushang will die HSO junge Menschen für die kaufmännische Berufswelt begeistern.

«Die Werbung geht ganz klar auf unsere Kosten und ist kontraproduktiv», erzürnt sich Martina Bieler, Verantwortliche Online-Kommunikation von «suissetec» und sagt weiter: «Sie schwächt unsere jahrelangen Bemühungen, Nachwuchs für unsere Berufe zu finden und so dem Fachkräftemangel im Baubereich entgegenzuwirken.»

Im Facebookpost der Gebäudetechniker heisst es, dass die Jobs von kaufmännischen Angestellten zunehmend der Digitalisierung zum Opfer fallen. Ganz anders sehe es aus bei Chefmonteuren und Berufen im Installationsbereich.

«Das ist schade»

Mit dem Vorwurf der Gebäudetechniker konfrontiert, antwortet die HSO in einer Stellungnahme: «Es ist selbstverständlich schade, wenn der Verband der Gebäudetechniker sich davon provoziert fühlt – das war nicht die Absicht.» Zudem wolle man mit dem beworbenen Angebot die Interessenten nicht vom Beruf weglocken, sondern sie unterstützen, damit sie in ihrem beruflichen Umfeld weiterkommen. 

Die HSO ist nicht der Meinung, dass der KV-Beruf aussterben wird. «Wir haben Zehntausende KMU in der Schweiz die über Mitarbeiter mit kaufmännischer Erfahrung verfügen – diese Personen werden in den vielen KMU nicht wegrationalisiert – das ist eine Illusion für die Schweiz.»

Plakate bleiben

Ein Rückzug der Plakate sei nicht geplant. «Wir haben für die Kampagne die Slots gebucht und die Plakate werden und wurden so ausgehangen. Nach dieser Kampagne, die bald auslaufen wird, werden wir eine neue starten», heisst es in der Stellungnahme. 

Diese Lehrer-Typen kennen wir alle ...

Video: watson

Mehr zu Lehrer, Bildung und Schule

Die Schule geht wieder los? So viel verdient dein Lehrer – der grosse Lohnreport

Link zum Artikel

Digital Natives? Von wegen! Die Lüge einer Generation

Link zum Artikel

Zu heiss, fiese Fragen: Berufsmaturand klagt (teilweise) erfolgreich gegen schlechte Noten

Link zum Artikel

Die Tessiner haben 10 Wochen Sommerferien – eine Aargauer Gemeinde nicht mal halb so lang

Link zum Artikel

Ja, der Name ist doof: 3 Gründe, warum der «Greentopf» trotzdem eine gute Sache ist

Link zum Artikel

Junge haben wenig Ahnung von Biologie. Aber bist du wirklich schlauer?

Link zum Artikel

Bei MINT-Studiengängen deutlich in Unterzahl: Die Angst der Frauen vor dem Wettbewerb

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Daniel Koch: «Das Wichtigste ist, die Menschen an Bord zu holen»

Seit Ende Mai ist Daniel Koch im Ruhestand. Wirklich ruhen lassen ihn die steigenden Fallzahlen jedoch nicht. Im Gespräch erzählt der ehemalige «Mr. Corona», wie er die jetzige Situation einschätzt und ob er noch ins Restaurant geht.

Herr Koch, draussen tobt erneut die Corona-Pandemie und Sie befinden sich im Ruhestand. Vermissen Sie das Rampenlicht?Daniel Koch: Ganz und gar nicht. Nichtsdestotrotz verfolge ich die aktuelle Situation selbstverständlich sehr genau und intensiv mit.

Sie können also gar nicht richtig loslassen?Wenn man sich jahrelang mit dieser Thematik beschäftigt hat, kann man das nicht einfach ablegen. Zudem erhalte ich noch immer sehr viele Anfragen.

In einer Woche haben sich die Corona-Fallzahlen mehr als …

Artikel lesen
Link zum Artikel